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Kopfkissen waschen – welche Kissen dürfen in die Maschine?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Ungemachtes Bett mit weißen Kissen und orangefarbener Decke vor blauer Wand
Ob ein Kissen in die Maschine darf, entscheiden Füllung und Pflegeetikett
Inhalt10 Abschnitte
  1. Welche Füllung steckt im Kissen?
  2. Wie oft sollte man Kopfkissen waschen?
  3. Federkissen und Daunenkissen
  4. Kissen mit Mikrofaser- oder Polyesterfüllung waschen
  5. Schaumstoff, Memory-Foam und Latex: nicht waschen
  6. Kissen mit Dinkel, Hirse oder Buchweizen
  7. Kuschelkissen, Plüsch- und Dekokissen
  8. Trocknen: der entscheidende Teil
  9. Unsere Empfehlung
  10. Häufige Fragen

Ob Sie ein Kopfkissen waschen können, hängt fast ausschließlich von seiner Füllung ab. Kissen mit Federn, Daunen oder Kunstfasern dürfen meist in die Waschmaschine, Kissen aus Schaumstoff oder Latex dagegen nicht. Das Pflegeetikett nennt Temperatur und Trocknereignung und hat immer Vorrang. Wichtiger als die Wäsche selbst ist das gründliche Trocknen danach.

Welche Füllung steckt im Kissen?

Die Füllung steht auf dem eingenähten Etikett, oft in Prozent. Grob lassen sich die Kissen so einteilen:

FüllungWaschmaschine?Temperatur (typisch)Trockner
Federn und DaunenJa40 oder 60 °CJa, niedrige Stufe mit Trocknerbällen
Mikrofaser, Polyester, HohlfaserJaOft 60 °CMeist ja
Schafschurwolle, KamelhaarNur wenn ausgewiesenWollprogramm, 30 °CNein
Schaumstoff, Memory-Foam (Visko)Nein–Nein
LatexNein–Nein
Dinkel, Hirse, Buchweizen, KirschkerneNur die HülleHülle nach EtikettNein

Die Tabelle zeigt übliche Angaben. Einzelne Kissen weichen davon ab, deshalb gilt immer das Etikett.

Wie oft sollte man Kopfkissen waschen?

Der Bezug fängt das meiste ab und wird mit der Bettwäsche gewechselt. Das Kissen selbst braucht deutlich seltener eine Wäsche:

  • Faserkissen: etwa alle drei bis sechs Monate. Sie vertragen häufiges Waschen gut.
  • Feder- und Daunenkissen: ein- bis zweimal im Jahr. Jede Wäsche belastet die Federn.
  • Bei Hausstaubmilbenallergie: regelmäßig bei 60 °C, sofern das Kissen das verträgt. Faserkissen sind für Allergiker deshalb oft die praktischere Wahl. Mehr zum Thema steht im Beitrag Hausstaubmilben.

Zusätzlich lohnt die Wäsche, wenn das Kissen riecht oder gelbliche Schweißflecken durch den Bezug gekommen sind.

Federkissen und Daunenkissen

Feder- und Daunenkissen dürfen in aller Regel in die Maschine: am besten zu zweit, im Daunen- oder Schonprogramm, mit Daunenwaschmittel, ohne Weichspüler und mit einem zusätzlichen Spülgang. Danach im Trockner bei niedriger Temperatur mit Trocknerbällen, bis kein Klumpen mehr zu spüren ist. Die ausführliche Anleitung mit allen Schritten finden Sie im Beitrag Federkissen waschen. Welches Mittel sich eignet, steht im Beitrag Daunenwaschmittel.

Kissen mit Mikrofaser- oder Polyesterfüllung waschen

Faserkissen sind am unkompliziertesten. Viele sind für 60 °C ausgewiesen, manche sogar für höhere Temperaturen.

  1. Etikett lesen. Temperatur und Trocknereignung prüfen.
  2. Zwei Kissen zusammen waschen oder ein Kissen mit ein paar Handtüchern. Ein einzelnes nasses Kissen erzeugt eine Unwucht.
  3. Waschmittel wählen. Ein Voll- oder Feinwaschmittel reicht, sparsam dosiert.
  4. Programm einstellen. Bunt- oder Pflegeleichtprogramm bei der erlaubten Temperatur, dazu ein Extraspülgang.
  5. Mäßig schleudern. Eine mittlere Drehzahl genügt.
  6. Trocknen. Im Trockner bei niedriger bis mittlerer Stufe, zwischendurch aufschütteln, damit sich die Fasern nicht verklumpen. An der Luft flach auf dem Wäscheständer, mehrmals wenden.

Wird ein Faserkissen nach dem Waschen dauerhaft klumpig oder flach, hat die Füllung ihre Spannkraft verloren. Dann ist ein neues Kissen fällig.

