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So wird das Badezimmer zur Wellnessoase

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Inhalt9 Abschnitte
  1. Licht: der größte Hebel
  2. Farben und Materialien, die beruhigen
  3. Ordnung: Wellness beginnt mit einem freien Waschtisch
  4. Dusche und Wanne
  5. Planung bei der Sanierung
  6. Luft und Wärme
  7. Klang und Duft
  8. Sauna, Dampfdusche und Infrarot
  9. Häufige Fragen

Ein Badezimmer wird zur Wellnessoase, wenn es warm, ruhig, aufgeräumt und angenehm beleuchtet ist. Dafür braucht es nicht zwingend einen Umbau: Warmes, dimmbares Licht, weiche Handtücher, eine gute Lüftung und ein freier Waschtisch bewirken oft mehr als eine teure Whirlwanne. Wer ohnehin saniert, kann mit bodengleicher Dusche, Glaswand und durchdachter Aufteilung auch ein kleines Bad großzügig wirken lassen.

Badezimmer stilvoll eingerichtet
Farbe, Licht und Spiegel können dafür sorgen, dass ein kleines Bad größer erscheint.

Licht: der größte Hebel

Viele Bäder haben eine einzige Deckenleuchte mit kaltem Licht – praktisch zum Putzen, aber ungemütlich. Besser sind mehrere Lichtquellen:

  • Grundlicht an der Decke, gern dimmbar, in warmweißer Lichtfarbe um 2.700 bis 3.000 Kelvin.
  • Spiegellicht seitlich oder rundum am Spiegel, damit das Gesicht ohne Schatten ausgeleuchtet ist. Hier darf es etwas heller und neutraler sein.
  • Stimmungslicht als LED-Streifen unter dem Waschtisch, in einer Nische oder hinter dem Spiegel. Abends reicht es allein und wirkt beruhigend.

Wichtig ist, dass alle Leuchten für den jeweiligen Bereich im Bad zugelassen sind; je näher an Dusche und Wanne, desto höher muss die Schutzart sein. Neue Leitungen, Schalter und festinstallierte Leuchten gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Wie Sie das Bad richtig ausleuchten, lesen Sie ausführlich im Beitrag Badezimmer richtig ausleuchten.

Farben und Materialien, die beruhigen

Helle Wände und Fliesen lassen einen kleinen Raum größer wirken, große Fliesenformate mit wenigen Fugen ebenfalls. Ton-in-Ton-Gestaltung in Sand, Greige, Salbei oder gebrochenem Weiß wirkt ruhig. Eine einzelne Akzentwand oder ein Motiv – etwa eine Holzoptik, ein Naturstein oder eine Fototapete für Feuchträume – setzt einen Blickpunkt, ohne das Bad zu überladen. Natürliche Materialien wie Holz, Bambus oder Leinen bringen Wärme, müssen aber so platziert sein, dass sie nach dem Duschen abtrocknen können.

Badezimmer schlicht
Die farbliche Gestaltung „Ton in Ton“ sorgt für eine beruhigende Wirkung. Kleine Highlights – beispielsweise eine Motivwand – lassen uns optisch in entspannende Welten eintauchen.

Ordnung: Wellness beginnt mit einem freien Waschtisch

Nichts stört die Ruhe so sehr wie zwanzig Flaschen am Wannenrand. Planen Sie geschlossenen Stauraum für alles, was nicht täglich gebraucht wird, und offene Ablagen nur für wenige schöne Dinge. In der Dusche schaffen Wandnischen oder eine Duschablage ohne Bohren Platz, für Handtücher ein ausreichend großer Handtuchhalter mit Abstand zur Wand. Ein Wäschekorb mit Deckel, einheitliche Spender und einige gute Handtücher in derselben Farbe machen optisch viel aus.

Dusche und Wanne

Die Dusche prägt das Bad am stärksten. Eine bodengleiche Dusche mit fester Duschglaswand wirkt offen und großzügig, weil der Boden durchläuft und keine Kabinentür den Blick unterbricht. Wo dafür der Platz fehlt, spart eine Duschschiebetür Raum. Eine Kopf- oder Regenbrause mit breitem Strahl ist für viele der eigentliche Wellnessmoment; achten Sie dabei auf ausreichenden Wasserdruck und bei hartem Wasser auf regelmäßiges Entkalken des Duschkopfs.

Wer gern badet, findet auch für kleine Bäder passende Wannen: Eckwannen, asymmetrische Wannen oder kompakte, tiefe Modelle. Whirlfunktion, Nackenkissen und eine Wannenablage für Buch und Tee sind Extras, die man mag oder nicht. Wer planerisch neu denken will, findet platzsparende Einrichtungsideen für kleine Bäder bei bauen.de.

Badezimmer zum Wohlfühlen
Mithilfe einer Vorwandinstallation lassen sich Sanitäreinrichtungen in einem Bestandsbad an anderer Stelle anbringen.

