Reisewaschmaschine

Inhalt10 Abschnitte
- So funktioniert eine Reisewaschmaschine
- Eine oder zwei Kammern?
- Für wen sich die Anschaffung lohnt
- Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Schritt für Schritt: ein Waschgang mit der Mini-Waschmaschine
- Strom und Wasser: der richtige Platz
- Was hineinpasst – und was nicht
- Waschen ohne Strom
- Unsere Empfehlung
- Häufige Fragen
Eine Reisewaschmaschine – auch Camping-Waschmaschine oder Mini-Waschmaschine genannt – ist ein leichtes Gerät aus Kunststoff, das ohne Wasseranschluss auskommt. Sie füllen Wasser von Hand ein, geben Waschmittel dazu, stellen die Zeitschaltuhr und lassen das Schmutzwasser anschließend über einen Schlauch in den Abfluss oder einen Eimer laufen. Für Camper, Studentenzimmer und kleine Wohnungen ohne Waschmaschinenanschluss ist das eine praktische Lösung – mit Einschränkungen, die man vor dem Kauf kennen sollte.
So funktioniert eine Reisewaschmaschine
Eine normale Waschmaschine holt sich das Wasser selbst aus der Leitung, heizt es auf, bewegt die Wäsche in einer Trommel und pumpt das Wasser am Ende ab. Eine Reisewaschmaschine macht davon nur einen Teil. Sie ist fast immer ein Toplader: Oben öffnen Sie einen Deckel, darunter liegt ein Becken mit einer drehenden Scheibe am Boden, dem sogenannten Pulsator. Er wirbelt Wasser und Wäsche hin und her und löst so den Schmutz.
Das Wasser füllen Sie selbst ein – mit einem Eimer, einem Messbecher oder direkt mit der Brause. Einige Geräte haben einen Zulaufschlauch, der sich mit einem Adapter an einen Wasserhahn anschließen lässt. Gesteuert wird meist über einen mechanischen Drehschalter: Waschzeit einstellen, fertig. Ein Programm im eigentlichen Sinn gibt es nicht.
Nach dem Waschen öffnen Sie den Ablauf, und das Wasser läuft über einen Schlauch ab. Bei den meisten günstigen Modellen geschieht das allein durch die Schwerkraft, es gibt keine Pumpe. Der Schlauch muss deshalb nach unten führen: in eine Duschtasse, ein tiefer stehendes Becken oder einen Eimer, der niedriger steht als die Maschine.
Eine oder zwei Kammern?
Im Handel finden Sie zwei Bauarten, die sich im Alltag deutlich unterscheiden.
| Ein-Kammer-Gerät | Zwei-Kammer-Gerät (Twin Tub) | |
| Aufbau | ein Becken zum Waschen, teils mit Schleuderkorb zum Einsetzen | Waschkammer und separate Schleuderkammer nebeneinander |
| Füllmenge | meist 2–3 kg | meist 3–5 kg Waschen, 1–2 kg Schleudern |
| Schleudern | schwach oder gar nicht | deutlich besser, Wäsche kommt feucht statt tropfnass heraus |
| Größe und Gewicht | klein, oft unter 10 kg | etwa so groß wie ein großer Umzugskarton, meist 10–20 kg |
| Geeignet für | Socken, Unterwäsche, T-Shirts, gelegentlich | regelmäßiges Waschen im Wohnwagen oder in der kleinen Wohnung |
Wer die Maschine regelmäßig nutzt, ist mit einem Zwei-Kammer-Gerät besser bedient. Sie waschen eine Ladung, heben sie in den Schleuderkorb und schleudern sie dort; das Waschbecken kann währenddessen schon für die nächste Runde befüllt werden. Ob beide Kammern gleichzeitig laufen dürfen, steht in der Anleitung – bei vielen Geräten ist immer nur eine in Betrieb.
Für wen sich die Anschaffung lohnt
Ursprünglich sind die kleinen Maschinen für Wohnwagen, Wohnmobil und Zelt gedacht. Auf längeren Reisen ersparen sie den Gang zur Münzwaschmaschine des Campingplatzes, und Handtücher, Badesachen oder Kinderkleidung sind schneller wieder sauber.
Auch zu Hause können sie sinnvoll sein: im Studentenwohnheim, in einem WG-Zimmer, in einer kleinen Wohnung ohne Waschmaschinenanschluss oder als Zweitgerät für Putzlappen, Hundedecken und Sportkleidung, die man nicht mit der übrigen Wäsche waschen möchte. Im Gartenhaus oder Ferienhaus ohne Anschluss spielt die Reisewaschmaschine ebenfalls ihre Stärken aus.
