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Kirschkernentferner

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Kirschmarmelade
Wer Kirschmarmelade macht, hat viele Kerne zu entfernen. Ein Kirschkernentferner kann helfen
Inhalt10 Abschnitte
  1. So funktioniert ein Kirschentsteiner
  2. Die drei Bauarten im Vergleich
  3. Welcher Entsteiner zu Ihnen passt
  4. Kaufkriterien
  5. Anleitung: große Mengen zügig entsteinen
  6. Ohne Gerät: Tricks für kleine Mengen
  7. Sicherheit: Kerne, Kinder und Kirschkernkissen
  8. Reinigen und aufbewahren
  9. Kirschenzeit und Lagerung
  10. Häufige Fragen

Ein Kirschkernentferner – auch Kirschentsteiner oder Kirschentkerner genannt – stößt den Kern mit einem kleinen Dorn aus der Frucht. Die Kirsche bleibt dabei weitgehend ganz, es spritzt wenig, und die Finger bleiben halbwegs sauber. Welches Gerät passt, hängt fast nur von der Menge ab: Für den Kirschkuchen reicht ein kleines Handgerät, wer einen Baum im Garten hat, will eines mit Schütte.

So funktioniert ein Kirschentsteiner

Das Prinzip ist bei allen Geräten gleich. Die Kirsche liegt in einer kleinen Mulde mit Loch, von oben wird ein Stößel mit sternförmiger oder gezackter Spitze durch die Frucht gedrückt. Der Stößel schiebt den Kern durch das Loch nach unten, eine Feder holt ihn wieder zurück. Übrig bleibt eine Kirsche mit kleinem Loch, die sich für Kuchen, Kompott und Marmelade verarbeiten lässt und auf einer Torte noch ordentlich aussieht.

Gegenüber dem Halbieren mit dem Messer hat das zwei Vorteile: Es geht schneller, und es bleibt mehr Saft in der Frucht. Kirschen mit Stiel werden vorher entstielt, Früchte sollten reif, aber nicht matschig sein – überreife Kirschen zerfallen im Gerät.

Einfacher Kirschentsteiner aus Metall mit Feder und Stößel
Der klassische Zangenentsteiner: Kirsche in die Mulde, zudrücken, fertig

Die drei Bauarten im Vergleich

BauartWie er arbeitetGeeignet fürNachteil
ZangenentsteinerKirsche einzeln einlegen, Griffe zusammendrückenkleine Mengen, auch Oliven je nach Modellanstrengend bei großen Mengen, Saft spritzt auf die Hand
Entsteiner mit SchütteKirschen rollen aus einem Trichter nach, ein Stößel drückt die Kerne in einen Kernbehältergrößere Mengen, Kirschen aus dem Gartenbraucht Platz und Übung, damit keine Kirsche schief liegt
Mehrfachentkernermehrere Mulden nebeneinander, ein Druck entkernt allemittlere Mengen, manchmal auch für Olivenjede Frucht muss einzeln eingelegt werden

Kombigeräte mit Wechseleinsätzen für Kirschen und größere Früchte wie Zwetschgen oder Mirabellen gibt es ebenfalls. Für Pflaumen ist allerdings meist ein Messer schneller, weil sich deren Stein bei reifen Früchten leicht löst.

Welcher Entsteiner zu Ihnen passt

  • Ab und zu ein Kuchen oder Dessert: ein einfacher Kirschentsteiner zum Zusammendrücken. Er ist klein, passt in jede Schublade und hält aus Metall viele Jahre.
  • Eigener Baum, Marmelade und Einmachen: ein Kirschentsteiner mit Schütte. Die Kirschen rollen von selbst nach, die Kerne landen in einem Behälter. Die Hand wird deutlich weniger belastet, weil nur noch ein Stößel gedrückt wird.
  • Oliven und Kirschen gemischt: ein Mehrfach- oder Kombigerät. Achten Sie darauf, dass die Mulden zu Ihren Früchten passen – sehr kleine Sauerkirschen fallen durch zu große Löcher, große Knorpelkirschen passen nicht in zu kleine Mulden.
Große Schütte voller frisch gepflückter Kirschen
Bei solchen Mengen lohnt ein Entsteiner mit Schütte

Kaufkriterien

  • Material: Metallgeräte aus Zinkdruckguss oder Edelstahl sind stabil und langlebig. Kunststoff ist leichter und günstiger, bricht aber eher und verfärbt sich durch Kirschsaft.
  • Stößel: aus rostfreiem Edelstahl, mit sternförmiger Spitze, die den Kern sauber fasst.
  • Standfestigkeit: Tischgeräte brauchen einen rutschfesten Fuß oder Saugnapf, sonst wandert das Gerät bei jedem Druck.
  • Spritzschutz: Ein Schild oder eine geschlossene Bauweise hält Saft von Kleidung und Wand fern.
  • Reinigung: Lässt sich das Gerät zerlegen? Ist es spülmaschinengeeignet? Kirschsaft trocknet klebrig an.

Einfache Handentsteiner kosten meist nur wenige Euro, Geräte mit Schütte oder Mehrfachentkerner in der Regel zwischen 15 und 35 Euro.

