Mikrowelle mit Pizzafunktion: was sie können muss

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Eine Mikrowelle mit Pizzafunktion ist eine Kombi-Mikrowelle: Sie hat neben den Mikrowellen einen Grill, oft auch Heißluft und bei manchen Herstellern eine spezielle Bräunungsplatte. Erst diese Zusatzheizung macht aus einer Pizza mehr als einen weichen, heißen Fladen. Für Singlehaushalte, kleine Küchen und Büros kann so ein Gerät den Backofen weitgehend ersetzen. An einen guten Ofen oder Pizzastein kommt es beim Backergebnis aber meist nicht heran.
Warum Pizza in der normalen Mikrowelle nicht gelingt
Mikrowellen bringen die Wassermoleküle im Essen zum Schwingen, die Wärme entsteht also im Lebensmittel selbst. Das erwärmt schnell, bräunt aber nichts. Der Wasserdampf aus dem Belag zieht zudem in den Teig, und der Boden wird weich und zäh. Für eine Pizza braucht es trockene Hitze von außen, die die Oberfläche bräunt und den Boden knusprig backt. Genau die liefert eine Mikrowelle ohne Zusatzfunktion nicht.
Eine Tiefkühlpizza lässt sich in einer reinen Mikrowelle zwar essbar erwärmen, schmeckt aber nicht nach Pizza. Wer nur eine Solo-Mikrowelle hat, taut die Pizza darin kurz an und bäckt sie anschließend in einer Pfanne mit Deckel knusprig. Das geht schneller, als den großen Ofen aufzuheizen.
Die drei Techniken für knusprige Pizza
- Grill: Ein Heizstab oder Quarzgrill an der Decke des Garraums bräunt Käse und Belag von oben. Kombiniert mit Mikrowelle gart die Pizza schnell durch. Der Boden wird allein damit aber nur mäßig knusprig.
- Heißluft: Ein Heizelement mit Ventilator macht die Mikrowelle zum kleinen Umluftofen. Viele Geräte erreichen Temperaturen bis etwa 220 bis 250 °C. Damit lässt sich eine Pizza backen wie im Backofen, nur auf kleinerem Raum.
- Crisp-Platte: Manche Hersteller liefern eine Platte mit, die sich durch die Mikrowellen stark erhitzt und den Boden wie eine heiße Pfanne von unten bräunt. Zusammen mit dem Grill ergibt das oft die knusprigsten Böden. Die Platte ist herstellerspezifisch und darf nur in den vorgesehenen Programmen verwendet werden.
Ein Automatikprogramm „Pizza“ kombiniert diese Heizarten in einer festgelegten Reihenfolge. Das ist bequem, aber kein Muss: Wer die Kombination von Mikrowelle, Grill und Heißluft selbst einstellen kann, kommt zum gleichen Ergebnis.

Mikrowelle, Kombi-Mikrowelle oder Backofen?
| Solo-Mikrowelle | Mikrowelle mit Grill | Mikrowelle mit Grill und Heißluft | Backofen | |
| Pizza | nur erwärmen, Boden weich | Oberfläche gebräunt, Boden mäßig | gut, mit Crisp-Platte oft sehr gut | am besten, besonders mit Pizzastein |
| Garraum | meist 17–25 Liter | meist 20–28 Liter | meist 25–35 Liter | meist 65–75 Liter |
| Aufheizen | entfällt | kurz | einige Minuten | deutlich länger |
| Für wen | nur Aufwärmen und Auftauen | Überbacken, Aufläufe | kleine Haushalte ohne oder als zweiter Ofen | Familien, große Bleche |
Für kleine Portionen ist eine Kombi-Mikrowelle oft sparsamer als ein großer Backofen, weil sie einen viel kleineren Raum aufheizt. Für ein ganzes Blech oder zwei Pizzen gleichzeitig ist sie zu klein.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Heizarten: Für Pizza mindestens Grill, besser Grill und Heißluft. Eine Crisp- oder Bräunungsplatte ist ein deutliches Plus.
- Garraum und Durchmesser: Tiefkühlpizzen haben oft 26 bis 30 cm Durchmesser. Prüfen Sie den Durchmesser des Drehtellers oder bei Geräten ohne Drehteller die nutzbare Bodenfläche. Garraum ab etwa 25 Liter ist sinnvoll.
- Leistung: Die Mikrowellenleistung liegt meist zwischen 800 und 1.000 Watt, der Grill bei etwa 1.000 bis 1.300 Watt. Mehr Grillleistung bräunt schneller.
- Zubehör: Rost für den Grillbetrieb, Backblech oder Crisp-Platte und ein Griff zum Herausnehmen der heißen Platte.
- Innenraum: Edelstahl oder Emaille ist robust und leicht zu reinigen.
- Einbau oder freistehend: Einbaugeräte brauchen einen passenden Schrank, freistehende Geräte seitlich und oben Abstand zur Belüftung – die Herstellerangabe gilt.
