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Waschmaschine reinigen: Dichtung, Flusensieb und Waschmittelfach

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Blick durch die geöffnete Tür in die Trommel einer Waschmaschine
Ein monatlicher Leerwaschgang bei 60 Grad mit Vollwaschmittelpulver hält die Maschine sauber
Inhalt9 Abschnitte
  1. Woher Geruch und Schmierfilm kommen
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: Waschmaschine gründlich reinigen
  4. Flusensieb und Laugenpumpe
  5. Das Zulaufsieb nicht vergessen
  6. Was Essig, Natron, Zitronensäure und Chlor bringen
  7. Typische Fehler
  8. Wie oft und was dauerhaft hilft
  9. Häufige Fragen

Eine Waschmaschine reinigen Sie in vier Schritten: Waschmittelfach herausnehmen und spülen, Türdichtung auswischen, Flusensieb säubern und einen leeren Waschgang bei 60 °C mit pulverförmigem Vollwaschmittel laufen lassen. Das beseitigt die meisten Gerüche und Beläge. Spezialreiniger sind selten nötig, und die Anleitung Ihres Geräts hat bei allen Hausmitteln das letzte Wort.

Woher Geruch und Schmierfilm kommen

Waschmaschinen werden heute überwiegend bei 30 oder 40 °C und mit Flüssigwaschmittel betrieben. Das schont Wäsche und Energie, hat aber eine Kehrseite: Reste von Waschmittel, Weichspüler, Hautfett und Fasern bilden in feuchten Ecken einen schleimigen Belag, in dem Bakterien und Schimmelpilze wachsen. Man sieht ihn in den Falten der Türmanschette und im Einspülkasten, riecht ihn als modrigen Geruch und findet ihn manchmal als graue Flöckchen auf der Wäsche. Flüssigwaschmittel enthalten keine Bleiche, die solche Beläge abtötet; Vollwaschmittel in Pulverform dagegen schon. Riecht die Wäsche selbst, lesen Sie auch Wäsche riecht muffig.

Was Sie brauchen

  • Vollwaschmittel in Pulverform (mit Bleiche)
  • alte Zahnbürste oder Spülbürste, Mikrofasertuch
  • warmes Wasser mit Spülmittel
  • flaches Gefäß, etwa ein Backblech oder eine Auflaufform, und alte Handtücher für das Flusensieb
  • optional einen Maschinenreiniger, wenn die Maschine stark verschmutzt ist

Schritt für Schritt: Waschmaschine gründlich reinigen

  1. Waschmittelfach herausnehmen. Die meisten Fächer lassen sich ganz herausziehen, oft mit einem Druck auf eine markierte Lasche. Unter fließendem warmem Wasser mit der Bürste reinigen, auch den Weichspülereinsatz. Den Schacht in der Maschine mit Bürste und Tuch auswischen, besonders die Decke, wo sich schwarzer Belag sammelt.
  2. Türdichtung auswischen. Die Gummimanschette vorsichtig umklappen und die Falten mit Spülmittelwasser und Tuch reinigen. Socken, Haarklammern und Münzen aus der unteren Falte holen. Danach trocken reiben.
  3. Trommel und Glas. Die Trommel mit einem feuchten Tuch auswischen, das Bullauge innen von Waschmittelresten befreien.
  4. Flusensieb reinigen. Wie das geht, steht im nächsten Abschnitt.
  5. Leerwaschgang. Ohne Wäsche ein Programm bei 60 °C starten und etwa die für leicht verschmutzte Wäsche angegebene Menge Vollwaschmittel in Pulverform zugeben. Bei starkem Geruch einmalig 90 °C, sofern die Maschine das Programm hat.
  6. Offen lassen. Tür und Waschmittelfach nach dem Waschgang offen stehen lassen, bis alles trocken ist.

Flusensieb und Laugenpumpe

Das Flusensieb, auch Fremdkörperfalle genannt, sitzt meist unten rechts oder links hinter einer kleinen Klappe. Es fängt Flusen, Münzen, Knöpfe und Haarklammern ab, bevor sie in die Laugenpumpe gelangen. Wenn die Maschine schlecht abpumpt, brummt, oder nach dem Schleudern Wasser in der Trommel steht, ist das Sieb meist voll.

  1. Abkühlen lassen und Strom aus. Nach einem heißen Waschgang kann das Wasser im Sieb heiß sein. Netzstecker ziehen.
  2. Vorbereiten. Handtücher auf den Boden legen, ein flaches Gefäß unter die Klappe stellen. Es kommt mehr Wasser heraus, als man denkt, besonders wenn das Sieb verstopft war.
  3. Wasser ablassen. Viele Maschinen haben einen kleinen Notentleerungsschlauch neben dem Sieb. Den Stopfen ziehen und das Wasser portionsweise ablaufen lassen. Ohne Schlauch das Sieb nur ein kleines Stück aufdrehen.
  4. Sieb herausdrehen und reinigen. Unter fließendem Wasser Flusen und Fremdkörper entfernen, die Öffnung im Gehäuse mit einem Tuch auswischen. Das Flügelrad der Pumpe dahinter sollte sich von Hand drehen lassen.
  5. Wieder einsetzen. Sieb fest eindrehen, Schlauch verschließen, Klappe zu. Beim nächsten Waschgang kurz prüfen, ob es trocken bleibt.

