Silberfische bekämpfen

Silberfisch krabbelt über ein Buch
Krabbeln sie bereits über Bücher, sollte man schnellstens die Silberfische bekämpfen | Foto: Leonid_Eremeychuk / depositphotos.com

Für viele Menschen eine Horror-Vorstellung: Plötzlich tauchen Silberfischchen auf und flitzen blitzschnell an den Füßen vorbei. Entweder im Badezimmer, in der Küche oder in der Waschküche, selten auch in anderen Räumen. Manchmal sind sie so schnell wieder weg, dass man erst bei genauerem Absuchen den Übeltäter findet. Silberfischchen sind wahre Überlebenskünstler, zum Leidwesen der Menschen, die sich die Wohnung mit ihnen zwangsweise teilen müssen. Doch es gibt durchaus Möglichkeiten, wie man Silberfische bekämpfen kann. Wenn gleich deren Beseitigung kein Muss ist.

Was sind Silberfische und wo findet man sie?

Zunächst muss man wissen, was Silberfischchen überhaupt für Tiere sind. Es handelt sich hierbei um flügellose, etwa 1 cm große Insekten. Mit ihren Fühlern erreichen sie etwa 1,5 cm Gesamtlänge. Ihren Namen verdanken sie wahrscheinlich ihrer Farbe, denn ihr Schuppenpanzer schimmert silbern. Ihre Körperform soll grob an die eines Fisches erinnern.

Die kleinen Tierchen kennt man unter dem Namen Silberfisch, Silberfischchen, Zuckergast oder, im Hausgebrauch eher seltener so genannt, als Lepisma saccharina.

Da Silberfische immer dort auftauchen wo ein feucht-warmes Raumklima herrscht, werden sie oft mit Schimmel und mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Zwar ernähren sich die Tiere gerne von Schimmel, sind aber in der Regel kein Anzeichen dafür, dass es dort, wo sie plötzlich aufgetaucht sind, tatsächlich irgendwo schimmelt.

Tatsächlich fressen Silberfische nämlich sogar Hausstaubmilben, Hautschuppen und andere Dinge lieber, statt Schimmel.

Viel mehr hat der Ort, an dem sie auftauchen, mit dem vorherrschenden Raumklima zu tun. Um zu überleben, benötigen sie über 20° Celsius, idealerweise mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 80 bis 90%. Das gibt es eben nur in Küchen, Waschküchen und Badezimmern. Selten sieht man sie auch im Schlafzimmer, weil hier das Nahrungsangebot so groß ist.

Silberfische verbringen den Hauptteil ihres Lebens für den Menschen nahezu unsichtbar. Sie sind nachtaktiv und meiden das Licht.

Ihr Lebensraum befindet sich in Fugen, Ritzen, Nischen, hinter Schränken und Fußleisten.

Was haben Silberfische mit Schimmel zu tun?

Silberfische zu bekämpfen ist nicht zwangsweise notwendig, denn sie sind, streng betrachtet, keine richtigen Schädlinge. Im Gegenteil können sie sich sogar unter Umständen als sehr nützlich erweisen. Das heißt aber dennoch nicht, dass sie bei allen Menschen sehr gut ankommen. Viele Menschen gehen von einem Hygieneproblem aus, wenn ihnen immer wieder Silberfische um die Füße schwirren.

Tauchen ab und zu einzelne Exemplare auf, besteht kein Grund zur Sorge. Die Tiere schaden dann nicht und verschwinden so schnell, wie sie aufgetaucht sind.

Schwirren aber auf einmal sehr viele Silberfischchen umher, sollten die Tiere selbst erst einmal Nebensache sein.

Denn wenn sich eine sehr große Anzahl von ihnen an einem Ort aufhält, gibt es dort normalerweise auch einen Grund dafür.

Da sich Silberfische unter Anderem auch von Schimmel ernähren, kann eine größere Anzahl von ihnen also auf einen Schimmelbefall hindeuten.