Schaumstoff, Memory-Foam und Latex: nicht waschen

Kissen aus Schaumstoff, viskoelastischem Schaum oder Latex gehören nicht in die Waschmaschine. Der Kern saugt sich voll Wasser, trocknet innen tagelang nicht und kann dabei schimmeln. Die mechanische Belastung lässt Schaum reißen oder bröseln. Das betrifft auch die meisten orthopädischen Nackenkissen, wie sie im Beitrag Orthopädisches Nackenkissen beschrieben sind.

So pflegen Sie diese Kissen:

  • Bezug waschen. Die meisten haben einen abnehmbaren Bezug, der in die Maschine darf.
  • Kern lüften. Regelmäßig ohne Bezug an einem trockenen, schattigen Ort auslüften lassen. Sonne macht Schaum spröde.
  • Absaugen. Mit der Polsterdüse des Staubsaugers Staub und Hautschuppen entfernen.
  • Flecken punktuell behandeln. Mit einem feuchten Tuch und etwas mildem Waschmittel abtupfen, nicht durchnässen, danach gründlich trocknen lassen.

Kissen mit Dinkel, Hirse oder Buchweizen

Kissen mit Naturfüllung aus Dinkelspelz, Hirseschalen oder Buchweizenschalen werden ebenso wie Yogakissen und Meditationskissen mit dieser Füllung nicht als Ganzes gewaschen. Nasse Spelzen quellen, verkleben und können schimmeln. Die meisten dieser Kissen haben einen Reißverschluss:

  1. Füllung umfüllen. Die Spelzen in eine große Schüssel oder einen Beutel schütten.
  2. Hülle waschen. Innen- und Außenhülle nach Etikett in der Maschine waschen und gut trocknen.
  3. Füllung auffrischen. Die Spelzen durch ein grobes Sieb schütteln, um Staub und Bruch zu entfernen, und bei trockenem Wetter im Schatten lüften.
  4. Wieder einfüllen. Verbrauchte Spelzen gibt es als Nachfüllpack.

Kirschkernkissen werden ähnlich behandelt; Hinweise zum Erwärmen stehen im Beitrag Kirschkernkissen erwärmen.

Kuschelkissen, Plüsch- und Dekokissen

Kuschelkissen mit Figuren, etwa Kinderkissen mit Filmfiguren, sind meist mit Polyester gefüllt und oft bei 30 °C waschbar. Stecken Sie sie in ein Wäschenetz oder einen Kissenbezug und wählen Sie das Schonprogramm. Kissen mit Musik- oder Lichtmodul, aufgeklebten Glitzerteilen oder Pailletten waschen Sie besser von Hand oder reinigen sie nur oberflächlich. Bei Dekokissen reicht oft, den Bezug abzunehmen und zu waschen. Bei Kinderkissen, die täglich im Bett liegen, lohnt es sich, ein zweites Exemplar zu haben – dann kann eines in Ruhe trocknen, während das andere im Einsatz ist.

Trocknen: der entscheidende Teil

Jede Füllung, die feucht bleibt, beginnt zu riechen und kann Stockflecken bekommen. Ein Kissen ist erst trocken, wenn es sich überall gleichmäßig leicht anfühlt, keine kühlen Stellen hat und nicht muffig riecht. Im Trockner helfen Trocknerbälle, die Füllung zu lockern. An der Luft liegt das Kissen flach, wird mehrmals täglich gewendet und aufgeschüttelt, fern von Heizung und praller Sonne.

Unsere Empfehlung

Schauen Sie aufs Etikett: Feder-, Daunen- und Faserkissen dürfen in die Maschine, am besten paarweise und mit Extraspülgang. Schaumstoff- und Latexkissen werden nur gelüftet, ihr Bezug gewaschen. Bei Naturfüllungen kommt nur die Hülle in die Maschine. Und in jedem Fall erst dann bezogen, wenn das Kissen durch und durch trocken ist.

Häufige Fragen

Kann man jedes Kopfkissen in der Waschmaschine waschen?

Nein. Feder-, Daunen- und Faserkissen meist ja, Kissen aus Schaumstoff, Memory-Foam und Latex nein. Bei Kissen mit Dinkel, Hirse oder Buchweizen wird nur die Hülle gewaschen.

Bei wie viel Grad wäscht man Kopfkissen?

Faserkissen oft bei 60 °C, Feder- und Daunenkissen bei 40 oder 60 °C, Wollkissen im Wollprogramm bei 30 °C. Maßgeblich ist das Pflegeetikett.

Warum ist mein Kissen nach dem Waschen klumpig?

Die Füllung hat sich beim Waschen verdichtet und ist noch nicht trocken. Mit Trocknerbällen weitertrocknen und zwischendurch aufschütteln. Bleibt es auch trocken klumpig, hat die Füllung ausgedient.

Wie wäscht man ein Daunenkissen?

Wie ein Federkissen: im Daunen- oder Schonprogramm mit Daunenwaschmittel, ohne Weichspüler, mit Extraspülgang und anschließend lange im Trockner bei niedriger Temperatur. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Federkissen waschen.