Flecken aus dem Teppich entfernen

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Flecken aus dem Teppich bekommen Sie am sichersten heraus, wenn Sie schnell handeln, nur tupfen und nicht mehr Wasser verwenden, als Sie wieder aufnehmen können. Für die meisten Flecken reicht kaltes Wasser mit etwas Spülmittel, danach wird mit klarem Wasser nachgetupft. Welche Mittel darüber hinaus erlaubt sind, hängt davon ab, woraus der Teppich besteht – Wolle ist deutlich empfindlicher als Kunstfaser.
Erst klären: Faser und Florart
Ein Blick auf das Etikett an der Rückseite oder in die Kaufunterlagen spart Ärger. Die wichtigsten Unterschiede:
| Teppich | Eigenschaften | Worauf Sie achten |
| Polyamid, Polypropylen, Polyester | Kunstfasern, die meisten Teppichböden und viele Läufer | Robust, vertragen Spülmittel und Teppichreiniger; Polypropylen nimmt kaum Farbe an, zieht aber Fett an |
| Wolle | Naturfaser aus Eiweiß, weich, schmutzabweisend | Nur kalt oder lauwarm, keine starken Laugen, keine Enzyme, kein Reiben – sonst verfilzt die Faser |
| Sisal, Jute, Kokos | Pflanzenfasern, meist flach gewebt | Sehr wasserempfindlich; Nässe hinterlässt braune Ränder und kann die Faser verziehen. Möglichst trocken reinigen |
| Velours | Aufgeschnittener Flor, samtige Oberfläche | In Florrichtung tupfen und bürsten |
| Schlinge (Bouclé, Berber) | Geschlossene Schlaufen | Nicht bürsten, keine Bürstenwalze: Schlingen können sich ziehen |
| Hochflor (Shaggy) | Lange Fasern | Flecken sitzen tief; wenig Feuchtigkeit, Fasern einzeln auswaschen |
Handgeknüpfte Orient- und Seidenteppiche sowie antike Stücke gehören bei größeren Flecken in eine Teppichwäscherei. Die Farben sind oft nicht farbecht und können beim Nassmachen auslaufen.
Die Grundanleitung für frische Flecken
Sie brauchen: helle Tücher oder Küchenpapier, einen Löffel, eine Schüssel kaltes Wasser, Handspülmittel und eine Sprühflasche.
- Reste abnehmen. Festes wie Soße, Erde oder Erbrochenes mit einem Löffel oder einer Spachtel vom Rand zur Mitte hin abheben.
- Flüssigkeit aufsaugen. Mehrere Lagen Tücher auflegen und mit dem Handballen oder dem Fuß kräftig draufdrücken. Wiederholen, bis nichts mehr aufgenommen wird.
- Lösung auftupfen. Einen Teelöffel Spülmittel auf einen halben Liter kaltes Wasser. Mit einem Tuch auftupfen, von außen nach innen, nicht reiben.
- Einwirken lassen. Fünf bis zehn Minuten, dann mit einem trockenen Tuch ausdrücken.
- Klar nachtupfen. Mit klarem Wasser so lange nachtupfen, bis kein Schaum mehr kommt. Seifenreste im Flor wirken später wie ein Schmutzmagnet.
- Trocknen und aufrichten. Ein trockenes Handtuch auflegen, mit einem schweren Buch beschweren und einige Stunden liegen lassen. Danach den Flor mit den Fingern oder einer weichen Bürste aufrichten.
Welche Mittel für welchen Fleck
Die meisten Flecken fallen in eine von vier Gruppen, und für jede gibt es ein bevorzugtes Mittel:
- Eiweißhaltige Flecken wie Blut, Milch, Ei oder Urin: nur kalt, bei Kunstfaser gern mit Enzymreiniger. Anleitungen: Blut, Urin.
- Fetthaltige Flecken wie Öl, Butter, Schokolade oder Make-up: Spülmittel oder Gallseifenschaum, bei Resten Spiritus sparsam auf ein Tuch gegeben. Anleitungen: Fett, Schokolade.
- Farbstoffe aus Rotwein, Kaffee, Tee, Obst oder Curry: schnell aufsaugen, mit Spülmittellösung tupfen, bei Kunstfaser helfen Sauerstoffbleiche oder Teppichfleckenspray. Anleitungen: Rotwein, Kaffee.
- Festes und Klebriges wie Wachs, Kaugummi oder Harz: erst härten oder schmelzen, dann abheben. Anleitungen: Wachs, Kaugummi.
Alle weiteren Fleckarten finden Sie im Flecken-ABC.
Hausmittel: was Natron, Essig und Co. leisten
Natron ist das meistgesuchte Hausmittel für Teppiche. Es wirkt vor allem als Saugpulver: Auf einen feuchten Fleck gestreut, zieht es Flüssigkeit und Gerüche aus dem Flor und lässt sich nach dem Trocknen absaugen. Gegen Farbstoffe wie Rotwein oder Kaffee ist es nicht stärker als Spülmittel. Da Natron leicht alkalisch ist, auf Wolle nur sparsam und mit Test einsetzen.