Auch eine feuchte Stelle, z.B. durch einen Rohrbruch, ist möglich.

Wichtig ist aber noch einmal: Silberfischchen selbst produzieren keinen Schimmel. Im Gegenteil: Sie fressen ihn und dienen daher sogar als Schimmelentferner. Trotzdem ist es natürlich kein Dauerzustand, wenn Hunderte dieser Insekten in Bad oder Küche umher flitzen.

Sind Silberfischchen Krankheitsüberträger und welche natürlichen Feinde haben sie?

Gesundheitliche Bedenken gibt es bei Silberfischchen nicht, denn sie übertragen keine Krankheiten und werden auch sonst für Menschen und Haustiere nicht gefährlich.

Sie sind ebenso kein Zeichen mangelnder Sauberkeit. Daher muss man nicht zwangsläufig Silberfische bekämpfen.

Natürliche Fressfeinde haben die kleinen Tierchen kaum. Im Haus können ihnen lediglich Ohrwürmer und Spinnen gefährlich werden. Ansonsten fristen Silberfische ein sehr friedliches Dasein, tun niemandem etwas und sind ohnehin fast immer unsichtbar.

Was tun bei einer großen Anzahl Silberfische?

Wenn wirklich sehr viele Zuckergäste unterwegs sind, sollte man zunächst der Sache auf den Grund gehen, bevor man anfängt, nur die Silberfische zu bekämpfen. Irgendwo gibt es eine sehr begehrte Nahrungsquelle.

Das heißt, dass man dringend den Raum, in dem die Tiere sich befinden, auf Feuchtigkeitsschäden überprüfen sollte.

  • Sind Flecken an der Wand?
  • Wölben sich irgendwo Fliesen?
  • Steht Wasser auf dem Boden?
  • Riecht es modrig?

All das sind Fragen, die man sich dann stellen sollte und die man systematisch im Raum prüfen sollte.

Dabei sollten auch eventuelle Fußleisten überprüft und Schränke, soweit möglich, hervor gezogen werden.

Es gilt nun, zuerst das Hauptproblem anzugehen, also den Feuchtigkeitsschaden bzw. Schimmel. Wird dieser nicht beseitigt, werden sich die Silberfischchen immer wieder ansiedeln.

Doch nicht nur Schimmel steht auf ihrem Speiseplan.

Silberfischchen ernähren sich ebenso von

  • Hausstaubmilben
  • Hautschuppen
  • Haaren
  • Leder
  • natürlichen Stoffe wie Seide oder Baumwolle
  • Papier
  • stärke- und zuckerhaltigen Lebensmitteln (daher auch „Zuckergast“ als Bezeichnung).

Sind sie also plötzlich in der Küche vorzufinden, kann genauso eine bekömmliche Zuckerquelle hinter dem Schrank vorzufinden sein.

Wer sie hingegen dort findet, wo Bücher und Stoffe oder Kleidung gelagert werden, sollte gründlich ausmisten und für ein anderes Raumklima sorgen.

Feucht-warme Luft ist für Bücher, Leder und Stoffe nicht minder schädlich als die Fressspuren der Silberfische. Regelmäßiges Staubsaugen ist obendrein ebenfalls hilfreich.

Silberfische bekämpfen – Wie geht das?

Wer mit einer großen Anzahl Silberfischchen zu kämpfen hat oder sich selbst mit wenigen Exemplaren nicht abfinden möchte, hat die Möglichkeit, die Tiere auf verschiedene Arten loszuwerden.

1. Lebendfallen

Da die Tiere, wie bereits erwähnt, von Grund auf eigentlich nicht als Schädling betrachtet werden müssen, kann man sie auch lebend einfangen und in die freie Natur entlassen.

Es gibt daher Fallenkonstruktionen, die Silberfische lebend einfangen. Diese werden am befallenen Ort aufgestellt, etwa in der Küche, im Bad oder in der Waschküche und in regelmäßigen Abständen entleert.