Planung bei der Sanierung

Wer das Bad ohnehin erneuert, sollte die Aufteilung neu durchdenken. Einige bewährte Grundsätze:

  1. Wege freihalten. Vor Waschtisch, WC und Dusche braucht es Bewegungsfläche, sonst stößt man sich ständig.
  2. Vorwandinstallation nutzen. Mit einer Vorwand aus Trockenbau lassen sich Anschlüsse für WC und Waschtisch an andere Stellen verlegen, und die Oberkante wird zur Ablage.
  3. Toilette nicht direkt gegenüber der Tür. Eine Nische oder ein Platz seitlich wirkt angenehmer.
  4. Handtuchheizkörper neben die Dusche. Dann ist das warme Handtuch beim Aussteigen in Reichweite.
  5. Barrierearm planen. Eine bodengleiche Dusche, Platz für einen klappbaren Duschsitz und verstärkte Wände für spätere Haltegriffe kosten beim Umbau wenig und helfen später viel.

Arbeiten an Wasser- und Abwasserleitungen, an der Abdichtung im Nassbereich und an der Elektrik sind Sache von Fachbetrieben. Weitere Anregungen für kleinere Eingriffe finden Sie in unseren Tipps zum Nachrüsten im Bad.

Luft und Wärme

Ein Bad fühlt sich nur dann gut an, wenn es warm genug ist und Feuchtigkeit schnell abzieht. Stoßlüften nach dem Duschen, bei innenliegenden Bädern ein gut funktionierender Lüfter, und ein Spalt oder Lüftungsgitter an der Tür, damit Nachströmluft kommen kann – sonst bleibt der Dampf im Raum und es drohen Schimmelflecken. Wie ein Lüftungsgitter in der Badezimmertür funktioniert, lesen Sie beim Türlüftungsgitter. Eine Fußbodenheizung oder ein Handtuchheizkörper machen das Bad auch in der Übergangszeit behaglich.

Klang und Duft

Leise Musik oder ein Hörbuch beim Baden gehören für viele dazu. Praktisch ist ein spritzwassergeschütztes Radio, das sich per Bewegungsmelder einschaltet, wenn Sie das Bad betreten – mehr dazu beim Badradio mit Bewegungsmelder. Elektrogeräte mit Netzkabel haben in der Nähe von Wanne und Dusche aber nichts zu suchen; Akku- oder Batteriegeräte mit ausreichender Schutzart sind die sicherere Wahl. Für Duft sorgen dezent Seife, ein Diffusor oder frische Pflanzen, die Feuchtigkeit mögen, etwa Farne. Kerzen sind stimmungsvoll, gehören aber nie unbeaufsichtigt in die Nähe von Handtüchern und Vorhängen.

Sauna, Dampfdusche und Infrarot

Wer Platz und Budget hat, kann echte Wellnesstechnik einbauen. Eine Dampfdusche braucht kaum mehr Fläche als eine normale Dusche, aber einen Dampferzeuger mit eigenem abgesicherten Stromkreis, eine dampfdichte Kabine und einen Wasserablauf. Eine kleine Sauna für ein bis zwei Personen passt schon auf rund zwei Quadratmeter, benötigt aber meist einen Starkstromanschluss und gute Lüftung. Infrarotkabinen kommen oft mit einer normalen Steckdose aus und wärmen den Körper direkt, erreichen aber nicht die Temperaturen einer klassischen Sauna. Alle drei gehören bei Anschluss und Aufstellung in Fachhand; bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in der Schwangerschaft vorher ärztlich abklären. Einen Überblick über Wellnessausstattung fürs eigene Bad bietet auch baufrage.net.

Häufige Fragen

Wie wird ein kleines Bad gemütlich?

Mit warmem, dimmbarem Licht aus mehreren Quellen, hellen, ruhigen Farben, wenig offen herumstehenden Dingen und guten Handtüchern. Ein großer Spiegel und eine Glasduschwand lassen den Raum größer wirken.

Welche Lichtfarbe passt ins Bad?

Für die Grundbeleuchtung und abends warmweißes Licht um 2.700 bis 3.000 Kelvin. Am Spiegel darf es etwas neutraler und heller sein, damit Hautfarbe und Make-up natürlich wirken.

Darf ich eine Sauna oder Dampfdusche selbst anschließen?

Nein. Die Elektroinstallation, oft mit eigenem Stromkreis oder Starkstrom, muss eine Elektrofachkraft ausführen. Auch Wasser- und Abwasseranschluss sowie die Abdichtung sollten Fachbetriebe übernehmen.

Braucht die Badezimmertür ein Lüftungsgitter?

Bei innenliegenden Bädern mit Abluftventilator ist eine Nachströmöffnung wichtig – ein Türspalt oder ein Lüftungsgitter. Sonst kann der Lüfter kaum Luft absaugen und die Feuchtigkeit bleibt im Raum.

Ist ein Badradio mit Bewegungsmelder sinnvoll?

Für alle, die morgens Nachrichten oder Musik hören wollen, ist es bequem: Es schaltet sich beim Betreten ein und nach einiger Zeit wieder aus. Achten Sie auf Spritzwasserschutz und Akku- oder Batteriebetrieb.