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Teerflecken entfernen

Christoph · 8 Min. Lesezeit

Straßenbauarbeiter verteilen frischen Asphalt
Beim Asphaltieren gelangt Teer leicht an Schuhe und Kleidung
Inhalt10 Abschnitte
  1. Teer oder Bitumen – woher die Flecken kommen
  2. Die Grundregeln für jeden Untergrund
  3. Teerflecken aus Kleidung entfernen
  4. Teer auf der Haut: nur mit Fett
  5. Teerflecken am Auto
  6. Schuhe, Teppiche und Böden
  7. Die Mittel im Überblick
  8. Sicherheit beim Umgang mit Lösungsmitteln
  9. Wenn nichts hilft
  10. Häufige Fragen

Teerflecken gehen beim normalen Waschen nicht heraus, weil Teer und Bitumen sich nicht in Wasser lösen, sondern nur in Fett und Lösungsmitteln. Die Grundregel lautet deshalb: grob abkratzen, mit Fett oder einem passenden Lösungsmittel anlösen und das Gelöste anschließend mit Spülmittel auswaschen. Welches Mittel das richtige ist, hängt vom Untergrund ab – was auf dem Autolack hilft, gehört nicht auf die Haut, und was auf der Haut hilft, bringt auf dem Lack wenig.

Teer oder Bitumen – woher die Flecken kommen

Echter Teer wird aus Kohle gewonnen und enthält größere Mengen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige krebserregend sind. Im Straßenbau wird er in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet. Heute nimmt man Bitumen, ein Produkt aus Erdöl. Wenn im Sommer frisch „geteert“ wird, ist es also fast immer Asphalt mit Bitumen als Bindemittel.

Bitumen statt gesundheitsschädlichem Teer im Straßenbau
In Deutschland wird im Straßenbau Bitumen statt Teer verwendet

Typische Quellen für schwarze, klebrige Flecken sind:

  • frisch asphaltierte Straßen und Gehwege, besonders bei Hitze,
  • Rollsplitt und Spritzer an Autoschwellern und Radkästen,
  • Dachpappe und Bitumenanstriche bei Bauarbeiten,
  • Teerklumpen am Strand, die meist aus Ölrückständen im Meer stammen.

Für die Fleckentfernung ist der Unterschied egal: Alles, was gegen Teer hilft, hilft auch gegen Bitumen.

Die Grundregeln für jeden Untergrund

  1. Schnell sein. Frische Flecken sind weich und lösen sich viel leichter als solche, die tagelang eingetrocknet sind.
  2. Erst mechanisch. Überstehendes mit einem stumpfen Messer, einem Löffel oder einem Kunststoffschaber abheben. Auf Textilien vorher mit einem Eiswürfel im Gefrierbeutel kühlen – kalter Teer wird spröde und bricht ab, statt zu schmieren.
  3. Anlösen. Mit Fett (Butter, Speiseöl) oder einem Lösungsmittel (Waschbenzin, Teerentferner) einweichen, kurz einwirken lassen.
  4. Tupfen statt reiben. Von außen zur Mitte arbeiten, damit sich der Fleck nicht ausbreitet, und immer eine saubere Stelle des Tuchs nehmen.
  5. Das Fett entfernen. Butter oder Öl hinterlassen selbst einen Fettfleck. Den löst man mit Spülmittel oder Gallseife und wäscht dann normal.
  6. Erst testen. Jedes Lösungsmittel vorher an einer verdeckten Stelle ausprobieren, besonders bei Kunstfasern, Leder, Kunststoff und Lack.

Teerflecken aus Kleidung entfernen

Kleidung ist der häufigste Fall, und hier haben Sie die größte Auswahl. So gehen Sie vor:

  1. Kühlen und abkratzen. Das Kleidungsstück kurz in den Gefrierschrank legen oder den Fleck mit einem Eiswürfel kühlen, dann den spröden Teer vorsichtig abheben.
  2. Unterlage schaffen. Ein saugfähiges Tuch oder Küchenpapier unter den Fleck legen, damit das Gelöste nicht auf die andere Seite wandert.
  3. Mit Fett anlösen. Butter, Speiseöl oder Eigelb einarbeiten und 15 bis 30 Minuten einwirken lassen. Eigelb ist ein altes Hausmittel, das über sein Fett ähnlich wirkt.
  4. Fett auswaschen. Reichlich Spülmittel oder Gallseife einmassieren, damit Teer- und Fettreste gebunden werden, dann handwarm ausspülen.
  5. Waschen. Mit der höchsten Temperatur waschen, die das Pflegeetikett erlaubt, und vor dem Trocknen prüfen, ob der Fleck wirklich weg ist. Hitze im Trockner fixiert Reste.

Bleibt ein grauer Schatten, hilft Waschbenzin (auch Reinigungs- oder Fleckbenzin genannt, aus Drogerie oder Baumarkt). Wenig auf ein weißes Tuch geben und den Fleck von außen nach innen betupfen. Bei empfindlichen Stoffen wie Acetat oder beschichteten Funktionstextilien vorher an einer Innennaht testen. Wolle, Seide und Stücke mit der Pflegeangabe „nicht chemisch reinigen“ gehören im Zweifel in die Reinigung.

