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Wasserkocher entkalken

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Gläserner Wasserkocher mit kochendem Wasser neben einer Tasse
Zitronensäure löst Kalk im Wasserkocher zuverlässig und riecht nicht
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum ein Wasserkocher so schnell verkalkt
  2. Welches Mittel für den Wasserkocher
  3. Wasserkocher entkalken: Schritt für Schritt
  4. Bodenplatte, Ausguss und Deckel
  5. Was nicht hilft oder schadet
  6. Wie oft entkalken
  7. Häufige Fragen

Einen Wasserkocher entkalken Sie mit einer Säure, die den weißen Belag auf Boden und Wänden auflöst: Zitronensäure in lauwarmem Wasser, verdünnter Essig oder ein fertiger Entkalker. Das Mittel wirkt eine halbe bis eine Stunde, danach kochen Sie zwei- bis dreimal klares Wasser auf und gießen es weg. Wie oft das nötig ist, hängt fast nur von der Wasserhärte ab.

Warum ein Wasserkocher so schnell verkalkt

Beim Erhitzen fällt im Wasser gelöster Kalk als Calciumcarbonat aus. Im Wasserkocher passiert das auf engstem Raum und viele Male am Tag, deshalb bildet sich die Schicht hier schneller als irgendwo sonst. Sie sitzt auf der Bodenplatte, an den Wänden entlang der Füllhöhe, im Kalkfilter am Ausguss und bei älteren Geräten an der offenen Heizspirale.

Gesundheitsschädlich ist das nicht; Kalk besteht aus denselben Mineralien, die ohnehin im Trinkwasser sind. Aber die Schicht wirkt wie eine Isolierung: Der Kocher braucht länger und mehr Strom, schaltet eventuell zu früh ab, und abplatzende Flocken landen im Tee. Wie das ganz grundsätzlich mit Wasserhärte und Kalk zusammenhängt, erklärt unser Grundlagenbeitrag Entkalken: Zitronensäure, Essig oder Entkalker?.

Welches Mittel für den Wasserkocher

MittelAnsatzEinwirkzeitZu beachten
Zitronensäure (Pulver)1–2 Esslöffel auf einen Liter lauwarmes Wasser, oder nach Packung30–60 Minutennicht aufkochen, sonst bildet sich schwer lösliches Calciumcitrat
Haushaltsessig (5 %)1 Teil Essig auf 2 Teile Wasser1–2 Stunden, auch über Nachtriecht stark; wenn erwärmen, dann nur kurz und ohne Kochen
Essigessenz (25 %)etwa 1 Teil auf 5 Teile Wasser30–60 Minutenätzend, Handschuhe, gut lüften
Fertiger Entkalkernach Packungsangabenach Packungsangabeauf Eignung für Wasserkocher achten

Zitronensäure ist für die meisten Geräte die beste Wahl: Sie riecht nicht, wirkt zuverlässig und hinterlässt keinen Geschmack, wenn gut nachgespült wird. Flüssige Zitronensäure aus der Drogerie funktioniert genauso, dosieren Sie sie nach Packungsangabe. Essig ist eine gute Notlösung, wenn nichts anderes im Haus ist.

Wasserkocher entkalken: Schritt für Schritt

Sie brauchen das Entkalkungsmittel, einen Esslöffel, Wasser, eventuell Haushaltshandschuhe und einen weichen Schwamm.

  1. Stecker ziehen. Den Kocher vom Sockel nehmen und leeren. Hat er einen herausnehmbaren Kalkfilter am Ausguss, nehmen Sie ihn heraus.
  2. Lösung einfüllen. Lauwarmes Wasser bis über den Kalkrand einfüllen, dann Zitronensäure oder Essig nach der Tabelle zugeben und umrühren. Den Kalkfilter mit hineinlegen.
  3. Einwirken lassen. Den Kocher dabei nicht einschalten. Nach einer halben Stunde nachsehen: Löst sich der Belag, ist er fertig; bei dicken Schichten länger warten oder eine zweite Runde ansetzen.
  4. Ausgießen und auswischen. Die Lösung weggießen, lose Reste mit einem weichen Schwamm abwischen. Keine Stahlwolle und keine Scheuermilch, vor allem nicht auf beschichteten oder Kunststoff-Innenflächen.
  5. Nachspülen. Kalkfilter einsetzen, frisches Wasser einfüllen, aufkochen und weggießen. Das Ganze zwei- bis dreimal wiederholen.
  6. Außen reinigen. Das Gehäuse nur feucht abwischen, nie unter den Wasserhahn halten oder in Wasser tauchen. Kalkspritzer außen an Edelstahl lassen sich mit einem Tuch mit etwas Essig entfernen.

