Baumharzentferner

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Baumharzentferner sind Spezialreiniger, die klebriges Harz von Autolack, Scheiben, Kunststoff, Werkzeug und Motorsägen lösen. Sie arbeiten mit Lösungsmitteln oder Orangenterpenen, die das Harz aufweichen, ohne den Lack anzugreifen, sofern man sie nach Anleitung verwendet. Für Haut, Haare und Kleidung sind sie nicht gedacht; dort helfen Öl, Butter oder Alkohol besser und schonender. Und in jedem Fall gilt: je frischer das Harz, desto leichter geht es ab.
Warum Harz so hartnäckig ist
Harz ist die Wundversiegelung der Bäume. Besonders Nadelbäume wie Fichte, Kiefer und Tanne geben reichlich davon ab, aber auch Linden, Ahorn und Obstbäume tropfen – bei Linden oft nicht Harz, sondern klebriger Honigtau von Blattläusen, der ähnlich lästig ist. Frisch ist Harz zähflüssig und klebrig. Mit der Zeit verdunsten die leichten Bestandteile, und es wird hart, spröde und haftet fest. In der Sonne kann es sich auf dem Autolack regelrecht einbrennen und nach dem Entfernen matte Stellen hinterlassen.
In Wasser löst sich Harz nicht. Es lässt sich nur mit Fett, Öl, Alkohol, Terpenen oder anderen Lösungsmitteln anlösen – genau darauf beruhen alle Baumharzentferner und Hausmittel.

Was in Baumharzentfernern steckt
Die Produkte aus dem Autozubehör und Baumarkt unterscheiden sich in der Zusammensetzung, arbeiten aber nach wenigen Prinzipien:
- Lösungsmittel wie Alkohole oder Kohlenwasserstoffe lösen Harz schnell und verdunsten rasch.
- Orangenterpene aus Orangenschalen lösen Harz, Klebstoffreste und Teer gut. Sie riechen angenehm, sind aber trotzdem nicht harmlos: Sie reizen die Haut, können Allergien auslösen und sind brennbar.
- Tenside sorgen dafür, dass sich das Gelöste mit Wasser abwaschen lässt.
Angeboten werden Sprays mit Treibgas, Pumpsprays und Flüssigkeiten in Kanistern zum Umfüllen. Kanister lohnen sich vor allem für Forstarbeiter und alle, die regelmäßig Motorsägen oder Heckenscheren reinigen.
Harz vom Auto entfernen
- Schnell handeln. Frische Tropfen lassen sich oft schon beim nächsten Waschen mit etwas Autoshampoo entfernen.
- Im Schatten arbeiten. Der Lack sollte kühl sein. Auf heißem Blech verdunstet der Entferner zu schnell und kann Flecken hinterlassen.
- Vorwaschen. Staub und Sand abspülen, damit beim Wischen nichts kratzt.
- Auftragen. Den Entferner auf das Harz sprühen oder mit einem Mikrofasertuch auftragen und die angegebene Zeit einwirken lassen, meist nur eine bis wenige Minuten. Nicht antrocknen lassen.
- Abnehmen. Mit einem weichen Tuch ohne Druck abwischen, bei Bedarf wiederholen. Nicht mit dem Fingernagel oder einer Klinge kratzen.
- Gründlich nachwaschen. Den Entferner restlos abspülen und am besten das ganze Auto waschen, damit keine hellen und dunklen Stellen entstehen.
- Konservieren. Baumharzentferner nehmen Wachs und Versiegelung mit. Die Stelle danach neu wachsen, das schützt auch vor den nächsten Tropfen.
Als Beispiel für einen solchen Entferner aus dem Autozubehör:
Viele Baumharzentferner eignen sich laut Hersteller auch für Glas, Chrom, Scheinwerfer aus Kunststoff und Gummidichtungen. Frisch ausgebesserte Lackstellen, matte Folierungen und empfindliche Kunststoffe sind dagegen oft ausgenommen. Probieren Sie im Zweifel an einer unauffälligen Stelle.
Ist nach dem Entfernen ein matter Fleck zu sehen, hat das Harz den Klarlack bereits angegriffen. Leichte Mattierungen lassen sich mit Politur beheben, tiefere Schäden gehören in eine Fachwerkstatt.
Werkzeug, Motorsäge und Gartengeräte
Sägeketten, Heckenscheren, Astscheren und Äxte verharzen schnell, und verharzte Schneiden arbeiten schlechter. Für sie sind Harzlöser ideal:
- Gerät ausschalten und bei Elektro- und Akkugeräten vom Strom trennen, Motorsägen ausschalten und abkühlen lassen.
- Einsprühen, einwirken lassen und mit Bürste oder Lappen abwischen.
- Nachölen. Harzlöser entfetten. Schneiden und Ketten danach dünn einölen, damit sie nicht rosten.
Für Klingen von Gartenscheren tut es auch Spiritus oder Isopropanol auf einem Lappen. Hantieren Sie mit scharfen Klingen immer mit Handschuhen.
Harz auf der Haut und in den Haaren
Baumharzentferner für Auto und Werkzeug gehören nicht auf die Haut. Sie entfetten, reizen und können über die Haut aufgenommen werden. Gelangt ein Spritzer in die Augen, sofort gründlich mit Wasser spülen und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
Auf der Haut lösen Fette das Harz schonend: Speiseöl, Butter, Babyöl, Vaseline oder eine fettige Handcreme einmassieren, kurz einwirken lassen, abreiben und mit Seife waschen. Auch ein Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis löst frisches Harz gut; danach die Hände eincremen.
