Trockene Lippen bei Babys

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Trockene, schuppige oder leicht rissige Lippen sind bei Babys häufig und meistens harmlos. Heizungsluft, Kälte, Wind und ständiger Kontakt mit Speichel reichen aus. Weil ein Baby aber schnell an Flüssigkeit verliert, sollten Sie trockene Lippen nicht einfach übergehen: Kommen weitere Zeichen hinzu, kann ein Flüssigkeitsmangel dahinterstecken, und dann gehört das Kind zum Kinderarzt.
Häufige und harmlose Ursachen
Die Haut der Lippen ist dünn und hat keine eigenen Talgdrüsen. Sie trocknet deshalb schneller aus als die übrige Haut – bei Babys erst recht. Typische Auslöser sind:
- Trockene Heizungsluft im Winter, besonders nachts im Schlafzimmer.
- Kälte und Wind beim Spaziergang im Kinderwagen.
- Speichel: Babys sabbern viel, besonders beim Zahnen. Der ständige Wechsel aus feucht und trocken reizt Lippen und die Haut ums Kinn.
- Schnuller und Daumen: Dauerndes Saugen weicht die Lippen auf und trocknet sie danach aus.
- Veranlagung: Neigen Eltern zu trockener Haut oder Neurodermitis, haben auch die Kinder häufiger trockene Lippen.
Bei Neugeborenen sieht man in den ersten Wochen oft kleine Bläschen oder Hautschüppchen mitten auf der Oberlippe. Diese sogenannten Saugblasen entstehen durch das kräftige Saugen an Brust oder Flasche, sind harmlos und verschwinden von allein. Sie brauchen keine Behandlung.
Wenn Flüssigkeitsmangel dahinterstecken kann
Trockene Lippen können auch bedeuten, dass das Baby zu wenig Flüssigkeit bekommt oder zu viel verliert, etwa bei Fieber, Durchfall, Erbrechen oder großer Hitze. Babys trocknen deutlich schneller aus als Erwachsene. Achten Sie deshalb auf weitere Anzeichen:
- Deutlich weniger nasse Windeln als sonst. Ein gut versorgtes Baby hat nach den ersten Lebenstagen in der Regel mindestens fünf bis sechs nasse Windeln am Tag.
- Dunkler, stark riechender Urin.
- Trockener Mund, klebriger Speichel, beim Weinen keine Tränen.
- Eingesunkene Fontanelle, also eine sichtbare Mulde an der weichen Stelle oben am Kopf.
- Ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Schlappheit, das Baby lässt sich schlecht wecken oder trinkt schlecht.
Mehr zu den Zeichen einer Austrocknung finden Sie etwa bei BabyCenter zur Dehydrierung.
Treffen mehrere dieser Zeichen zu, rufen Sie noch am selben Tag den Kinderarzt an – bei Neugeborenen, bei Fieber oder wenn das Baby apathisch wirkt, sofort. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall den Rettungsdienst unter 112.
Wann die Lippen zum Arzt gehören
Auch ohne Flüssigkeitsmangel sollten Sie ärztlichen Rat einholen, wenn:
- die Lippen stark rot, geschwollen oder blutig eingerissen sind,
- sich weiße Beläge auf Lippen, Zunge oder Wangeninnenseite zeigen, die sich nicht abwischen lassen – das kann Mundsoor sein, eine Pilzinfektion,
- Bläschen an den Lippen auftreten, die nicht die typischen Saugblasen in der Mitte der Oberlippe sind; Lippenherpes kann für Säuglinge gefährlich sein,
- trockene, sehr rote Lippen zusammen mit anhaltendem Fieber, Hautausschlag oder geröteten Augen auftreten,
- die Lippen trotz Pflege nach etwa einer Woche nicht besser werden.
So pflegen Sie trockene Babylippen
Bei harmlosen Ursachen reicht sanfte Pflege. Wichtig ist, dass alles, was auf die Lippen kommt, auch verschluckt werden darf – denn genau das passiert.
- Mehr Flüssigkeit anbieten. Häufiger stillen oder das Fläschchen anbieten. Bei Babys, die schon Beikost essen, zusätzlich Wasser aus dem Becher. Gestillte Babys unter sechs Monaten brauchen in der Regel kein zusätzliches Wasser.
