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Trockene Lippen in der Schwangerschaft – Ursachen und Tipps

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Lippenpflegestift gegen trockene Lippen
Lippenpflegestift gegen trockene Lippen
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum Lippen so schnell austrocknen
  2. Typische Ursachen in der Schwangerschaft
  3. So pflegen Sie trockene Lippen richtig
  4. Lippenherpes in der Schwangerschaft
  5. Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
  6. Nach der Geburt: auch Babys haben manchmal trockene Lippen
  7. Häufige Fragen

Trockene, spröde oder rissige Lippen gehören für viele Schwangere zu den kleinen Nebenwirkungen der Schwangerschaft. Meist stecken harmlose Gründe dahinter: Der Körper braucht mehr Flüssigkeit, die Nase ist öfter verstopft, und im Winter tut die Heizungsluft ihr Übriges. Mit reichhaltiger Lippenpflege, genug Trinken und etwas Geduld bessert sich das in aller Regel schnell. Nur wenn weitere Beschwerden dazukommen, lohnt ein genauerer Blick.

Schwangere Frau im Sommerkleid in einem Kornfeld bei Sonnenuntergang
Während der Schwangerschaft können trockene Lippen vermehrt auftauchen

Warum Lippen so schnell austrocknen

Die Lippenhaut ist sehr dünn und hat praktisch keine Talgdrüsen. Sie kann sich also kaum selbst mit Fett versorgen und verliert Feuchtigkeit schneller als die übrige Haut. Das gilt für alle Menschen. In der Schwangerschaft kommen aber einige Faktoren zusammen, die das Problem verstärken. Einen allgemeinen Überblick über Ursachen und Pflege finden Sie in unserem Ratgeber Trockene Lippen.

Typische Ursachen in der Schwangerschaft

Mehr Flüssigkeitsbedarf

Blutvolumen und Fruchtwasser nehmen zu, der Körper braucht mehr Flüssigkeit als sonst. Wer nicht bewusst mehr trinkt, merkt das oft zuerst an trockenen Lippen und trockenem Mund. Eine einfache Kontrolle: Ist der Urin hellgelb, trinken Sie meist genug.

Übelkeit und Erbrechen

Gerade in den ersten Monaten verlieren viele Frauen durch Schwangerschaftsübelkeit Flüssigkeit. Häufiges Erbrechen reizt zudem mit der Magensäure die Haut um den Mund. Kleine, häufige Schlucke Wasser oder Tee werden oft besser vertragen als große Mengen auf einmal. Wer kaum etwas bei sich behält, stark an Gewicht verliert oder kaum noch Wasser lässt, sollte umgehend die Frauenarztpraxis anrufen – das ist mehr als normale Übelkeit.

Verstopfte Nase und Mundatmung

Die Schleimhäute sind in der Schwangerschaft stärker durchblutet und schwellen leichter an. Viele Schwangere haben deshalb eine verstopfte Nase, ohne erkältet zu sein, und atmen vor allem nachts durch den Mund. Der ständige Luftstrom trocknet die Lippen aus. Morgendliche trockene Lippen sind ein typisches Zeichen dafür. Hilfreich sind Kochsalz-Nasenspray oder -spülungen; abschwellende Nasensprays bitte nur nach Rücksprache in der Praxis oder Apotheke.

Eisenmangel und Nährstoffe

Der Eisenbedarf steigt in der Schwangerschaft deutlich. Ein Eisenmangel zeigt sich oft durch Müdigkeit und Blässe, manchmal auch durch eingerissene Mundwinkel. Auch ein Mangel an bestimmten B-Vitaminen kann die Mundwinkel angreifen. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, zeigt nur ein Bluttest. Nehmen Sie Eisen oder andere Präparate nicht auf eigene Faust ein, sondern besprechen Sie das bei der Vorsorge.

Heizungsluft, Kälte und Sonne

Im Winter trocknen kalte Außenluft und warme, trockene Raumluft die Lippen aus, im Sommer die Sonne. Regelmäßiges Stoßlüften und ein Lippenpflegestift mit UV-Schutz im Freien helfen.