In den Haaren, etwa nach einem Waldspaziergang oder beim Kind nach dem Klettern:
- Nicht ziehen. Harz nicht mit Gewalt herauszerren und die Stelle nicht nass machen, bevor das Harz gelöst ist.
- Öl einarbeiten. Speiseöl, Kokosöl oder Babyöl großzügig in die betroffene Strähne kneten, einige Minuten einwirken lassen.
- Auskämmen. Das Harz mit den Fingern und einem grobzinkigen Kamm Stück für Stück herausziehen, von den Spitzen zum Ansatz hin.
- Waschen. Das Öl mit Shampoo auswaschen, eventuell zweimal.
Abschneiden ist fast nie nötig. Bei Hund und Katze funktioniert es genauso mit Speiseöl; hier keine ätherischen Öle verwenden, weil manche davon für Tiere giftig sind.
Harzflecken auf Kleidung
Auf Textilien helfen Harzentferner fürs Auto nicht, sie können Farben und Fasern schädigen. Bewährt hat sich:
- Harz im Gefrierfach oder mit einem Eiswürfel hart werden lassen und abkratzen,
- Reste mit Öl oder Butter anlösen und anschließend mit Spülmittel oder Gallseife auswaschen,
- alternativ Spiritus oder Waschbenzin nach einem Test an verdeckter Stelle,
- dann normal waschen, vor dem Trocknen prüfen, ob der Fleck weg ist.
Ausführlich beschrieben ist das im Beitrag Harzflecken entfernen. Ähnlich gehen Sie bei Teerflecken vor.
Hausmittel oder Spezialmittel?
| Mittel | Geeignet für | Zu beachten |
| Baumharzentferner | Autolack, Glas, Chrom, Kunststoff, Werkzeug | nicht auf Haut und Textilien; danach waschen und wachsen |
| Speiseöl, Butter, Babyöl | Haut, Haare, Fell, Kleidung (danach auswaschen) | hinterlässt Fett, das entfernt werden muss |
| Alkohol, Spiritus, Isopropanol | Hände, Werkzeug, Glas, robuste Textilien | brennbar; auf Lack nur sparsam und nach Test |
| Orangenöl, Orangenreiniger | Klebriges auf harten Flächen | reizt die Haut, brennbar, nicht für Tiere |
| Eis | Textilien, Teppich | macht Harz spröde, löst es aber nicht |
Wer nur hin und wieder einen Tropfen vom Auto entfernen muss, kommt mit einem kleinen Spray aus dem Autozubehör lange hin. Für Forst- und Gartenarbeit lohnt ein größeres Gebinde. Baumharzentferner kosten meist zwischen 8 und 20 Euro für eine Sprühflasche; Kanister sind je Liter deutlich günstiger.
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Sicherheit und Aufbewahrung
Die meisten Baumharzentferner sind entzündlich und reizen Haut und Augen. Arbeiten Sie im Freien oder bei offenem Fenster, tragen Sie Handschuhe und bei Sprühdosen eine Schutzbrille, und halten Sie Abstand zu Flammen und heißen Motorteilen. Lagern Sie die Behälter verschlossen, kühl und außer Reichweite von Kindern; Spraydosen nicht über 50 °C. Reste gehören zur Schadstoffsammlung, leere Behälter nach Angabe auf der Verpackung in die Wertstoffsammlung. Weitere Tipps rund ums Reinigen finden Sie in der Rubrik Reinigen & Putzen.
Vorbeugen: nicht unter harzenden Bäumen parken
Der einfachste Schutz ist, im Sommer nicht unter Nadelbäumen, Linden oder Ahorn zu parken. Eine frische Wachs- oder Versiegelungsschicht sorgt dafür, dass Harz und Honigtau schlechter haften und sich leichter entfernen lassen. Tropfen möglichst noch am selben oder nächsten Tag abwaschen, bevor sie in der Sonne aushärten.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich Baumharz aus den Haaren?
Mit Öl: Speiseöl, Kokosöl oder Babyöl in die Strähne kneten, einige Minuten wirken lassen, das Harz mit Fingern und Kamm herausziehen und die Haare mit Shampoo waschen. Nicht ziehen oder schneiden, solange das Harz nicht gelöst ist.
Greift Baumharz den Autolack an?
Ja, wenn es lange in der Sonne liegt. Es kann sich in den Klarlack einbrennen und matte Stellen hinterlassen. Deshalb möglichst schnell entfernen.
Kann ich Harz mit Spiritus vom Auto entfernen?
Spiritus und Isopropanol lösen Harz, entfernen aber auch Wachs und können bei längerer Einwirkung empfindliche Lacke angreifen. Wenn überhaupt, nur sparsam auf einem Tuch und nach Test an unauffälliger Stelle, danach waschen und wachsen. Ein Baumharzentferner ist für Lack die sicherere Wahl.
Was hilft gegen Harz an den Händen?
Butter, Öl oder eine fettige Handcreme einmassieren und dann mit Seife waschen. Auch Händedesinfektionsmittel löst frisches Harz. Lösungsmittel aus dem Baumarkt gehören nicht auf die Haut.
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