Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Kühlendes Kopfkissen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Mann mit kühlendem Kopfkissen
Mann mit kühlendem Kopfkissen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum ein normales Kissen warm wird
  2. Die Kühltechniken im Überblick
  3. Was ein kühlendes Kissen nicht kann
  4. Die passende Höhe zuerst
  5. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  6. Ohne neues Kissen kühler schlafen
  7. Pflege und Waschen
  8. Häufige Fragen
Anzeige

Ein kühlendes Kopfkissen soll verhindern, dass sich an heißen Sommernächten die Wärme unter dem Kopf staut. Dafür gibt es verschiedene Techniken: Gelschichten, die Wärme aufnehmen, Bezüge aus besonders kühl wirkenden Fasern, belüftete Schaumkerne oder Füllungen, die Feuchtigkeit gut abgeben. Keine davon wirkt wie eine Klimaanlage. Sie machen das Liegen angenehmer, vor allem beim Einschlafen – und das ist in heißen Nächten schon viel wert.

Mann liegt auf einem Kissen mit blauer Gelschicht
Gel-Kissen mit Kühlschicht an der Oberseite

Warum ein normales Kissen warm wird

Der Kopf gibt nachts viel Wärme und Feuchtigkeit ab. Ein dichtes Kissen aus Schaumstoff oder Polyesterfüllung nimmt beides kaum auf, die Wärme staut sich zwischen Wange und Kissen. Man dreht das Kissen um, weil die andere Seite sich kühler anfühlt – und nach einigen Minuten ist sie ebenso warm.

Kühlende Kissen setzen an zwei Stellen an: Sie leiten Wärme schneller vom Kopf weg, oder sie lassen Luft und Feuchtigkeit besser durch.

Die Kühltechniken im Überblick

TechnikSo funktioniert sieGrenzen
Gelschicht oder GelschaumGel leitet und speichert Wärme besser als Schaum, das Kissen fühlt sich kühl anSpeicher ist irgendwann voll, dann wird es warm; Gel-Kissen sind oft schwer
KühlbezugFasern wie Viskose, Tencel oder spezielle Polyethylen-Garne fühlen sich bei Berührung kühl anWirkt nur mit dünnem oder ohne zusätzlichen Bezug
Belüfteter SchaumKanäle oder offenporiger Schaum lassen Luft zirkulierenMemory-Schaum bleibt vergleichsweise warm
PCM-BeschichtungPhasenwechselmaterial nimmt überschüssige Wärme auf und gibt sie später abPuffert nur eine begrenzte Wärmemenge
NaturfasernBaumwolle, Leinen, Tencel und Wolle nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie abKühlen nicht aktiv, verhindern aber Schwitzen
WasserkissenWasserkammer im Kissen verteilt WärmeSchwer, Gluckern, Füllmenge muss stimmen

Gel-Kissen sind am bekanntesten. Die Oberfläche fühlt sich beim Hinlegen deutlich kühl an. Nach einer Weile hat das Gel die Wärme des Kopfes aufgenommen und ist nicht mehr kühler als der Rest. Viele Gel-Kissen haben deshalb zwei Seiten: Gel für den Sommer, Plüsch oder Schaum für den Winter. Wer nachts aufwacht, wendet das Kissen.

Nahaufnahme einer blauen Gelschicht mit runden Kammern
Die Gelschicht nimmt Wärme auf und fühlt sich deshalb kühl an

Was ein kühlendes Kissen nicht kann

In manchen Produktbeschreibungen steht, ein Kissen senke die Körpertemperatur um mehrere Grad, verlängere den Tiefschlaf oder helfe gegen Migräne. Belegt ist das nicht. Die Körperkerntemperatur regelt der Körper selbst; ein Kissen verändert nur, wie warm sich der Kopf anfühlt. Wer häufig nachts schwitzt, obwohl das Schlafzimmer nicht warm ist, oder unter anhaltenden Kopfschmerzen leidet, sollte das ärztlich abklären lassen.

Die passende Höhe zuerst

Ein Kissen, das kühlt, aber die falsche Höhe hat, sorgt für Nackenschmerzen statt für Schlaf. Deshalb gilt: Erst die Form und Höhe, dann die Kühltechnik.

  • Seitenschläfer brauchen ein höheres Kissen, das den Raum zwischen Schulter und Kopf füllt, oft 12–15 cm, bei breiten Schultern mehr. Die Wirbelsäule soll gerade liegen.
  • Rückenschläfer kommen mit mittlerer Höhe aus, meist etwa 8–12 cm. Der Kopf soll nicht nach vorn kippen.
  • Bauchschläfer brauchen ein sehr flaches Kissen oder gar keins, damit der Nacken nicht überstreckt.

