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Heißluft Friteuse

Christoph · 8 Min. Lesezeit

Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie eine Heißluftfritteuse funktioniert
  2. Heißluft oder Fett – der ehrliche Vergleich
  3. Ist das Essen wirklich gesünder?
  4. Die Bauarten
  5. Darauf kommt es beim Kauf an
  6. Bekannte Modelle, nach denen oft gefragt wird
  7. Was sich in der Heißluftfritteuse zubereiten lässt
  8. Welches Öl passt?
  9. Stromverbrauch und Kosten
  10. Reinigung
  11. Häufige Fragen

Eine Heißluftfritteuse – auch Airfryer genannt – frittiert nicht im eigentlichen Sinn. Sie ist ein kleiner, sehr leistungsstarker Umluftofen: Ein Heizelement erhitzt die Luft, ein Ventilator treibt sie mit hoher Geschwindigkeit um das Gargut. Pommes, Chicken Wings oder Gemüse werden dadurch knusprig, obwohl nur ein Löffel Öl oder gar keins im Spiel ist. Das Ergebnis kommt einer Fettfritteuse nahe, ist aber nicht identisch – und genau das sollte man vor dem Kauf wissen.

Wie eine Heißluftfritteuse funktioniert

In einer klassischen Fritteuse taucht das Frittiergut in 160 bis 180 °C heißes Fett. Das Fett überträgt die Wärme sehr schnell, die Oberfläche trocknet aus und wird knusprig, während das Innere gart. Ein Teil des Fetts bleibt dabei im Frittiergut hängen.

Die Heißluftfritteuse ersetzt das Fett durch Luft. Weil Luft Wärme viel schlechter überträgt als Öl, muss sie heißer sein und schneller strömen: Die Geräte arbeiten meist mit 1.200 bis 2.000 Watt, Temperaturen bis etwa 200 °C und einem kräftigen Gebläse direkt über dem Korb. Der kleine Garraum heizt sich in wenigen Minuten auf. Eine dünne Ölschicht auf dem Gargut hilft beim Bräunen und macht die Kruste knuspriger.

Goldgelbe Pommes frites aus der Heißluftfritteuse
Pommes aus der Heißluft Friteuse

Heißluft oder Fett – der ehrliche Vergleich

Klassische Fettfritteuse mit Frittierkorb
Eine normale Fett Friteuse
HeißluftfritteuseFettfritteuse
Fett0 bis 1 Esslöffel je Füllung2 bis 4 Liter Öl oder Frittierfett
ErgebnisKnusprig, eher wie sehr guter Ofen; etwas trockenerDie klassische Frittierkruste, saftig innen
Nasser Teig (Backteig, Churros)Ungeeignet, der Teig tropft durch den KorbIdeal
Geruch und SpritzerWenig, kein FettnebelDeutlicher Fettgeruch, Spritzer
SicherheitKein heißes ÖlbadVerbrennungs- und Brandgefahr durch heißes Fett
ReinigungKorb und Schublade spülenFett filtern, wechseln, entsorgen
VielseitigkeitAuch Aufbacken, Braten, Gemüse, kleine KuchenNur Frittieren

Wer die Fettfritteuse behalten will, findet in unserem Beitrag zum Fritteusenfett Hinweise zu Sorten und Wechsel.

Ist das Essen wirklich gesünder?

Der größte Unterschied liegt im Fett. In der Fettfritteuse saugen sich Pommes und vor allem panierte Speisen mit Öl voll, in der Heißluftfritteuse bleibt es bei dem Fett, das schon im Produkt steckt, plus dem Löffel Öl, den man dazugibt. Das spart viele Kalorien. Die Angabe „bis zu 80 Prozent weniger Fett“ stammt von Herstellern und hängt stark davon ab, was man vergleicht. Tiefkühl-Pommes sind übrigens meist schon vorfrittiert und bringen ihr Fett mit.

Weniger Fett heißt aber nicht automatisch „gesund“: Pommes bleiben Pommes. Und beim Bräunen stärkehaltiger Lebensmittel entsteht in jeder Garmethode Acrylamid, also auch in der Heißluftfritteuse. Die bewährte Regel lautet „vergolden statt verkohlen“: Pommes und Kartoffelspalten goldgelb garen, nicht dunkelbraun, und die Temperatur nicht höher wählen als nötig – für Pommes meist um 180 °C.

Dass Frittieren an sich ungesund sei, ist übrigens so pauschal nicht richtig. Die Süddeutsche Zeitung berichtete über eine große spanische Studie, nach der Menschen, die viel in Oliven- oder Sonnenblumenöl Gebratenes aßen, kein höheres Herzrisiko hatten; entscheidend sei das verwendete Fett (Bericht der Süddeutschen Zeitung). Fettreiche Speisen liefern trotzdem viele Kalorien – hier hat die Heißluftfritteuse ihren eigentlichen Vorteil.

