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Mikrowelle reinigen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Einbaumikrowelle über einem Backofen in einer Küche mit Holzdekor
Am einfachsten löst Wasserdampf mit etwas Zitronensaft den Schmutz in der Mikrowelle
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Dampf so gut funktioniert
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: Mikrowelle mit Zitrone oder Essig reinigen
  4. Die Glimmerscheibe: klein, aber wichtig
  5. Grill, Heißluft und Kombigeräte
  6. Eingebranntes und hartnäckige Stellen
  7. Außenseite, Tür und Bedienfeld
  8. Typische Fehler
  9. Wie oft reinigen und wie sie sauber bleibt
  10. Häufige Fragen

Eine Mikrowelle reinigen Sie am schnellsten mit Wasserdampf: Eine Schüssel Wasser mit etwas Zitronensaft oder Essig wird wenige Minuten erhitzt, der Dampf weicht Spritzer auf, danach wischen Sie alles mit einem feuchten Tuch aus. Scheuermittel und Backofenspray sind nicht nötig und oft schädlich. Vorsicht gilt bei der kleinen Glimmerscheibe an der Seitenwand und beim Grillheizstab.

Warum Dampf so gut funktioniert

Spritzer in der Mikrowelle sind meist Fett, Stärke und Soße, die an Decke und Wänden antrocknen. Heißer Wasserdampf kondensiert auf den kühleren Wänden und weicht diese Schicht auf. Zitronensaft oder Essig bringen etwas Säure mit, die Fett nicht löst, aber leichte Kalkränder vom Wasser und Gerüche mindert. Die eigentliche Arbeit macht der Dampf; darum funktioniert auch reines Wasser, nur riecht es danach nicht frisch. Essigessenz braucht es nicht, ein Schuss Haushaltsessig reicht, und der Geruch ist kleiner.

Was Sie brauchen

  • mikrowellengeeignete Schüssel ohne Metallrand
  • Wasser, dazu Saft einer halben Zitrone, etwas Zitronensäure oder ein bis zwei Esslöffel Haushaltsessig
  • einen Holzstab oder Holzlöffel
  • weiches Tuch oder Schwamm ohne Scheuerseite, Spülmittel
  • trockenes Mikrofasertuch

Schritt für Schritt: Mikrowelle mit Zitrone oder Essig reinigen

  1. Schüssel vorbereiten. Etwa 250 ml Wasser in die Schüssel geben, Zitronensaft oder Essig zufügen und einen Holzstab hineinstellen. Das Holz bietet dem Wasser Ansatzpunkte für Blasen und verhindert, dass es beim Herausnehmen plötzlich hochkocht.
  2. Erhitzen. Bei voller Leistung drei bis fünf Minuten laufen lassen, bis das Wasser kocht und die Scheibe beschlägt.
  3. Einwirken lassen. Die Tür danach noch fünf Minuten geschlossen halten. Der Dampf arbeitet weiter, und die Schüssel kühlt etwas ab.
  4. Schüssel vorsichtig herausnehmen. Mit Topflappen, sie ist heiß.
  5. Drehteller und Ring herausnehmen. Beides im Spülbecken reinigen oder, wenn die Anleitung es erlaubt, in die Spülmaschine geben. Glasteller vor dem Spülen auf Raumtemperatur kommen lassen, sonst kann er springen.
  6. Innenraum auswischen. Decke zuerst, dann Wände, dann Boden. Hartnäckiges mit einem Tropfen Spülmittel auf dem feuchten Tuch.
  7. Nachwischen und lüften. Mit klarem Wasser nachwischen, trocken reiben und die Tür eine Weile offen stehen lassen.

Für die Innenreinigung mit viel Feuchtigkeit ziehen Sie vorher den Netzstecker, wenn er gut erreichbar ist. Bei Einbaugeräten reicht es, das Gerät ausgeschaltet zu lassen und nur mit einem gut ausgewrungenen Tuch zu arbeiten.

Die Glimmerscheibe: klein, aber wichtig

An einer Seitenwand oder an der Decke sitzt eine graue oder bräunliche Platte aus Glimmer, meist nur einige Zentimeter groß. Sie deckt die Öffnung ab, durch die die Mikrowellen in den Garraum geleitet werden, und hält Spritzer vom Hohlleiter fern. Reinigen Sie sie nur mit einem feuchten, weichen Tuch und ohne Druck; sie ist dünn, saugt Feuchtigkeit auf und kann aufblättern. Nicht abschrauben oder herausziehen, sofern die Anleitung das nicht beschreibt. Ist sie stark verfettet, angekohlt oder beschädigt, sollte sie ersetzt werden, denn Fett auf dieser Scheibe kann Funken und Brandstellen verursachen. Betreiben Sie die Mikrowelle nie ohne sie. Ersatzscheiben gibt es als Zuschnitt oder beim Kundendienst.

