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Siebträgermaschine mit Mahlwerk

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Espresso aus Siebträgermaschine mit Mahlwerk
Eine hochwertige Siebträgermaschine mit Mahlwerk zaubert den perfekten Espresso
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was „Siebträger mit Mahlwerk“ bedeutet – und was nicht
  2. Warum frisch gemahlen so viel ausmacht
  3. Kombigerät oder Maschine plus separate Mühle?
  4. Worauf es beim Mahlwerk ankommt
  5. Weitere Kaufkriterien
  6. So gelingt der Espresso
  7. Pflege: damit Maschine und Mühle lange halten
  8. Alternativen
  9. Häufige Fragen
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Eine Siebträgermaschine mit Mahlwerk ist eine Espressomaschine, in die eine Kaffeemühle eingebaut ist. Sie mahlen die Bohnen direkt in den Siebträger, drücken das Pulver mit dem Tamper fest und lassen den Espresso durchlaufen. Das ist näher an der Arbeit eines Baristas als ein Vollautomat, braucht etwas Übung und belohnt sie mit Espresso, den Sie selbst in der Hand haben. Wer bisher keine eigene Mühle besitzt, bekommt mit so einem Kombigerät die zwei wichtigsten Teile in einem Gehäuse.

Was „Siebträger mit Mahlwerk“ bedeutet – und was nicht

Ein Siebträger ist der Griff mit dem Metallsieb, in das das Kaffeepulver kommt. Er wird in die Brühgruppe der Maschine eingespannt, dann presst eine Pumpe heißes Wasser durch das Pulver. Bei Geräten mit Mahlwerk sitzt oben ein Bohnenbehälter, darunter die Mühle, und der Siebträger wird in eine Halterung unter dem Auswurf gesteckt. Viele Geräte mahlen per Knopfdruck eine eingestellte Menge, bei anderen halten Sie den Siebträger gegen einen Schalter.

Nicht gemeint sind der Espressokocher für den Herd (die „Mokkakanne“), der zwar ein Sieb hat, aber mit viel weniger Druck arbeitet, und der Kaffeevollautomat. Letzterer mahlt, dosiert, presst und brüht in einer geschlossenen Brüheinheit, ohne dass Sie eingreifen. Wer bei der Suche auf „Vollautomat mit Siebträger“ stößt: Das gibt es praktisch nicht. Gemeint sind meist Siebträger mit Mahlwerk, die einzelne Schritte wie das Dosieren automatisieren.

Siebträger mit frisch gemahlenem Kaffeepulver auf einem Holztisch, umgeben von Kaffeebohnen
Frisch gemahlenes Pulver im Siebträger – mit eingebautem Mahlwerk landet es direkt darin

Warum frisch gemahlen so viel ausmacht

Gemahlener Kaffee verliert sein Aroma schnell. Die Oberfläche des Pulvers ist um ein Vielfaches größer als die der Bohne, flüchtige Aromastoffe verfliegen, Fette oxidieren. Beim Espresso fällt das besonders auf, weil die kurze Extraktion jede Schwäche zeigt: Die Crema wird dünn, der Geschmack flach. Hinzu kommt, dass für Espresso ein sehr feiner, zur Bohne passender Mahlgrad nötig ist. Vorgemahlener Supermarktkaffee ist meist zu grob, der Espresso läuft zu schnell durch und schmeckt sauer und wässrig.

Mit einer Mühle können Sie den Mahlgrad an jede Bohne anpassen. Genau das ist der eigentliche Gewinn – nicht die Bequemlichkeit.

Kombigerät oder Maschine plus separate Mühle?

Siebträger mit eingebautem Mahlwerk
  • ein Gerät, weniger Platz auf der Arbeitsfläche
  • günstiger als zwei vergleichbare Einzelgeräte
  • abgestimmt: Menge und Mahlgrad passen zum Sieb
  • gut für den Einstieg
Maschine und Mühle getrennt
  • Mühle und Maschine einzeln aufrüstbar oder ersetzbar
  • oft bessere Mahlwerke mit feinerer Einstellung
  • fällt eines aus, läuft das andere weiter
  • braucht mehr Platz und Budget

Für die meisten Haushalte, die gern Espresso und Cappuccino trinken, ist das Kombigerät die vernünftige Wahl. Wer schon weiß, dass er tiefer einsteigen will, fährt mit getrennten Geräten langfristig flexibler.

