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Wasserhahn und Perlator entkalken

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Verchromter Einhebel-Wasserhahn über einem weißen Waschbecken
Der Perlator lässt sich abschrauben und in Zitronensäure entkalken
Inhalt8 Abschnitte
  1. Woran Sie einen verkalkten Wasserhahn erkennen
  2. Was der Perlator ist
  3. Perlator entkalken: Schritt für Schritt
  4. Die Armatur außen entkalken
  5. Goldfarbene, schwarze und beschichtete Armaturen
  6. Wenn der Hebel schwergängig wird
  7. So bleibt der Hahn länger frei
  8. Häufige Fragen

Einen Wasserhahn entkalken Sie in zwei Teilen: Den Perlator am Auslauf schrauben Sie ab und legen ihn eine halbe bis eine Stunde in Essig oder Zitronensäurelösung, die Armatur selbst behandeln Sie außen mit einem getränkten Tuch und kurzer Einwirkzeit. Danach gründlich abspülen und trocken reiben. Vorsicht ist bei beschichteten Armaturen geboten: Hier gilt die Pflegeanleitung des Herstellers, und die erlaubt oft gar keine Säure.

Woran Sie einen verkalkten Wasserhahn erkennen

  • Der Strahl spritzt zur Seite, fächert auf oder wird dünn.
  • Es kommt weniger Wasser, obwohl der Druck in der Leitung stimmt.
  • Am Auslauf und um den Hebel bilden sich weiße Krusten.
  • Der Hebel lässt sich schwerer bewegen oder tropft nach.

Die ersten drei Zeichen gehen fast immer auf den Perlator und die Oberfläche zurück und lassen sich selbst beheben. Ein schwergängiger oder tropfender Hebel deutet auf Kalk in der Kartusche im Inneren hin.

Was der Perlator ist

Der Perlator, auch Strahlregler oder Luftsprudler genannt, sitzt vorn im Auslauf. Er mischt Luft unter das Wasser, damit der Strahl weich und spritzfrei läuft und weniger Wasser durchfließt. Innen liegen feine Siebe und ein Einsatz, in denen sich Kalk und Schmutzpartikel aus der Leitung sammeln. Deshalb ist er meist die Stelle, an der ein Wasserhahn zuerst nachlässt.

Es gibt zwei Bauformen: Sichtbare Perlatoren stecken in einer Hülse, die außen am Auslauf auf- oder eingeschraubt ist. Verdeckte Perlatoren sitzen bündig im Auslauf und haben nur zwei kleine Kerben oder Löcher. Für sie braucht es einen passenden Schlüssel, der oft der Armatur beiliegt und als Perlatorschlüssel auch einzeln zu haben ist.

Perlator entkalken: Schritt für Schritt

Sie brauchen Haushaltsessig oder Zitronensäure, eine Schale, eine alte Zahnbürste, ein Tuch und eventuell eine Zange oder einen Perlatorschlüssel.

  1. Abfluss verschließen. Stöpsel ins Becken, damit keine Kleinteile verschwinden.
  2. Perlator abschrauben. Von unten gesehen gegen den Uhrzeigersinn drehen, meist geht das mit der Hand. Sitzt er fest, ein Tuch um die Hülse legen und mit der Zange vorsichtig drehen, damit keine Kratzer entstehen. Bei verdeckten Perlatoren den Schlüssel verwenden.
  3. Zerlegen. Einsatz, Siebe und Dichtung vorsichtig aus der Hülse drücken. Merken Sie sich die Reihenfolge oder machen Sie ein Foto. Die Gummidichtung nicht ins Säurebad legen.
  4. Einweichen. Die Metall- und Kunststoffteile in Haushaltsessig oder in kalt angesetzte Zitronensäurelösung legen, 30 bis 60 Minuten, bei starkem Kalk länger.
  5. Abbürsten und spülen. Gelöste Reste mit der Zahnbürste abbürsten, Siebe gegen das Licht halten und prüfen, ob sie frei sind. Gründlich mit klarem Wasser abspülen.
  6. Wieder einsetzen. In der richtigen Reihenfolge zusammensetzen, Dichtung einlegen und handfest anschrauben. Wasser kurz laufen lassen und prüfen, ob es an der Verschraubung tropft.

Ist der Perlator beschädigt oder bleibt er trotz Entkalken verstopft, tauschen Sie ihn aus. Die gängigsten Größen haben Innen- oder Außengewinde M22 oder M24; nehmen Sie den alten zum Vergleich mit in den Baumarkt.