Viele kühlende Kissen sind Formkissen aus Schaum mit fester Höhe. Wer zwischen den Lagen wechselt, sollte ein Modell mit herausnehmbaren Schichten wählen, mit denen sich die Höhe anpassen lässt. Mehr dazu erklärt unser Beitrag über das orthopädische Nackenkissen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Kühltechnik: Gel für einen schnellen Kühleffekt beim Einschlafen, belüfteter Schaum oder Naturfasern für ein dauerhaft trockeneres Klima.
  • Höhe und Form: passend zur Schlaflage, am besten mit Rückgaberecht zum Probeschlafen.
  • Bezug: abnehmbar und waschbar, möglichst mit erhältlichem Ersatzbezug. Ein dicker zusätzlicher Kissenbezug hebt die Kühlwirkung teilweise wieder auf.
  • Größe: Formkissen sind oft etwa 60 x 35 cm, klassische Kissen 40 x 80 cm oder 80 x 80 cm. Die Größe sollte zum Bett und zur Bettwäsche passen.
  • Geruch: Schaumstoffkissen riechen anfangs oft chemisch. Vor der ersten Nacht ein, zwei Tage auslüften lassen.
  • Siegel: OEKO-TEX Standard 100 für Bezug und Füllung, bei Schaum zusätzlich CertiPUR.

Kühlende Kopfkissen kosten meist zwischen 30 und 80 Euro, Formkissen aus Markenschaum auch mehr.

Kühlende Kopfkissen bei Amazon ansehen

Wer das Kissen behalten möchte, kann auch nur die Oberfläche tauschen: Ein kühlender Kissenbezug oder eine Kühlauflage bringt einen Teil des Effekts auf das vorhandene Kissen.

Ohne neues Kissen kühler schlafen

Einiges hilft auch ganz ohne Anschaffung:

  • Leichte Bezüge: Leinen oder Baumwoll-Perkal fühlen sich kühler an als Jersey oder Satin.
  • Zweiter Bezug: Einen frischen Kissenbezug bereitlegen und nachts wechseln.
  • Kissen tagsüber lüften: Nicht im heißen Schlafzimmer liegen lassen, sondern morgens aufschütteln und an einen kühlen Ort legen.
  • Schlafzimmer kühl halten: Tagsüber Fenster und Vorhänge geschlossen, nachts und früh morgens querlüften. Eine Verdunkelungsfolie oder Wärmeschutzfolie am Fenster hält Sonnenwärme draußen.
  • Kühles Kissen nur kurz: Eine Kühlkompresse, in ein Tuch gewickelt, kann vor dem Einschlafen angenehm sein. Nie direkt aus dem Gefrierfach auf die Haut legen.

Pflege und Waschen

Schaum- und Gelkerne dürfen in aller Regel nicht in die Waschmaschine. Sie werden gelüftet, Flecken vorsichtig feucht abgetupft, und der Kern muss danach gründlich trocknen. Gewaschen wird der Bezug, meist bei 40 °C, manchmal bei 60 °C. Das Etikett entscheidet.

Kissen mit Faserfüllung oder Federn sind dagegen waschbar. Wie man ein Federkopfkissen wäscht und wieder locker bekommt, steht ausführlich im Beitrag Federkissen waschen. Kurz gesagt: Schonwaschgang mit Daunenwaschmittel bei 40–60 °C nach Etikett, danach mit Trocknerbällen im Trockner bei niedriger Temperatur trocknen, bis keine Klumpen mehr zu spüren sind.

Alle Kissen profitieren davon, morgens aufgeschüttelt und gelüftet zu werden. Nach einigen Jahren lassen Schaum und Füllung nach; wenn das Kissen nicht mehr in Form kommt oder durchgelegen ist, wird es Zeit für ein neues.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein kühlendes Kopfkissen?

Es leitet Wärme schneller vom Kopf ab, zum Beispiel über eine Gelschicht oder einen kühl wirkenden Bezug, oder es lässt mehr Luft und Feuchtigkeit durch. Aktiv gekühlt wird ohne Strom nichts; der Effekt ist spürbar, aber begrenzt.

Bleibt ein Gel-Kissen die ganze Nacht kühl?

Nein. Das Gel nimmt die Wärme des Kopfes auf und ist nach einiger Zeit nicht mehr kühler als die Umgebung. Wenden Sie das Kissen, wenn Sie nachts aufwachen, oder lassen Sie es tagsüber an einem kühlen Ort liegen.

Darf ich einen normalen Kissenbezug über ein Kühlkissen ziehen?

Das geht, mindert aber die Kühlwirkung, vor allem bei dicken Stoffen. Besser ist der mitgelieferte Bezug oder ein dünner Ersatzbezug aus Baumwolle oder Leinen.

Gibt es kühlende Kopfkissen für Kinder?

Es gibt kleinere Formate, doch für Kinder zählt vor allem ein flaches, weiches Kissen in der richtigen Größe. Babys brauchen im ersten Lebensjahr gar kein Kissen. Gegen Hitze helfen bei Kindern luftige Bettwäsche und ein kühles Zimmer mehr als Spezialkissen.

Kann man ein Federkopfkissen waschen?

Ja, in der Waschmaschine im Schonwaschgang mit Daunenwaschmittel, danach gründlich im Trockner mit Trocknerbällen trocknen. Details stehen im Beitrag über das Waschen von Federkissen.

Anzeige
Anzeige