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Waschmaschinenerhöhung

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Frau hockt vor Waschmaschine ohne Waschmaschinenerhöhung
Ohne eine Waschmaschinenerhöhung ist das Befüllen sehr anstrengend
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wem eine Erhöhung wirklich hilft
  2. Die richtige Höhe finden
  3. Worauf es beim Kauf ankommt
  4. Bauarten im Vergleich
  5. Aufstellen: sicher und ohne Rattern
  6. Waschmaschinenerhöhung selber bauen
  7. Stapeln statt erhöhen
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen
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Ja, eine Waschmaschine lässt sich höher stellen – mit einem Sockel, auch Podest oder Untergestell genannt. Er hebt einen Frontlader um 20 bis 60 cm an, sodass die Trommel ungefähr auf Hüfthöhe liegt und Sie Wäsche ohne Bücken hinein- und herausholen. Worauf es ankommt: genug Tragkraft, eine Stellfläche, die zur Maschine passt, verstellbare Füße und ein Stand, der auch beim Schleudern nicht wackelt.

Frau hockt vor einer Waschmaschine und holt Wäsche aus der Trommel
Ohne Erhöhung heißt es beim Frontlader: in die Hocke

Wem eine Erhöhung wirklich hilft

Die Trommelöffnung eines üblichen Frontladers liegt nur rund 30–50 cm über dem Boden. Wer Wäsche einfüllt, Socken aus der Trommel angelt oder das Flusensieb öffnet, arbeitet in der Hocke oder tief gebückt. Für ein paar Maschinen im Monat ist das lästig, für viele Maschinen pro Woche eine echte Belastung.

Besonders lohnt sich ein Sockel für:

  • Menschen mit Rücken-, Knie- oder Hüftbeschwerden,
  • ältere Menschen, denen das Aufstehen aus der Hocke schwerfällt,
  • große Haushalte mit mehreren Waschgängen am Tag,
  • alle, die im Keller oft einen Wäschekorb auf den Boden stellen müssen.

Wer einen Toplader besitzt, braucht keine Erhöhung – dort wird von oben befüllt. Und wer ohnehin eine neue Maschine kauft, kann über eine unterbaufähige Waschmaschine nachdenken oder sie in einen Waschmaschinenunterschrank setzen, der zugleich Stauraum bietet.

Junge Frau belädt eine Waschmaschine, die auf dem Boden steht
Während junge Menschen ohne eine Waschmaschinenerhöhung zurechtkommen, ist das Bücken für Senioren oft sehr anstrengend

Die richtige Höhe finden

Als grobe Regel gilt: Die Unterkante der Trommelöffnung sollte etwa auf Höhe Ihrer Hüfte oder knapp darunter liegen. Dann greifen Sie mit leicht gebeugtem Oberkörper bis zur Trommelrückwand. Messen Sie bei Ihrer Maschine den Abstand vom Boden bis zur Unterkante des Bullauges und ziehen Sie ihn von Ihrer Hüfthöhe ab – das Ergebnis ist ungefähr die passende Sockelhöhe.

Übliche Höhen im Handel liegen zwischen etwa 10 und 65 cm. Niedrige Untergestelle mit 10–15 cm sind eher Ausgleichsrahmen für unebene Böden oder schaffen Platz zum Putzen. Für echten Rückenkomfort braucht es meist 30–50 cm. Denken Sie auch an den Deckel: Bei hohen Sockeln muss oben noch Platz bleiben, etwa unter einem Regal oder Fenster.

Worauf es beim Kauf ankommt

Sockel sehen einander ähnlich, unterscheiden sich aber in den Punkten, die über Sicherheit und Ruhe beim Schleudern entscheiden.

