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Teppichkehrer

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Inhalt8 Abschnitte
  1. Wie ein Teppichkehrer funktioniert
  2. Wofür er taugt – und wofür nicht
  3. Mechanisch oder mit Akku?
  4. Darauf kommt es beim Kauf an
  5. So kehren Sie richtig
  6. Pflege: Haare sind der größte Feind
  7. Für wen sich ein Teppichkehrer lohnt
  8. Häufige Fragen

Ein Teppichkehrer ist ein kleiner Kehrapparat auf Rädern, den man wie einen Besen am Stiel über den Boden schiebt. Rotierende Bürsten im Gehäuse fegen Krümel, Haare und Fusseln in einen Behälter. Er braucht keinen Strom, macht kaum Geräusche und ist in Sekunden einsatzbereit. Für den schnellen Einsatz nach dem Essen, im Kinderzimmer oder im Büro ist er ideal. Einen Staubsauger ersetzt er nicht.

Wie ein Teppichkehrer funktioniert

Das Prinzip ist über hundert Jahre alt: Der Amerikaner Melville Bissell ließ sich einen Teppichkehrer 1876 patentieren. Im Gehäuse sitzt eine Bürstenwalze, die über die Räder angetrieben wird. Schiebt man den Kehrer, drehen sich die Räder, die Räder drehen die Bürste, und die Bürste wirft den Schmutz in einen oder zwei Behälter im Gehäuse. Seitliche Bürsten, die sogenannten Eckenbürsten, holen Krümel von den Kanten.

Weil kein Motor arbeitet, ist der Kehrer leise genug für das Büro, das schlafende Baby nebenan oder den Abend, wenn die Nachbarn Ruhe wollen. Mit einem Gewicht von meist rund 1,5 kg lässt er sich auch von Kindern und älteren Menschen leicht handhaben.

Stielstaubsauger auf einem hellen Teppich im Wohnzimmer
Oft wird ein Teppichkehrer auch mit einem Staubsauger verwechselt

Wofür er taugt – und wofür nicht

Der Teppichkehrer spielt seine Stärken bei sichtbarem, losem Schmutz aus:

  • Krümel unter dem Esstisch, im Kinderhochstuhl-Bereich oder vor dem Sofa.
  • Haare und Fusseln von Haustieren, besonders auf kurzflorigem Teppich.
  • Sand und Erde im Eingangsbereich, auf der Terrasse oder im Wohnmobil.
  • Glitzer, Konfetti und Papierschnipsel nach dem Kindergeburtstag oder dem Basteln.

An seine Grenzen kommt er bei Feinstaub, der tief im Teppichflor sitzt, bei Hochflorteppichen, in denen die Bürsten versinken, und bei großen Mengen Schmutz. Auch an Sockelleisten und in Ecken bleibt meist ein Rest liegen. Für die wöchentliche Grundreinigung braucht es deshalb weiterhin einen Staubsauger. Der Kehrer ergänzt ihn für die vielen kleinen Einsätze dazwischen.

Mechanisch oder mit Akku?

Neben den klassischen mechanischen Kehrern gibt es Akku-Kehrer. Bei ihnen treibt ein kleiner Elektromotor die Bürsten an, unabhängig davon, wie schnell Sie schieben.

MerkmalMechanischer KehrerAkku-Kehrer
AntriebÜber die RäderElektromotor
Leistung auf HartbodenGut bei zügigem SchiebenGleichmäßig, auch bei langsamem Schieben
Leistung auf TeppichGut bei kurzem FlorMeist etwas besser
LautstärkeNahezu geräuschlosLeises Surren
WartungKaum, keine ElektronikAkku laden, Akku altert
PreisMeist 20–60 EuroMeist 50–100 Euro

Für die meisten Haushalte reicht ein guter mechanischer Kehrer. Ein Akku-Kehrer lohnt sich, wenn viel Hartboden gekehrt wird oder wenn das zügige Schieben schwerfällt.

Darauf kommt es beim Kauf an

  • Bürsten. Zwei gegenläufige Bürstenwalzen und Eckenbürsten sammeln mehr ein als eine einfache Walze. Weiche Naturborsten oder Mischborsten schonen empfindliche Böden.
  • Höhenverstellung. Manche Kehrer lassen sich auf verschiedene Florhöhen und auf Hartboden einstellen. Das verbessert das Ergebnis deutlich.
  • Behälter. Zwei getrennte Behälter vorne und hinten sind üblich. Sie sollten sich mit einem Hebel über dem Mülleimer öffnen lassen, ohne dass man hineingreifen muss.
  • Stiel. Ein höhenverstellbarer oder mehrteiliger Stiel passt sich der Körpergröße an und lässt sich platzsparend verstauen.
  • Gummipuffer. Ein umlaufender Stoßschutz verhindert Macken an Möbeln und Sockelleisten.
  • Gewicht. Leichte Geräte um 1,5 kg sind angenehm. Zu leichte Kehrer drücken die Bürsten aber schlecht auf den Boden.

