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Friesensofa

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Ein Friesensofa eignet sich auch als Deko-Element in der Wohnung
Ein Friesensofa eignet sich auch als Deko-Element in der Wohnung
Inhalt8 Abschnitte
  1. Woran man ein Friesensofa erkennt
  2. Friesensofa, Sitzbank oder Stühle?
  3. Die richtige Sitzhöhe zum Esstisch
  4. Bezug, Polsterung und Gestell
  5. Welcher Einrichtungsstil passt
  6. Was ein Friesensofa kostet und wo man es bekommt
  7. Pflege im Alltag
  8. Häufige Fragen

Ein Friesensofa – auch Ostfriesensofa, Küchensofa oder Speisesofa genannt – ist ein Sofa für den Esstisch. Es hat die Sitzhöhe eines Stuhls, eine feste Polsterung und eine aufrechte Rückenlehne, steht auf hohen Holzfüßen und sieht dabei eher nach Landhaus als nach Wohnlandschaft aus. Wer lange und gern am Tisch sitzt, bekommt damit mehr Bequemlichkeit als auf Stühlen oder einer Bank. Zum Fläzen vor dem Fernseher ist es dagegen nicht gemacht.

Woran man ein Friesensofa erkennt

Die Merkmale sind recht einheitlich, auch wenn jeder Hersteller sie etwas anders auslegt:

  • Sitzhöhe wie ein Stuhl: meist deutlich höher als bei einem Wohnzimmersofa, damit Sie am normalen Esstisch bequem essen können.
  • Gerade, feste Sitzfläche: oft mit Federkern oder Wellenunterfederung, damit man nicht einsinkt.
  • Aufrechte Rückenlehne: meist in einzelne Sitzplätze unterteilt, der obere Rand ist häufig geschwungen.
  • Hohe, schlanke Holzfüße: oft konisch, also nach unten schmaler, aus Massivholz in Natur oder dunkel gebeizt.
  • Gepolsterte Armlehnen: bei vielen Modellen klappbar.
  • Größen: meist als Zweisitzer, 2,5-Sitzer oder Dreisitzer, dazu oft passende Stühle, Sessel und Hocker derselben Serie.

Der Name verweist auf die gemütlichen Stuben an der Nordseeküste, in denen solche Sofas am Esstisch standen. Heute sind Friesensofas vor allem ein Stil: Landhaus, skandinavisch, maritim oder nostalgisch.

Ein Friesensofa in einer alten Stube
Ein Friesensofa in einer alten Stube

Friesensofa, Sitzbank oder Stühle?

Am Esstisch konkurrieren drei Lösungen. Das Friesensofa ist die bequemste, braucht aber am meisten Platz und ist die teuerste.

FriesensofaSitzbankStühle
Sitzkomforthoch, gepolsterte Lehne und Armlehnengering bis mittel, oft ohne Lehneje nach Modell
Platzbraucht Tiefe und Stellfläche an einer Wandschmal, lässt sich unter den Tisch schiebenflexibel
Aufstehennur zur Seite, außen sitzen ist bequemerüber die Bank steigenjederzeit
ReinigungBezug entscheideteinfacheinfach
Preismeist mehrere Hundert Euro und mehrgünstig bis mittelje Stuhl

Ein Friesensofa lohnt sich vor allem, wenn der Esstisch der Mittelpunkt der Wohnung ist: für lange Abendessen, Spieleabende, Hausaufgaben oder als Sitzplatz in der Wohnküche, der auch zum Lesen taugt. Wer schnell isst und wieder aufsteht, ist mit guten Stühlen besser bedient. Eine eigene Übersicht zu Sofas für die Küche finden Sie im Beitrag Küchensofa.

Die richtige Sitzhöhe zum Esstisch

Das wichtigste Maß ist der Abstand zwischen Sitzfläche und Tischplatte. Esstische sind meist etwa 75 cm hoch. Bequem sitzt man, wenn zwischen Sitz und Tischoberkante etwa 27 bis 32 cm liegen. Daraus ergibt sich für ein Friesensofa eine Sitzhöhe von meist rund 45 bis 50 cm – etwa die eines Esszimmerstuhls. Wohnzimmersofas liegen oft um 40 bis 45 cm und sind dafür zu niedrig.

Bedenken Sie dabei, dass das Polster unter Last etwas nachgibt. Die angegebene Sitzhöhe gilt für das unbelastete Sofa; eine feste Polsterung verändert sich weniger als eine weiche.

So messen Sie vor dem Kauf:

  1. Tischhöhe messen. Von Boden bis Oberkante Tischplatte.
  2. Zarge prüfen. Der Rahmen unter der Tischplatte darf nicht auf die Oberschenkel drücken. Messen Sie den Abstand von Boden bis Unterkante Zarge und vergleichen Sie ihn mit der Sitzhöhe plus etwa 18 bis 20 cm Beinfreiheit.
  3. Stellfläche messen. Breite der Wand und Tiefe des Sofas plus Abstand zum Tisch. Ein Friesensofa ist meist 75 bis 85 cm tief.
  4. Tischbeine beachten. Ein Dreisitzer vor einem Tisch mit vier Eckbeinen bedeutet oft, dass jemand hinter einem Tischbein sitzt.

