Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Kühlschrank und Gefrierschrank abtauen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum sich Eis bildet
  2. Muss mein Gerät überhaupt abgetaut werden?
  3. Wann es Zeit wird
  4. Was Sie brauchen
  5. Schritt für Schritt: Gefrierfach abtauen
  6. Was Sie auf keinen Fall tun sollten
  7. Wie lange dauert das Abtauen?
  8. Und die Lebensmittel?
  9. Damit sich weniger Eis bildet
  10. Häufige Fragen

Einen Kühlschrank oder Gefrierschrank tauen Sie ab, indem Sie ihn ausschalten, ausräumen und das Eis bei offener Tür schmelzen lassen. Das dauert meist zwei bis vier Stunden; mit Schüsseln heißen Wassers im Innenraum geht es schneller. Wichtig ist, was Sie nicht tun: Eis nicht mit spitzem Werkzeug abschlagen und nicht mit Föhn oder Heizlüfter arbeiten. Nötig ist das Abtauen, sobald sich eine Eisschicht von etwa einem halben Zentimeter gebildet hat.

Warum sich Eis bildet

Jedes Mal, wenn die Tür aufgeht, strömt warme, feuchte Raumluft hinein. Die Feuchtigkeit schlägt sich an der kältesten Stelle nieder – im Gefrierfach oder an der Rückwand – und gefriert dort. Warm eingestellte Speisen, offene Behälter und eine undichte Türdichtung verstärken das. Die Eisschicht wirkt wie eine Dämmung: Das Gerät muss länger kühlen, um dieselbe Temperatur zu halten, und braucht mehr Strom. Außerdem schrumpft der Platz, Schubladen klemmen, die Tür schließt nicht mehr sauber, und das Problem beschleunigt sich selbst.

Muss mein Gerät überhaupt abgetaut werden?

  • Kühlschrank ohne Gefrierfach: Die Rückwand taut in der Regel automatisch ab, das Wasser läuft über den Tauwasserablauf ab. Abtauen ist nicht nötig, wohl aber ein freier Ablauf (siehe Kühlschrank reinigen).
  • Kühlschrank mit innenliegendem Gefrierfach und Gefriertruhen: müssen von Hand abgetaut werden.
  • Kühl-Gefrier-Kombinationen und Gefrierschränke mit No-Frost: Ein Ventilator verteilt die Kälte, Feuchtigkeit wird automatisch abgeführt. Hier bildet sich kein Eis, Abtauen entfällt. Zeigt sich trotzdem Eis, stimmt etwas nicht, dann Kundendienst.
  • Low-Frost: Es bildet sich weniger Eis, abgetaut wird seltener, aber doch gelegentlich.

Welche Technik Ihr Gerät hat, steht in der Anleitung und oft auf dem Typenschild im Innenraum.

Wann es Zeit wird

Als Faustregel gilt: Ist die Eisschicht etwa 5 mm dick, sollten Sie abtauen. Bei den meisten Geräten ist das ein- bis zweimal im Jahr der Fall. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn wenig im Gefrierfach liegt, etwa vor dem Urlaub oder vor einem Großeinkauf, und im Winter, wenn Sie Gefrorenes notfalls kühl auf dem Balkon lagern können.

Was Sie brauchen

  • Kühltaschen oder Kühlboxen, Kühlakkus, alte Zeitungen oder Decken zum Einschlagen
  • mehrere Handtücher und eine flache Schale oder ein Backblech für das Schmelzwasser
  • zwei Schüsseln oder Töpfe mit heißem Wasser und einen Untersetzer
  • einen Kunststoffschaber oder den Eisschaber, der vielen Geräten beiliegt
  • Schwamm, warmes Wasser mit etwas Spülmittel, trockene Tücher