Bei Miele und anderen Herstellern heißt das Teil teils Laugenpumpenfilter; der Ablauf ist derselbe. Dreht sich das Flügelrad nicht, oder pumpt die Maschine trotz sauberen Siebs nicht ab, ist ein Fall für den Kundendienst.

Das Zulaufsieb nicht vergessen

Wo der Zulaufschlauch an den Wasserhahn geschraubt ist, sitzt oft ein kleines Sieb, manchmal ein zweites am Geräteanschluss. Es fängt Sand und Kalkkrümel ab. Wird es zu, dauert das Einlaufen länger, oder die Maschine meldet einen Wasserzulauffehler. Wasserhahn zudrehen, Schlauch abschrauben, Sieb vorsichtig mit einer Zange herausziehen, abspülen und wieder einsetzen. Achten Sie darauf, dass die Dichtung wieder richtig sitzt.

Was Essig, Natron, Zitronensäure und Chlor bringen

  • Essig löst Kalk und nimmt Geruch, greift aber auf Dauer Türmanschette und Schläuche an. Für das Waschmittelfach ist er gut geeignet; in die Trommel höchstens gelegentlich und nie als Dauerlösung.
  • Zitronensäure ist beim Entkalken wirksamer, sollte aber kalt angesetzt werden. Ob Ihre Maschine überhaupt Kalk hat, lesen Sie unter Waschmaschine entkalken; bei richtiger Waschmitteldosierung ist das selten nötig.
  • Natron und Backpulver reinigen nicht besser als Waschmittel und entkalken nicht. Gegen Geruch wirken sie schwach.
  • Chlorhaltige Reiniger töten Keime, bleichen aber auch Gummi und riechen stark. Einige Hersteller erlauben sie für einen Leerwaschgang, viele nicht. Nie zusammen mit Essig, Zitronensäure oder Entkalker verwenden, auch nicht kurz nacheinander: Es entsteht giftiges Chlorgas.
  • Spülmaschinentabs sind für die Spülmaschine formuliert. Einige Waschmaschinenhersteller warnen ausdrücklich davor; Vollwaschmittel kann dasselbe besser.

Fertige Waschmaschinenreiniger lohnen sich, wenn die Maschine stark verschlammt ist oder lange mit Flüssigwaschmittel bei niedrigen Temperaturen lief. Sie ersetzen aber nicht das Reinigen von Fach, Dichtung und Sieb.

Typische Fehler

  • Tür nach dem Waschen schließen: In der feuchten, warmen Trommel wächst Biofilm besonders schnell.
  • Zu viel Weichspüler: Er bildet schmierige Beläge im Fach und in der Maschine. Oft reicht die Hälfte oder gar keiner.
  • Nie über 40 °C waschen: Gelegentlich eine Maschine Handtücher oder Bettwäsche bei 60 °C tut der Maschine gut.
  • Nasse Wäsche liegen lassen: Sie riecht schnell und gibt den Geruch an die Trommel weiter.
  • Flusensieb mit Gewalt öffnen: Sitzt es fest, erst Wasser ablassen und dann gerade herausdrehen, nicht mit der Zange.

Wie oft und was dauerhaft hilft

Waschmittelfach und Dichtung wischen Sie am besten alle zwei bis vier Wochen kurz durch, das Flusensieb reinigen Sie alle paar Monate oder wenn die Maschine schlecht abpumpt. Einen heißen Leerwaschgang mit Pulver rechnen die meisten Hersteller einmal im Monat vor, wenn sonst überwiegend kalt gewaschen wird. Wer seine Maschine regelmäßig pflegt, braucht selten Spezialmittel. Weitere Anleitungen rund um Wäsche finden Sie in der Rubrik Wäsche, zu hartnäckigen Flecken auf Kleidung im Flecken-ABC.

Häufige Fragen

Wie reinige ich die Waschmaschine mit Hausmitteln?

Das beste Hausmittel ist pulverförmiges Vollwaschmittel in einem Leerwaschgang bei 60 °C. Dazu Waschmittelfach und Dichtung mit Spülmittelwasser, bei Kalk im Fach mit verdünntem Essig. Natron und Backpulver bringen wenig.

Schwarze Punkte in der Türdichtung – was tun?

Das ist fast immer Schimmel. Oberflächlich lässt er sich mit Spülmittelwasser und anschließend einem Tuch mit verdünntem Essig oder einem Schimmelentferner abwischen; Chlor und Essig dabei nicht mischen. Sitzt er tief im Gummi, bleiben Flecken. Eine neue Manschette kann ein Kundendienst einsetzen.

Schadet ein 90-Grad-Waschgang der Maschine?

Nein, die Maschinen sind dafür gebaut. Er kostet aber deutlich mehr Strom und ist für die Pflege meist nicht nötig. Einmalig bei starkem Geruch ist er sinnvoll, danach reicht der monatliche 60-Grad-Durchgang.

Warum stinkt die Waschmaschine trotz Reinigung?

Oft sitzt der Geruch an einer Stelle, die übersehen wurde: im Schacht über dem Waschmittelfach, im Flusensieb oder im Abfluss, in den der Ablaufschlauch führt. Prüfen Sie auch den Siphon; ein Geruch aus dem Abfluss kann über den Schlauch in die Maschine ziehen.