Mehr zu hartnäckigen Flecken auf Textilien finden Sie in unseren Anleitungen zu Harzflecken, Wachsflecken und Grasflecken sowie in der Rubrik Wäsche.

Teer auf der Haut: nur mit Fett

Auf der Haut haben Waschbenzin, Terpentinöl, Nagellackentferner und Teerentferner nichts verloren. Sie entfetten die Haut, reizen sie und werden zum Teil über die Haut aufgenommen.

Stattdessen helfen Fette: Butter, Olivenöl, Sonnenblumen- oder Kokosöl, Babyöl, Vaseline oder eine fettige Creme. Großzügig auftragen, einige Minuten einwirken lassen und dann mit einem weichen Tuch abreiben. Anschließend mit warmem Wasser und Seife waschen. Bei älteren Flecken den Vorgang wiederholen, statt fester zu schrubben.

Das gilt übrigens auch für Pfoten: Wer mit dem Hund über frischen Asphalt gelaufen ist, reibt die Ballen mit Speiseöl ein und wäscht mit milder Seife nach. Nicht zu Lösungsmitteln greifen – der Hund leckt die Pfoten ab.

Heißer Teer oder heißes Bitumen verursacht Verbrennungen. Dann die Stelle sofort lange mit kühlem Wasser kühlen und die erkaltete Masse nicht von der Haut reißen, weil sie die Haut mitnimmt. Bei allem, was größer als eine Münze ist, im Gesicht oder an den Händen: ärztlich behandeln lassen.

Teerflecken am Auto

Auf dem Lack sind Teerspritzer nach Fahrten über frisch ausgebesserte Straßen ein Klassiker. Hier sind spezielle Teerentferner die beste Wahl. Sie bestehen aus Lösungsmitteln, die auf Autolack abgestimmt sind, und werden meist als Spray oder Flüssigkeit angeboten.

  1. Auto waschen oder abspülen. Sand und Staub entfernen, damit beim Reiben nichts kratzt.
  2. Nur auf kaltem Lack. Nicht in der prallen Sonne arbeiten, sonst verdunstet das Mittel zu schnell und kann Flecken hinterlassen.
  3. Aufsprühen und einwirken lassen. Die Einwirkzeit steht auf der Flasche, meist sind es wenige Minuten.
  4. Abwischen. Mit einem weichen Mikrofasertuch ohne Druck abnehmen, bei Bedarf wiederholen.
  5. Nachwaschen und konservieren. Teerentferner nimmt auch Wachs mit. Die Stelle danach waschen und neu wachsen.

Zwei Beispiele für solche Mittel aus dem Autozubehör:

Viele Teerentferner eignen sich laut Hersteller auch für Glas, Fliesen, Metall, Kunststoff und Keramik. Was genau erlaubt ist, steht auf dem Etikett; empfindliche Kunststoffe und matte Oberflächen sind oft ausgenommen. Waschbenzin und Terpentinöl sind auf dem Lack keine gute Idee, sie können Klarlack und Wachsschicht angreifen und stumpfe Stellen hinterlassen. Für Sitzbezüge und Fußmatten im Auto gilt dagegen dasselbe wie für Textilien und Teppiche.

Schuhe, Teppiche und Böden

Schuhsohlen aus Gummi: Grobes mit einem Stöckchen oder Kunststoffspatel abkratzen, Reste mit Speiseöl oder Butter einreiben und abwischen. Lösungsmittel greifen manche Sohlen an, deshalb nur nach Test. Glattleder verträgt Fett gut; nach der Reinigung mit Schuhcreme pflegen. Stoffschuhe und Turnschuhe behandeln Sie wie Kleidung.

Teppiche und Fußmatten: Den Teer mit Eis hart werden lassen und so viel wie möglich abheben. Dann Waschbenzin sparsam auf ein Tuch geben und den Fleck betupfen, nicht einreiben, damit sich kein Rand bildet und die Rückenbeschichtung nicht leidet. Anschließend mit einer milden Spülmittellösung nacharbeiten und trocknen lassen. Bei Wollteppichen, Orientteppichen und Flokati erst an einer verdeckten Stelle testen; bei wertvollen Stücken lohnt die Fachreinigung.

Fliesen, Stein und Vinyl vertragen Teerentferner oder Waschbenzin meist gut; hinterher mit Wasser und Spülmittel wischen. Laminat und Parkett sind empfindlicher: Hier zuerst mit Öl oder Butter anlösen, weich abnehmen und nur wenig Feuchtigkeit verwenden. Lösungsmittel können die Versiegelung matt machen.