TragkraftEine Waschmaschine wiegt leer meist 60–85 kg, dazu kommen Wasser und nasse Wäsche. Beim Schleudern wirken zusätzlich dynamische Kräfte. Ein Sockel mit 150 kg oder mehr ist deshalb eine sinnvolle Untergrenze.
StellflächeStandardgeräte sind etwa 60 cm breit und 55–65 cm tief. Die Maschine muss mit allen vier Füßen sicher auf der Fläche stehen. Prüfen Sie Innenmaße und Tiefe, nicht nur die Außenmaße.
MaterialPulverbeschichteter oder verzinkter Stahl ist verbreitet und stabil. Vollverschweißte Gestelle wackeln weniger als verschraubte. Holz quillt bei Feuchtigkeit.
FüßeHöhenverstellbare Füße mit Gummieinlagen gleichen Unebenheiten aus und dämpfen Schwingungen.
Rand oder MuldenEin umlaufender Rand oder Mulden für die Gerätefüße verhindern, dass die Maschine beim Schleudern wandert.
AblageEine ausziehbare Ablage trägt den Wäschekorb beim Ein- und Ausräumen, Schubladen nehmen Waschmittel auf.
WandbefestigungBei hohen Sockeln sinnvoll oder vom Hersteller vorgeschrieben. Einige Modelle haben Befestigungslaschen oder passendes Zubehör.

Einfache Gestelle kosten meist zwischen 30 und 80 Euro, verstärkte Sockel mit Auszug oder für zwei Geräte nebeneinander deutlich mehr. Beim Sockel lohnt es nicht, am Material zu sparen – auf ihm steht ein Gerät, das bei 1.400 Umdrehungen kräftig arbeitet.

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Bauarten im Vergleich

BauartTypische HöheStärkenSchwächen
Einfaches Untergestell30–40 cmGünstig, oft AblagefachTeilweise verschraubt, weniger steif
Verstärkter Sockel mit Auszug40–60 cmHohe Tragkraft, Ablage für den WäschekorbTeurer, Wandbefestigung oft ratsam
Niedriger Ausgleichsrahmen10–15 cmGleicht Böden aus, erleichtert PutzenKaum Rückenentlastung
Sockel mit Rollen10–20 cmMaschine lässt sich verschiebenRollen müssen fest arretieren, sonst Wandern
Doppelsockel40–70 cmWaschmaschine und Trockner nebeneinanderBraucht rund 120 cm Breite
Gemauertes Podestfrei wählbarSehr stabil, langlebigAufwendig, nur im Eigentum sinnvoll

Zwei Beispiele für Stahlgestelle, wie sie häufig angeboten werden:

Aufstellen: sicher und ohne Rattern

Eine Waschmaschine auf einem Sockel steht höher und damit weniger stabil als auf dem Boden. Nehmen Sie den Aufbau deshalb genau:

  1. Transportsicherungen prüfen. Bei einer neuen Maschine müssen die Transportschrauben hinten entfernt sein – sonst rüttelt sie jeden Sockel los.
  2. Sockel ausrichten. Den Sockel an seinen Platz stellen und mit der Wasserwaage in beiden Richtungen über die Füße exakt waagerecht einstellen.
  3. Maschine zu zweit anheben. Eine Waschmaschine wiegt so viel wie ein Erwachsener. Heben Sie sie mit zwei Personen aus den Knien, nie allein und nie an der Tür oder der Waschmittelschublade.
  4. Maschine ausrichten. Auch die Gerätefüße nachstellen und die Kontermuttern festziehen, damit sich nichts lockert.
  5. Schläuche prüfen. Zu- und Ablaufschlauch dürfen weder gespannt noch geknickt sein. Reicht die Länge nicht, gibt es Verlängerungen im Fachhandel. Der Ablauf muss weiterhin korrekt ans Abwasser angeschlossen sein.
  6. Probelauf. Einen Schleudergang mit etwas Wäsche starten und daneben stehen bleiben. Wandert oder schaukelt die Maschine, nachjustieren oder eine Wandbefestigung anbringen.

Eine Antivibrationsmatte unter den Gerätefüßen kann Geräusche dämpfen, ersetzt aber keinen stabilen Sockel. Der früher gelegentlich gegebene Rat, die Maschine mit einem Spanngurt auf dem Sockel festzuzurren, ist keine Lösung: Ein Gurt verhindert kein Kippen des ganzen Gestells und kann die Maschine beschädigen. Wenn der Hersteller eine Wandbefestigung vorsieht, nutzen Sie diese.