So pflegen Sie trockene Lippen richtig

Frau trägt einen orangefarbenen Lippenpflegestift auf
Trockene Lippen mit einer Lippenpflege behandeln
  • Fettende Lippenpflege mehrmals täglich und vor dem Schlafengehen dick auftragen. Bewährt sind Produkte mit Bienenwachs, Sheabutter, Pflanzenölen, Wollwachs (Lanolin) oder Vaseline.
  • Möglichst ohne Duft- und Aromastoffe, denn die Haut reagiert in der Schwangerschaft oft empfindlicher. Stifte mit Minze oder Kampfer brennen auf rissigen Lippen.
  • Nicht lecken. Speichel verdunstet und trocknet die Lippen zusätzlich aus.
  • Nicht zupfen oder abbeißen. Lose Hautfetzen lieber mit reichhaltiger Pflege aufweichen lassen, statt sie abzuziehen oder aggressiv zu peelen.
  • Genug trinken, über den Tag verteilt.
  • Nachts eine dicke Schicht Pflege auftragen; bei trockener Heizungsluft kann es helfen, das Schlafzimmer weniger stark zu heizen.

Wollwachs ist übrigens dasselbe Mittel, das viele Frauen später auch in der Stillzeit für die Brustwarzen verwenden. Eine Tube leistet dann gleich doppelte Dienste. Wer Wollwachs nicht verträgt, greift zu Produkten auf Basis von Pflanzenölen.

Lippenherpes in der Schwangerschaft

Bläschen, Kribbeln oder Brennen an der Lippe sprechen eher für Lippenherpes als für trockene Lippen. Wer schon einmal Herpes hatte, kann ihn in der Schwangerschaft häufiger bekommen, weil sich das Immunsystem umstellt. Ein Lippenherpes ist bei Menschen, die das Virus schon länger tragen, in der Regel kein Grund zur Sorge für das Kind. Sprechen Sie dennoch mit der Frauenarztpraxis oder der Apotheke, bevor Sie eine Herpescreme verwenden, und fassen Sie die Bläschen nicht an. Hatten Sie noch nie Herpes und bekommen erstmals Bläschen, besonders gegen Ende der Schwangerschaft, sollte das ärztlich angeschaut werden.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

In den allermeisten Fällen reicht gute Pflege. Fragen Sie in Ihrer Praxis nach, wenn

  • die Lippen trotz Pflege nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden,
  • Risse bluten, eitern oder nicht abheilen,
  • Mundwinkel dauerhaft eingerissen sind,
  • Sie sich zusätzlich sehr müde, schwach oder schwindelig fühlen,
  • Sie häufig erbrechen und kaum Flüssigkeit bei sich behalten,
  • Sie ständig starken Durst haben und viel Wasser lassen.

Letzteres kann auf einen Schwangerschaftsdiabetes hindeuten, der bei den Vorsorgeuntersuchungen ohnehin geprüft wird.

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Nach der Geburt: auch Babys haben manchmal trockene Lippen

Viele Neugeborene haben in den ersten Wochen trockene oder schuppige Lippen, manchmal mit kleinen Saugbläschen vom Trinken. Das ist meist harmlos. Was dann hilft und wann Sie in der Kinderarztpraxis nachfragen sollten, steht in unserem Beitrag Trockene Lippen bei Babys. Für die Vorbereitung auf die ersten Wochen lohnt ein Blick in unsere Liste zur Baby-Grundausstattung. Weitere Ratgeber finden Sie in der Rubrik Pflege.

Häufige Fragen

Sind trockene Lippen ein frühes Schwangerschaftszeichen?

Nicht zuverlässig. Manche Frauen bemerken trockene Lippen schon in der Frühschwangerschaft, etwa durch Übelkeit oder mehr Flüssigkeitsbedarf. Als Hinweis auf eine Schwangerschaft taugen sie aber nicht, dafür sind sie im Alltag viel zu verbreitet.

Welche Lippenpflege darf ich in der Schwangerschaft benutzen?

Übliche Lippenpflegestifte und -balsame mit Wachsen, Ölen, Sheabutter, Wollwachs oder Vaseline sind in der Regel unproblematisch. Sinnvoll sind Produkte ohne Duftstoffe. Bei Präparaten mit medizinischen Wirkstoffen vorher in der Apotheke fragen.

Hilft es, mehr zu trinken?

Wenn zu wenig Flüssigkeit die Ursache ist, ja. Allein reicht es aber oft nicht, weil die Lippen auch Pflege von außen brauchen. Am besten kombinieren Sie beides.

Gehen die trockenen Lippen nach der Schwangerschaft wieder weg?

Meist ja, spätestens wenn sich der Körper nach der Geburt umgestellt hat. In der Stillzeit ist der Flüssigkeitsbedarf allerdings wieder erhöht, genug trinken bleibt also wichtig.