Weniger geeignet ist sie als Ersatz für eine richtige Waschmaschine in einem Haushalt mit mehreren Personen. Dafür ist die Füllmenge zu klein und der Aufwand zu groß: Sie müssen bei jedem Waschgang dabei sein, Wasser einfüllen, ablassen, spülen und umfüllen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Füllmenge: Die angegebenen Kilogramm beziehen sich auf trockene Wäsche. Rechnen Sie in der Praxis mit etwas weniger, damit die Teile sich im Wasser noch bewegen können.
- Schleuderleistung: Sie ist der größte Unterschied zwischen einfachen und besseren Modellen. Herstellerangaben zur Drehzahl lassen sich kaum überprüfen – eine separate Schleuderkammer ist das verlässlichere Merkmal.
- Ablauf: Mit Pumpe dürfen Sie den Schlauch auch in ein höher stehendes Waschbecken hängen, ohne Pumpe muss es bergab gehen.
- Maximale Wassertemperatur: Die Kunststoffbehälter vertragen nur begrenzt heißes Wasser. Die Anleitung nennt die Grenze, meist liegt sie bei etwa 40–50 °C.
- Gewicht und Maße: Bei der Wahl für den Wohnwagen zählt jedes Kilo und jeder Zentimeter im Stauraum.
- Zubehör: Ein Zulaufschlauch mit Adapter, ein ausreichend langer Ablaufschlauch und ein Deckel, der während des Schleuderns sicher schließt.
Einfache Modelle kosten meist zwischen 60 und 100 Euro, Zwei-Kammer-Geräte mit größerer Füllmenge etwas mehr. Eine Alternative sind sehr kleine Frontlader mit rund 3 kg Füllmenge, die wie eine normale Waschmaschine funktionieren, Wasser heizen und abpumpen – sie brauchen aber einen Wasseranschluss und kosten deutlich mehr.
Reisewaschmaschinen bei Amazon ansehen

Schritt für Schritt: ein Waschgang mit der Mini-Waschmaschine
- Maschine aufstellen. Das Gerät steht gerade und fest, am besten auf einer rutschfesten Unterlage. Der Ablaufschlauch hängt nach unten in Dusche, Abfluss oder Eimer.
- Wasser einfüllen. Bis zur Markierung, in der Temperatur, die die Anleitung erlaubt. Lauwarmes Wasser aus der Leitung reicht für normale Alltagswäsche.
- Waschmittel auflösen. Flüssigwaschmittel direkt ins Wasser geben. Waschpulver vorher kurz ohne Wäsche laufen lassen, bis es sich gelöst hat, sonst bleiben weiße Rückstände auf dunklen Stoffen. Nehmen Sie deutlich weniger als bei einer großen Maschine, sonst schäumt es über.
- Wäsche hinein und waschen. Nicht zu voll packen. Je nach Verschmutzung reichen 5 bis 15 Minuten.
- Wasser ablassen und spülen. Frisches Wasser einfüllen und die Wäsche ohne Waschmittel noch einmal durchbewegen. Bei viel Schaum einen zweiten Spülgang anhängen.
- Schleudern. Die Wäsche gleichmäßig in den Schleuderkorb legen und die Abdeckung aufsetzen. Einseitig beladen, fängt das Gerät an zu wandern.
- Aufhängen. Auch gut geschleuderte Wäsche ist feuchter als aus einer normalen Waschmaschine. Im Wohnwagen am besten draußen oder bei guter Lüftung trocknen, sonst droht Kondenswasser.
Stark verschmutzte Wäsche braucht zwei Waschgänge mit Waschmittel. Flecken sollten Sie vorher behandeln, etwa Grasflecken oder Obstflecken – die kurze Waschzeit bei niedriger Temperatur schafft sie allein nicht.
Strom und Wasser: der richtige Platz
Die Maschine braucht eine 230-Volt-Steckdose. Auf dem Campingplatz ist das über den Landstrom-Anschluss kein Problem. An der Bordbatterie über einen Wechselrichter läuft sie nur, wenn dieser genug Leistung liefert und die Batterie groß genug ist – das sollten Sie anhand der Geräteangabe in Watt vorher prüfen.
Zu Hause stellen viele Besitzer die Maschine in die Dusche oder Badewanne, weil dort das Wasser direkt abfließen kann und sich mit der Brause bequem befüllen lässt. Eine Alternative ist die Küchenarbeitsfläche neben der Spüle, sofern der Ablauf ohne Pumpe noch bergab führt.
