Kleiderschrank ausmisten und ordnen

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Einen Kleiderschrank mistet man am besten in einem Durchgang aus: Alles herausnehmen, jedes Teil prüfen, auf vier Stapel verteilen und nur das zurückhängen, was passt, heil ist und getragen wird. Wer sich schwer entscheiden kann, lässt den Kleiderbügel-Trick einige Monate lang die Arbeit machen. Danach kommt das Ordnen, und das ist der Teil, der dafür sorgt, dass der Schrank nicht gleich wieder überläuft.
Vorbereitung: Zeit, Platz, Spiegel
Planen Sie für einen normalen Kleiderschrank zwei bis drei Stunden ein, für einen großen einen halben Tag. Sie brauchen eine freie Fläche wie Bett oder Boden, vier Kisten oder Taschen, einen Spiegel und gutes Licht. Stellen Sie auch einen Müllbeutel bereit. Hilfreich ist ein Staubtuch oder feuchtes Tuch, denn wenn der Schrank einmal leer ist, lohnt es sich, ihn gleich innen auszuwischen.
Nehmen Sie sich eine Kategorie nach der anderen vor, wenn der Schrank sehr voll ist: erst Hosen, dann Oberteile, dann Pullover, Jacken, Unterwäsche und Socken, zuletzt Schuhe und Taschen. So behalten Sie den Überblick und können nach jeder Kategorie aufhören.
Die vier Stapel
- Alles herausnehmen. Nur so sehen Sie, wie viele ähnliche Teile Sie besitzen. Fünf fast gleiche schwarze T-Shirts fallen erst auf, wenn sie nebeneinander liegen.
- Jedes Teil in die Hand nehmen. Passt es? Ist es heil? Haben Sie es im letzten Jahr getragen? Würden Sie es heute kaufen?
- Auf die Stapel verteilen. Behalten, spenden, verkaufen, entsorgen. Entscheiden Sie zügig; langes Grübeln über einzelne Teile kostet mehr Kraft als der ganze Rest.
- Zweifelsfälle in eine Kiste. Kiste zukleben, Datum darauf schreiben und in den Keller stellen. Haben Sie in einem halben Jahr nichts daraus vermisst, geht sie ungeöffnet zur Spende.
- Stapel sofort wegbringen. Die Spendentüte gehört ins Auto oder an die Wohnungstür, nicht zurück in den Schrank.
Gute Gründe zum Aussortieren: Das Teil passt seit Langem nicht, ist verwaschen, hat Löcher oder Pilling, das sich nicht mehr entfernen lässt, kratzt, drückt oder muss bei jedem Tragen zurechtgezupft werden. Kleinere Mängel lassen sich oft beheben: Knötchen entfernt ein Fusselrasierer, wie unter Knötchen entfernen beschrieben, und ein fehlender Knopf ist in fünf Minuten angenäht. Sonderfälle wie Erbstücke, Hochzeitskleid oder Babykleidung dürfen bleiben, gehören aber nicht in den Alltagsschrank, sondern gut verpackt in eine eigene Kiste.
Der Kleiderbügel-Trick
Wer nicht weiß, was er wirklich trägt, dreht alle Kleiderbügel so, dass der Haken falsch herum über der Stange hängt, also von vorn nach hinten. Nach jedem Tragen hängen Sie das Teil richtig herum zurück. Nach einer Saison oder einem halben Jahr sehen Sie auf einen Blick, was nie aus dem Schrank kam: Diese Bügel hängen immer noch verkehrt.
Das Verfahren funktioniert, weil es Ihr Verhalten misst und nicht Ihre Absichten. Denken Sie aber an die Jahreszeiten: Ein Wintermantel, der im Sommer nicht getragen wurde, ist kein Aussortierkandidat. Für Liegendes in Schubladen und Fächern gibt es eine Abwandlung: Legen Sie Getragenes nach dem Waschen immer vorn oder oben ab, dann wandert Ungenutztes nach hinten und unten.
Kleidung spenden: wohin mit dem Stapel
Nicht jeder Container und nicht jede Sammlung ist gleich. Bei gewerblichen Sammlungen wird Kleidung verkauft, was nicht verwerflich ist, aber mit Wohltätigkeit oft wenig zu tun hat. Wenn Ihnen der gute Zweck wichtig ist, achten Sie auf Folgendes:
- Container mit Siegel und Anschrift. Seriöse Sammelcontainer tragen den Namen und die Anschrift des Betreibers. Das Zeichen des Dachverbands FairWertung steht für Sammler, die offenlegen, was mit der Kleidung geschieht. Container ohne erkennbaren Betreiber lassen Sie besser links liegen; sie stehen oft ohne Genehmigung.
- Sozialkaufhäuser und Second-Hand-Läden gemeinnütziger Träger. Dort wird die Kleidung vor Ort günstig weiterverkauft, der Erlös fließt in soziale Arbeit.
