Silberfische bekämpfen

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Einzelne Silberfischchen im Bad muss man nicht bekämpfen – sie sind harmlos und verschwinden, wenn der Raum trocken wird. Tauchen sie in großer Zahl auf, ist meist Feuchtigkeit die Ursache, und die gehört zuerst behoben. Gegen die Tiere selbst helfen Klebefallen zur Kontrolle und Köderdosen über mehrere Wochen, dazu Ordnung in Ritzen und Fugen.
Silberfischchen erkennen
Das Silberfischchen (Lepisma saccharina), auch Zuckergast genannt, ist ein flügelloses Urinsekt. Es wird rund 1 cm lang, hat einen spindelförmigen, silbrig beschuppten Körper, zwei lange Fühler vorn und drei Schwanzfäden hinten. Seinen Namen hat es von den Schuppen und der fischartig schlängelnden Bewegung.

Silberfischchen sind nachtaktiv und lichtscheu. Man sieht sie, wenn man nachts das Licht im Bad einschaltet und sie blitzschnell unter der Fußleiste verschwinden. Tagsüber sitzen sie in Fugen, hinter Fliesen und Fußleisten, unter der Waschmaschine, hinter lose sitzenden Tapeten und in Wandritzen. Sie können mehrere Jahre alt werden und monatelang ohne Nahrung überleben – ein Grund, warum sie hartnäckig wirken.
Zwei Verwandte werden oft verwechselt:
- Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata): grauer, etwas größer, mit längeren Schwanzfäden. Es breitet sich in Deutschland seit einigen Jahren aus, lebt auch in trockenen Wohnräumen und frisst vor allem Papier, Tapeten und Kartons. Mehr dazu weiter unten.
- Ofenfischchen (Thermobia domestica): bräunlich gefleckt, liebt Wärme um 35 °C und mehr, etwa in Bäckereien und Heizungsräumen.
Sehr kleine, weißliche Tiere ohne Schuppen und Schwanzfäden sind dagegen meist Staubläuse – die sogenannten Bücherläuse gehören dazu.
Warum Silberfische auftauchen
Silberfischchen brauchen Wärme um 20–30 °C und eine hohe Luftfeuchte, am wohlsten fühlen sie sich deutlich über 70 %. Deshalb findet man sie in Bädern, Küchen, Waschküchen und Kellern. In trockenen Wohnräumen halten sie sich nicht lange.
Sie fressen fast alles mit Stärke, Zucker oder Eiweiß: Hautschuppen, Haare, Krümel, Kleister, Papier, Pappe, Baumwolle und Schimmelpilze. Ihr Auftauchen hat also zwei Voraussetzungen, Feuchtigkeit und Nahrung – eine gründliche Reinigung von Fugen und Ecken nimmt ihnen einen Teil der Nahrung.
Viele Tiere an einer Stelle sind ein Hinweis, genauer hinzusehen:
- Sind Flecken an der Wand oder hinter Möbeln?
- Wölben sich Fliesen oder ist die Silikonfuge dunkel verfärbt?
- Ist der Boden unter Waschmaschine oder Spüle feucht?
- Riecht es modrig?
Silberfischchen verursachen keinen Schimmel, sie zeigen nur an, dass es irgendwo feucht genug dafür ist. Ein undichter Siphon, eine rissige Duschfuge oder eine feuchte Außenwand sind typische Ursachen.
Sind Silberfische gefährlich?
Nein. Silberfischchen stechen und beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und krabbeln nicht gezielt auf Menschen – sie meiden Licht und Bewegung. Sie sind auch kein Zeichen für mangelnde Sauberkeit, man findet sie in sehr gepflegten Wohnungen. Schaden richten sie allenfalls an Papier an: an Büchern, Fotos, Tapeten und Dokumenten, die in feuchten Räumen lagern. Beim Papierfischchen kann das bei starkem Befall ernster werden.