Worauf es beim Mahlwerk ankommt

In Kombigeräten stecken fast immer Kegelmahlwerke aus Stahl: Ein kegelförmiger Mahlkern dreht sich in einem Mahlring. Sie laufen vergleichsweise langsam, erwärmen das Pulver wenig und mahlen gleichmäßig. Scheibenmahlwerke findet man eher in separaten Mühlen. Schlagmahlwerke, die die Bohne wie ein Mixer zerhacken, sind für Espresso ungeeignet.

  • Mahlgradeinstellung: möglichst viele, feine Stufen oder stufenlos. Für Espresso braucht es kleine Schritte im feinen Bereich.
  • Dosierung: zeit- oder mengengesteuert, am besten für einfache und doppelte Portion getrennt einstellbar.
  • Totraum: Pulver, das in der Mühle hängen bleibt, landet beim nächsten Bezug im Sieb. Wenig Totraum heißt frischer Kaffee.
  • Ersatzteile: Bei namhaften Herstellern gibt es Mahlringe und Mahlkegel nachzukaufen.

Weitere Kaufkriterien

  • Heizsystem: Thermoblock-Geräte sind schnell heiß und sparsam, halten die Temperatur aber weniger stabil. Einkreiser mit Boiler brauchen Wartezeit zwischen Espresso und Milchschaum. Zweikreiser und Dualboiler können beides gleichzeitig, sind aber teurer, größer und brauchen länger zum Aufheizen.
  • Temperaturregelung: Eine PID-Regelung hält die Brühtemperatur elektronisch konstant und lässt sich oft in kleinen Schritten einstellen. Bei Einsteigergeräten ist das ein echter Vorteil.
  • Druck: Viele Hersteller werben mit 15 oder 20 bar. Das ist der Maximaldruck der Pumpe. Gebrüht wird Espresso üblicherweise bei rund 9 bar; ein Manometer zeigt, was tatsächlich anliegt.
  • Siebträgergröße: 58 mm ist das Gastro-Maß mit der größten Zubehörauswahl, viele Haushaltsgeräte nutzen 51 bis 54 mm.
  • Dampflanze: Für Latte Art und feinen Milchschaum eine frei bewegliche Lanze mit ausreichend Dampfdruck. Automatische Milchsysteme sind bequemer, aber aufwendiger zu reinigen.
  • Wassertank: abnehmbar und von vorn zugänglich, 1,5 bis 2 Liter genügen für einen Haushalt.
  • Stellmaß: Bohnenbehälter oben machen die Geräte hoch. Unter Hängeschränken genau nachmessen.

Siebträgermaschinen mit eingebautem Mahlwerk beginnen meist im Bereich von einigen Hundert Euro. Günstigere Geräte ohne Mühle gibt es viel, mit brauchbarem Espressomahlwerk kaum. Geräte mit Dualboiler und Mühle liegen deutlich im vierstelligen Bereich.

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Ohne eingebaute Mühle ist der Einstieg günstiger – dann gehört aber gleich eine elektrische Espressomühle dazu.

So gelingt der Espresso

  1. Maschine aufheizen. Mit eingespanntem Siebträger, damit er mit warm wird. Je nach Gerät dauert das wenige Minuten bis zu einer Viertelstunde.
  2. Mahlen. Frisch gemahlenes Pulver direkt in den trockenen Siebträger, bei einem doppelten Espresso meist 14 bis 18 g.
  3. Verteilen und tampen. Pulver glatt streichen und mit dem Tamper gerade und gleichmäßig festdrücken.
  4. Brühen. Siebträger einspannen, Bezug starten. Als Faustregel gelten etwa 25 bis 30 Sekunden für die doppelte Menge Flüssigkeit im Verhältnis zum Pulver.
  5. Nachjustieren. Läuft der Espresso zu schnell und schmeckt sauer, feiner mahlen. Läuft er zäh und schmeckt bitter, gröber mahlen. Immer nur eine Stellgröße ändern.

