Frühjahrsputz: die Checkliste

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Der Frühjahrsputz ist die gründliche Reinigung, für die im Alltag keine Zeit bleibt: Schränke von innen, Fenster samt Rahmen, Backofen, Kühlschrank, Heizkörper, Polster und alles, was hinter Möbeln liegt. Am schnellsten geht es mit einer festen Reihenfolge – erst ausmisten, dann in jedem Raum von oben nach unten und von innen nach außen, der Boden zuletzt. Die Checkliste unten führt Raum für Raum durch die Wohnung und verweist auf die Einzelanleitungen.
Wann der Frühjahrsputz sinnvoll ist
Der klassische Zeitpunkt ist März oder April, wenn die Heizperiode endet. Das hat einen praktischen Grund: Über den Winter setzen sich Heizungsluft, Kerzenruß und Staub auf Fenstern, Vorhängen und Heizkörpern ab, und bei geschlossenen Fenstern sammelt sich mehr davon in der Wohnung. Sobald Sie wieder länger lüften können, trocknen gewaschene Vorhänge, Decken und Kissen auch schneller.
Für Fenster eignet sich ein trockener, bedeckter Tag über etwa 5 °C. In praller Sonne trocknet das Wasser, bevor Sie abziehen können, und hinterlässt Streifen. Wer den Plan von vornherein auf zwei oder drei Wochenenden verteilt, bleibt eher dran als mit einem Marathon an einem einzigen Samstag.
Die Reihenfolge: von oben nach unten, von innen nach außen
Zwei Regeln bestimmen die Reihenfolge:
- Erst ausmisten. Schränke, Regale und Vorräte durchsehen, bevor geputzt wird. Was aussortiert ist, muss nicht mehr abgewischt werden.
- Von oben nach unten. Decke und Lampen, dann Schrankoberseiten, dann Regale und Möbel, dann Heizkörper und Fußleisten, zuletzt der Boden. Staub fällt immer nach unten.
- Von innen nach außen. Erst Schränke von innen, dann ihre Fronten; erst die Innenräume, dann Flur, Treppenhaus und Balkon. So tragen Sie keinen Schmutz in Räume, die schon fertig sind.
- Nass nach trocken. Erst Staub wischen und saugen, dann feucht wischen. Wer Staub nass verteilt, bekommt Schlieren.
- Küche und Bad zuletzt wischen. Dort ist der meiste Schmutz, den Sie sonst durch die Wohnung tragen.
Stellen Sie vorher alles zusammen, was Sie brauchen: Allzweckreiniger, Spülmittel, einen sauren Badreiniger oder Zitronensäure, Mikrofasertücher in mehreren Farben, einen Eimer, einen Fensterabzieher, eine Leiter oder einen stabilen Tritt und Müllbeutel für das Aussortierte.
Checkliste Küche
- Oberschränke und Dunstabzugshaube von oben abwischen, Dunstabzugshaube reinigen samt Fettfilter
- Schränke ausräumen, Vorräte auf Haltbarkeit prüfen, innen auswischen, erst dann wieder einräumen
- Backofen reinigen samt Blechen und Rosten
- Kühlschrank reinigen, bei Eisschicht vorher den Kühlschrank abtauen
- Mikrowelle reinigen, Toaster ausklopfen, Wasserkocher entkalken
- Spülmaschine reinigen: Sieb, Sprüharme, Dichtung
- Fronten, Griffe, Fliesenspiegel und Herd abwischen
- Mülleimer auswaschen, Abfluss der Spüle prüfen
- Küchenboden zuletzt, auch unter dem Rand der Sockelleisten
Checkliste Bad
- Lüftungsgitter und Lampen abstauben
- Spiegelschrank ausräumen, abgelaufene Kosmetik und Medikamente aussortieren (Medikamente nicht ins WC, sondern nach den Regeln Ihrer Kommune entsorgen)
- Fliesen und Fugen reinigen, Silikonfugen auf Schimmel prüfen
- Duschkopf entkalken und die Perlatoren am Wasserhahn entkalken
- Duschvorhang waschen oder Duschwand mit Dichtungen gründlich reinigen
- WC einschließlich Spülrand und Deckelscharnier, bei Bedarf den Spülkasten entkalken
- Waschmaschine reinigen, falls sie im Bad steht: Flusensieb, Einspülkammer, Türdichtung
- Badezimmerboden zuletzt
Achtung: Chlorhaltige WC- und Schimmelreiniger nie zusammen mit Essig, Zitronensäure oder Entkalker verwenden, auch nicht kurz nacheinander. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Zwischen zwei Mitteln gründlich mit Wasser nachspülen und lüften.