Erst trocknen, dann fangen
Die wirksamste Maßnahme ist die, die man am wenigsten spektakulär findet: Machen Sie den Raum trocken.
- Nach dem Duschen lüften. Fenster weit öffnen oder den Lüfter laufen lassen, bis der Spiegel frei ist. Nasse Handtücher nicht im Bad knüllen.
- Wasser wegwischen. Pfützen am Duschrand und unter der Waschmaschine sofort aufnehmen, einen Duschabzieher benutzen.
- Verstecke schließen. Offene Fugen, Risse und Spalten an Fußleisten mit Acryl oder Silikon verschließen, lose Tapeten ankleben. Eine rissige Duschabdichtung erneuern.
- Nahrung wegnehmen. Regelmäßig saugen, auch in Ecken und unter Möbeln. Haare aus dem Abfluss entfernen, Krümel in der Küche wegwischen.
- Papier trocken lagern. Kartons, Zeitungen und Bücher nicht im Keller oder Bad aufbewahren, Kartons gegen Kunststoffboxen tauschen.
Oft reicht das schon, um die Zahl sichtbar zu senken.
Silberfischfallen: Klebefallen und Köderdosen
Im Handel gibt es zwei Arten von Silberfischfallen. Beide werden dort ausgelegt, wo die Tiere laufen: entlang von Wänden und Fußleisten, hinter der Toilette, unter Waschmaschine und Heizkörper. Mehrere Fallen wirken besser als eine.
| Klebefalle | Köderdose | |
| Prinzip | Lockstoff auf einer Klebefläche, die Tiere bleiben hängen | Fraßköder mit Insektizid, die Tiere sterben später im Versteck |
| Wirkstoff | meist keiner | ja, je nach Produkt verschieden |
| Stärke | zeigt, wo und wie viele Tiere laufen | erreicht auch Tiere, die man nie sieht |
| Schwäche | fängt nur einen Teil, tote Tiere bleiben sichtbar | wirkt erst nach Tagen bis Wochen |
| Kinder und Haustiere | unbedenklich, aber klebrig | außer Reichweite aufstellen |
| Haltbarkeit | bis die Fläche voll oder verstaubt ist | laut Herstellern oft etwa drei Monate |
Für den Anfang eignen sich Klebefallen für Silberfische: Sie sind giftfrei und zeigen, wo die Tiere unterwegs sind. Bei einem hartnäckigen Befall, und vor allem bei Papierfischchen, sind Köderdosen gegen Silberfische das wirksamere Mittel, weil die Tiere den Köder in ihre Verstecke tragen und dort sterben. Legen Sie Köder nicht gleichzeitig mit frisch ausgebrachtem Spray aus, das hält die Tiere von den Ködern fern. Bei allen Mitteln mit Wirkstoff gilt die Gebrauchsanweisung.
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Insektensprays sind gegen Silberfischchen wenig sinnvoll: Sie treffen nur die sichtbaren Tiere, und in Bädern und Küchen möchte man keine Insektizide großflächig verteilen.
Silberfischfalle selber bauen
Wer lieber ohne Wirkstoff arbeitet, baut eine einfache Glasfalle:
- Glas vorbereiten. Ein sauberes, glattwandiges Marmeladenglas außen mit Kreppband umwickeln, sodass die Tiere hinaufklettern können.
- Köder einfüllen. Ein paar Haferflocken, ein Stück rohe Kartoffel oder etwas Brot auf den Boden legen.
- Aufstellen. Das Glas abends an eine Stelle stellen, an der Silberfischchen laufen, etwa an die Wand hinter der Toilette.
- Kontrollieren. Innen ist das Glas zu glatt, die Tiere kommen nicht mehr heraus. Morgens nachsehen und den Inhalt draußen ausleeren.
Eine zweite Variante ist ein Stück feuchte, zusammengerollte Zeitung, das man über Nacht auslegt und morgens samt Bewohnern in einer verschlossenen Tüte entsorgt. Beide Fallen fangen nur einen Teil der Tiere, eignen sich aber gut, um einen Befall einzuschätzen.
