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Polsterreinigungsgerät

Christoph · 8 Min. Lesezeit

Polsterreinigungsgerät
Das Posterreinigungsgerät ist speziell für Couchgarnituren und Teppiche entwickelt worden
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Polsterreinigungsgerät funktioniert
  2. Welche Geräte es gibt
  3. Darauf kommt es beim Kauf an
  4. Zwei Beispiele aus unterschiedlichen Klassen
  5. Vorher prüfen: verträgt das Polster Wasser?
  6. So reinigen Sie ein Sofa mit dem Waschsauger
  7. Reinigungsmittel und Hausmittel
  8. Kaufen, leihen oder reinigen lassen?
  9. Häufige Fragen

Ein Polsterreinigungsgerät – auch Waschsauger oder Sprühextraktionsgerät genannt – reinigt Sofas, Sessel, Matratzen, Autositze und Teppiche nass und in einem Arbeitsgang: Es sprüht Wasser mit Reinigungsmittel in den Stoff und saugt die Flüssigkeit samt Schmutz sofort wieder ab. Das Ergebnis ist deutlich gründlicher als Abbürsten oder Fleckenspray. Für Haushalte mit Kindern, Haustieren oder hellem Stoffsofa kann sich die Anschaffung lohnen, für die jährliche Grundreinigung reicht oft ein Leihgerät.

Wie ein Polsterreinigungsgerät funktioniert

Das Gerät hat zwei Behälter. Im Frischwassertank mischen Sie Wasser mit einem geeigneten Reinigungsmittel. Eine kleine Pumpe drückt diese Lösung durch einen dünnen Sprühschlauch zur Düse, wo sie in das Gewebe gesprüht wird. Direkt dahinter liegt der Saugschlitz: Ein Motor wie bei einem Nasssauger zieht die Flüssigkeit samt gelöstem Schmutz wieder heraus und befördert sie in den Schmutzwassertank.

Der Trick liegt im Zusammenspiel von Sprühen und Saugen. Das Wasser löst den Schmutz aus den Fasern, der Sog nimmt ihn mit, bevor er tiefer in die Polsterfüllung sickern kann. Wer das einmal gesehen hat, ist über die Farbe des Schmutzwassers meist erschrocken – auch bei einem Sofa, das eigentlich sauber aussah.

Polster werden mit einem Polsterreinigungsgerät gereinigt
Mit einem Polsterreinigungsgerät werden Polster richtig sauber

Welche Geräte es gibt

Unter „Polsterreiniger“ fallen sehr unterschiedliche Dinge, vom Sprühfläschchen bis zur Maschine. Für die Nassreinigung von Polstern kommen vier Gerätearten infrage:

GerätGeeignet fürStärkenSchwächen
Kompakter FleckenreinigerEinzelne Flecken, Autositze, TreppenstufenKlein, leicht, schnell bereitKleiner Tank, für ganze Sofas mühsam
Waschsauger für den HaushaltSofas, Matratzen, Teppiche, AutoGrößere Tanks, Boden- und Polsterdüse, oft auch als Nasssauger nutzbarBraucht Stauraum, Aufbau dauert etwas
Profi-SprühextraktionsgerätGroße Teppichflächen, Gewerbe, FahrzeugaufbereitungHoher Sprühdruck, große Tanks, robustSchwer, teuer, für die Wohnung meist überdimensioniert
Dampfreiniger mit TextilaufsatzAuffrischen, Gerüche, HygieneKein Reinigungsmittel nötigLöst eingezogenen Schmutz kaum, Hitze verträgt nicht jeder Stoff

Viele Nass-Trockensauger lassen sich außerdem mit einem Waschsaug-Set nachrüsten. Das ist eine Überlegung wert, wenn ohnehin ein Nasssauger im Keller steht.

Darauf kommt es beim Kauf an

Die Werbung spricht gern von Watt und Bar. Für das Ergebnis auf dem Sofa zählen andere Dinge:

  • Saugleistung. Je besser das Gerät absaugt, desto weniger Wasser bleibt im Polster und desto schneller trocknet es. Die Wattangabe des Motors (bei Haushaltsgeräten meist zwischen 1.000 und 1.400 Watt) ist nur ein grober Anhaltspunkt.
  • Sprühdruck. Haushaltsgeräte arbeiten laut Herstellerangaben meist mit rund 1 bar, Profigeräte mit deutlich mehr. Für Polster reicht 1 bar; mehr Druck bringt vor allem bei dichtem Teppich etwas.
  • Tankgröße. Kompakte Fleckenreiniger fassen oft unter einem Liter, Waschsauger mehrere Liter. Für ein ganzes Sofa sollten es mindestens 1,5 bis 2 Liter Frischwasser sein, sonst laufen Sie ständig zum Waschbecken.
  • Düsen. Eine schmale Handdüse von etwa 10 cm Breite ist für Polster ideal. Eine breite Bodendüse brauchen Sie nur, wenn auch Teppich gereinigt werden soll. Praktisch ist eine durchsichtige Düse, durch die Sie sehen, ob noch Schmutzwasser kommt.
  • Schlauch und Kabel. Ein Schlauch von mindestens 1,5 m und ein Kabel ab etwa 5 m ersparen das ständige Umstecken, im Auto sind sie unverzichtbar.
  • Reinigung des Geräts. Tanks sollten sich leicht abnehmen und ausspülen lassen. Ein Gerät, das nach dem Einsatz feucht in der Ecke steht, fängt an zu riechen.

Die Preise reichen von etwa 100 Euro für kompakte Fleckenreiniger über 150 bis 400 Euro für gute Haushalts-Waschsauger bis weit darüber für Profigeräte.

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Zwei Beispiele aus unterschiedlichen Klassen

Zwei Geräte zeigen die Spannweite. Der Kärcher SE 4002 ist ein klassischer Haushalts-Waschsauger: Laut Hersteller arbeitet er mit etwa 1 bar Sprühdruck, hat einen Sprühschlauch mit Polsterdüse und lässt sich auch als normaler Sauger verwenden. Er zeigt gut, was ein Gerät für Sofa, Teppich und Auto können sollte.

Das SPRiNTUS SE 7 gehört dagegen in die Profiklasse. Der Hersteller nennt einen Sprühdruck von 4 bar, Sprühen und Saugen sind einzeln schaltbar. Solche Geräte lohnen sich für große Teppichflächen, Ferienwohnungen oder die Fahrzeugpflege – für ein Sofa im Wohnzimmer sind sie mehr, als man braucht.

Beide sind Beispiele, keine Testergebnisse. Vergleichbare Geräte gibt es von mehreren Herstellern, und die Modellbezeichnungen ändern sich regelmäßig.

Vorher prüfen: verträgt das Polster Wasser?

Nicht jeder Bezug verträgt eine Nassreinigung. Schauen Sie zuerst auf das Pflegeetikett unter dem Sitzkissen oder in der Anleitung des Möbels. Manche, vor allem internationale Hersteller verwenden dafür Buchstaben: „W“ steht für Reinigung mit Wasser, „S“ für Lösemittel, „W/S“ für beides und „X“ für „nur absaugen“. Fehlt jede Angabe, testen Sie an einer verdeckten Stelle, etwa an der Rückseite oder Unterseite, ob der Stoff Farbe abgibt, Ränder bildet oder sich verzieht.

Tabu für den Waschsauger sind Leder und Kunstleder mit empfindlicher Oberfläche, echter Samt und Stoffe aus Viskose oder Seide. Leder wird feucht abgewischt und gepflegt, empfindliche Stoffe gehören in eine Fachreinigung. Abnehmbare Bezüge können Sie oft einfach waschen – das ist gründlicher als jede Sprühextraktion. Auch Schaumstoffkissen mit Reißverschluss sollten Sie nicht nass machen, wenn der Bezug abgenommen ist.

So reinigen Sie ein Sofa mit dem Waschsauger

  1. Gründlich absaugen. Mit dem normalen Staubsauger und der Fugendüse Krümel, Haare und Staub entfernen, auch in den Ritzen.
  2. Flecken vorbehandeln. Stärkere Flecken mit dem passenden Mittel einsprühen und kurz einwirken lassen. Für Kugelschreiber, Wachs oder Urin gibt es eigene Wege, siehe unten.
  3. Lösung ansetzen. Lauwarmes Wasser, nicht heiß, mit einem schaumarmen Reiniger für Sprühextraktion nach Packungsangabe. Normales Shampoo oder Spülmittel schäumt zu stark und hinterlässt Rückstände.
  4. In Bahnen arbeiten. Die Düse auflegen, beim Ziehen sprühen, dann ohne Sprühen ein zweites Mal langsam darüberziehen und nur absaugen. Überlappende Bahnen vermeiden Streifen.
  5. Nicht zu nass machen. Lieber zwei trockene Durchgänge als ein nasser. Wenn Wasser in die Polsterfüllung läuft, trocknet es tagelang und kann Stockflecken und Geruch verursachen.
  6. Mit klarem Wasser nachgehen. Zum Schluss einmal mit reinem Wasser sprühen und absaugen. Reiniger, der im Stoff bleibt, zieht später neuen Schmutz an.
  7. Trocknen lassen. Gut lüften, im Winter heizen. Je nach Stoff dauert es einige Stunden bis zu einem Tag. Erst benutzen, wenn alles trocken ist, und den Flor mit einer weichen Bürste in Strichrichtung aufrichten.