Die Mittel im Überblick

MittelGeeignet fürNicht für
Butter, Speiseöl, VaselineHaut, Kleidung, Leder, Schuhsohlen, Hundepfoten– (hinterlässt aber selbst Fett, das ausgewaschen werden muss)
Spülmittel, Gallseifezum Auswaschen nach jeder Fettbehandlungallein zu schwach gegen Teer
WaschbenzinKleidung (nach Test), Teppich, Fliesen, AutositzeHaut, Autolack, empfindliche Kunststoffe
Terpentinölalte, eingetrocknete Flecken auf robusten TextilienHaut, Lack; riecht stark und kann Allergien auslösen
Isopropanolempfindlichere Stoffe, auf denen Benzin zu aggressiv ist (nach Test)Haut in größeren Mengen, Lack
TeerentfernerAutolack, Felgen, Glas, Metall, Fliesen (laut Etikett)Haut, Kleidung, Teppich

Terpentinöl ist übrigens nicht dasselbe wie „Terpentinersatz“ (Testbenzin) aus dem Malerbedarf, und Testbenzin ist nicht dasselbe wie Waschbenzin. Kaufen Sie gezielt das Mittel, das auf der Flasche als Fleckentferner ausgewiesen ist. Wer schnell etwas für Textilien braucht, findet Waschbenzin in jeder Drogerie.

Sicherheit beim Umgang mit Lösungsmitteln

Waschbenzin, Terpentinöl, Isopropanol und Teerentferner sind leicht entzündlich, ihre Dämpfe schwerer als Luft. Arbeiten Sie deshalb nur bei offenem Fenster oder im Freien, niemals in der Nähe von Kerzen, Gasherd oder Zigarette, und tragen Sie Handschuhe. Textilien, die mit Lösungsmittel behandelt wurden, erst gut auslüften lassen und nie direkt in den Wäschetrockner geben. Getränkte Lappen im Freien trocknen lassen, bevor sie in den Restmüll kommen. Reste gehören in die Schadstoffsammlung, nicht in den Ausguss. Und die Flaschen stehen verschlossen und außer Reichweite von Kindern.

Mischen Sie keine Mittel miteinander. Wenn eines nicht wirkt, erst gründlich auswaschen und trocknen lassen, dann das nächste probieren.

Wenn nichts hilft

Alte Flecken auf empfindlichen Stoffen, Polstermöbeln oder hellen Teppichen sind ein Fall für die Textilreinigung. Sagen Sie dort, dass es sich um Teer oder Bitumen handelt und was Sie bereits versucht haben. Beim Auto hilft eine Aufbereitung, wenn der Lack nach eigenen Versuchen matt geworden ist. Weitere Tipps rund ums Saubermachen finden Sie in der Rubrik Reinigen & Putzen.

Häufige Fragen

Welches Hausmittel hilft am besten gegen Teerflecken?

Fett. Butter, Speiseöl oder Vaseline lösen Teer und Bitumen an, ohne Haut oder Stoff anzugreifen. Wichtig ist der zweite Schritt: Das Fett muss anschließend mit Spülmittel oder Gallseife ausgewaschen werden, sonst bleibt ein Fettfleck zurück.

Wie bekomme ich Teerflecken aus Kleidung, die schon gewaschen wurde?

Das ist schwieriger, aber oft noch möglich. Den Fleck mit Öl oder Butter mehrere Stunden einweichen, dann mit Gallseife auswaschen. Hilft das nicht, Waschbenzin nach einem Test an verdeckter Stelle betupfen. Nicht im Trockner trocknen, solange der Fleck noch sichtbar ist.

Ist Teer giftig?

Echter Kohleteer enthält krebserregende PAK und wird deshalb im Straßenbau nicht mehr eingesetzt. Bitumen ist deutlich weniger problematisch, gehört aber trotzdem nicht auf die Haut. Einmaliger kurzer Kontakt ist kein Grund zur Sorge; entfernen Sie Flecken zügig mit Fett und waschen Sie nach.

Darf ich Teerentferner auf Kleidung verwenden?

In der Regel nicht. Teerentferner für das Auto sind für Lack und harte Oberflächen gemacht und können Fasern und Farben schädigen. Für Textilien sind Fett, Gallseife und notfalls Waschbenzin die bessere Wahl.

Wie entferne ich Teer von der Autofelge?

Felgen vertragen die meisten Teerentferner, oft nennt das Etikett sie ausdrücklich. Aufsprühen, einwirken lassen, mit einer weichen Felgenbürste nacharbeiten und gründlich abspülen. Bei polierten oder unlackierten Aluminiumfelgen vorher die Angaben des Herstellers prüfen.

Ein Leserkommentar

  1. Manu

    Teerflecken entfernen ist nicht immer leicht, vor allem, weil Terpentin oder Waschbenzin auf verschiedensten Oberflächen zu Schäden führen. Es ist daher wichtig, immer den passenden Entferner für Teer zu wählen, damit nicht nur die Flecken sicher und dauerhaft entfernt werden, sondern die unterschiedlichsten Oberflächen oder Hautbereiche keinen Schaden nehmen.

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