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Fliesentisch

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Fliesentisch
Fliesentisch
Inhalt8 Abschnitte
  1. Mosaiktisch oder Holztisch mit Fliesen
  2. Mosaik und Azulejos: die Vorbilder
  3. Worauf Sie beim Kauf achten
  4. Draußen: wetterfest ist nicht frostfest
  5. Reinigen und pflegen
  6. Fliesentisch selbst bauen
  7. Wo ein Fliesentisch hinpasst
  8. Häufige Fragen
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Ein Fliesentisch ist ein Tisch, dessen Platte mit Fliesen oder Fliesenstücken belegt ist. Heute meint man damit meist den bunten Mosaiktisch im mediterranen Stil, der auf Balkon, Terrasse oder im Wintergarten steht. Daneben gibt es den klassischen Couchtisch aus Holz mit eingelegten Fliesen, der in vielen Wohnzimmern der 1970er- und 1980er-Jahre stand. Beide haben wenig gemeinsam außer der Keramik.

Mosaiktisch oder Holztisch mit Fliesen

MosaiktischHolztisch mit Fliesen
AufbauPlatte aus Beton oder Trägerplatte, darauf Mosaik oder Fliesen, Gestell aus MetallHolzrahmen mit ausgefräster Mitte, darin größere Fliesen
EinsatzBalkon, Terrasse, Garten, Wintergarten, drinnenNur drinnen
GrößenMeist Bistro- und Beistelltische bis etwa 70 cm, klappbare ModelleCouch- und Esstische
StilMediterran, marokkanisch, portugiesischRustikal, Landhaus, Vintage
StärkenHitzebeständig, leicht zu reinigen, UnikatcharakterRobuste, heiße Töpfe vertragende Oberfläche
SchwächenSchwer, nicht frostsicher, Kanten können abplatzenHolz verträgt keine Nässe, Stil nicht jedermanns Sache

Die klassischen Holzfliesentische sind auf Flohmärkten und Kleinanzeigen oft günstig zu haben. Wer den Stil mag, kann einen gebrauchten Tisch aufarbeiten: Holz abschleifen und neu ölen, Fugen erneuern, einzelne Fliesen tauschen.

Mosaik und Azulejos: die Vorbilder

Mosaiktische gehen auf Traditionen aus dem Mittelmeerraum zurück. In Marokko werden bunte, glasierte Tonfliesen zu Zellige-Mustern zusammengesetzt, in Portugal und Spanien sind die blau-weiß bemalten Azulejos typisch. Viele Tische im Handel greifen diese Muster auf, sind aber industriell gefertigt. Echte Handarbeit erkennt man an unregelmäßigen Fliesenstücken, leichten Farbabweichungen und dem deutlich höheren Preis.

Blau-weiße Azulejo-Fliesen mit achteckigem Ornamentmuster
Blau-weiße Azulejos nach portugiesischem Vorbild – so sehen viele Tischplatten aus

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Gestell: Pulverbeschichteter oder verzinkter Stahl rostet deutlich weniger als lackierter Stahl. Schweißnähte und Füße sollten sauber verarbeitet sein.
  • Standfestigkeit: Die Platte ist schwer. Ein breiter Stand oder drei Füße verhindern Kippeln auf unebenem Balkonboden.
  • Platte: Eine ebene Oberfläche mit bündigen Fliesen ist angenehmer als ein Mosaik mit Kanten, an denen Gläser wackeln.
  • Fugen: Dicht und glatt verfugt, idealerweise imprägniert. Offene oder bröselige Fugen nehmen Wasser und Rotwein auf.
  • Klappbarkeit: Klappbare Modelle sind praktisch für schmale Balkone, aber schwerer zu tragen, als man denkt.
  • Gewicht: Auf Balkonen mit schwacher Tragfähigkeit oder auf Dachterrassen lohnt ein Blick auf das Gesamtgewicht.

Kleine runde Beistelltische gibt es ab etwa 30 Euro, klappbare Bistrotische mit 60–70 cm Platte meist zwischen 80 und 250 Euro, handgefertigte Unikate kosten deutlich mehr.

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Wer ein Set sucht, findet auch Mosaiktische mit passenden Stühlen.

Draußen: wetterfest ist nicht frostfest

Viele Mosaiktische werden als wetterfest verkauft. Regen verträgt ein gut gebauter Tisch, Frost aber schlecht: Wasser dringt in feine Risse der Fugen oder unter einzelne Mosaiksteine, gefriert und dehnt sich aus. Dann platzen Steinchen ab, und die Platte wird mit jedem Winter unansehnlicher.

