Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Wiederverwendbares Backpapier

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Wiederverwendbares Backpapier
Wiederverwendbares Backpapier
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Einweg-Backpapier ein Problem ist
  2. Die zwei Arten im Vergleich
  3. Kaufkriterien
  4. Richtig verwenden
  5. Wiederverwendbares Backpapier reinigen
  6. Sicherheit: drei Fehler, die man vermeiden sollte
  7. Wann ist die Matte hinüber und wohin damit?
  8. Alternativen ohne Backpapier
  9. Häufige Fragen
Anzeige

Wiederverwendbares Backpapier ersetzt Einweg-Backpapier auf Blech und in Formen. Es gibt zwei Arten: dünne Dauerbackfolien aus Glasgewebe mit PTFE-Beschichtung, die sich wie Papier zuschneiden lassen, und dickere Matten aus Silikon. Beide lassen sich abwaschen und sehr oft verwenden, solange man sie nicht zerschneidet oder überhitzt. Wer regelmäßig backt, spart damit auf Dauer Geld und Müll.

Warum Einweg-Backpapier ein Problem ist

Herkömmliches Backpapier ist kein reines Papier. Es ist mit einer dünnen Silikonschicht versehen, damit nichts anklebt. Dadurch gehört es nach dem Gebrauch in den Restmüll, nicht ins Altpapier und nicht in den Biomüll. Bei einem Blech pro Woche kommen im Jahr einige Rollen zusammen.

Einweg-Backpapier ist nicht gesundheitsschädlich, solange die angegebene Höchsttemperatur eingehalten wird, und es kann durchaus mehrmals verwendet werden, wenn es nach dem Backen sauber und nicht braun ist – etwa für Plätzchen. Wiederverwendbare Varianten gehen einen Schritt weiter: ein Blatt für Hunderte Bleche.

Wiederverwendbares Backpapier
Wiederverwendbares Backpapier spart Müll und muss nur abgewaschen werden

Die zwei Arten im Vergleich

Dauerbackfolie (PTFE-beschichtetes Glasgewebe)Silikon-Backmatte
Stärkesehr dünn, meist unter 0,5 mmdicker, meist 0,5–1 mm, oft mit Glasfasergewebe im Kern
Zuschneidenja, mit der Schere, passend für Blech und Springformnein, das Gewebe liegt dann offen
Höchsttemperaturlaut Herstellern meist 260 °Cje nach Hersteller etwa 230–260 °C
BackergebnisUnterseite wird knusprig wie auf PapierUnterseite etwas weniger knusprig, dafür gleichmäßig
Rutschfestigkeitrutscht wie Papierliegt fest, auch zum Teigausrollen geeignet
Gut fürBlechkuchen, Pizza, Formen auslegen, AirfryerPlätzchen, Makronen, Brötchen, Teig kneten und ausrollen

PTFE ist der Kunststoff, der als Antihaftbeschichtung von Pfannen bekannt ist. Er gehört zur großen Gruppe der PFAS, deren Einsatz in der EU zunehmend kritisch diskutiert wird. Im bestimmungsgemäßen Gebrauch gelten Antihaftbeschichtungen als unbedenklich; wer PFAS trotzdem aus der Küche heraushalten möchte, nimmt eine Silikonmatte.

Kaufkriterien

  • Höchsttemperatur: Mindestens so hoch wie Ihre höchste übliche Backtemperatur, besser mit Reserve. Für Pizza bei 250 °C reicht eine Folie bis 230 °C nicht.
  • Größe: Standardbleche sind etwa 40 × 30 cm, aber jeder Ofen ist anders. Folien lassen sich zuschneiden, Matten nicht – deshalb Blech vorher ausmessen.
  • Lebensmittelsicherheit: Angaben zur Eignung für Lebensmittel nach EU-Vorgaben; bei Silikon auf „lebensmittelecht“ und geruchsneutral achten. Riecht eine neue Matte stark, vor dem ersten Gebrauch waschen und einmal leer im Ofen erhitzen.
  • Stärke: Dickere Folien halten länger, sehr dünne knicken leichter.
  • Zuschnitte: Es gibt fertig geschnittene runde Einlagen für Springformen und gelochte Einlagen für Heißluftfritteusen.

Dauerbackfolien und Silikonmatten kosten meist zwischen 10 und 25 Euro, oft im Set mit mehreren Stück.

Dauerbackfolien bei Amazon ansehen

Für Plätzchen und Teigarbeiten eignen sich Silikon-Backmatten, für die Heißluftfritteuse gibt es gelochte Einlagen.

Richtig verwenden

  1. Vor dem ersten Gebrauch abwaschen und trocknen lassen.
  2. Zuschneiden, falls nötig. Nur Folien, nicht Silikonmatten. Für Springformen den Boden nachzeichnen und einen Rand für die Wand separat schneiden.
  3. Glatt auflegen. Wellen glätten sich im Ofen meist von selbst, bei Folien hilft ein Hauch Wasser auf dem Blech, damit sie haften.
  4. Nicht einfetten. Die Oberfläche ist bereits antihaftend; Fett hinterlässt nur einen klebrigen Film.
  5. Nicht darauf schneiden. Pizza und Blechkuchen vor dem Schneiden vom Blech auf ein Brett ziehen – ein Messerschnitt macht die Folie an dieser Stelle unbrauchbar.
  6. Nach dem Backen abkühlen lassen und dann reinigen.

In der Heißluftfritteuse muss die Einlage immer vom Gargut beschwert sein. Liegt sie lose im Korb, kann das Gebläse sie hochwirbeln und an die Heizspirale drücken. Deshalb nie leer vorheizen und gelochte Einlagen verwenden, damit die Luft zirkulieren kann. Mehr zum Gerät lesen Sie in unserem Beitrag zur Heißluftfritteuse.