Essig in schwacher Lösung (ein Teil Essig auf zwei bis drei Teile Wasser) kann nach einer Spülmittelbehandlung Seifenreste lösen und Gerüche mindern. Er riecht aber einige Stunden und hilft gegen Farbflecken kaum. Nie zusammen mit chlorhaltigen Reinigern anwenden.
Mineralwasser und Salz auf Rotwein sind verbreitete Tipps. Kohlensäure bringt keinen belegten Vorteil gegenüber Leitungswasser, und Salz saugt zwar etwas Flüssigkeit, verteilt die Farbe aber eher, wenn es verrieben wird. Tücher zum Aufsaugen sind besser.
Rasierschaum enthält Tenside und haftet gut auf dem Flor. Er kann bei Flecken auf Teppichboden helfen, ist aber kaum wirksamer als aufgeschäumtes Spülmittel.
Für hartnäckige Flecken auf Kunstfaser gibt es Teppichfleckensprays und Teppichschaum; ein Beispiel ist Teppichfleckenentferner. Auch hier gilt: an einer verdeckten Stelle testen, denn manche Mittel bleichen.
Wolle: weniger ist mehr
Wolle ist eine Eiweißfaser und verhält sich ähnlich wie Haar. Heißes Wasser und Reiben lassen sie verfilzen, starke Laugen wie Waschsoda und Enzymreiniger greifen die Faser an, und Chlorbleiche zerstört sie. Wolle hat dafür einen Vorteil: Das natürliche Wollfett lässt viele Flüssigkeiten kurz abperlen, wenn Sie schnell sind.
Behandeln Sie Wollteppiche mit kaltem Wasser und ein paar Tropfen Wollwaschmittel, tupfen Sie sparsam und nehmen Sie die Feuchtigkeit gründlich wieder auf. Fleckensalz und Sauerstoffbleiche sind für Wolle ungeeignet. Bei großen Flecken ist die Teppichwäscherei die sicherere Wahl.
Eingetrocknete und alte Flecken
Ein alter Fleck braucht mehr Einwirkzeit. Feuchten Sie ihn mit kaltem Wasser an, damit Krusten aufweichen, tragen Sie dann das passende Mittel auf und lassen Sie es zehn bis zwanzig Minuten wirken. Danach wie gewohnt ausziehen und nachtupfen. Oft sind mehrere Durchgänge nötig.
Kommt ein Fleck nach dem Trocknen zurück, ist das meist Schmutz aus der Tiefe des Flors oder aus dem Teppichrücken, der mit der Feuchtigkeit nach oben gewandert ist. Dann hilft ein erneuter Durchgang mit wenig Wasser und viel Aufsaugen. Wer größere Flächen oder viele alte Flecken hat, reinigt mit einem Teppichreinigungsgerät gründlicher, weil es sprüht und sofort wieder absaugt.
Typische Fehler
- Reiben und Schrubben. Der Flor raut auf, der Fleck wird größer und die Stelle bleibt sichtbar, auch wenn der Fleck weg ist.
- Zu viel Wasser. Bei verklebtem Teppichboden kann sich der Kleber lösen, bei Jute und Sisal entstehen braune Ränder.
- Heißes Wasser auf Eiweißflecken und auf Wolle.
- Farbige Tücher, die auf den Flor abfärben.
- Mittel mischen. Chlorreiniger nie mit Essig, Zitronensäure oder ammoniakhaltigen Mitteln kombinieren.
Häufige Fragen
Welches Hausmittel hilft am besten gegen Flecken im Teppich?
Handspülmittel in kaltem Wasser ist für die meisten Flecken das wirksamste Hausmittel. Natron ergänzt es gut, um Restfeuchte und Gerüche aufzusaugen. Auf Wolle nur mit Wollwaschmittel und sehr sparsam arbeiten.
Wie bekomme ich Kaffeeflecken aus dem Teppich?
Sofort aufsaugen, dann mit einer kalten Spülmittellösung tupfen und klar nachtupfen. Bei Kaffee mit Milch ist Kälte besonders wichtig, weil das Milcheiweiß sonst festsitzt. Reste auf Kunstfaser lassen sich mit Sauerstoffbleiche aufhellen.
Kann ich Teppichboden mit Natron reinigen?
Für Gerüche und zum Aufsaugen frischer Flüssigkeit ja: aufstreuen, einige Stunden oder über Nacht wirken lassen, gründlich absaugen. Als alleiniges Mittel gegen Farbflecken reicht Natron in der Regel nicht.
Warum ist nach dem Reinigen ein heller Fleck zu sehen?
Meist ist der Flor anders ausgerichtet oder aufgeraut, dann hilft Aufbürsten in Florrichtung. Ist die Stelle wirklich heller, hat ein Mittel die Farbe gebleicht; das lässt sich leider nicht mehr rückgängig machen.