- Kleiderkammern und Hilfsorganisationen. Sie brauchen oft ganz bestimmte Dinge, etwa Herrenkleidung, Kinderschuhe oder Winterjacken. Fragen Sie vorher nach, was gerade gebraucht wird.
Spenden Sie nur, was sauber, trocken und tragbar ist. Schuhe paarweise zusammenbinden, Kleidung in einem verschlossenen Beutel abgeben, damit sie im Container nicht nass wird. Stark verschmutzte, nasse oder zerschlissene Textilien sind keine Spende. Seit 2025 müssen Alttextilien in der EU getrennt gesammelt werden; was mit kaputter Kleidung geschehen soll, regelt aber Ihre Kommune. In vielen Orten gehört sie weiterhin in den Restmüll, fragen Sie im Zweifel beim örtlichen Abfallbetrieb nach.
Verkaufen: lohnt es sich?
Verkaufen lohnt sich vor allem für gut erhaltene Markenkleidung, Jacken, Schuhe und kaum getragene Stücke. Möglich sind Kleinanzeigen- und Second-Hand-Plattformen, Flohmärkte, Kinderkleiderbasare und Second-Hand-Läden auf Kommission. Rechnen Sie ehrlich: Fotos, Beschreibung, Nachrichten und Versand kosten Zeit. Für einfache Basics bekommen Sie meist nur wenige Euro. Legen Sie eine Frist fest, etwa vier Wochen. Was bis dahin nicht verkauft ist, geht in die Spende, sonst liegt der Verkaufsstapel nach einem Jahr noch im Flur.
Den Schrank neu ordnen
Nach dem Ausmisten wird der Schrank so eingeräumt, dass Sie alles sehen und leicht herausnehmen:
- Nach Kategorien, dann nach Farben. Hosen zu Hosen, Hemden zu Hemden. Innerhalb der Kategorie von hell nach dunkel sortiert, finden Sie Teile schneller.
- Häufig Getragenes auf Augen- und Griffhöhe, Seltenes oben oder unten.
- Hängen oder legen? Hemden, Blusen, Kleider, Anzüge und Jacken hängen. Strick und schwere Pullover legen, weil sie auf dem Bügel ausleiern. T-Shirts lassen sich hochkant in Schubladen stellen, dann sehen Sie alle auf einmal.
- Einheitliche, dünne Bügel sparen Platz. Kleiderbügel mit Samtbezug halten rutschige Stoffe und nehmen wenig Raum ein.
- Nebensaison auslagern. Winter- oder Sommerkleidung sauber in Kisten mit Deckel oder Stoffbeuteln verstauen. Vakuumbeutel sparen Platz, sind aber nichts für Daunen und Wolle auf Dauer, weil die Füllung zusammengepresst bleibt.
- Eine Regel für Neues. Kommt ein Teil herein, geht ein ähnliches hinaus. Das hält den Bestand stabil.
Motten und Gerüche vorbeugen
Kleidermotten legen ihre Eier bevorzugt an getragene, ungewaschene Wolle, Kaschmir, Seide und Pelz, weil sie dort Eiweiß und Hautreste finden. Deshalb nur frisch gewaschene oder gelüftete Kleidung einräumen, Wolle vor dem Einlagern nach Pflegeetikett waschen, wie unter Wolle waschen beschrieben, und den Schrank beim Ausmisten gründlich aussaugen, auch in den Ecken und Ritzen. Was bei einem Befall zu tun ist, steht unter Kleidermotten. Riecht der Schrank muffig, helfen Lüften und etwas Abstand zur Außenwand; mehr dazu unter Muffiger Geruch im Schrank.
Häufige Fragen
Wie viele Kleidungsstücke braucht man wirklich?
Dafür gibt es keine richtige Zahl, sie hängt von Beruf, Klima, Waschrhythmus und Vorlieben ab. Ein brauchbarer Maßstab: Sie sollten mit dem Schrankinhalt gut von einer Wäsche bis zur nächsten kommen, ohne dass Teile ungetragen jahrelang hängen.
Wie oft sollte man den Kleiderschrank ausmisten?
Ein kurzer Durchgang bei jedem Wechsel zwischen Sommer- und Winterkleidung reicht meist, also zweimal im Jahr. Ein großes Ausmisten ist dann nur selten nötig.
Darf kaputte Kleidung in den Altkleidercontainer?
In der Regel nicht. Sammelcontainer sind für tragbare Kleidung gedacht. Für kaputte Textilien gelten die Regeln Ihrer Kommune; fragen Sie beim Abfallbetrieb oder schauen Sie in den örtlichen Abfallkalender.
Was mache ich mit Kleidung, an der ich hänge, die ich aber nicht trage?
Bewahren Sie wenige solcher Stücke bewusst in einer Erinnerungskiste auf, getrennt vom Alltagsschrank. Bei Kleidung, die nur aus schlechtem Gewissen bleibt, hilft die Frage, ob sie jemand anderem mehr nützen würde.



