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Harzflecken entfernen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Fichtenzweige können Harzflecken hinterlassen
Fichtenzweige hinterlassen Harzflecken, die man schnell entfernen muss
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Harz so hartnäckig ist
  2. Schritt 1: Kälte oder Wärme
  3. Schritt 2: Öl oder Fett
  4. Schritt 3: Alkohol und Lösungsmittel
  5. Harzflecken aus Kleidung und Jeans
  6. Harz von Haut, Haaren und Tierfell
  7. Harz vom Auto, von Holz und Stein
  8. Harzentferner aus dem Handel
  9. Häufige Fragen

Harzflecken lassen sich fast immer entfernen, auch wenn sie eingetrocknet sind. Der Weg ist bei Kleidung, Haut und Auto derselbe: erst so viel Harz wie möglich mechanisch abnehmen, dann den Rest mit Fett oder einem Lösungsmittel lösen und am Ende das Lösemittel selbst wieder auswaschen. Wasser allein hilft nicht, Harz ist nicht wasserlöslich.

Warum Harz so hartnäckig ist

Baumharz ist ein Gemisch aus Harzsäuren und ätherischen Ölen. Frisch ist es zäh und klebrig, an der Luft verdunsten die flüchtigen Bestandteile, und es wird hart. Weil es sich in Fett, Öl und Alkohol löst, nicht aber in Wasser, versagen normale Wäsche und Seifenwasser. Umgekehrt heißt das: Mit dem richtigen Lösemittel geht es erstaunlich leicht.

Harz tritt als goldgelbe Tropfen aus der Rinde eines Nadelbaums
Frisches Harz aus der Rinde klebt an allem, was es berührt

Schritt 1: Kälte oder Wärme

Bei dicken Harzklumpen auf Kleidung beginnen Sie mechanisch.

Kälte eignet sich für frische, weiche Batzen. Das Kleidungsstück in einen Gefrierbeutel stecken und für einige Stunden ins Gefrierfach legen. Das Harz wird spröde und lässt sich vorsichtig abknicken oder mit dem Fingernagel abbröseln. Alternativ einen Eiswürfel im Beutel auflegen.

Wärme eignet sich, wenn das Harz schon tief in der Faser sitzt und der Stoff Hitze verträgt:

  1. Papier unterlegen. Löschpapier, Küchenkrepp oder ein Papiertuch unter und auf den Fleck legen.
  2. Bügeln. Mit dem Bügeleisen auf der Temperatur, die das Etikett erlaubt, ohne Dampf über das obere Papier bügeln.
  3. Papier wechseln. Das geschmolzene Harz zieht ins Papier. Sobald es sich verfärbt, frisches Papier nehmen und wiederholen.

Beide Methoden entfernen die Hauptmenge, selten aber alles. Für die Reste folgt Schritt 2.

Schritt 2: Öl oder Fett

Harz löst sich in Fett. Speiseöl, Butter, Margarine oder eine fettige Handcreme wirken, auch auf der Haut. Das Fett auf den Harzrest tupfen, einige Minuten einwirken lassen und das gelöste Harz mit Küchenpapier abnehmen. Auf Stoff tupfen, nicht reiben, sonst drückt man das Gemisch tiefer hinein.

Danach haben Sie einen Fettfleck statt eines Harzflecks. Den behandeln Sie sofort mit Spülmittel oder Gallseife und waschen das Kleidungsstück anschließend bei der höchsten erlaubten Temperatur. Auf unversiegeltem Holz, Wildleder und Naturstein kann Öl selbst einen dauerhaften dunklen Fleck hinterlassen – dort also besser mit Alkohol arbeiten.

Schritt 3: Alkohol und Lösungsmittel

Für eingetrocknetes Harz sind Lösungsmittel am wirksamsten:

  • Spiritus oder Reinigungsalkohol lösen Harz gut und sind das erste Mittel der Wahl für Kleidung, Glas, Metall und Hände.
  • Waschbenzin wirkt ähnlich, riecht aber stärker und ist leicht entzündlich.
  • Aceton oder acetonhaltiger Nagellackentferner wirkt sehr stark, löst aber auch Acetat, Triacetat, manche Kunstfasern, Lacke und Kunststoffe auf.

Vorgehen: ein saugfähiges Tuch unter den Fleck legen, das Mittel auf einen hellen Lappen geben und von außen nach innen tupfen. Das gelöste Harz geht ins Tuch über. Wiederholen, bis nichts mehr kommt, dann das Kleidungsstück auswaschen und separat waschen, damit Harzreste nichts anderes verkleben.