Nach dem Einsatz beide Tanks leeren, ausspülen und offen trocknen lassen. Auch die Düse und den Sprühschlauch kurz mit klarem Wasser durchspülen, damit sich keine Reinigerreste festsetzen.

Reinigungsmittel und Hausmittel

Hersteller bieten eigene Reinigungsmittel für ihre Geräte an. Wichtig ist vor allem, dass das Mittel schaumarm und für Sprühextraktion geeignet ist. Allergiker und Haushalte mit Kleinkindern achten auf Mittel ohne Duftstoffe und spülen gründlich mit klarem Wasser nach.

Für einzelne Flecken zwischendurch reichen oft Hausmittel: Lauwarmes Wasser mit wenig Spülmittel, mit einem hellen Mikrofasertuch von außen nach innen getupft, holt viele frische Flecken heraus. Natron hilft gegen Gerüche, wenn es trocken aufgestreut, einige Stunden liegen gelassen und dann abgesaugt wird. Waschbenzin löst Fett, ist aber leicht entzündlich und kann Farben angreifen – nur in kleinen Mengen, bei offenem Fenster und fern von offenem Feuer verwenden. Essig und chlorhaltige Reiniger dürfen nie zusammen verwendet werden.

Wie Sie typische Flecken vor der Maschinenreinigung behandeln, erklären unsere Ratgeber zu Obstflecken, Kugelschreiberflecken und Urinflecken.

Kaufen, leihen oder reinigen lassen?

Ob sich ein eigenes Gerät lohnt, hängt von der Häufigkeit ab. Wer Kinder, Hunde oder Katzen hat, ein helles Stoffsofa besitzt oder regelmäßig Autositze reinigt, nutzt das Gerät oft genug. Ein Waschsauger kann dann auch Teppiche, Matratzen und – mit einem Matratzenreiniger im Wechsel – das Bett frisch halten. Gerade bei einem Kindersofa mit Stoffbezug kommt so ein Gerät schnell zum Einsatz.

Wer nur einmal im Jahr das Sofa auffrischen will, ist mit einem Leihgerät gut bedient. Viele Baumärkte und Drogerien verleihen Waschsauger tageweise, das Reinigungsmittel wird meist mitverkauft. Für wertvolle Möbel, Antikes, empfindliche Stoffe und hartnäckige Flecken ist eine professionelle Polsterreinigung die sicherere Wahl. Für große Teppichflächen lohnt ein Blick auf unseren Ratgeber zum Teppichreinigungsgerät.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Polsterreiniger und Waschsauger?

„Polsterreiniger“ kann ein Spray, ein Reinigungsmittel oder ein Gerät bezeichnen. Ein Waschsauger ist das Gerät, das nach dem Sprühextraktionsprinzip arbeitet – also sprüht und sofort wieder absaugt. Die Begriffe Polsterreinigungsgerät, Waschsauger und Sprühextraktionsgerät meinen im Handel meist dasselbe.

Wie lange muss ein Sofa nach der Reinigung trocknen?

Je nach Stoff, Raumtemperatur und Feuchtigkeit einige Stunden bis zu einem Tag. Mit einem zweiten, trockenen Saugdurchgang, offenem Fenster und etwas Heizung geht es schneller. Setzen Sie sich erst darauf, wenn das Polster ganz trocken ist, sonst drücken sich Ränder ab.

Wie bekomme ich Kugelschreiber aus dem Sofa?

Kugelschreiberflecken lösen sich meist mit Alkohol, etwa Spiritus oder Isopropanol, der mit einem Wattestäbchen vorsichtig aufgetupft wird. Auf Leder ist Vorsicht geboten, weil Alkohol die Oberfläche angreifen kann. Ausführlich erklärt das unser Ratgeber zu Kugelschreiberflecken.

Kann ich mit dem Polsterreinigungsgerät auch Autositze reinigen?

Ja, dafür sind besonders kompakte Geräte und Waschsauger mit schmaler Handdüse gut geeignet. Achten Sie auf einen ausreichend langen Schlauch und lassen Sie die Türen zum Trocknen offen. Airbags in den Sitzen sollten nicht durchnässt werden, also auch hier sparsam sprühen.

Reicht ein Dampfreiniger für Polster?

Zum Auffrischen und gegen Gerüche ja, gegen tief eingezogenen Schmutz meist nicht. Dampf löst den Schmutz zwar an, saugt ihn aber nicht ab. Außerdem vertragen nicht alle Bezüge die Hitze.