Viele empfehlen, die Zitronensäure im Wasserkocher kurz aufzukochen, damit es schneller geht. Das funktioniert bei dünnem Belag oft, kann aber gerade bei viel Kalk einen neuen, schwer löslichen Belag erzeugen. Warten ist die sicherere Methode.

Bodenplatte, Ausguss und Deckel

Die Bodenplatte ist bei modernen Kochern verdeckt und glatt; hier genügt das Einweichen. Offene Heizspiralen bei älteren Geräten sollten Sie nicht mit harten Gegenständen bearbeiten, sonst beschädigen Sie die Oberfläche. Der Kalkfilter am Ausguss ist oft ein feines Kunststoffnetz; er setzt sich schnell zu und sollte bei jedem Entkalken mitbehandelt werden. Der Deckel hat manchmal eine Dichtung; hier reicht ein feuchtes Tuch mit etwas verdünnter Säure, danach gut abwischen.

Glaswasserkocher zeigen den Kalk deutlich, sind aber leicht zu reinigen. Edelstahl und Kunststoff sind ebenso unproblematisch. Bei Innenflächen mit Beschichtung gilt die Anleitung des Herstellers.

Was nicht hilft oder schadet

  • Natron und Backpulver lösen keinen Kalk. Natron ist eine Base und hebt mit Essig zusammen die Säurewirkung sogar auf.
  • Cola, Gebissreiniger, Aspirin enthalten zu wenig Säure für eine echte Kalkschicht. Gebissreinigertabletten enthalten zudem Bleich- und Reinigungsstoffe, die im Wasserkocher nichts verloren haben.
  • Spülmaschinentabs und Spülmittel entfernen keinen Kalk. Spülmaschinentabs gehören nicht in Geräte, aus denen Sie trinken.
  • Chlorhaltige Reiniger nie im Wasserkocher verwenden und nie mit Säure kombinieren – dabei entsteht giftiges Chlorgas.
  • Scheuermittel und Stahlwolle zerkratzen die Innenfläche, auf der sich Kalk danach noch schneller festsetzt.

Wie oft entkalken

Als Faustregel: bei weichem Wasser alle paar Monate, bei mittlerem etwa monatlich, bei hartem Wasser alle zwei bis vier Wochen. Sehen Sie einfach hinein: Ist der Boden weiß oder rau, wird es Zeit. Seltener wird es, wenn Sie nur so viel Wasser erhitzen, wie Sie brauchen, und Restwasser nicht im Kocher stehen lassen. Ein Wasserfilter in der Kanne verringert den Kalk ebenfalls, muss aber regelmäßig gewechselt werden. Wer ohnehin gerade entkalkt, kann gleich die Kaffeemaschine mitnehmen. Weitere Tipps rund um Küchengeräte finden Sie in der Rubrik Küche.

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Häufige Fragen

Ist Essig oder Zitronensäure besser für den Wasserkocher?

Zitronensäure. Sie riecht nicht, wirkt schneller und hinterlässt nach dem Nachspülen keinen Geschmack. Essig funktioniert auch, riecht aber vor allem warm sehr stark und muss gründlicher ausgespült werden.

Wie viel Essig nehme ich für den Wasserkocher?

Bei Haushaltsessig etwa ein Teil Essig auf zwei Teile Wasser, bei Essigessenz etwa ein Teil auf fünf Teile Wasser. Einfüllen, bis der Kalkrand bedeckt ist, und ein bis zwei Stunden einwirken lassen.

Darf ich den Wasserkocher für Babynahrung mit Zitronensäure entkalken?

Ja. Wichtig ist nur, danach mindestens zweimal frisches Wasser aufzukochen und wegzugießen, damit keine Säurereste zurückbleiben. Ob das Leitungswasser für Säuglingsnahrung geeignet ist, hängt vom Wasser und den Leitungen ab, nicht vom Kalk; im Zweifel fragen Sie Ihren Wasserversorger oder die Kinderarztpraxis.

Warum ist nach dem Entkalken noch ein weißer Rand da?

Entweder war die Schicht zu dick für einen Durchgang, dann einfach wiederholen. Oder die Zitronensäure wurde heiß angesetzt und es hat sich Calciumcitrat gebildet. Dann hilft ein erneuter Durchgang mit kalter Lösung und längerer Einwirkzeit oder ein fertiger Entkalker.

Kann ich den Wasserkocher in die Spülmaschine stellen?

Nein, mit wenigen ausdrücklich gekennzeichneten Ausnahmen. Im Sockel und Boden sitzen elektrische Kontakte, die kein Wasser vertragen. Entkalken und Auswischen genügt.