- Muttermilch auftragen. Ein Tropfen Muttermilch auf den Lippen befeuchtet und ist völlig unbedenklich.
- Dünn eincremen. Eine duftstofffreie Wund- und Schutzsalbe oder eine Lippenpflege, die ausdrücklich für Babys geeignet ist, schützt vor dem Austrocknen. Häufig empfohlen wird hochgereinigtes Wollwachs (Lanolin), wie es auch für wunde Brustwarzen verwendet wird. Nur hauchdünn auftragen.
- Speichel sanft abtupfen. Beim Zahnen Mund und Kinn mit einem weichen Tuch abtupfen, nicht reiben.
- Raumluft verbessern. Im Schlafzimmer nicht überheizen, regelmäßig lüften. Eine Wäscheleine mit feuchten Tüchern kann trockene Luft etwas ausgleichen.
- Vor Kälte schützen. Vor dem Spaziergang bei Frost oder Wind eine dünne Schicht Schutzsalbe auf Lippen und Wangen.
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Was Sie besser nicht verwenden
- Honig: Babys im ersten Lebensjahr dürfen keinen Honig bekommen, auch nicht als Lippenpflege. Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten, gegen die der Darm eines Säuglings noch nicht gewappnet ist (Säuglingsbotulismus).
- Lippenpflegestifte für Erwachsene: Sie enthalten oft Duftstoffe, Aromen, Kampfer, Menthol oder Sonnenschutzfilter, die für Babys ungeeignet sind. Auch Produkte auf Mineralölbasis werden abgeleckt und verschluckt; Verbrauchertests fanden in Lippenpflegestiften wiederholt bedenkliche Mineralölbestandteile.
- Ätherische Öle wie Pfefferminz- oder Teebaumöl – sie können bei kleinen Kindern Atemprobleme auslösen.
- Lippen abziehen: Hautschüppchen nicht abzupfen, sie lösen sich von allein.
Im Zweifel fragen Sie Ihre Hebamme, den Kinderarzt oder in der Apotheke nach einem geeigneten Produkt.
Trockene Lippen bei älteren Kindern und Eltern
Bei Kleinkindern kommt als häufige Ursache das Lippenlecken hinzu: Speichel verdunstet und trocknet die Lippen weiter aus, was wieder zum Lecken reizt. Hier hilft eine kindgerechte Lippenpflege und etwas Geduld beim Abgewöhnen. Allgemeine Tipps für Erwachsene finden Sie in unserem Beitrag zu trockenen Lippen. Wenn Sie selbst schwanger sind und mit spröden Lippen kämpfen, lesen Sie unseren Ratgeber zu trockenen Lippen in der Schwangerschaft.
Weitere Themen rund ums Baby, von der Baby-Grundausstattung bis zum Wickelplatz, finden Sie in der Rubrik Familie.
Häufige Fragen
Mein Baby hat trockene Lippen – trinkt es zu wenig?
Nicht unbedingt, meist ist Heizungsluft oder Speichel schuld. Zählen Sie die nassen Windeln: Sind es wie gewohnt fünf bis sechs oder mehr am Tag und ist das Baby munter, ist ein Flüssigkeitsmangel unwahrscheinlich. Sind es deutlich weniger, sprechen Sie mit dem Kinderarzt.
Darf ich Muttermilch auf die Lippen geben?
Ja. Ein Tropfen Muttermilch befeuchtet die Lippen und ist unbedenklich, auch wenn das Baby ihn ableckt.
Sind Blasen auf der Oberlippe beim Neugeborenen normal?
Kleine Bläschen oder Schüppchen mitten auf der Oberlippe sind meist Saugblasen vom Trinken und harmlos. Bläschen an anderen Stellen oder mit Rötung sollte sich der Kinderarzt ansehen.
Welche Lippenpflege ist für Babys geeignet?
Eine duftstofffreie Salbe, die ausdrücklich für Babys geeignet ist, etwa auf Basis von hochgereinigtem Wollwachs. Sie wird hauchdünn aufgetragen. Lippenpflegestifte für Erwachsene und Honig sind nicht geeignet.
Können trockene Lippen vom Zahnen kommen?
Ja. Beim Zahnen läuft viel Speichel über Lippen und Kinn. Die Haut wird ständig nass und trocknet wieder, das reizt. Abtupfen und eine dünne Schutzsalbe helfen.



