Backofenspray

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Backofenspray ist ein kräftiger, alkalischer Reiniger für eingebrannte Fett- und Speisereste im Backofen. Es verwandelt die Kruste in eine seifige, abwischbare Masse und spart damit viel Schrubben. Weil es ätzend ist, gehören Handschuhe dazu, und es darf nur auf die Flächen, für die der Hersteller von Ofen und Spray es freigibt. Für leichte Verschmutzungen reichen Hausmittel.
Wie Backofenspray wirkt
Die Hauptrolle spielen Alkalien, meist Natrium- oder Kaliumhydroxid. Sie spalten eingebrannte Fette in einer chemischen Reaktion, die man Verseifung nennt. Aus der harten, braunen Schicht wird eine weiche Masse, die sich mit Wasser abwischen lässt. Tenside helfen, die Oberfläche zu benetzen und den Schmutz zu lösen, Verdicker sorgen dafür, dass der Schaum an senkrechten Wänden haftet. Manche Produkte enthalten zusätzlich Lösungsmittel und Duftstoffe.
Es gibt zwei Anwendungsarten: Kaltreiniger werden im abgekühlten Ofen aufgesprüht. Warmreiniger wirken besser bei leicht angewärmtem Ofen, oft um 50 °C. Welche Art Sie haben, steht auf der Dose – halten Sie sich daran.
Angeboten wird Backofenspray als Druckgasdose mit Treibgas oder als Pumpspray. Pumpsprays erzeugen weniger feinen Nebel und kommen ohne das leicht entzündliche Treibgas aus. Das macht sie in der Anwendung etwas angenehmer.

Vor dem ersten Sprühstoß: prüfen, ob es passt
Nicht jeder Ofen verträgt Backofenspray. Schauen Sie zuerst in die Bedienungsanleitung Ihres Backofens.
- Emaille ist die klassische Innenraumbeschichtung und verträgt geeignete Backofensprays in der Regel.
- Katalytische Beschichtungen, raue, poröse Rückwände oder Seitenteile, die Fett beim Heizen selbst abbauen, werden durch Backofenspray und Scheuermittel beschädigt. Hier ist das Spray tabu.
- Pyrolyse-Öfen reinigen sich bei sehr hoher Temperatur selbst; die Asche wird danach ausgewischt. Backofenspray ist hier meist überflüssig, und viele Hersteller raten davon ab.
- Öfen mit Dampfreinigung oder spezieller Antihaftbeschichtung haben eigene Pflegehinweise.
- Aluminium, lackierte Außenflächen, Holz, Linoleum und Naturstein in der Küche werden von Backofenspray angegriffen. Arbeitsplatte und Boden vor dem Ofen abdecken.
Im Zweifel an einer kleinen, unauffälligen Stelle testen.
Schritt für Schritt: Backofen mit Spray reinigen
Was Sie brauchen: Backofenspray, Haushaltshandschuhe, bei Sprühdosen eine Schutzbrille, Zeitungspapier oder Küchentuch zum Abdecken, Schwamm ohne Metall, Kunststoffschaber, Eimer mit warmem Wasser, Lappen.
- Vorbereiten. Ofen ausschalten und je nach Produkt abkühlen oder leicht anwärmen lassen. Bleche, Roste und Einschubgitter herausnehmen. Losen Schmutz und Krümel auswischen.
- Schützen. Handschuhe anziehen, Fenster öffnen, Fläche vor dem Ofen abdecken. Kinder und Haustiere aus der Küche.
- Abdecken, was nichts abbekommen darf. Heizstäbe, Lüfterrad, Temperaturfühler, Lampe und Türdichtung aussparen. Bei manchen Produkten hilft es, erst auf den Schwamm zu sprühen und dann aufzutragen.
- Aufsprühen. Aus etwa 20 bis 30 cm Abstand gleichmäßig auf die verschmutzten Stellen sprühen, nicht in Kopfhöhe in den Ofen hineinlehnen.
- Einwirken lassen. Die Einwirkzeit steht auf der Dose, oft sind es 10 bis 30 Minuten. Tür schließen, damit der Schaum nicht antrocknet. Längere Einwirkzeiten als angegeben greifen Oberflächen an.
- Abwischen. Den gelösten Schmutz mit Schwamm und Kunststoffschaber abnehmen, Schwamm immer wieder auswaschen.
- Gründlich nachwischen. Mit klarem Wasser mehrmals nachwischen, bis keine seifigen Reste mehr zu fühlen sind. Rückstände riechen beim nächsten Heizen und können sich verfärben.
- Ausheizen. Den leeren Ofen bei offenem Fenster einmal kurz aufheizen, damit letzte Reste verdampfen, bevor wieder Essen hineinkommt.
Bleche und Roste lassen sich im Freien auf einer Unterlage mit Spray behandeln oder einfacher über Nacht in heißem Wasser mit Spülmittel oder einem Spülmaschinentab einweichen.
Sicherheit: ätzend, reizend, oft entzündlich
Die meisten Backofensprays tragen das Gefahrensymbol für ätzende Stoffe. Das bedeutet:
- Haut und Augen schützen. Spritzer auf der Haut sofort mit viel Wasser abspülen. Bei Kontakt mit den Augen minutenlang unter fließendem Wasser spülen und ärztlichen Rat einholen.
- Nicht einatmen. Sprühnebel reizt die Atemwege. Gut lüften, nicht in den Ofen hineinbeugen.