Testen Sie jedes Lösungsmittel vorher an einer verdeckten Stelle, etwa an einer Innennaht. Arbeiten Sie bei offenem Fenster, fern von offenen Flammen und Zigaretten, und lassen Sie behandelte Kleidung vor dem Waschen ausdünsten.

Harzflecken aus Kleidung und Jeans

Für die meisten Kleidungsstücke aus Baumwolle, Leinen oder robusten Mischgeweben reicht die Reihenfolge Einfrieren, Öl oder Spiritus, Gallseife, Waschmaschine. Bei Jeans hat sich Spiritus bewährt, weil er das Indigo meist nicht angreift – trotzdem vorher testen. Wolle, Seide, Daunenjacken und Outdoorkleidung mit Membran sind empfindlicher: Hier genügt oft Öl mit anschließender Gallseifenwäsche, oder das Stück kommt in die Reinigung. Bei Daunenjacken und Schlafsäcken sollte kein Lösungsmittel an die Füllung gelangen; wie diese Stücke gewaschen werden, lesen Sie in der Anleitung Daunenjacke waschen.

Harz von Haut, Haaren und Tierfell

Auf der Haut ist Fett das Mittel der Wahl, nicht Lösungsmittel. Butter, Speiseöl oder eine fette Creme einreiben, einige Minuten wirken lassen, mit einem Papiertuch abnehmen und mit warmem Wasser und Seife nachwaschen. Bei Bedarf wiederholen. Dasselbe funktioniert bei Harz in den Haaren und im Fell von Hund oder Katze. Spiritus, Aceton oder Waschbenzin gehören nicht auf Haut und Fell, schon gar nicht bei Kindern oder Tieren, die sich ablecken.

Harz vom Auto, von Holz und Stein

Autolack: Harztropfen unter Bäumen sollten Sie bald entfernen, da manche Harze bei Sonne den Lack angreifen können. Frisches Harz lässt sich mit warmem Wasser und Autoshampoo aufweichen, hartnäckige Tropfen mit einem Baumharzentferner aus dem Autozubehör oder etwas Reinigungsalkohol auf einem Mikrofasertuch. Kein Aceton, keine Nitroverdünnung, keine Scheuerschwämme.

Glas und Metall: Spiritus oder Glasreiniger mit Alkohol genügen. Auf Glas hilft zusätzlich eine flach geführte Klinge.

Lackiertes Holz: Öl oder milde Lösungsmittel an unauffälliger Stelle testen, dann tupfen. Unbehandeltes Holz nimmt Öl und Lösungsmittel auf, hier Harz zunächst vorsichtig abschaben und Reste mit wenig Alkohol lösen.

Beton und Terrassenplatten: Harz mit einem Spachtel abnehmen, Reste mit Spiritus lösen und mit heißem Wasser und Bürste nacharbeiten.

Harzentferner aus dem Handel

Wenn Hausmittel nicht reichen oder die Oberfläche empfindlich ist, lohnen spezielle Harz- und Klebstoffentferner, oft auf Basis von Orangenöl oder milden Lösungsmitteln. Sie gibt es für Textilien und für Autolack. Halten Sie sich an die Anwendungshinweise auf der Flasche und testen Sie auch diese Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle.

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Ähnlich wie Harz lassen sich übrigens auch Teerflecken und Wachsflecken behandeln: erst abnehmen, dann mit Fett oder Lösungsmittel den Rest lösen. Weitere Anleitungen finden Sie in der Rubrik Reinigen und Putzen.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich eingetrocknete Harzflecken aus Kleidung?

Zuerst so viel wie möglich abbrechen oder mit Wärme und Löschpapier heraussaugen. Den Rest mit Spiritus oder Speiseöl lösen, danach mit Gallseife oder Spülmittel vorbehandeln und in der Maschine waschen.

Hilft Waschen allein gegen Harz?

Nein. Harz löst sich nicht in Wasser. In der Waschmaschine kann ein unbehandelter Harzfleck sogar andere Wäsche verkleben. Erst vorbehandeln, dann waschen.

Wie entferne ich Harz von der Haut?

Mit Fett: Butter, Speiseöl oder eine fette Creme einreiben, kurz einwirken lassen, abwischen und mit warmem Wasser und Seife nachwaschen. Lösungsmittel gehören nicht auf die Haut.

Darf ich auf dem Auto Aceton verwenden?

Nein. Aceton und Nitroverdünnung greifen Klarlack und Kunststoffteile an. Nehmen Sie einen Baumharzentferner für Autolack oder wenig Reinigungsalkohol auf einem weichen Tuch.