Fliesenfugen reinigen

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Fliesenfugen reinigen Sie am besten mechanisch: Natron mit wenig Wasser zu einer Paste verrühren, auf die feuchte Fuge streichen, einwirken lassen, mit einer schmalen Fugenbürste schrubben und mit klarem Wasser nachwischen. Das hellt die meisten grauen Fugen deutlich auf. Säure wie Essig ist dagegen nicht der Freund der Fuge, denn normale Fugenmasse ist zementgebunden und wird von Säure angelöst. Was sich so nicht mehr aufhellen lässt, bekommt einen Fugenstift oder wird erneuert.
Warum Fugen so schnell dunkel werden
Fugen liegen etwas tiefer als die Fliese und sind porös. Schmutzwasser, Seifenreste, Hautfett und Kalk setzen sich darin ab und ziehen ein. Auf dem Boden kommt Straßenschmutz dazu, der beim Wischen mit dem Wischwasser genau in die Fugen gespült wird. In Bad und Dusche wachsen auf dem ständig feuchten Belag gern Schimmelpilze, die als schwarze Punkte sichtbar werden.
Unterscheiden Sie zwei Arten von Fugen: Zementfugen zwischen den Fliesen (hart, mineralisch, grau oder weiß) und Silikonfugen in den Ecken und an Wanne und Duschtasse (elastisch, glänzend). Diese Anleitung behandelt die Zementfugen. Für schwarze Silikonfugen lesen Sie bitte den Beitrag Schimmel an der Silikonfuge.
Was Sie brauchen
- Natron (Kaiser-Natron oder Speisenatron) oder Backpulver
- eine Fugenbürste mit schmalem, festem Kopf, zur Not eine alte Zahnbürste
- einen Eimer mit klarem Wasser und ein Mikrofasertuch
- Haushaltshandschuhe
- für Schimmel: einen chlorhaltigen Schimmelentferner und ein offenes Fenster
- für hartnäckige Fälle: einen Dampfreiniger mit Punktstrahldüse
Fugen mit Natron und Bürste reinigen
- Fugen anfeuchten. Mit warmem Wasser vornässen, damit die Paste haftet und der Schmutz schon anweicht.
- Paste anrühren. Drei Teile Natron auf einen Teil Wasser, bis eine streichfähige Masse entsteht.
- Auftragen. Mit der Bürste oder einem Finger im Handschuh in die Fugen streichen.
- Einwirken lassen. 15 bis 30 Minuten; bei trockener Luft die Paste mit etwas Wasser feucht halten.
- Schrubben. Mit der Fugenbürste längs der Fuge arbeiten, nicht quer, sonst springt die Bürste über die Kanten.
- Gründlich nachwischen. Mit klarem Wasser und dem Tuch mehrmals nachwischen. Natronreste hinterlassen sonst einen weißen Schleier.
Zahnpasta, die oft empfohlen wird, wirkt ähnlich, weil sie feine Schleifkörper enthält. Für eine ganze Wand ist sie zu teuer und schmiert. Scheuermilch geht auch, sollte aber nicht auf empfindlichen, glänzenden Glasuren verwendet werden. Eine elektrische Zahnbürste oder ein Aufsatz für den Akkuschrauber spart Kraft; mit Fräs- oder Schleifaufsätzen, etwa vom Multitool, sollten Sie dagegen nur arbeiten, wenn Sie die Fuge ohnehin erneuern wollen.
Dampf für den Boden und große Flächen
Ein Dampfreiniger mit Punktstrahldüse löst Schmutz aus Bodenfugen ohne Chemie und ist bei großen Flächen deutlich schneller als die Bürste. Den gelösten Schmutz sofort mit einem Tuch aufnehmen, sonst trocknet er wieder in der Fuge. Nicht direkt auf Silikonfugen halten und nicht auf Fliesen, deren Kanten beschädigt sind. Wer nur einmal im Jahr eine größere Fläche reinigen will, kann Fugenreinigungsgeräte oder Dampfreiniger im Baumarkt oder bei Maschinenverleihen tageweise ausleihen.
Essig, Zitronensäure, Chlor: was die Fuge verträgt
Säure greift Zementfugen an. Essig, Zitronensäure und saure Badreiniger lösen den Kalk, der in der Fugenmasse steckt. Einmal kurz verwendet, bleibt das ohne Folgen; regelmäßig verwendet, werden die Fugen rau, sandig und nehmen noch schneller Schmutz auf. Setzen Sie Säure deshalb nur gegen Kalkränder ein, nur kurz, und spülen Sie danach gründlich nach. Das gilt nur bei säurefesten, glasierten Fliesen. Naturstein wie Marmor, Travertin, Kalkstein oder Solnhofener Platten verträgt überhaupt keine Säure – dort bleiben stumpfe, helle Flecken, die sich nur durch Schleifen beseitigen lassen. Mehr dazu im Beitrag Kalkflecken entfernen.
