Lichtbogen Feuerzeug

Inhalt9 Abschnitte
- So funktioniert ein Lichtbogen-Feuerzeug
- Wofür es sich eignet – und wofür nicht
- Taschenmodell, Stabfeuerzeug, Outdoor: die Bauformen
- Worauf es beim Kauf ankommt
- Sicherheit: Hochspannung und Akku
- Laden, Laufzeit und Pflege
- Im Flugzeug und auf Reisen
- Lichtbogen, Gas oder Benzin: die Alternativen
- Häufige Fragen
Ein Lichtbogen-Feuerzeug, auch Plasma- oder Arc-Feuerzeug genannt, erzeugt statt einer Flamme einen kleinen elektrischen Lichtbogen. Es braucht weder Gas noch Benzin, sondern einen Akku, der über USB geladen wird. Im Wind ist es einem Gasfeuerzeug deutlich überlegen, und nachfüllen muss man nichts. Dafür will der Akku geladen sein, und nicht alles lässt sich damit gleich gut anzünden.
So funktioniert ein Lichtbogen-Feuerzeug
Im Gehäuse sitzen ein kleiner Lithium-Akku und eine Elektronik, die dessen Spannung von wenigen Volt auf mehrere tausend Volt hochtransformiert. Diese Hochspannung liegt an zwei (oder bei Doppelbogen-Modellen vier) Elektroden an, die wenige Millimeter auseinanderstehen. Die Luft zwischen ihnen wird leitend, und es springt ein Lichtbogen über – ein kleiner, hell leuchtender Strompfad aus ionisiertem Gas.
Der Lichtbogen ist sehr heiß, aber winzig. Er entzündet alles, was man direkt hineinhält und was leicht Feuer fängt: Tabak, Papier, Dochte, Zündwürfel, ausströmendes Gas. Anders als eine Flamme leckt er nicht nach oben, man muss den Gegenstand also wirklich zwischen die Elektroden bringen.
Weil keine Flamme brennt, kann der Wind nichts ausblasen. Das ist der eigentliche Vorteil – und der Grund, warum die Geräte als Sturmfeuerzeug-Ersatz beliebt sind.

Wofür es sich eignet – und wofür nicht
Gut geeignet:
- Zigaretten und Selbstgedrehte – der Klassiker, für den die kleinen Taschenmodelle gebaut sind.
- Kerzen, Teelichter und Laternen, am besten mit einem Stabmodell, damit die Finger nicht ins Glas müssen.
- Gasherd, Gasgrill und Gaskocher, deren Brenner keine eigene Zündung haben oder deren Piezo-Zünder streikt.
- Anzündwürfel, Papier und Anzündhilfen für Grill, Kamin und Lagerfeuer.
Weniger geeignet:
- Pfeifen und Zigarren: Die brauchen eine Flamme, die man über den Tabak ziehen kann. Mit einem Lichtbogen geht es, aber umständlich.
- Dicke Dochte tief im Glas: Ohne biegsamen Hals kommt man nicht heran.
- Direkt Holz oder Kohle: Wie mit jedem Feuerzeug zündet man zuerst Anzünder oder Papier, nicht das Brennholz selbst.
Taschenmodell, Stabfeuerzeug, Outdoor: die Bauformen
| Bauform | Typischer Einsatz | Worauf achten |
| Taschenfeuerzeug mit Klappdeckel | Rauchen, unterwegs | Deckel, der die Zündung sperrt, solange er geschlossen ist |
| Stabfeuerzeug | Kerzen, Gasherd, Grill | Langer oder biegsamer Hals, Sicherungsschalter, automatische Abschaltung |
| Outdoor-Modell | Camping, Wandern, Boot | Spritzwasserschutz mit IP-Angabe, Öse für Band, robustes Gehäuse |
| Doppelbogen | Alle Einsätze | Zwei gekreuzte Bögen treffen leichter, brauchen aber mehr Strom |
Für den Haushalt ist ein Stabfeuerzeug meist die praktischere Wahl, fürs Rauchen und die Hosentasche das kleine Modell mit Deckel. Wer draußen unterwegs ist, sollte auf die Schutzart achten: Nur Geräte mit ausgewiesenem Spritz- oder Wasserschutz vertragen Regen. Nasse Elektroden zünden schlecht oder gar nicht, und Wasser im Gehäuse kann die Elektronik zerstören.
Worauf es beim Kauf ankommt
- Sicherung gegen versehentliches Zünden: Klappdeckel mit Kontaktschalter oder separater Sicherungsschieber. Das ist in der Hosentasche und im Haushalt mit Kindern das wichtigste Merkmal.
- Automatische Abschaltung nach einigen Sekunden, damit der Bogen nicht dauerhaft brennt, wenn der Knopf klemmt.
- Ladeanzeige: Einige LEDs zeigen, wann nachgeladen werden muss.
- Ladebuchse: USB-C ist heute die bequemste Lösung, weil das Kabel ohnehin im Haus ist.
- Hals bei Stabmodellen: 10 cm oder mehr, gern biegsam.
- Kennzeichnung: CE-Zeichen und eine deutschsprachige Anleitung mit Herstelleradresse. Namenlose Billiggeräte ohne Angaben sind bei Akkus und Hochspannung keine gute Idee.
Gute Geräte kosten meist zwischen 10 und 25 Euro. Wer ein Stabmodell für Küche und Grill sucht, findet es unter Lichtbogen-Stabfeuerzeug.