Die Armatur außen entkalken

Tränken Sie ein Tuch oder Küchenpapier mit verdünntem Essig oder Zitronensäurelösung und legen Sie es um die verkalkten Stellen. Nach zehn bis fünfzehn Minuten abnehmen, mit einem weichen Tuch nachwischen, mit klarem Wasser abspülen und trocken reiben. Für enge Stellen am Hebelansatz nehmen Sie eine weiche Zahnbürste.

Lassen Sie die Säure nicht über Stunden stehen. Chrom verträgt verdünnte Säure für kurze Zeit gut, bei langer Einwirkung, konzentrierter Essigessenz oder Scheuermitteln wird es matt und löst sich an Kratzern ab. Stahlwolle, Scheuermilch und harte Schwämme gehören nicht an eine Armatur.

Goldfarbene, schwarze und beschichtete Armaturen

Armaturen in Gold, Messing, Kupfer, Edelstahl-Optik oder Mattschwarz sind oft pulver- oder PVD-beschichtet. Diese Schichten reagieren auf Säure und Reibung unterschiedlich, und die Hersteller geben sehr verschiedene Pflegehinweise. Häufig lautet die Empfehlung: nur Wasser, ein mildes Spülmittel und ein weiches Tuch, keine Säure, keine Kalkreiniger. Schauen Sie in die Pflegeanleitung Ihrer Armatur, bevor Sie etwas anderes verwenden. Wenn nichts bekannt ist, entkalken Sie nur den abgeschraubten Perlator und wischen die Armatur selbst regelmäßig trocken, damit sich gar nicht erst Kalk bildet.

Wenn der Hebel schwergängig wird

Einhebelmischer haben im Inneren eine Kartusche mit Keramikscheiben. Setzt sich dort Kalk fest, wird der Hebel schwergängig oder die Armatur tropft. Mit Entkalken von außen kommen Sie da nicht heran. Die Kartusche lässt sich tauschen; geübte Heimwerker schaffen das nach Anleitung des Herstellers, nachdem sie die Eckventile unter dem Becken zugedreht haben. Wer unsicher ist, holt einen Installateur – eine falsch eingesetzte Kartusche kann einen Wasserschaden verursachen.

Durchlauferhitzer und Untertischboiler verkalken bei hartem Wasser ebenfalls. Weil sie an Strom und Wasser angeschlossen sind, gehört das Entkalken in Fachhand, sofern die Anleitung nicht ausdrücklich etwas anderes vorsieht.

So bleibt der Hahn länger frei

Wischen Sie die Armatur nach dem Benutzen kurz trocken, dann bleibt kein Wasser stehen, das Ränder hinterlässt. Den Perlator entkalken Sie bei hartem Wasser alle paar Monate. Ausziehbare Küchenbrausen mit Silikonnoppen reiben Sie zwischendurch mit dem Finger frei; für fest montierte Brausen funktioniert die Beutelmethode aus dem Beitrag Duschkopf entkalken. Kalkflecken rund um die Armatur behandelt der Beitrag Kalkflecken entfernen, die Grundlagen zu Mitteln und Wasserhärte stehen unter Entkalken. Weitere Bad-Themen finden Sie in der Rubrik Badezimmer.

Nie mischen: Essig und Zitronensäure dürfen nicht mit chlorhaltigen Reinigern zusammenkommen, auch nicht nacheinander im selben Becken. Dabei entsteht giftiges Chlorgas.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich einen festsitzenden Perlator ab?

Ein Tuch um die Hülse legen und mit einer Zange vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn drehen. Hilft das nicht, einen mit Essig getränkten Lappen eine Stunde um den Auslauf wickeln, damit sich der Kalk im Gewinde löst, dann erneut versuchen.

Wie oft sollte man den Perlator entkalken?

Bei hartem Wasser alle zwei bis drei Monate, bei weichem Wasser ein- bis zweimal im Jahr. Spätestens wenn der Strahl spritzt oder dünner wird.

Kann ich den Wasserhahn ohne Abschrauben entkalken?

Ja: Einen kleinen Gefrierbeutel mit Essig oder Zitronensäurelösung über den Auslauf stülpen, mit einem Gummiband befestigen und eine halbe Stunde wirken lassen. Danach gut durchspülen. Bei beschichteten Armaturen nur, wenn der Hersteller Säure erlaubt.

Warum tropft der Wasserhahn nach dem Entkalken?

Tropft es an der Verschraubung, fehlt die Dichtung oder sitzt schief. Tropft es aus dem Auslauf bei geschlossenem Hebel, ist die Kartusche verschlissen oder verkalkt und muss getauscht werden.