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Flammkuchenofen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Flammkuchenofen Ratgeber
Flammkuchenöfen werden in unterschiedlichen Größen im Handel angeboten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Flammkuchen so viel Hitze braucht
  2. Die Bauarten im Vergleich
  3. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  4. Was ein Flammkuchenofen kostet
  5. Sicher backen: Gas und Holz nur im Freien
  6. Flammkuchen richtig backen
  7. Den Backstein pflegen
  8. Geht es auch ohne Flammkuchenofen?
  9. Häufige Fragen

Ein Flammkuchenofen backt den dünnen Elsässer Teigfladen so, wie er gedacht ist: bei sehr hoher Hitze in wenigen Minuten, mit knusprigem Boden und leicht gebräuntem Rand. Technisch ist er dasselbe wie ein Pizzaofen – ein flacher Backraum mit Stein, beheizt mit Holz, Gas oder Strom. Welche Bauart passt, hängt vor allem davon ab, wo Sie backen wollen: Holz und Gas nur draußen, Strom auch in der Küche.

Warum Flammkuchen so viel Hitze braucht

Der Teig für Flammkuchen ist ein einfacher Brotteig aus Mehl, Wasser, Salz und etwas Öl, traditionell ohne oder mit sehr wenig Hefe. Er wird hauchdünn ausgerollt, mit Schmand oder Crème fraîche bestrichen und mit Zwiebeln und Speck belegt. Damit der Boden knusprig wird, bevor der Belag austrocknet, muss er schnell und von unten heiß gebacken werden.

Im Elsass kam er ursprünglich aus dem Holzbackofen: Man backte den Fladen, solange der Ofen vor dem Brotbacken noch sehr heiß war. Ein Haushaltsbackofen erreicht meist nur 250 bis 300 °C. Ein Flammkuchenofen schafft je nach Bauart 350 bis über 400 °C, manche Gas- und Holzöfen laut Hersteller um 500 °C. Bei diesen Temperaturen ist ein Flammkuchen in ein bis drei Minuten fertig.

Flammkuchen im heißen Ofen
Ein Flammkuchenofen kann zum Backen von Flammkuchen verwendet werden

Die Bauarten im Vergleich

BauartWoStärkenSchwächen
Elektrischer Tischofen (230 V)Küche, Terrassekein Rauch, einfache Regelung, drinnen erlaubtoft niedrigere Höchsttemperatur, kleiner Backraum
Gasofen, mobilnur draußenheizt schnell auf, sehr heiß, gut regelbarGasflasche nötig, Flamme meist nur von einer Seite
Holz- oder Pelletofen, mobilnur draußenHolzfeueraroma, sehr heißFeuer muss gepflegt werden, Rauch, Funkenflug
Gemauerter Holzbackofenfest im Gartenspeichert Hitze lange, auch für Brot und Bratenteuer, lange Anheizzeit, braucht Platz und ggf. Genehmigung
Gastro-Ofen (400 V)Gewerbemehrere Backkammern, großer Durchsatzbraucht Starkstromanschluss, für den Haushalt überdimensioniert

Für die meisten Haushalte läuft es auf zwei Wege hinaus: den elektrischen Tischofen für die Küche oder den mobilen Gasofen für Terrasse und Garten. Holzöfen sind etwas für Leute, die das Feuer als Teil des Vergnügens sehen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Höchsttemperatur: Unter 350 °C ist der Vorteil gegenüber dem Backofen gering. Schauen Sie auf die Temperatur am Stein, nicht nur auf die Luft im Ofen.
  • Backfläche: Ein klassischer Flammkuchen ist länglich oder rund mit etwa 30 cm. Mobile Öfen haben oft Steine von 30 bis 40 cm; das reicht für einen Fladen auf einmal.
  • Hitze von oben und unten: Elektrische Öfen mit getrennt regelbarer Ober- und Unterhitze erlauben, den Boden knusprig zu backen, ohne dass der Belag verbrennt.
  • Stein: Cordierit oder Schamotte sind üblich. Dicke Steine speichern mehr Wärme und kühlen zwischen zwei Fladen weniger ab.
  • Thermometer: Ein eingebautes Thermometer misst meist die Luft. Für die Steintemperatur ist ein Infrarot-Thermometer zuverlässiger.
  • Zubehör: Ein Pizzaschieber gehört dazu, dazu eine Abdeckhaube für draußen. Ein länglicher Schieber in Brettform ist das Flammkuchenbrett.
  • Gewicht und Standfläche: Mobile Gasöfen wiegen oft 10 bis 25 kg und brauchen einen stabilen, nicht brennbaren Tisch.

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Was ein Flammkuchenofen kostet

Flammkuchenofen im Garten
Flammkuchenofen können von 200 bis 2000 Euro kosten

Elektrische Tischöfen und einfache mobile Gas- oder Pelletöfen gibt es meist ab rund 150 bis 400 Euro. Bekannte Marken-Gasöfen liegen oft zwischen 300 und 700 Euro. Große Holzbacköfen als Bausatz oder fertig montiert kosten deutlich mehr, oft weit über 1.000 Euro, dazu kommen Fundament und Aufbau. Profiöfen mit Starkstromanschluss richten sich an Gastronomie und Vereine.