Knuspriges Essen aus der Heißluftfritteuse auf einem Teller
Eine Heißluft Friteuse ist die gesunde Alternative

Die Bauarten

  • Schubladengerät (Korb): der verbreitetste Typ. Das Gargut liegt in einem Korb, der in einer Schublade sitzt. Zwischendurch schüttelt man den Korb, damit alles gleichmäßig bräunt. Es gibt Geräte mit zwei getrennten Schubladen, in denen zwei Speisen gleichzeitig mit verschiedenen Einstellungen garen.
  • Gerät mit Rührarm: In einer runden Schale dreht sich ein Paddel und wendet das Gargut selbst. Bekanntestes Beispiel ist die ActiFry von Tefal. Gut für Pommes, Gemüsewürfel und Geschnetzeltes; empfindliche Speisen zerfallen.
  • Ofenform mit Tür: ein Minibackofen mit mehreren Ebenen, oft mit Drehspieß. Praktisch für flache Speisen, Aufbacken und größere Mengen, aber mehr Platzbedarf.
  • Halogen- oder Glasschüsselgerät: Eine Glasschüssel mit Deckel, in dem ein Halogenstrahler und ein Gebläse sitzen, etwa die Klarstein VitAir. Geräumig und vielseitig, aber eigentlich ein Halogenofen – dort stehen Vor- und Nachteile dieser Bauart.
Klarstein-Heißluftfritteuse mit Glasschüssel in Betrieb
Die Klarstein Heißluft Friteuse im Einsatz

Darauf kommt es beim Kauf an

  • Korbgröße: Die Literangabe täuscht, entscheidend ist die Grundfläche, denn knusprig wird nur, was nicht übereinanderliegt. Für 1–2 Personen reichen etwa 2 bis 4 Liter, für Familien sollten es 5 Liter oder mehr sein oder ein Gerät mit zwei Schubladen.
  • Leistung und Temperatur: 1.400 bis 2.000 Watt sind üblich; die Temperatur sollte sich mindestens von 80 bis 200 °C einstellen lassen.
  • Einsatz und Beschichtung: Korb und Schublade sollten sich leicht herausnehmen und spülen lassen. Antihaftbeschichtungen nicht mit Metallwerkzeug oder Scheuerschwamm behandeln.
  • Bedienung: Drehregler sind robust und selbsterklärend, Tastenfelder bieten Programme. Ein Timer mit Abschaltung ist Standard.
  • Sichtfenster: Praktisch, um das Bräunen zu verfolgen, ohne die Schublade zu öffnen.
  • Platz: Die Geräte brauchen Stellfläche und nach oben und hinten Abstand, weil dort heiße Luft austritt. Nicht unter Hängeschränke stellen, deren Unterseite empfindlich ist.

Einfache Schubladengeräte gibt es meist ab etwa 50 Euro, große Geräte mit zwei Schubladen oder Ofenform kosten deutlich mehr. Die Stiftung Warentest hat Heißluftfritteusen inzwischen mehrfach geprüft; ein Blick in einen aktuellen Test lohnt vor dem Kauf.

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Für größere Haushalte lohnt die Suche nach einer Heißluftfritteuse mit zwei Schubladen.

Bekannte Modelle, nach denen oft gefragt wird

Zwei ältere, sehr verbreitete Geräte werden bis heute häufig gesucht. Die Tefal ActiFry 2in1 (YV9601) ist ein Rührarmgerät mit zwei Ebenen: Unten wendet der Rührarm zum Beispiel Pommes, oben liegt auf einer Grillplatte gleichzeitig Fleisch oder Fisch. Laut Hersteller hat sie 1.400 Watt und fasst 1,5 kg.

Der Philips Airfryer HD9220 war eines der ersten Schubladengeräte am Markt und prägte den Begriff „Airfryer“. Laut Hersteller arbeitet er mit 1.425 Watt und ist für 1–2 Personen ausgelegt. Neuere Geräte sind meist größer und bieten mehr Programme; wer ein kompaktes, einfaches Gerät sucht, ist mit dieser Größe aber gut bedient.