Schritt für Schritt: Gefrierfach abtauen

  1. Vorbereiten. Einige Stunden vorher, wenn möglich, die Schnellgefrierfunktion einschalten. So sind die Lebensmittel besonders kalt und halten länger durch.
  2. Ausschalten. Netzstecker ziehen oder das Gerät ausschalten. Bei Kühl-Gefrier-Kombinationen mit einem gemeinsamen Kältekreis ist dann auch der Kühlteil aus.
  3. Ausräumen. Gefrorenes eng zusammen in Kühltaschen legen, dazwischen Kühlakkus, darüber Zeitungspapier oder eine Decke. Je dichter gepackt, desto länger bleibt es gefroren.
  4. Wasser auffangen. Handtücher vor und in das Gerät legen, Schubladen herausnehmen, eine flache Schale unter das Gefrierfach stellen. Viele Truhen und Gefrierschränke haben unten einen Ablaufstopfen oder eine Rinne; hier kann ein Gefäß das Wasser direkt auffangen.
  5. Eis schneller schmelzen lassen. Eine Schüssel mit heißem, nicht kochendem Wasser auf einen Untersetzer ins Gefrierfach stellen und die Tür schließen. Nach 15 bis 20 Minuten das Wasser erneuern.
  6. Losgelöstes Eis entfernen. Sobald sich Platten lösen, diese vorsichtig mit den Händen oder einem Kunststoffschaber abheben, ohne zu hebeln. Was noch fest sitzt, bleibt, bis es selbst loslässt.
  7. Auswischen und trocknen. Den Innenraum mit Spülmittelwasser auswischen, mit klarem Wasser nachwischen und gründlich trocken reiben. Restfeuchte würde sofort wieder gefrieren.
  8. Einschalten und abkühlen lassen. Gerät einschalten und warten, bis es die Betriebstemperatur erreicht hat, oft ein bis zwei Stunden beim Kühlteil und mehrere Stunden beim Gefrierteil. Dann einräumen.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Kein Messer, kein Eispickel, kein Schraubenzieher. In den Wänden und Böden des Gefrierfachs verlaufen die Leitungen des Kältemittels, oft nur wenige Millimeter unter der Oberfläche. Ein Stich hinein, und das Kältemittel entweicht. In vielen Geräten ist es brennbar (Isobutan), eine Reparatur lohnt sich selten. Lüften Sie in diesem Fall sofort, meiden Sie offene Flammen und Funken und ziehen Sie den Stecker.

Kein Föhn, kein Heizlüfter, kein Heißluftgebläse. Ein elektrisches Gerät zwischen Schmelzwasser zu halten, ist gefährlich. Dazu verformt heiße Luft die Kunststoffverkleidung und die Türdichtung. Auch kochendes Wasser direkt aufs Eis zu gießen, schadet dem Kunststoff und kann Risse verursachen.

Salz auf das Eis zu streuen, beschleunigt das Schmelzen zwar, greift aber Metallteile an und hinterlässt Rückstände. Dasselbe gilt für Enteisungssprays aus dem Autozubehör.

Wie lange dauert das Abtauen?

Bei einem kleinen Gefrierfach mit dünner Eisschicht reichen oft ein bis zwei Stunden, mit heißem Wasser weniger. Ein Gefrierschrank oder eine Truhe mit dickem Eis kann einen halben Tag brauchen. Rechnen Sie das Abkühlen danach mit ein. Solange die Kühltaschen geschlossen bleiben, halten gut gepackte Tiefkühlwaren diese Zeit meist ohne anzutauen.

Und die Lebensmittel?

Bleiben Lebensmittel hart gefroren, können sie wieder ins Gefrierfach. Angetaute, aber noch eiskalte Lebensmittel wie Gemüse oder Brot lassen sich meist wieder einfrieren, wenn auch mit etwas Qualitätsverlust. Aufgetautes Fleisch, Fisch und fertige Gerichte sollten Sie dagegen zügig verbrauchen oder durchgaren, bevor sie erneut eingefroren werden. Mehr dazu unter Lebensmittel richtig einfrieren.

Damit sich weniger Eis bildet

  • Tür nur kurz öffnen und richtig schließen.
  • Speisen abgekühlt und gut verschlossen hineinstellen.
  • Türdichtung sauber halten und prüfen: Ein Blatt Papier, zwischen Tür und Gehäuse eingeklemmt, sollte sich nicht leicht herausziehen lassen. Eine beschädigte Dichtung tauscht der Kundendienst oder Sie selbst mit einem passenden Ersatzteil.
  • Gefriertemperatur auf -18 °C einstellen; kälter bringt nichts und erhöht Verbrauch und Eisbildung.

Wer ohnehin gerade leer räumt, kann das Gerät gleich gründlich reinigen und anschließend sinnvoll einräumen. Weitere Anleitungen finden Sie in der Rubrik Küche.

Häufige Fragen

Wie lange muss der Kühlschrank nach dem Abtauen aus bleiben?

Nur so lange, bis alles Eis geschmolzen und der Innenraum trocken ist. Danach können Sie ihn sofort wieder einschalten. Warten müssen Sie nur mit dem Einräumen, bis die Betriebstemperatur erreicht ist.

Kann ich den Kühlschrank abtauen, ohne den Stecker zu ziehen?

Nein. Läuft das Gerät weiter, kühlt es gegen das Schmelzen an, und Sie hantieren mit Wasser an einem eingeschalteten Elektrogerät. Ausschalten gehört immer dazu.

Warum vereist mein Gefrierfach so schnell?

Häufigste Ursachen sind eine undichte Türdichtung, eine nicht ganz geschlossene Tür, häufiges Öffnen oder warme, unverpackte Speisen. Bildet sich innerhalb weniger Wochen eine dicke Schicht, prüfen Sie zuerst die Dichtung. Bei No-Frost-Geräten weist Eis auf einen Defekt hin.

Darf ich mit einem Plastikschaber nachhelfen?

Ja, wenn das Eis bereits angetaut ist und Sie es nur abheben. Hebeln Sie nicht und kratzen Sie nicht über die Wände. Viele Hersteller legen einen Kunststoffschaber bei, genau für diesen Zweck.