Die Kombination aus Backpulver und Essig schäumt, hebt die Wirkung beider Stoffe aber weitgehend auf. Nehmen Sie lieber eins von beiden, für Fugen das Natron.
Gegen Schimmel in der Fuge helfen chlorhaltige Schimmelentferner: aufsprühen, nach Packungsangabe einwirken lassen, abspülen, dabei lüften und Handschuhe tragen. Chlorreiniger dürfen nie mit Essig, Zitronensäure oder säurehaltigen Badreinigern zusammenkommen – dabei entsteht giftiges Chlorgas. Bei farbigen Fugen, etwa anthrazit oder beige, kann Chlor die Farbe ausbleichen; vorher an einer unauffälligen Stelle testen. Wer kein Chlor möchte, versucht es mit 70-prozentigem Alkohol, der oberflächlichen Schimmel abtötet, aber die Flecken meist nicht aufhellt. Kommt Schimmel immer wieder, ist die Ursache zu viel Feuchte; Hinweise dazu im Beitrag Richtig lüften.
Wenn die Fugen verfärbt bleiben
Manche Fugen werden auch mit Paste, Dampf und Geduld nicht mehr hell, weil sich Farbstoffe tief in die Fugenmasse gezogen haben. Dann gibt es zwei Wege:
- Fugenstift oder Fugenfarbe. Ein Fugenstift ist ein Filzstift mit deckender, wasserfester Farbe, der auf die saubere, trockene Fuge gezogen wird. Das geht schnell und sieht auf Wandfliesen gut aus. Auf dem Boden und in der Dusche reibt sich die Farbe mit der Zeit ab und muss nachgezogen werden.
- Fugen erneuern. Die alte Fugenmasse mit einem Fugenkratzer oder einem elektrischen Fugenschneider zwei bis drei Millimeter tief auskratzen, Staub absaugen und neu verfugen. Das ist mühsam, bringt aber das beste Ergebnis. Vorsicht an den Fliesenkanten, und in Dusche und Bad nicht so tief kratzen, dass die Abdichtung darunter verletzt wird.
Wer ohnehin neu verfugt, kann für Dusche und Küchenrückwand eine Epoxidharzfuge wählen. Sie ist nahezu dicht, säurebeständig und bleibt länger sauber, ist aber schwieriger zu verarbeiten.
Fugen schützen und versiegeln
Nach dem Reinigen und vollständigen Trocknen kann eine Fugenimprägnierung aufgetragen werden. Sie verschließt die Poren, Wasser und Schmutz perlen ab, und die nächste Reinigung geht leichter. Die Wirkung lässt nach einigen Monaten bis Jahren nach; die Packung nennt, wann nachgearbeitet werden sollte. Im Alltag hilft vor allem, die Dusche nach dem Benutzen mit einem Abzieher abzuziehen und den Boden mit wenig Wasser und einem gut ausgewrungenen Wischmopp zu wischen.
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Fugen im Außenbereich
Auf Terrasse und Balkon sitzen in den Fugen meist Moos und Unkraut, nicht Seifenreste. Hier hilft ein Fugenkratzer oder eine Fugenbürste mit Drahtborsten; ein Hochdruckreiniger spült dagegen den Fugensand heraus. Essig oder Salz als Unkrautmittel auf Wegen und Terrassen einzusetzen ist nach dem Pflanzenschutzgesetz nicht erlaubt und schadet außerdem Naturstein.
Häufige Fragen
Womit reinige ich Fliesenfugen im Bad am besten?
Mit einer Paste aus Natron und wenig Wasser, einer Fugenbürste und klarem Wasser zum Nachwischen. Das ist schonend für die Fuge und hilft bei den meisten grauen Verfärbungen. Gegen schwarze Schimmelpunkte zusätzlich einen Schimmelentferner verwenden.
Kann ich Fugen mit Essig reinigen?
Nur gelegentlich und kurz gegen Kalk. Zementfugen werden von Säure angelöst und mit der Zeit rau. Auf Naturstein wie Marmor ist Essig ganz tabu.
Helfen Backpulver und Zitronensäure zusammen?
Nicht besser als einzeln. Beim Mischen reagieren sie miteinander und neutralisieren sich. Für Fugen ist Natron allein die sinnvollere Wahl.
Wie reinige ich dunkle oder anthrazitfarbene Fugen?
Genauso mit Natron und Bürste, aber ohne Chlor und bleichende Mittel, die helle Flecken hinterlassen können. Kalkschleier fallen auf dunklen Fugen besonders auf; nach dem Reinigen gründlich mit klarem Wasser nachwischen und trocken reiben.
Wann lohnt es sich, die Fugen professionell reinigen zu lassen?
Bei großen Bodenflächen, stark verschmutzten Außenfugen oder wenn die Fugen ohnehin erneuert werden sollen. Für ein normales Bad kommen Sie mit Bürste, Natron und etwas Zeit selbst zum Ziel.