Für die Milch: Kalte Milch in ein Kännchen, die Dampflanze knapp unter die Oberfläche halten, bis die Milch um etwa ein Drittel an Volumen zugelegt hat, dann tiefer eintauchen und bis etwa 60 bis 65 °C erhitzen. Wärmer schmeckt die Milch gekocht. Espresso und Cappuccino bleiben in doppelwandigen Thermogläsern länger warm.

Pflege: damit Maschine und Mühle lange halten

Dampflanze, Brühgruppe und Siebträger werden sehr heiß. Die Dampflanze nach jedem Aufschäumen mit einem feuchten Tuch abwischen und kurz Dampf ablassen – aber nie mit der Hand an die Düse greifen. Kinder sollten die laufende Maschine nicht bedienen.

  • Täglich: Siebträger und Sieb ausspülen, Tropfschale leeren, Dampflanze reinigen.
  • Wöchentlich: Brühgruppe mit einer Bürste säubern, bei Geräten mit Dreiwegeventil mit Blindsieb rückspülen, sofern der Hersteller es vorsieht.
  • Regelmäßig entkalken, abhängig von der Wasserhärte und nach Herstellerangabe. Mit weichem oder gefiltertem Wasser seltener.
  • Mühle: Bohnenbehälter und Auswurf regelmäßig ausbürsten. Keinen Reis und keine Hausmittel durchmahlen, wenn der Hersteller das nicht ausdrücklich erlaubt.

Das Wasser prägt den Geschmack stark. Sehr hartes Wasser verkalkt die Maschine und lässt den Espresso stumpf schmecken. Viele Geräte haben Wasserfilter im Tank; Ihre Wasserhärte erfahren Sie beim örtlichen Wasserversorger.

Alternativen

  • Kaffeevollautomat: mahlt, brüht und schäumt per Knopfdruck. Bequemer, beim Espresso aber meist weniger ausdrucksstark.
  • Espressokocher für den Herd: günstig und klein, liefert kräftigen Kaffee, aber keinen echten Espresso mit Crema.
  • Handhebelmaschinen: ohne Pumpe, der Druck kommt aus Ihrem Arm. Günstig und langlebig, verlangen noch mehr Übung.
  • Filter oder French Press mit frisch gemahlenen Bohnen: kein Espresso, aber sehr guter Kaffee mit wenig Technik.

Wer Kaffee lagert, sollte die Bohnen luftdicht und dunkel aufbewahren, etwa in einer luftdichten Kaffeedose, und nicht mehr als für zwei, drei Wochen auf einmal öffnen. Mehr rund um Küchengeräte finden Sie in der Rubrik Küche.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Siebträgermaschine mit Mahlwerk für Anfänger?

Ja, wenn Sie Lust haben, sich ein wenig einzuarbeiten. Das eingebaute Mahlwerk nimmt einen großen Teil der Einstiegshürde, weil Mahlmenge und Mahlgrad zur Maschine passen. Wer nur auf Knopfdruck Kaffee möchte, ist mit einem Vollautomaten zufriedener.

Welches Mahlwerk ist am besten für Espresso?

Ein Kegel- oder Scheibenmahlwerk aus Stahl mit feiner, möglichst stufenloser Einstellung. Schlagmahlwerke eignen sich nicht, weil sie ungleichmäßiges Pulver erzeugen.

Wie viel Bar braucht eine Siebträgermaschine?

Gebrüht wird meist bei etwa 9 bar. Pumpenangaben von 15 oder 20 bar beschreiben den möglichen Höchstdruck und sind kein Qualitätsmerkmal.

Was ist PID bei einem Siebträger?

Eine elektronische Regelung, die die Brühwassertemperatur fortlaufend misst und nachregelt. Sie hält die Temperatur stabiler als ein einfacher Thermostat und erlaubt oft, sie in kleinen Schritten einzustellen.

Wer hat die Espressomaschine erfunden?

Als Erfinder gilt der Turiner Angelo Moriondo, der 1884 ein Patent auf eine Dampfmaschine zur schnellen Kaffeezubereitung erhielt. Die heutige Technik mit Pumpe und etwa 9 bar Druck setzte sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch.

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