Durch ein Lockmittel werden die Silberfischchen angezogen und landen in der Falle. Aus dieser können sie von alleine nicht entkommen. Solche Fallen lassen sich mit einfachen Mitteln aus dem Vorratsschrank schnell selbst bauen.

 

Lebendfallen aus einem Glas bauen

Um die Silberfische zu bekämpfen, genügt es, ein Glas aufzustellen, welches beispielsweise mit Haferflocken gefüllt ist.

Dieses wird in einer dunklen Ecke im befallenen Raum aufgestellt. Haferflocken enthalten Stärke, die die Silberfische lieben. Sie werden schon bald einen Weg suchen, an diese zu gelangen.

Leider können Silberfische nicht am Glas empor krabbeln, die Oberfläche des Glases ist hierfür einfach zu glatt. Es ist daher nötig, von außen beispielsweise ein Stück Pappe oder einen Eisstiel anzulegen. Ein Etikett, welches am Glas befestigt ist, genügt ebenfalls. Alternativ hilft auch ein Streifen Kreppband, das senkrecht vom Boden bis zum Rand angeklebt wird.

Die Silberfische können so von außen in das Glas gelangen, kommen aber nicht mehr heraus, da sie nicht von innen am Glas hoch krabbeln können.

Wird das Glas immer wieder kontrolliert, kann man den Inhalt samt Silberfischchen draußen in der Natur entsorgen.

Anstatt Haferflocken kann auch ein Stück Kartoffel, Backpulver oder ein Stück feuchtes Zeitungspapier als Lockmittel dienen.

Ob die Falle funktioniert, hängt hauptsächlich davon ab, ob sie richtig platziert wird bzw. ob die Tiere es schaffen, in das Glas hinein zu gelangen.

Ein großer Vorteil solcher selbst gebauten Glasfallen ist, dass deren Inhalt absolut unschädlich und biologisch abbaubar ist. Die Tiere selbst überleben obendrein ebenfalls und können draußen nach einem neuen Wohnort suchen.

Falls sich die eigenen Haustiere oder auch Kinder einmal an die Fallen wagen, geschieht nichts – Im schlimmsten Fall entwischen die gefangenen Silberfische und man muss von vorne beginnen.

2. Klebefalle Marke Eigenbau

Auch eine Klebefalle lässt sich im Handumdrehen selbst herstellen. Damit wird gewährleistet, dass die Tiere nicht entkommen und der Bestand rasch dezimiert oder sogar ausgerottet wird.

Hierfür benötigt man ein Stück Backpapier, welches mit Honig oder einem Sirup bestrichen wird. Das Backpapier wird nun in eine Ecke gelegt, in der sich die Silberfische bekanntlich aufhalten. Diese werden schnell von dem Geruch angezogen und bleiben im Honig oder Sirup kleben. Eine Chance zu flüchten besteht kaum, wenn sie einmal mit allen Füßen in die klebrige Falle getappt sind.

Nach einigen Tagen wird das Backpapier schließlich entsorgt und, bei Bedarf, ein neues ausgelegt.

3. Industrielle Methoden, um Silberfische zu bekämpfen

Natürlich hat sich auch die Industrie dem Problem mit den Silberfischen angenommen und Silberfischfallen entwickelt, die kein Entkommen zulassen.

Es gibt von verschiedenen Herstellern Köderdosen, die ähnlich wie Ameisenköder aussehen. Die meist recht unauffällig gehaltenen, flachen Dosen haben eine Öffnung und enthalten ein Lockmittel, das die Silberfischchen anlockt. Je nach Art des Lockmittels wird zum Beispiel der Schuppenpanzer der Tiere angegriffen, so dass der Körper von innen heraus austrocknet. Eine Überlebenschance nach Verzehr des Köders besteht also praktisch nicht.

Ebenfalls gibt es industriell hergestellte Leimfallen, die, genauso wie die selbst gebauten aus Backpapier, funktionieren. Mit einem ansprechenden Duft werden die Tiere angelockt und bleiben auf der Klebefläche haften.