- Bedienung: Ein gut lesbares Display und klar beschriftete Programme sind im Alltag wichtiger als eine lange Liste an Automatikrezepten.
Kombi-Mikrowellen mit Grill gibt es schon für knapp 100 Euro, Geräte mit Heißluft und Crisp-Funktion liegen meist zwischen 150 und 400 Euro, Einbaugeräte darüber.
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So gelingt Pizza in der Kombi-Mikrowelle
- Zubehör richtig wählen. Die Crisp-Platte oder den Rost verwenden, den die Anleitung für Pizza vorsieht. Die Crisp-Platte wird meist leer vorgeheizt.
- Vorheizen bei Heißluft. Wie beim Backofen: Garraum auf die angegebene Temperatur bringen, dann erst die Pizza hineinlegen.
- Pizza auf die heiße Platte legen. Tiefkühlpizza gefroren, frischen Teig auf Backpapier, sofern der Hersteller Papier im gewählten Modus erlaubt.
- Programm starten. Automatikprogramm „Pizza“ oder Kombination aus Mikrowelle und Grill beziehungsweise Heißluft. Die Garzeit ist meist kürzer als auf der Verpackung für den Ofen angegeben.
- Mit Topflappen herausnehmen. Platte, Rost und Garraumwände sind nach Grill- und Heißluftbetrieb sehr heiß.
Metall nur, wo die Anleitung es erlaubt. Im reinen Mikrowellenbetrieb können Metallteile und Alufolie Funken schlagen und das Gerät beschädigen. Rost und Crisp-Platte sind für bestimmte Programme gebaut – welche, steht in der Bedienungsanleitung. Auch das Gehäuse wird bei Grill und Heißluft außen warm; kleine Kinder sollten nicht an das laufende Gerät greifen.
Was Kombi-Mikrowellen sonst noch können
Die Pizzafunktion ist selten allein. Übliche Zusatzprogramme sind Auftauen nach Gewicht, Aufläufe und Gratins, Hähnchenteile grillen, Brötchen aufbacken und Warmhalten. Manche Geräte haben eine Dampfgarfunktion, andere Programme für Pommes mit wenig Fett. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was Sie sonst in der Küche haben: Wer eine Heißluftfritteuse besitzt, braucht die Frittierfunktion nicht noch einmal.
Alternativen für Pizza ohne Backofen
- Pizzapfanne: Auf dem Herd backt eine Pizzapfanne mit Deckel den Boden von unten knusprig.
- Elektropfanne: Eine Elektropfanne funktioniert unabhängig vom Herd, etwa im Büro oder auf dem Campingplatz.
- Flammkuchen- und Pizzaöfen: Kleine Tischöfen erreichen hohe Temperaturen und backen dünne Böden in wenigen Minuten; mehr dazu im Beitrag zum Flammkuchenofen.
- Backofen mit Pizzastein: bleibt die beste Lösung für selbst gemachten Teig.
Wer nur aufwärmen will, braucht keine Kombi-Mikrowelle. Wer aber keinen Backofen hat oder ihn für eine einzelne Pizza nicht anheizen möchte, bekommt mit einem Gerät mit Grill, Heißluft und Crisp-Platte eine gute Lösung. Weitere Küchengeräte finden Sie in der Rubrik Küche. Übrigens: Wie Sie ein Kirschkernkissen sicher in der Mikrowelle erwärmen, erklärt der Beitrag zum Kirschkernkissen.
Häufige Fragen
Kann man in jeder Mikrowelle Pizza machen?
Warm machen ja, backen nein. Ohne Grill oder Heißluft bleibt der Boden weich und der Käse bräunt nicht. Für knusprige Pizza braucht die Mikrowelle eine Zusatzheizung.
Was ist eine Crisp-Funktion?
Eine Kombination aus Mikrowelle, Grill und einer speziellen Platte, die sich durch die Mikrowellen stark erhitzt. Die Platte brät den Boden von unten, der Grill bräunt von oben. Die Bezeichnung variiert je nach Hersteller.
Wie groß darf die Pizza sein?
So groß wie der Drehteller oder die Crisp-Platte. Viele Kombi-Mikrowellen haben einen Drehteller von etwa 27 bis 32 cm. Messen Sie vor dem Kauf nach, welche Pizzagröße Sie meistens backen.
Ersetzt eine Kombi-Mikrowelle den Backofen?
In kleinen Haushalten weitgehend, für einzelne Pizzen, Aufläufe und kleine Kuchen. Für große Braten, mehrere Bleche Plätzchen oder Pizza aus frischem Teig mit sehr heißem Boden ist ein richtiger Backofen besser.
Darf Backpapier in die Mikrowelle?
Im reinen Mikrowellenbetrieb meist ja. Bei Grill und Heißluft kann es verkohlen, wenn es an Heizelemente gerät. Maßgeblich ist die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.