- Nicht mischen. Backofenspray nicht zusammen mit anderen Reinigern verwenden, insbesondere nicht mit säurehaltigen oder chlorhaltigen Mitteln.
- Hitze und Flammen. Druckgasdosen sind meist hochentzündlich. Nicht in den heißen Ofen oder in die Nähe einer Flamme sprühen und die Dose nicht über 50 °C lagern.
- Kinder. Verschlossen und außer Reichweite aufbewahren.
- Vögel und andere Haustiere. Ziervögel reagieren sehr empfindlich auf Dämpfe in der Luft. Halten Sie sie während der Reinigung und beim ersten Ausheizen weit weg von der Küche und lüften Sie gut.
Leere Dosen und Flaschen kommen nach den Hinweisen auf der Verpackung in die Wertstoffsammlung. Noch gefüllte Behälter gehören zur Schadstoffsammlung, nicht in den Hausmüll.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Kalt- oder Warmreiniger: Kaltreiniger sind bequemer, weil Sie nicht auf die richtige Temperatur warten müssen.
- Pumpspray oder Dose: Pumpsprays ohne Treibgas sind etwas angenehmer in der Anwendung.
- Schaum mit guter Haftung: Wichtig für Seitenwände und Ofendecke.
- Eignung: Das Etikett nennt Emaille, Glas, Edelstahl und oft auch Grillroste. Was ausgeschlossen ist, steht ebenfalls dort.
- Gel oder Konzentrat: Gele tropfen weniger; Konzentrate werden verdünnt und lassen sich an die Verschmutzung anpassen.
Backofensprays kosten meist zwischen 3 und 15 Euro. Teure Produkte sind nicht automatisch wirksamer; vergleichen Sie den Preis pro 100 ml und achten Sie auf die Eignung für Ihren Ofen.
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Sanftere Alternativen für den Alltag
Bei leichter und mittlerer Verschmutzung braucht es kein Spray. Die Reinigung folgt dem sogenannten Sinnerschen Kreis: Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit ergänzen sich. Wer weniger Chemie nimmt, braucht mehr Zeit oder mehr Wischarbeit.
- Spülmittel und warmes Wasser: Für frische Spritzer, am besten nach jedem Backen, wenn der Ofen handwarm ist.
- Natronpaste: Drei Esslöffel Natron mit wenig Wasser zu einer Paste verrühren, auf die kalten, verschmutzten Stellen streichen und über Nacht wirken lassen. Am nächsten Tag mit feuchtem Schwamm und Kunststoffschaber abnehmen, gründlich nachwischen.
- Wasserdampf: Eine ofenfeste Schale mit Wasser und etwas Zitronensaft oder Essig bei rund 100 bis 150 °C etwa eine halbe Stunde im Ofen lassen. Der Dampf weicht Krusten auf, danach lässt sich vieles abwischen.
- Backofenglas: Die Türscheiben lassen sich bei vielen Modellen herausnehmen; mit Spülmittel, Natronpaste oder Glaskeramikschaber reinigen.
Scheuermittel, Stahlwolle und Metallschaber gehören nicht auf Emaille, denn sie hinterlassen Kratzer, in denen Fett noch stärker einbrennt. Ein Kunststoff- oder Glasschaber reicht. Für Kochfelder aus Glaskeramik ist Backofenspray übrigens ungeeignet; dafür gibt es eigene Ceranfeldreiniger. Wie Sie angebrannte Töpfe retten, lesen Sie unter Topf angebrannt.
Damit der Ofen sauber bleibt
Das Wirksamste ist, Spritzer nicht einbrennen zu lassen: nach dem Backen kurz feucht auswischen, solange der Ofen noch lauwarm ist. Saftige Braten und Aufläufe mit Deckel oder in einer höheren Form garen, bei Obstkuchen ein Blech darunter schieben. Wiederverwendbares Backpapier auf dem Blech fängt Tropfen ab und lässt sich spülen. Weitere Tipps finden Sie in den Rubriken Küche und Reinigen & Putzen.
Häufige Fragen
Wie giftig ist Backofenspray?
Die meisten Backofensprays sind ätzend. Auf Haut, in den Augen und eingeatmet können sie Schäden verursachen. Bei richtiger Anwendung mit Handschuhen, guter Lüftung und gründlichem Nachwischen ist das Risiko gering. Rückstände sollten nie im Ofen bleiben.
Wie lange muss Backofenspray einwirken?
So lange, wie es auf der Verpackung steht, meist 10 bis 30 Minuten. Länger bringt selten mehr und kann Oberflächen angreifen. Bei sehr dicken Krusten lieber ein zweites Mal auftragen.
Kann ich Backofenspray für den Grill verwenden?
Viele Produkte sind ausdrücklich auch für Grillroste gedacht. Nicht verwenden bei Aluminium, lackierten Teilen und beschichteten Grillplatten. Danach gründlich abspülen, bevor wieder Lebensmittel auf den Rost kommen.
Darf Backofenspray auf die Glastür?
Auf die innere Glasscheibe meist ja, das nennt das Etikett. Die Türdichtung und lackierte oder bedruckte Außenseiten sollten nichts abbekommen. Oft reicht für das Glas aber Spülmittel oder eine Natronpaste.
Warum riecht der Ofen nach dem Reinigen?
Meist sind noch Reinigerreste im Ofen. Mehrmals mit klarem Wasser nachwischen und den leeren Ofen bei offenem Fenster aufheizen, bis nichts mehr riecht.