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Ein bekanntes Beispiel für einen mechanischen Kehrer ist der Bissell Natural Sweep: laut Hersteller ohne Strom, für Teppich und Hartboden, mit zwei Schmutzbehältern. Er steht für die Bauart, ist aber kein Testergebnis.

Wer lieber eine motorisierte Variante möchte, sucht nach einem Akku-Teppichkehrer.

So kehren Sie richtig

  1. Zügig schieben. Mechanische Kehrer brauchen Tempo, damit sich die Bürsten schnell genug drehen. Langsames Schieben lässt Krümel liegen.
  2. Vor und zurück. Kurze Bahnen vor und zurück, jeweils leicht überlappend, holen mehr heraus als lange Züge in eine Richtung.
  3. Große Stücke vorher aufheben. Steine, Scherben, Büroklammern und Legosteine blockieren die Bürsten. Scherben gehören ohnehin mit Handfeger und Kehrblech aufgenommen.
  4. Behälter leeren. Nach jedem größeren Einsatz. Ist der Behälter voll, wirft der Kehrer den Schmutz wieder hinaus.
Aufrechter Bürstsauger auf einem hellen Teppichboden
Für die gründliche Reinigung von Teppichboden braucht es zusätzlich einen Sauger wie diesen Bürstsauger

Pflege: Haare sind der größte Feind

Die meisten Kehrer, die „nicht mehr richtig kehren“, haben Haare in den Bürsten. Menschen- und Tierhaare wickeln sich um die Walze und die Achsen, bis sich die Bürste kaum noch dreht. Viele Modelle haben dafür eine Rille in der Walze: Mit einer Schere entlang dieser Rille schneiden und die Haare abziehen. Einmal im Monat reicht meist, bei Haustieren öfter.

Die Behälter lassen sich mit einem feuchten Tuch auswischen. Die Räder sollten frei laufen; Fusseln an den Achsen entfernen Sie mit einer Pinzette. Ins Wasser oder in die Spülmaschine gehört der Kehrer nicht, die Bürsten könnten verformen und das Gehäuse rosten.

Für wen sich ein Teppichkehrer lohnt

Ein Teppichkehrer lohnt sich für Familien mit kleinen Kindern, deren Essplatz dreimal am Tag Krümel sammelt, für Haushalte mit Haustieren, für Menschen in Mietwohnungen mit hellhörigen Wänden und für Büros, in denen während der Arbeitszeit niemand einen Staubsauger hören möchte. Auch im Wohnmobil, im Ferienhaus und im Gartenhaus ohne Stromanschluss ist er praktisch.

Zusammen mit einem Stielstaubsauger mit Kabel für die Grundreinigung und einem Schmutzfangteppich an der Tür, der viel Schmutz gar nicht erst hereinlässt, ergibt sich ein einfaches, sparsames System. Weitere Tipps finden Sie in der Rubrik Reinigen und Putzen.

Häufige Fragen

Funktioniert ein Teppichkehrer auch auf Hartboden?

Ja, die meisten Modelle kehren auch auf Fliesen, Laminat und Parkett. Auf glatten Böden müssen mechanische Kehrer zügig geschoben werden, damit die Bürsten schnell genug drehen. Modelle mit Höhenverstellung lassen sich auf Hartboden einstellen.

Ersetzt ein Teppichkehrer den Staubsauger?

Nein. Er nimmt sichtbaren, losen Schmutz auf, aber keinen Feinstaub tief im Teppich. Für die regelmäßige Grundreinigung braucht es weiterhin einen Staubsauger.

Warum nimmt mein Teppichkehrer keinen Schmutz mehr auf?

Meist sind Haare um die Bürsten gewickelt oder die Behälter voll. Bürsten mit der Schere von Haaren befreien, Behälter leeren und prüfen, ob sich die Räder frei drehen. Bei verstellbaren Modellen auch die Höheneinstellung prüfen.

Wie laut ist ein Teppichkehrer?

Mechanische Kehrer sind nahezu geräuschlos, zu hören ist nur das Rollen der Räder und Bürsten. Akku-Kehrer surren leise, sind aber deutlich leiser als jeder Staubsauger.