Wasser und Netzstrom vertragen sich nicht. Steckdose und Stecker müssen außerhalb des Spritzbereichs bleiben, die Steckdose sollte über einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) abgesichert sein, und nasse Hände haben am Stecker nichts zu suchen. Stellen Sie die Maschine nur so in die Dusche, dass Kabel und Stecker trocken bleiben, und ziehen Sie vor dem Umfüllen der Wäsche den Netzstecker, wenn die Anleitung das vorsieht. Ein beschädigtes Kabel ist ein Grund, das Gerät nicht mehr zu benutzen.
Das Abwasser mit Waschmittel gehört in den Abfluss oder in die Grauwasser-Entsorgung des Campingplatzes, nicht in die Wiese oder den Straßengraben – auch nicht bei „biologisch abbaubaren“ Mitteln.
Was hineinpasst – und was nicht
Gut geeignet sind T-Shirts, Unterwäsche, Socken, Handtücher, Geschirrtücher, Putzlappen, Sport- und Badekleidung. Jeans und dicke Pullover gehen, belegen aber schnell die ganze Kammer.
Nicht geeignet sind große und schwere Teile: Bettdecken, Schlafsäcke, Wintermäntel, dicke Wolldecken. Sie passen zwar vielleicht gerade so hinein, können sich im Wasser aber nicht bewegen und werden deshalb nicht sauber. Für eine Daunendecke oder einen Daunenschlafsack ist eine große Waschmaschine mit mindestens 7 kg Füllmenge oder der Waschsalon die bessere Wahl.
Waschen ohne Strom
Wer mit dem Zelt oder ohne Landstrom unterwegs ist, kann auf Handlösungen ausweichen. Es gibt faltbare Waschbeutel mit Noppen im Inneren, die Sie mit Wasser und Wäsche füllen und durchkneten, sowie Eimer mit einem Stampfer oder einer Kurbel. Für eine Handvoll Kleidungsstücke genügt das. Schleudern kann keine dieser Lösungen – hier hilft nur kräftiges Auswringen, am besten in einem Handtuch eingerollt.
Wer ohnehin unterwegs Stauraum sucht, findet in unserem Beitrag zum faltbaren Campingschrank eine Möglichkeit, Kleidung im Vorzelt ordentlich unterzubringen. Weitere Themen rund um die Wäsche finden Sie in der Rubrik Wäsche.
Unsere Empfehlung
Für den Campingurlaub und die kleine Wohnung ohne Anschluss ist eine Reisewaschmaschine mit zwei Kammern die sinnvollste Wahl: Sie wäscht ordentlich und schleudert die Wäsche so weit, dass sie in vernünftiger Zeit trocknet. Ein-Kammer-Geräte ohne Schleuder eignen sich nur für gelegentliche Kleinigkeiten. Wer eine richtige Waschmaschine ersetzen will, sollte über einen kleinen Frontlader nachdenken oder beim Waschsalon bleiben.
Häufige Fragen
Heizt eine Reisewaschmaschine das Wasser auf?
In aller Regel nicht. Das Wasser hat die Temperatur, mit der Sie es einfüllen. Für normale Alltagswäsche reicht lauwarmes Leitungswasser; wie heiß es höchstens sein darf, steht in der Anleitung. Kochwäsche ist mit diesen Geräten nicht möglich.
Wie viel Wasser braucht ein Waschgang?
Das hängt vom Modell ab, die Anleitung nennt die Füllmenge. Denken Sie daran, dass zum Waschen mindestens ein Spülgang mit frischem Wasser dazukommt. Planen Sie also die doppelte Menge ein, bei viel Schaum auch mehr.
Wandert die Maschine beim Schleudern?
Das kann passieren, weil die leichten Geräte kaum Eigengewicht haben. Gleichmäßig beladen, gerade aufstellen und eine rutschfeste Unterlage verwenden hilft. Eine Antivibrationsmatte dämpft zusätzlich die Schwingungen.
Kann ich gleichzeitig waschen und schleudern?
Das hängt vom Modell ab, die Anleitung gibt Auskunft. Bei vielen Zwei-Kammer-Geräten läuft immer nur eine Kammer. Sie können aber die nächste Ladung schon ins frische Waschwasser legen, während die vorherige geschleudert wird, und so Zeit sparen.
Welches Waschmittel eignet sich?
Jedes normale Flüssigwaschmittel, allerdings sparsam dosiert – kleine Maschinen schäumen schnell über. Pulver vorher im Wasser auflösen. Waschmittel, die für Handwäsche gedacht sind, funktionieren ebenfalls.