Was sich in der Heißluftfritteuse zubereiten lässt

Knusprig gegarte Entenbrust aus der Heißluftfritteuse
Entenbrust aus der Heißluft Friteuse

Fast alles, was im Backofen gelingt und in den Korb passt:

  • Tiefkühlware: Pommes, Kroketten, Fischstäbchen, Nuggets – dafür werden die meisten Geräte gekauft. Kein zusätzliches Öl nötig.
  • Frische Kartoffeln: Pommes oder Spalten schneiden – gewellt mit einem Wellenschneider –, 30 Minuten wässern, gut abtrocknen, mit etwa einem Esslöffel Öl mischen.
  • Fleisch und Fisch: Hähnchenschenkel, Wings, Entenbrust, Lachs. Geflügel immer vollständig durchgaren.
  • Gemüse: Paprika, Zucchini, Blumenkohl, Rosenkohl, Süßkartoffeln – mit etwas Öl und Gewürzen geröstet.
  • Aufbacken: Brötchen, Croissants, Pizzastücke vom Vortag werden wieder knusprig statt zäh wie aus der Mikrowelle.
  • Kleine Kuchen und Muffins in passenden Förmchen.

Nicht geeignet sind flüssige Backteige, weil sie durch den Korb tropfen, sowie sehr leichte Dinge wie Blattspinat oder Backpapier ohne Beschwerung – das Gebläse wirbelt sie gegen das Heizelement. Backpapier deshalb nie ohne Gargut vorheizen.

Anregungen gibt es in vielen Rezeptbüchern für die Heißluftfritteuse; die meisten Rezepte funktionieren mit jedem Gerät, wenn man die Menge an die Korbgröße anpasst.

Welches Öl passt?

Für die Heißluftfritteuse eignen sich hitzestabile Öle mit neutralem Geschmack: raffiniertes Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl. Auch Olivenöl ist bei den üblichen Temperaturen bis 200 °C verwendbar. Butter verbrennt schneller und eignet sich eher für niedrigere Temperaturen. Das Öl gehört aufs Gargut, nicht in den leeren Korb: Einfach Pommes oder Gemüse in einer Schüssel mit dem Öl mischen oder mit einem Pumpsprüher dünn einsprühen. Sprühdosen mit Treibgas können die Antihaftbeschichtung auf Dauer angreifen, darauf weisen manche Hersteller in der Anleitung hin.

Stromverbrauch und Kosten

Für kleine Mengen ist die Heißluftfritteuse meist sparsamer als der Backofen, weil sie einen viel kleineren Raum heizt und kaum vorheizen muss. Eine Portion Pommes braucht je nach Gerät grob 0,2 bis 0,5 Kilowattstunden. Bei großen Mengen, die in mehreren Durchgängen gegart werden müssen, schrumpft der Vorteil, dann ist das Blech im Ofen oft praktischer. Gegenüber der Fettfritteuse sparen Sie vor allem das Öl, das dort regelmäßig gewechselt werden muss. Weitere Spartipps stehen im Beitrag Energiesparen im Haushalt.

Reinigung

Korb und Schublade nach jedem Gebrauch abkühlen lassen und in warmem Spülwasser einweichen; viele Teile sind spülmaschinenfest, die Beschichtung hält bei Handwäsche länger. Kein Stahlschwamm, kein Backofenspray auf die Beschichtung. Einmal im Monat einen Blick nach oben auf Heizspirale und Gebläse werfen: Dort sammeln sich Fettspritzer, die beim nächsten Garen qualmen. Bei ausgestecktem, kaltem Gerät mit einem feuchten Tuch oder einer weichen Bürste abwischen. Riecht die Küche doch einmal nach Fett oder Angebranntem, helfen die Tipps aus unserem Beitrag Brandgeruch entfernen.

Häufige Fragen

Schmecken Pommes aus der Heißluftfritteuse wie aus der Fritteuse?

Ähnlich, aber nicht gleich. Sie werden knusprig, sind aber etwas trockener und weniger fettig. Viele finden das Ergebnis besser als aus dem Backofen und fast so gut wie aus der Fettfritteuse.

Braucht man in der Heißluftfritteuse Öl?

Für Tiefkühl-Pommes und paniertes Fertiggut nicht. Frische Kartoffeln und Gemüse werden mit etwa einem Esslöffel Öl je Füllung knuspriger und bräunen gleichmäßiger.

Ist eine Heißluftfritteuse sparsamer als der Backofen?

Bei kleinen und mittleren Mengen meist ja, weil der Garraum klein ist und kaum vorgeheizt werden muss. Bei großen Mengen, die mehrere Durchgänge brauchen, ist der Ofen oft gleichauf oder praktischer.

Kann ich Backpapier in die Heißluftfritteuse legen?

Ja, aber nur mit Gargut darauf und passend zugeschnitten. Liegt das Papier lose im leeren Korb, kann das Gebläse es ans Heizelement wirbeln.

Entsteht in der Heißluftfritteuse Acrylamid?

Ja, wie bei jedem Bräunen von stärkehaltigen Lebensmitteln. Goldgelb statt dunkelbraun garen und für Pommes etwa 180 °C wählen – so bleibt es gering.