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Sicherheit: Hochspannung und Akku
Der Strom eines Lichtbogen-Feuerzeugs ist sehr gering, die Spannung aber hoch. Wer an die Elektroden fasst, bekommt einen schmerzhaften Schlag und kann sich verbrennen. Deshalb:
- Nichts Metallisches (Schlüssel, Büroklammer) zwischen die Elektroden halten.
- Nicht in die Elektroden fassen, auch nicht, um Asche zu entfernen. Reinigen nur im ausgeschalteten Zustand mit einem trockenen Wattestäbchen.
- Nie in der Nähe von Benzindämpfen, Lösungsmitteln oder Spraydosen testen – ein Lichtbogen zündet brennbare Dämpfe wie jede Flamme.
- Außer Reichweite von Kindern aufbewahren. Ein Lichtbogen-Feuerzeug ist ein Feuerzeug, kein Spielzeug, auch wenn es keine Flamme hat.
- Menschen mit Herzschrittmacher sollten die Hinweise des Herstellers lesen und im Zweifel beim Arzt nachfragen.
Der eingebaute Lithium-Akku verdient dieselbe Vorsicht wie der im Handy: nicht in der prallen Sonne im Auto liegen lassen, nicht mit beschädigtem oder aufgeblähtem Gehäuse weiter benutzen und nur mit einem normalen USB-Ladegerät laden. Ausgediente Geräte gehören nicht in den Hausmüll, sondern in die Sammelbox für Altbatterien oder zum Wertstoffhof.
Laden, Laufzeit und Pflege
Eine Ladung reicht je nach Modell und Herstellerangabe für einige Dutzend bis rund hundert Zündungen; ein voller Ladezyklus dauert meist ein bis zwei Stunden. Laden lässt sich an jedem USB-Netzteil, am Laptop, an der Powerbank oder im Auto. Wer mit Solar-Powerbank unterwegs ist, kann das Feuerzeug also auch auf längeren Touren nachladen – planen Sie trotzdem einen Ersatz ein, falls der Akku im falschen Moment leer ist.
Kälte mögen Lithium-Akkus nicht. Bei Frost sinkt die Leistung spürbar; im Winter trägt man das Feuerzeug deshalb am besten am Körper. Nach einigen hundert Ladezyklen lässt die Kapazität nach, und da sich die Akkus meist nicht tauschen lassen, ist dann das ganze Gerät verbraucht.
Im Flugzeug und auf Reisen
Feuerzeuge mit Lithium-Akku gelten im Luftverkehr als Gefahrgut. In der Regel ist ein einzelnes Feuerzeug erlaubt, das man am Körper trägt, und es muss gegen versehentliches Einschalten gesichert sein; im aufgegebenen Koffer ist es nicht gestattet. Die Regeln unterscheiden sich im Detail je nach Airline und Land – fragen Sie vor der Reise bei Ihrer Fluggesellschaft nach.
Für Camping und Ausflüge lohnt ein Blick in die Rubrik Freizeit. Wer drinnen gern Feuer sieht, findet beim Tischfeuer und beim Teelichtofen Anwendungen, bei denen ein Stabfeuerzeug mit langem Hals hilft.
Lichtbogen, Gas oder Benzin: die Alternativen
Ein Benzin-Sturmfeuerzeug ist ebenso windfest, muss aber regelmäßig nachgefüllt werden, weil Benzin verdunstet, und riecht. Ein Gasfeuerzeug mit Jetflamme ist ebenfalls windstabil und funktioniert auch bei Kälte zuverlässig, braucht aber Gas. Streichhölzer sind die robuste Reserve für den Notfall: Sie brauchen weder Akku noch Tank.
Unsere Empfehlung: Für die Küche und den Kerzenschrank ein Stabmodell mit Sicherung und biegsamem Hals, für die Tasche ein kleines Gerät mit Klappdeckel. Wer draußen unterwegs ist, nimmt zusätzlich eine Schachtel Sturmstreichhölzer mit.
Häufige Fragen
Wie heiß wird ein Lichtbogen-Feuerzeug?
Der Lichtbogen selbst ist sehr heiß – deutlich heißer als eine Kerzenflamme –, aber nur wenige Millimeter groß. Heiß werden können auch die Elektroden und der Kopf nach längerem Zünden. Kurz abkühlen lassen, bevor das Feuerzeug in die Tasche kommt.
Funktioniert ein Lichtbogen-Feuerzeug bei Regen?
Im Wind ja, bei Regen nur eingeschränkt. Wasser auf den Elektroden stört den Lichtbogen, und nur Geräte mit ausgewiesenem Spritzwasserschutz vertragen Nässe am Gehäuse. Unter der hohlen Hand oder unter einem Vordach klappt es meist.
Ist die hohe Spannung gefährlich?
Für gesunde Menschen ist der Strom zu gering, um lebensgefährlich zu sein, ein Schlag schmerzt aber und kann Verbrennungen verursachen. Deshalb nie an die Elektroden fassen. Mit Herzschrittmacher die Herstellerhinweise beachten.
Kann ich damit einen Gasherd anzünden?
Ja, mit einem Stabmodell. Erst den Lichtbogen an den Brenner halten, dann das Gas aufdrehen – nicht umgekehrt, damit sich kein Gas sammelt.
Wie lange hält der Akku?
Eine Ladung reicht je nach Modell für einige Dutzend bis rund hundert Zündungen. Die Lebensdauer des Akkus liegt bei einigen hundert Ladezyklen, danach lässt die Kapazität spürbar nach.
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