Wiederverwendbares Backpapier
Dauerbackfolie auf dem Blech – vor dem Schneiden das Backgut herunternehmen

Wiederverwendbares Backpapier reinigen

Die glatte Oberfläche macht die Reinigung einfach:

  • Normal: Mit warmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Schwamm oder Tuch abwischen, abspülen, trocknen lassen.
  • Angebacken: In warmem Spülwasser einige Minuten einweichen, dann mit einem Kunststoffschaber lösen. Keine Stahlwolle, keine Scheuermilch, keine kratzende Schwammseite.
  • Fettfilm auf Silikon: Silikon nimmt mit der Zeit einen leicht klebrigen Fettfilm an. Hier hilft heißes Wasser mit Spülmittel und etwas Natron, danach gut abspülen.
  • Spülmaschine: Viele Hersteller erlauben sie. Die Matte dabei flach oder locker gerollt einstellen und nicht zwischen Besteck klemmen. Handwäsche schont trotzdem mehr.
  • Verfärbungen durch Kurkuma, Tomatensoße oder Beeren sind meist nur optisch und kein Grund zum Austausch.

Zum Aufbewahren die Folie flach auf ein Blech legen oder locker rollen, nicht knicken. Silikonmatten lassen sich rollen und mit einem Gummiband fixieren.

Sicherheit: drei Fehler, die man vermeiden sollte

Überhitzen: PTFE zersetzt sich bei Temperaturen deutlich über der angegebenen Grenze. Dabei entstehen Dämpfe, die grippeähnliche Beschwerden auslösen können und für Ziervögel tödlich sind. Deshalb die Höchsttemperatur einhalten, die Folie nicht unter den Backofengrill legen und nicht mit Pyrolyse-Reinigung im Ofen lassen.

Auf den Backofenboden legen: Viele Tipps empfehlen, eine Dauerbackfolie auf den Ofenboden zu legen, um herabtropfendes Fett aufzufangen. Die meisten Backofenhersteller raten davon ab: Unter dem Boden liegt oft die Unterhitze, die Folie staut die Wärme, kann überhitzen und die Emaille beschädigen. Besser ein Blech auf die unterste Schiene schieben. Wie sich angebackenes Fett im Ofen trotzdem lösen lässt, steht im Beitrag zum Backofenspray.

Auf dem Grill: Grillmatten aus demselben Material sind für den Grillrost gemacht, dürfen aber nie mit Flamme oder Glut in Berührung kommen und nicht über die Herstellergrenze erhitzt werden. Über sehr heißer Holzkohle ist das schnell der Fall.

Wann ist die Matte hinüber und wohin damit?

Eine Dauerbackfolie oder Silikonmatte wird ausgetauscht, wenn sie Schnitte oder Risse hat, die Beschichtung sich ablöst, sie dauerhaft klebt oder stark riecht. Bei pfleglicher Behandlung halten beide lange – die Herstellerangaben von mehreren Hundert bis über tausend Anwendungen sind realistisch, wenn nicht geschnitten und nicht überhitzt wird. Entsorgt werden ausgediente Matten in Deutschland über den Restmüll; Sondermüll sind sie nicht.

Alternativen ohne Backpapier

Nicht jedes Backen braucht eine Unterlage. Fetten und mit Mehl oder Grieß ausstreuen funktioniert bei den meisten Kuchenformen. Beschichtete Bleche und Formen brauchen oft gar nichts, Glas- und Keramikformen für Aufläufe ohnehin nicht. Für Pizza und Brot mit knusprigem Boden ist ein Pizzastein die bessere Wahl, alternativ eine Pizzapfanne. Mehr Ideen für die Backküche finden Sie in der Rubrik Küche.

Unsere Empfehlung: Wer oft Blechkuchen, Pizza oder Ofengemüse macht, nimmt zwei zugeschnittene Dauerbackfolien. Für Plätzchen und Teigarbeiten ist eine Silikonmatte angenehmer. Beides lohnt sich nur, wenn Sie es konsequent abwaschen statt wegzuwerfen.

Häufige Fragen

Wie reinigt man wiederverwendbares Backpapier?

Mit warmem Wasser, etwas Spülmittel und einem weichen Schwamm abwischen, abspülen und trocknen lassen. Angebackenes vorher einweichen und mit einem Kunststoffschaber lösen. Viele Matten vertragen laut Hersteller auch die Spülmaschine.

Wie oft kann man eine Dauerbackfolie verwenden?

Bei pfleglicher Behandlung mehrere Hundert Male, manche Hersteller geben über tausend Anwendungen an. Schnitte, Knicke und Überhitzung verkürzen die Lebensdauer deutlich.

Bis wie viel Grad hält wiederverwendbares Backpapier?

PTFE-beschichtete Dauerbackfolien laut Herstellern meist bis 260 °C, Silikonmatten je nach Produkt etwa 230–260 °C. Maßgeblich ist immer die Angabe auf der Verpackung.

Kann man Silikon-Backmatten zuschneiden?

Besser nicht. Viele Silikonmatten haben ein Glasfasergewebe im Kern, das an Schnittkanten offenliegt und ausfransen kann. Zum Zuschneiden eignen sich die dünnen PTFE-Dauerbackfolien.

Ist wiederverwendbares Backpapier gesundheitlich unbedenklich?

Bei bestimmungsgemäßer Nutzung ja, sofern es für Lebensmittel zugelassen ist und die Höchsttemperatur eingehalten wird. Problematisch wird PTFE erst bei deutlicher Überhitzung, etwa unter dem Grill oder bei Pyrolyse. Wer PFAS ganz vermeiden möchte, greift zu Silikon.

Anzeige
Anzeige