Ältere Maschinen, die beim Schleudern stark unruhig laufen, stellen Sie besser nicht hoch. Ein unwuchtiges Gerät auf einem hohen Sockel ist ein Sicherheitsrisiko.

Waschmaschinenerhöhung selber bauen

Wer handwerklich geübt ist, kann ein Podest selbst bauen, etwa gemauert und mit Betonplatte oder als massives Holz- oder Stahlgestell. Einige Punkte sollten Sie dabei kennen:

  • Gemauerte Podeste sind sehr stabil, aber nicht mehr zu versetzen und in einer Mietwohnung nur mit Zustimmung des Vermieters denkbar. Beton braucht mehrere Wochen, bis er voll belastbar ist.
  • Holzkonstruktionen müssen deutlich massiver sein, als man denkt, und gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Eine dünne Plattenkonstruktion schwingt beim Schleudern mit.
  • Stahlgestelle aus Vierkantrohr lohnen sich nur, wenn Sie schweißen können.

Ältere Anleitungen im Netz schlagen vor, beim Bau des Podests gleich Steckdosen, Stromleitungen und Wasserrohre neu zu verlegen und zu löten. Arbeiten an der festen Elektroinstallation dürfen nur Elektrofachkräfte ausführen, neue Wasserleitungen gehören in die Hand eines Installateurs. Ein Fehler endet hier im Stromschlag oder im Wasserschaden.

Stapeln statt erhöhen

Wer zusätzlich einen Trockner hat, stellt ihn oft auf die Waschmaschine. Das spart Platz, hebt aber die Waschmaschine nicht an. Wie das sicher geht, lesen Sie in unserem Beitrag Waschmaschine und Trockner übereinanderstellen. Eine Waschmaschine auf einen hohen Sockel zu stellen und darauf noch einen Trockner zu setzen, ist keine gute Idee – der Turm wird zu hoch und zu kippelig.

Unsere Empfehlung

Für die meisten Haushalte ist ein vollverschweißter Stahlsockel mit 40–50 cm Höhe, mindestens 150 kg Tragkraft, verstellbaren Füßen und ausziehbarer Ablage die beste Wahl. Messen Sie vorher Ihre Hüfthöhe, die Maße der Maschine und die Schlauchlängen – dann passt der Sockel beim ersten Mal. Weitere Ideen für Waschküche und Bad finden Sie in unserer Rubrik Wäsche.

Häufige Fragen

Kann man eine Waschmaschine höher stellen?

Ja. Mit einem Sockel oder Untergestell lässt sich ein Frontlader um 10 bis über 60 cm anheben. Wichtig sind ausreichende Tragkraft, eine passende Stellfläche und ein exaktes Ausrichten mit der Wasserwaage.

Wie hoch sollte eine Waschmaschinenerhöhung sein?

Die Unterkante der Trommelöffnung sollte ungefähr auf Hüfthöhe liegen. Bei einer durchschnittlich großen Person sind das meist 30–50 cm Sockelhöhe. Messen Sie am besten selbst nach.

Braucht man eine Wandbefestigung?

Bei niedrigen, stabilen Sockeln oft nicht. Je höher das Gestell, desto eher schaukelt es beim Schleudern. Verlangt der Hersteller eine Wandbefestigung, ist sie Pflicht; ansonsten entscheidet der Probelauf.

Passt jeder Sockel für einen Trockner?

Die meisten Untergestelle eignen sich auch für Wäschetrockner, die leichter sind und nicht schleudern. Achten Sie auf die Stellfläche und darauf, dass die Lüftung beziehungsweise der Kondensatablauf nicht behindert wird.

Darf ich in einer Mietwohnung ein Podest mauern?

Ein freistehendes Gestell ist unproblematisch. Ein gemauertes Podest ist eine bauliche Veränderung und braucht die Zustimmung des Vermieters, der beim Auszug meist den Rückbau verlangen kann.

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