Checkliste Wohn- und Schlafräume
- Spinnweben an Decke und in Ecken entfernen, Lampen abstauben
- Schrankoberseiten, Bilderrahmen und Regale abwischen, Bücher ausklopfen
- Vorhänge und Gardinen nach Pflegeetikett waschen
- Sofa absaugen, Flecken behandeln, bei größeren Flächen hilft ein Polsterreinigungsgerät
- Kissen waschen, Bettdecken waschen oder lüften, Matratze absaugen und wenden
- Kleiderschrank ausmisten, Winterkleidung sauber einlagern
- Heizkörper abstauben, auch zwischen den Rippen, mit einer langen, schmalen Bürste
- Hinter und unter Möbeln saugen, Fußleisten abwischen
- Teppiche gründlich saugen, Flecken nach Teppich-Flecken entfernen behandeln
Checkliste Fenster, Türen und Flur
- Fenster putzen samt Rahmen, Falz und Fensterbank, zuerst die Rahmen, dann das Glas
- Gummidichtungen feucht abwischen und bei Bedarf mit einem Pflegemittel für Dichtungen behandeln
- Rollläden und Jalousien abwischen, Insektengitter ausbürsten
- Türen, Türrahmen, Klinken und Lichtschalter abwischen
- Garderobe ausmisten, Wintersachen waschen und wegräumen, Schuhe putzen
- Flurboden und Fußmatte zuletzt
Checkliste Balkon, Terrasse und Garten
Draußen kommt zum Schluss, weil Sie sonst Schmutz nach drinnen tragen. Balkonboden fegen, Abfluss von Laub befreien, Gartenmöbel abwaschen, Blumenkästen leeren und neu bepflanzen, Außenseiten der Fenster putzen. Einen Gartenteich reinigt man im Frühjahr nicht komplett: Laub und abgestorbene Pflanzenteile mit einem Kescher abfischen genügt, denn Frösche und Kröten nutzen den Teich jetzt schon, und eine Komplettreinigung stört das Gleichgewicht im Wasser.
Typische Fehler beim Frühjahrsputz
- Alles an einem Tag. Wer sich die ganze Wohnung vornimmt, hört meist im zweiten Raum erschöpft auf. Ein Raum pro Tag oder Abend ist realistischer.
- Putzen ohne Ausmisten. Sie wischen Dinge ab, die Sie danach doch wegwerfen.
- Zu viele Mittel. Allzweckreiniger, Spülmittel und ein saurer Badreiniger reichen für fast alles. Mehr Mittel bedeuten mehr Risiko, etwas Falsches zu mischen.
- Säure auf Naturstein. Marmor und Kalkstein vertragen weder Essig noch Zitronensäure; siehe Entkalken.
- Fenster in der Sonne. Das gibt Streifen, egal mit welchem Mittel.
Damit nach dem Frühjahrsputz nicht wieder alles zuwächst, lohnt ein Putzplan mit festen monatlichen und halbjährlichen Terminen.
Häufige Fragen
Womit fängt man beim Frühjahrsputz an?
Mit dem Ausmisten, danach mit dem Raum, der Sie am meisten stört, oder mit der Küche, weil dort die meisten Einzelaufgaben liegen. Innerhalb jedes Raums gilt: von oben nach unten, der Boden zuletzt.
Wie lange dauert ein Frühjahrsputz?
Das hängt stark von der Wohnungsgröße und davon ab, wie viel ausgemistet wird. Für eine Wohnung mit drei Zimmern sind mehrere Tage realistisch, am besten verteilt auf zwei oder drei Wochenenden.
Muss man den Frühjahrsputz im Frühling machen?
Nein. Der Name ist Tradition. Sinnvoll ist ein gründlicher Durchgang ein- bis zweimal im Jahr; viele machen einen zweiten im Herbst, bevor die Fenster für den Winter geschlossen bleiben.
Welche Putzmittel braucht man für den Frühjahrsputz?
Allzweckreiniger, Spülmittel, einen sauren Reiniger oder Zitronensäure für Kalk im Bad, Backofenreiniger oder Natron für den Ofen, Mikrofasertücher und einen Fensterabzieher. Spezialmittel nur, wo eine Anleitung sie ausdrücklich nennt.