Grill, Heißluft und Kombigeräte

Mikrowellen mit Grillfunktion haben oben einen Heizstab. Er wird nicht nass gereinigt. Fettspritzer daran verbrennen, wenn Sie den Grill einige Minuten leer laufen lassen; der Geruch vergeht dabei. Die Decke um den Heizstab herum wischen Sie im kalten Zustand vorsichtig aus.

Kombigeräte mit Heißluft oder Backofenfunktion haben oft einen emaillierten oder Edelstahl-Innenraum und eingebrannte Stellen wie ein Backofen. Manche Hersteller erlauben für diese Geräte einen milden Backofenreiniger, andere schließen ihn ausdrücklich aus. Maßgeblich ist die Anleitung. Ohne ausdrückliche Freigabe bleibt es bei Dampf, Spülmittel und Natronpaste. Für Einbau-Kombigeräte mit Pyrolyse gelten die Hinweise aus dem Beitrag Backofen reinigen.

Eingebranntes und hartnäckige Stellen

Wiederholen Sie zuerst den Dampfdurchgang, oft reicht ein zweiter. Bleibt etwas, hilft eine Paste aus Natron und wenig Wasser: auftragen, zehn Minuten wirken lassen, mit weichem Tuch abnehmen und gründlich nachwischen, damit keine Natronreste im Garraum bleiben. Nicht mit dem Messer oder Metallschaber an die Innenwände gehen: Beschädigte Beschichtung kann rosten, und Rost in der Mikrowelle führt zu Funkenbildung.

Außenseite, Tür und Bedienfeld

Die Außenseite reinigen Sie mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel. Bei Edelstahlfronten wischen Sie in Richtung des Schliffs und reiben trocken nach, dann bleiben keine Streifen; mehr dazu unter Edelstahl reinigen. Sprühen Sie Reiniger nicht direkt auf das Bedienfeld, sondern auf das Tuch, damit keine Feuchtigkeit in die Elektronik läuft. Wichtig ist die Innenseite der Tür mit ihren Dichtflächen: Speisereste dort verhindern, dass die Tür sauber schließt. Oben auf der Mikrowelle sammelt sich Staub und Fett; die Lüftungsschlitze dürfen dabei nicht nass werden.

Typische Fehler

  • Mikrowelle leer betreiben: Ohne Wasser oder Speisen im Garraum kann das Magnetron Schaden nehmen. Beim Dampfreinigen also immer genug Wasser.
  • Wasser ohne Holzstab lange erhitzen: Das Risiko des Siedeverzugs ist gering, aber real und führt zu Verbrühungen.
  • Scheuermittel und raue Schwämme: Sie zerkratzen Innenwände und Türscheibe.
  • Desinfektionsmittel und Alkohol in großen Mengen: Sie sind nicht nötig und im Garraum brennbar, wenn Reste zurückbleiben. Spülmittel und heißes Wasser reichen für die Hygiene.
  • Backofenspray ohne Freigabe: greift Beschichtung und Kunststoffteile an.

Wie oft reinigen und wie sie sauber bleibt

Spritzer wischen Sie am besten direkt nach dem Benutzen weg, solange sie noch weich sind. Eine Dampfreinigung alle ein bis zwei Wochen genügt bei normalem Gebrauch. Den größten Unterschied macht eine Mikrowellenhaube über dem Teller, die Spritzer auffängt; ein umgedrehter Teller erfüllt denselben Zweck. Weitere Tipps für Küchengeräte finden Sie in der Rubrik Küche und unter Kühlschrank reinigen.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich den Geruch aus der Mikrowelle?

Zuerst die Ursache entfernen, also alle Spritzer, auch an der Decke und an der Türdichtung. Danach eine Dampfreinigung mit Zitrone. Bleibt der Geruch, eine offene Schale mit Natron über Nacht im geschlossenen Garraum stehen lassen. Riecht es verbrannt nach Plastik oder Elektrik, das Gerät nicht weiter benutzen.

Ist Essig oder Zitrone besser?

Beide wirken ähnlich, weil der Dampf die eigentliche Arbeit macht. Zitrone riecht angenehmer, Essig ist günstig und hilft etwas besser gegen Kalkränder. Zu viel Essig riecht lange nach, ein bis zwei Esslöffel reichen.

Kann ich die Mikrowelle mit einem Spülmaschinentab reinigen?

Das wird oft empfohlen, ist aber nicht nötig. Tabs enthalten stark alkalische Stoffe und Enzyme, die für die Spülmaschine gedacht sind. Im Garraum bleiben leicht Reste zurück. Spülmittel und Dampf sind die bessere Wahl.

Der Glasteller hat einen Sprung. Kann ich ihn weiter benutzen?

Besser nicht. Ein gesprungener Teller kann beim Erhitzen weiter reißen oder brechen. Ersatzteller gibt es für die meisten Modelle beim Hersteller oder im Fachhandel; auf den Durchmesser und die Aufnahme für den Drehring achten.