Der Vorteil industriell hergestellter Fallen ist, dass sie komplett fertig sind und direkt ausgelegt werden können. Zudem können viele Fallen nicht nur Silberfische bekämpfen, sondern helfen gleichzeitig auch bei Kellerasseln oder sogar Kakerlaken.

Wie lange die Fallen halten, sie also den Lockduft versprühen, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Im Schnitt halten sie etwa 3 Monate, also wesentlich länger als die selbst hergestellten. Dafür sind sie aber auch entsprechend teurer.

Silberfisch (Lepisma saccharina) in Nahaufnahme
Trotz des faszinierenden Aussehens hätte man das Silberfischchen lieber in der Silberfischfalle | Foto: DennisJacobsen / depositphotos.com

Kann man Silberfische auch vertreiben?

Das ist durchaus möglich, zum Beispiel mit dem Duft von Lavendel. Während die meisten Menschen Lavendelduft als wohltuend wahrnehmen, hilft dieser hingegen, Silberfische auf natürliche Art zu bekämpfen. Für sie ist Lavendel keine Wohltat, sondern unerträglicher Gestank. Die Folge: Sie ergreifen die Flucht und suchen sich eine neue Bleibe.

Sollten die Silberfische vom Badezimmer in die Waschküche oder die Küche gewandert sein, muss jeweils auch dort Lavendel zum Einsatz kommen.

Es eignen sich hierfür zum Beispiel Duftkissen, wie es sie etwa für Kleiderschränke zur Abschreckung von Motten gibt. Eine Schale mit ätherischem Öl oder ein Raumduft mit Lavendel kann ebenfalls helfen. Erfüllt der Geruch den gesamten Raum, wenn auch nur unterschwellig, genügt das oft, um den Silberfischen die Lust an diesem Wohnort zu nehmen.

Fazit: Silberfische bekämpfen – Ja oder nein?

Tauchen nur vereinzelt ab und zu Silberfischchen auf, besteht absolut kein Grund zur Sorge. Sie sind weder ein Anzeichen dafür, dass im betreffenden Raum unhygienische Zustände herrschen, noch sind sie ein klares Indiz dafür, dass es schimmelt oder ein ernstzunehmendes Feuchtigkeitsproblem besteht.

Da Silberfische ohnehin nachtaktiv sind und nur zufällig beim Umherstreifen vom plötzlichen Einschalten des Lichts ertappt werden, sollten sie in geringer Zahl eigentlich niemanden stören und ihre Daseinsberechtigung behalten dürfen. Wer sich aber dennoch überhaupt nicht mit ihnen anfreunden kann, dem werden direkt mehrere Möglichkeiten geboten, die Silberfischchen zu bekämpfen.

Sind sehr viele Silberfische an einem Ort, deutet das meist auf eine große Nahrungsquelle hin. Entweder machen sie sich über Vorräte in der Küche her, über Bücher, Stoffe und Leder – Oder über Schimmel.

Riecht es im befallenen Raum ohnehin muffig, modrig oder herrscht immer ein sehr feuchtes Klima, sollte man sich unbedingt daran machen, die Wände, den Boden sowie die Fußleisten nach Schimmel oder Wasserschäden abzusuchen. Die Tiere selbst sind in einem solchen Fall aber das geringste Problem.

Viele weitere wertvolle Informationen über Silberfische gibt es hier:

http://www.silberfische-ratgeber.de/

Tipps für Köder, um Silberfische zu bekämpfen, gesucht? http://www.silberfische-ratgeber.de/silberfische-koeder/

Weitere Infos gibt es bei „Mein schöner Garten“: https://www.mein-schoener-garten.de/silberfische

Ein Silberfisch neben zwei Büchern
Eine Silberfischfalle ist bei einem Befall die beste Wahl | Foto: Leonid_Eremeychuk / depositphotos.com

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*