Sicher backen: Gas und Holz nur im Freien

Gas- und Holzöfen erzeugen Kohlenmonoxid, ein geruchloses, giftiges Gas. Sie gehören ausschließlich ins Freie – nicht in die Garage, nicht in den Wintergarten, nicht ins Zelt oder unter ein geschlossenes Vordach. Weitere Regeln:

  • Standort: stabiler, nicht brennbarer Untergrund, Abstand zu Hauswand, Hecke, Sonnenschirm und Markise.
  • Gasanschluss: Schlauch und Druckminderer müssen zum Ofen passen und dürfen nicht spröde sein. Neue Verbindungen mit Lecksuchspray prüfen, nie mit einer Flamme.
  • Gehäuse: Auch die Außenseite wird heiß. Kinder und Haustiere auf Abstand halten, Grillhandschuhe tragen.
  • Holz: nur trockenes, unbehandeltes Holz verwenden, kein lackiertes Restholz, keine Spanplatten.
  • Nach dem Backen: Gasflasche zudrehen, Holzglut vollständig ausbrennen lassen, Asche erst ganz kalt entsorgen.

Elektrische Tischöfen sind für den Innenraum gemacht, brauchen aber Abstand zu Wänden und Hängeschränken, weil die Oberseite heiß wird.

Flammkuchen richtig backen

  1. Lange genug vorheizen. Der Stein braucht je nach Ofen 15 bis 30 Minuten, bei gemauerten Öfen deutlich länger. Maßgeblich ist die Steintemperatur.
  2. Teig dünn ausrollen. Ein bis zwei Millimeter, auf bemehlter Fläche oder direkt auf dem bemehlten Schieber.
  3. Sparsam belegen. Eine dünne Schicht Schmand oder Crème fraîche, Zwiebelringe, Speck. Zu viel Belag weicht den Boden auf.
  4. Mit Schwung einschießen. Der Schieber wird mit Mehl oder Grieß bestäubt, damit der Fladen rutscht. Mit einem kurzen Ruck auf den Stein ziehen.
  5. Drehen und beobachten. Bei einseitiger Flamme den Fladen nach der Hälfte der Zeit drehen. Bei 400 °C geht es um Sekunden.

Für eine vegetarische Variante ersetzen Sie den Speck durch Räuchertofu oder Pilze, für eine süße nehmen Sie Äpfel, Zimt und Zucker. Wer zum Flammkuchen gern Fisch vom Feuer mag, findet mit der Flammlachs-Halterung das passende Zubehör fürs Lagerfeuer.

Den Backstein pflegen

Der Stein ist das Herz des Ofens und braucht wenig, aber das Richtige:

  • Nicht einfetten. Der Stein wird nur mit Mehl oder Grieß bestäubt. Fett zieht ein, raucht und wird ranzig.
  • Kein Spülmittel, kein Einweichen. Der poröse Stein saugt Wasser und Reiniger auf. Angebranntes wird im heißen Ofen verkohlt und nach dem Abkühlen mit einem Schaber oder einer Messingbürste entfernt.
  • Keine Temperaturschocks. Einen kalten oder feuchten Stein nie in den heißen Ofen legen und keinen kalten Belag auf einen glühenden Stein kippen – er kann springen.
  • Dunkle Flecken sind normal. Verfärbungen beeinträchtigen die Funktion nicht.

Holzöfen werden nach dem vollständigen Auskühlen mit einem Handfeger ausgekehrt, bei Gasöfen genügt es meist, die Brennkammer frei von Mehl und Krümeln zu halten.

Geht es auch ohne Flammkuchenofen?

Ja, mit Abstrichen. Im Backofen bei Höchsttemperatur und mit einem Pizzastein oder Backstahl, der 45 Minuten mit vorgeheizt wird, gelingt ein ordentlicher Flammkuchen. Ohne Stein backen Sie auf dem Blech in der untersten Schiene, direkt über der Unterhitze. Eine Pizzapfanne oder ein Gasgrill mit Pizzastein sind weitere Zwischenlösungen. Ein Oberhitzegrill wie der Beefer eignet sich dagegen kaum, weil er von oben heizt und der Boden weich bleibt.

Wer ein- oder zweimal im Jahr Flammkuchen isst, bleibt beim Backofen mit Stein. Wer regelmäßig Pizza und Flammkuchen für Gäste backt und draußen Platz hat, wird mit einem mobilen Gasofen glücklich. Mehr zum Kochen und Backen finden Sie in der Rubrik Küche.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Flammkuchenofen und Pizzaofen?

Praktisch keiner. Beide haben einen flachen Backraum und einen Stein, beide backen bei sehr hoher Hitze. „Flammkuchenofen“ ist vor allem ein Verkaufsname; ein guter Pizzaofen backt auch Flammkuchen und umgekehrt.

Welche Temperatur braucht ein Flammkuchen?

Ideal sind 350 bis 450 °C am Stein. Dann ist der Fladen in ein bis drei Minuten fertig. Im Haushaltsbackofen backen Sie auf der höchsten Stufe, meist 250 bis 300 °C, entsprechend länger.

Darf ich einen Gas-Flammkuchenofen auf dem Balkon benutzen?

Technisch muss es im Freien sein, und das ist ein offener Balkon. Ob Sie es dürfen, regeln Mietvertrag, Hausordnung und gegebenenfalls die Wohnungseigentümergemeinschaft. Fragen Sie im Zweifel beim Vermieter nach und halten Sie Abstand zu Markise und Fassade.

Wie reinige ich den Stein im Flammkuchenofen?

Trocken. Verkohlte Reste nach dem Abkühlen mit einem Schaber oder einer Messingbürste abkratzen, Mehlstaub ausfegen. Kein Spülmittel, kein Wasserbad, kein Fett.