Stellen Sie den Tisch deshalb über den Winter in einen trockenen, frostfreien Raum oder zumindest unter ein Dach und decken Sie ihn ab. Kippen Sie ihn nicht einfach an die Wand, wenn Wasser auf der Platte stehen bleiben kann. Im Frühjahr lohnt ein Blick auf die Fugen: Kleine Risse lassen sich mit Fugenmörtel ausbessern, bevor sie größer werden.

Reinigen und pflegen

Glasierte Fliesen sind unempfindlich, die Schwachstelle sind die Fugen. So bleibt der Tisch lange schön:

  • Täglich: feucht abwischen, verschüttete Getränke sofort aufnehmen.
  • Gründlich: mit warmem Wasser und etwas Spülmittel und einer weichen Bürste für die Fugen.
  • Keine Säuren: Essig, Zitronensäure und saure Badreiniger greifen zementhaltigen Fugenmörtel an, ebenso Naturstein- oder Terrakotta-Einlagen. Bei Beton- und Fugenplatten ist milder Reiniger die bessere Wahl.
  • Keine Stahlwolle am Gestell, sie verletzt die Beschichtung und lädt Rost ein.
  • Imprägnieren: Eine Fugenimprägnierung aus dem Baumarkt macht die Fugen schmutz- und wasserabweisend. Sie muss nach einigen Jahren erneuert werden.

Für den Holzrahmen eines klassischen Fliesentischs gilt: nur nebelfeucht wischen, gelegentlich mit Möbelöl oder -wachs pflegen.

Fliesentisch selbst bauen

Ein Mosaiktisch ist ein dankbares Bastelprojekt, gerade mit Resten aus der letzten Renovierung. So gehen Sie vor:

  1. Unterbau wählen. Ein vorhandener Tisch mit stabiler Platte oder ein neues Tischuntergestell mit wasserfester Trägerplatte, etwa einer Siebdruckplatte für draußen.
  2. Fliesen brechen. Fliesen in ein altes Handtuch einschlagen und mit dem Hammer zerkleinern, oder mit einer Fliesenzange gezielt schneiden. Dabei immer Schutzbrille und Handschuhe tragen – Splitter sind scharf wie Glas.
  3. Muster legen. Das Mosaik zuerst trocken auf der Platte auslegen und fotografieren. Alle Teile sollten ungefähr gleich dick sein.
  4. Kleben. Flexkleber für Fliesen aufziehen, für draußen einen frostbeständigen, und die Stücke mit 2–3 mm Abstand eindrücken.
  5. Verfugen. Nach dem Aushärten laut Herstellerangabe Fugenmörtel mit einem Gummispachtel einarbeiten, Überschuss mit einem feuchten Schwamm abnehmen.
  6. Imprägnieren. Nach dem vollständigen Trocknen die Fugen imprägnieren und den Rand mit einer Leiste oder Fugenmasse sauber abschließen.

Bei Mosaik mit scharfen Kanten schleifen Sie die Außenkanten mit einem Schleifstein leicht ab. Für Kinder ist die Oberfläche sonst kein angenehmer Spieltisch.

Wo ein Fliesentisch hinpasst

Der Mosaiktisch ist ein klassischer Balkon- und Bistrotisch, eignet sich aber auch als Beistelltisch im Wohnzimmer, als Pflanzentisch im Wintergarten oder als Ablage neben dem Grill – heiße Teller und Töpfe machen der Keramik nichts aus. Der klassische Holzfliesentisch passt ins Wohnzimmer oder als robuster Küchentisch. Mehr Ideen für Garten und Balkon finden Sie in der Rubrik Freizeit, für drinnen im Beitrag Esszimmer einrichten und in der Rubrik Wohnen.

Häufige Fragen

Kann ein Fliesentisch im Winter draußen bleiben?

Besser nicht. Regen verträgt ein guter Mosaiktisch, Frost kann aber Wasser in den Fugen gefrieren lassen und Steinchen absprengen. Ein trockener, frostfreier Platz im Winter verlängert die Lebensdauer deutlich.

Womit reinigt man einen Mosaiktisch?

Mit warmem Wasser, etwas Spülmittel und einer weichen Bürste. Säurehaltige Reiniger wie Essig oder Zitronensäure greifen die Fugen an und sind darum tabu.

Wie schwer ist ein Fliesentisch?

Deutlich schwerer als ein Tisch aus Holz oder Kunststoff, weil Platte und Mosaik aus Beton oder Keramik bestehen. Kleine Beistelltische wiegen einige Kilogramm, größere Bistrotische oft 15 kg und mehr.

Kann man alte Fliesentische aufarbeiten?

Ja. Holz abschleifen und neu ölen, lose Fliesen neu verkleben, Fugen auskratzen und neu verfugen. Wer den Stil modernisieren will, kann die Fliesen auch mit spezieller Fliesenfarbe überstreichen.

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