Bezug, Polsterung und Gestell

Am Esstisch wird gekleckert. Der Bezug sollte das aushalten:

  • Flachgewebe mit Fleckschutz oder Bezüge, die der Hersteller als abwaschbar ausweist, sind im Alltag am unkompliziertesten.
  • Mikrofaser in Lederoptik ist pflegeleicht und passt zum rustikalen Stil. Sie wirkt aber mit den Jahren oft abgenutzt.
  • Echtes Leder ist langlebig und lässt sich abwischen, braucht aber Pflege und ist teurer.
  • Samt und Chenille sehen edel aus, sind am Esstisch jedoch empfindlich.

Bei der Polsterung sind Federkern in der Sitzfläche und eine Wellenunterfederung (oft „Nosag“ genannt) im Rücken verbreitet. Der Sitz soll fest sein, damit man aufrecht sitzt, aber nicht brettartig. Achten Sie außerdem auf ein Gestell aus Massivholz und stabil verschraubte Füße, denn die hohen Beine sind das statische Nadelöhr des Friesensofas.

Klappbare Armlehnen sind praktischer, als es klingt: Heruntergeklappt kann der äußere Gast seitlich aufstehen, das Sofa lässt sich näher an Wand oder Heizkörper stellen, und man kann sich zum Mittagsschlaf hinlegen.

Welcher Einrichtungsstil passt

Das Friesensofa lebt von Holzfüßen und Bezug. Mit hellem Holz und Leinen- oder Streifenstoff passt es in skandinavische und maritime Einrichtungen, mit dunklen Füßen und Lederoptik in rustikale Landhausküchen, mit gemusterten Stoffen in Vintage- und Gründerzeitwohnungen.

Einige Faustregeln für die Kombination:

  • Den Holzton der Füße im Raum wieder aufgreifen, etwa im Esstisch, einer Konsole oder den Stuhlbeinen.
  • Passende Stühle derselben Serie lassen die Essgruppe ruhig wirken. Wer lieber mischt, bleibt bei einer gemeinsamen Farbe.
  • Auffällige Bezüge wie Samt oder Barockmuster wirken als Blickfang; dann den Rest des Raums schlicht halten.
  • Kissen und eine Decke machen das Sofa wohnlicher und schützen gleichzeitig den Bezug.

Mehr Ideen für den Essbereich finden Sie in unserem Beitrag zur Esszimmereinrichtung und in der Rubrik Wohnen.

Was ein Friesensofa kostet und wo man es bekommt

Friesensofas aus dem Möbelhaus oder Onlinehandel beginnen meist bei einigen Hundert Euro; gut verarbeitete Modelle mit Federkern, Massivholzgestell und guten Bezugsstoffen liegen oft über 1.000 Euro, Maßanfertigungen darüber. Möbelhäuser mit Landhaus-Sortiment, spezialisierte Polstereien und Onlinehändler führen sie.

Beim Onlinekauf ist das Probesitzen das Problem. Prüfen Sie die Maßangaben besonders genau – Sitzhöhe, Sitztiefe, Gesamttiefe – und klären Sie vorher, wie eine Rücksendung eines großen Möbelstücks abläuft.

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Gebrauchte Friesensofas sind eine Überlegung wert, weil gute Gestelle lange halten. Ein Polsterer kann einem soliden Altsofa mit neuem Bezug und neuer Polsterung ein zweites Leben geben; das kostet allerdings oft ähnlich viel wie ein neues Mittelklassemodell.

Pflege im Alltag

  • Krümel regelmäßig absaugen, am besten mit einer Polsterdüse.
  • Flecken sofort mit einem saugfähigen Tuch abtupfen, nicht reiben. Danach nach den Pflegehinweisen des Herstellers behandeln; die Reinigungscodes auf dem Etikett sagen, ob Wasser oder nur Trockenreinigung erlaubt ist.
  • Für gründliche Reinigung eignet sich bei geeigneten Stoffen ein Polsterreinigungsgerät.
  • Lederbezüge regelmäßig mit Lederpflege behandeln, Sonne und Heizungsluft meiden.
  • Die Schrauben an den Füßen gelegentlich nachziehen.

Häufige Fragen

Ist ein Friesensofa unbequem?

Das hängt von der Erwartung ab. Wer ein weiches Wohnzimmersofa gewohnt ist, empfindet die feste, aufrechte Polsterung zunächst als hart. Am Esstisch ist genau das gewollt: Man sitzt gerade und in der richtigen Höhe zum Teller. Probesitzen ist deshalb sinnvoll, wann immer es geht.

Welche Sitzhöhe braucht ein Friesensofa?

Bei einem Esstisch von etwa 75 cm Höhe sind rund 45 bis 50 cm Sitzhöhe üblich. Zwischen Sitzfläche und Tischoberkante sollten etwa 27 bis 32 cm liegen.

Kann ein Friesensofa im Wohnzimmer stehen?

Ja, als Zweitsofa, im Flur, im Ankleidezimmer oder in einer Leseecke. Für lange Fernsehabende ist die aufrechte Sitzhaltung aber weniger geeignet. Wer ein Sofa für beides sucht, schaut sich besser ein Verwandlungssofa oder ein reguläres Sofa mit höherem Sitz an.

Was ist der Unterschied zwischen Friesensofa und Küchensofa?

Meist keiner. „Küchensofa“ beschreibt den Einsatzort, „Friesensofa“ den Stil mit hohen Holzfüßen und aufrechter Lehne. Im Handel werden beide Begriffe oft für dieselben Modelle verwendet.