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Anleitung: große Mengen zügig entsteinen

  1. Kirschen vorbereiten. Waschen, abtropfen lassen und entstielen. Faule oder angepickte Früchte aussortieren.
  2. Arbeitsplatz schützen. Schürze an, Gerät auf ein Blech oder in eine flache Schale stellen. Kirschsaft färbt stark – wie Sie Flecken wieder herausbekommen, steht im Beitrag über Obstflecken.
  3. Gleichmäßig arbeiten. Die Kirsche mit dem Stielansatz nach oben einlegen, dann trifft der Stößel den Kern mittig.
  4. Stichproben machen. Ab und zu eine Kirsche aufdrücken und prüfen, ob der Kern wirklich draußen ist. Vor allem bei sehr kleinen Früchten rutscht manchmal einer durch.
  5. Gleich verarbeiten. Entsteinte Kirschen verlieren Saft. Direkt in den Topf, auf den Kuchen oder portionsweise einfrieren.

Wer die Kirschen ohnehin entsaftet, kann sich das Entsteinen sparen: Im Dampfentsafter bleiben Kerne und Fruchtfleisch im Korb zurück.

Ohne Gerät: Tricks für kleine Mengen

Für eine Handvoll Kirschen braucht es kein Gerät:

  • Essstäbchen und Flasche: Die Kirsche auf eine leere Flasche mit enger Öffnung setzen und den Kern mit dem dicken Ende eines Essstäbchens nach unten durchstoßen. Der Kern fällt in die Flasche. Ein fester Trinkhalm funktioniert auch, knickt aber schnell.
  • Büroklammer oder Haarnadel: Aufbiegen, am Stielansatz einstechen und den Kern mit der Schlaufe heraushebeln.
  • Messer: Die Kirsche rundherum einschneiden, die Hälften gegeneinander drehen und den Kern herauslösen. Geht bei Süßkirschen gut, die Frucht ist danach aber halbiert.

Bei einem Blech Kirschkuchen wird das mühsam. Da ein einfacher Entsteiner kaum etwas kostet, lohnt er sich schon für eine Kirschsaison.

Sicherheit: Kerne, Kinder und Kirschkernkissen

Ein versehentlich verschluckter, ganzer Kirschkern ist für Erwachsene harmlos, er wird unverdaut ausgeschieden. Anders bei kleinen Kindern: Ganze Kirschen und Kerne haben genau die Größe, an der sie sich verschlucken können. Kindern unter etwa vier Jahren sollten Sie Kirschen daher nur entsteint und halbiert geben. Die Samen im Inneren der Kerne enthalten Amygdalin, aus dem beim Zerkauen Blausäure entstehen kann. Kerne also nicht knacken oder zerbeißen und nicht in großen Mengen zerkleinert mitverarbeiten.

Die ausgestoßenen Kerne müssen nicht in den Müll. Gründlich gewaschen und getrocknet, ergeben sie die Füllung für ein Wärmekissen – wie Sie es richtig aufwärmen, erklärt der Beitrag zum Kirschkernkissen.

Reinigen und aufbewahren

Den Entsteiner gleich nach der Arbeit unter warmem Wasser ausspülen, bevor der Saft antrocknet. Mulde, Loch und Stößelspitze mit einer kleinen Bürste säubern, dort sitzen die meisten Reste. Viele Kunststoffgeräte und manche Metallgeräte dürfen in die Spülmaschine, die Herstellerangabe entscheidet. Verchromte oder Zinkdruckguss-Geräte danach gut trocknen lassen, damit sie nicht anlaufen. Gummiringe und Federn prüfen: Ist die Feder ermüdet, drückt der Stößel nicht mehr zuverlässig zurück.

Kirschenzeit und Lagerung

Je nach Sorte und Region werden Süßkirschen etwa von Ende Mai bis Ende Juli reif, Sauerkirschen meist im Juli. Reife Kirschen lösen sich leicht vom Stiel. Frische Kirschen halten im Kühlschrank einige Tage, am besten ungewaschen, mit Stiel und nicht zu dicht gestapelt. Mehr über Sorten und Anbau erklärt der Wikipedia-Artikel zur Kirsche. Weitere Helfer fürs Obst finden Sie in der Rubrik Küche, etwa den Apfelschneider.

Häufige Fragen

Welcher Kirschentsteiner ist für große Mengen am besten?

Ein Tischgerät mit Schütte, bei dem die Kirschen selbsttätig nachrollen und die Kerne in einen Behälter fallen. Damit schaffen Sie deutlich mehr Kirschen pro Stunde als mit einem Zangenentsteiner, und die Hand ermüdet weniger.

Kann ich mit einem Kirschentsteiner auch Oliven entkernen?

Mit vielen Geräten ja, vor allem mit Zangenentsteinern und Mehrfachentkernern. Die Mulde muss zur Größe der Olive passen. Für Zwetschgen und Pflaumen sind die meisten Kirschentsteiner zu klein.

Warum bleiben Kerne in der Kirsche?

Meist lag die Kirsche schief in der Mulde oder war zu klein für das Loch. Legen Sie die Frucht mit dem Stielansatz nach oben ein. Bei sehr kleinen Sauerkirschen hilft ein Gerät mit kleinerer Mulde.

Darf der Kirschentsteiner in die Spülmaschine?

Das hängt vom Modell ab. Kunststoff- und Edelstahlgeräte meist ja, verchromte oder aus Zinkdruckguss besser von Hand. Wichtiger als die Methode ist, dass Sie sofort nach dem Entsteinen reinigen.

Sind verschluckte Kirschkerne gefährlich?

Ein ganzer, verschluckter Kern ist für Erwachsene unbedenklich. Kerne sollten aber nicht zerbissen werden, und kleinen Kindern gibt man Kirschen nur entsteint, weil sie sich an ganzen Früchten und Kernen verschlucken können.