Nicht bewährt haben sich dagegen Zucker-Backpulver-Mischungen: Dass Silberfischchen davon „platzen“, ist ein Mythos. Lavendelduft oder Lavendelöl schreckt die Tiere allenfalls kurzzeitig ab und ersetzt keine Bekämpfung.
Papierfischchen: der hartnäckigere Verwandte
Das Papierfischchen wurde vermutlich mit Umzugskartons und Baumaterial eingeschleppt und kommt seit einigen Jahren auch in Deutschland vor, gern in Neubauten. Anders als das Silberfischchen braucht es keine hohe Luftfeuchte. Man findet es deshalb auch im Wohnzimmer, im Schlafzimmer oder im Büro, oft an Bücherregalen und Tapeten.

Trocknen allein reicht bei ihm nicht. Wirksam ist eine Kombination: mehrere Köderdosen über Monate an den Laufwegen, Kartons und Papierstapel reduzieren, Fugen verschließen und Klebefallen zur Kontrolle. Weil sich Papierfischchen langsam vermehren, aber lange leben, braucht es Geduld. Bei starkem Befall, in Archiven, Bibliotheken oder Mehrfamilienhäusern ist ein Schädlingsbekämpfer sinnvoll. Das Umweltbundesamt hält dazu Informationen bereit.
Silberfische im Schlafzimmer und in der Küche
Im Schlafzimmer finden Silberfischchen Hautschuppen und Hausstaub, aber meist zu wenig Feuchtigkeit. Tauchen sie dort regelmäßig auf, prüfen Sie, ob es sich um Papierfischchen handelt oder ob eine Außenwand feucht ist. Regelmäßiges Saugen, auch unter dem Bett, nimmt ihnen die Nahrung.
In der Küche locken Krümel und Zucker. Vorräte gehören in dicht schließende Dosen, die Arbeitsflächen abends abgewischt, der Bereich unter Spüle und Geschirrspüler trocken. Wer dort Silberfischchen sieht, sollte auch den Siphon und die Anschlüsse auf Tropfen prüfen.
Weitere Ratgeber zu ungebetenen Mitbewohnern finden Sie in der Rubrik Ungeziefer und Schädlinge.
Häufige Fragen
Krabbeln Silberfische auf Menschen?
Nein. Silberfischchen sind lichtscheu und meiden Menschen. Sie laufen nicht gezielt ins Bett oder auf die Haut. Dass einmal eines über den Fuß huscht, ist Zufall.
Wie lange dauert es, Silberfische loszuwerden?
Einzelne Tiere verschwinden oft innerhalb weniger Wochen, wenn der Raum trocken ist. Mit Köderdosen rechnet man meist mit vier bis acht Wochen, bis deutlich weniger Tiere zu sehen sind. Beim Papierfischchen kann es mehrere Monate dauern.
Was ist der Unterschied zwischen Bücherläusen und Silberfischen?
Bücherläuse sind Staubläuse: nur 1–2 mm groß, weißlich, ohne Schuppen und ohne Schwanzfäden. Silberfischchen sind etwa 1 cm lang, silbrig beschuppt und haben drei Schwanzfäden. Gegen beide hilft vor allem trockene Luft.
Sind Silberfische ein Zeichen für Schimmel?
Nicht zwingend, aber für Feuchtigkeit. Einzelne Tiere im Bad sind normal. Viele Tiere an einer Stelle sind ein Anlass, Wände, Fugen und Böden auf Feuchteschäden und Schimmel zu prüfen.
Wo stelle ich eine Silberfischfalle am besten auf?
Dort, wo die Tiere laufen: an Wänden und Fußleisten entlang, hinter der Toilette, unter Waschmaschine, Heizkörper und Spüle. Mindestens drei Fallen je Raum verteilen und nach einigen Tagen prüfen, welche am meisten fängt.
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