elektrische Nudelmaschine

Inhalt9 Abschnitte
- Zwei Bauarten, die wenig gemeinsam haben
- Die Walzenmaschine: der Klassiker mit Motor
- Der Extruder: Kneten und Pressen in einem Gerät
- Worauf es beim Kauf ankommt
- Was elektrische Nudelmaschinen kosten
- Der Teig: worauf es beim Selbermachen ankommt
- Reinigen und aufbewahren
- Alternativen ohne Motor
- Häufige Fragen
Eine elektrische Nudelmaschine nimmt Ihnen beim Nudelnmachen die Kurbelarbeit ab – oder, je nach Bauart, gleich das Kneten dazu. Für flache Nudeln wie Tagliatelle, Pappardelle und Lasagneplatten ist eine Walzenmaschine mit Motor die richtige Wahl, für Hohl- und Formnudeln wie Penne oder Makkaroni ein Extruder. Beide sind Nischengeräte: Sie lohnen sich, wenn Sie regelmäßig frische Pasta machen, nicht für die zweimal im Jahr.
Zwei Bauarten, die wenig gemeinsam haben
Unter „elektrische Nudelmaschine“ werden zwei Geräte verkauft, die nach ganz verschiedenen Prinzipien arbeiten.
Die Walzenmaschine mit Motor funktioniert wie die klassische Nudelmaschine mit Handkurbel. Zwei glatte Walzen drücken den Teig Stufe für Stufe dünner, aufsteckbare Schneidwalzen teilen die Teigplatte in Streifen. Der Motor dreht die Walzen, Sie haben beide Hände frei, um die immer länger werdende Teigbahn zu führen. Den Teig kneten Sie vorher selbst oder in der Küchenmaschine.
Der Extruder (oft „Pastamaker“ genannt) ist ein Kasten mit Knetarm und Förderschnecke. Mehl hinein, Flüssigkeit durch den Deckel dazu, das Gerät knetet einige Minuten und presst den Teig dann durch eine Formscheibe, die Matrize. Je nach Scheibe kommen Spaghetti, Penne, Fettuccine oder Makkaroni heraus. Das Prinzip erinnert an einen Fleischwolf.
| Walzenmaschine mit Motor | Extruder mit Knetwerk | |
| Kneten | nein, Teig vorher selbst kneten | ja, im Gerät |
| Nudelformen | flach: Lasagne, Tagliatelle, Fettuccine, feine Bandnudeln; Teig für Ravioli | Spaghetti, Penne, Makkaroni, Fettuccine, je nach Formscheibe |
| Teig | geschmeidig, fest, wie für die Handkurbel | krümelig, eher wie feuchter Sand |
| Platzbedarf | gering, wird an die Arbeitsplatte geklemmt oder steht | etwa so groß wie ein Brotbackautomat |
| Reinigung | trocken ausbürsten | Teile spülen, Formscheiben säubern |
Die Walzenmaschine: der Klassiker mit Motor
Eine Walzenmaschine liefert die typische Frischpasta aus dem italienischen Restaurant: dünn, glatt, mit Biss. Mit dem Motor wird vor allem das Ausrollen langer Teigbahnen angenehmer, denn wer kurbelt, hat nur eine Hand für den Teig. Der Motor läuft mit fester Geschwindigkeit, die Walzenstärke stellen Sie wie gewohnt am Drehknopf ein.
Die verbreitetsten Modelle kommen aus Italien und sind aus verchromtem Stahl. Die Imperia Pastapresto etwa ist eine fertige Walzenmaschine mit eingebautem Motor; laut Hersteller ist die Walze sechsfach verstellbar, Schneidwalzen für Tagliatelle und feine Bandnudeln gehören dazu, weitere Aufsätze gibt es als Zubehör.
Eine günstigere Möglichkeit ist der Nachrüstmotor. Die großen Hersteller wie Imperia und Marcato bieten für ihre Handkurbelmaschinen Motoren an, die statt der Kurbel eingesteckt werden. Wichtig: Der Motor passt in der Regel nur zu Maschinen desselben Herstellers und der passenden Baureihe. Prüfen Sie das vor dem Kauf anhand der Modellbezeichnung Ihrer Maschine.
Der Extruder: Kneten und Pressen in einem Gerät
Der Reiz des Extruders ist die Bequemlichkeit: Nach etwa einer Viertelstunde kommen fertige Nudeln aus der Maschine, ohne dass Sie Teig anfassen. Dafür braucht es einen anderen Teig als beim Ausrollen. Er ist deutlich trockener und bleibt krümelig; ein fester Teigball, wie man ihn für die Walzen braucht, würde die Schnecke blockieren. Die meisten Geräte haben einen Messbecher und Rezepte im Heft – halten Sie sich am Anfang genau daran, denn schon wenige Milliliter Flüssigkeit zu viel machen den Teig klebrig.
Hohlnudeln wie Penne oder Makkaroni lassen sich zu Hause praktisch nur mit einem Extruder formen. Frische Lasagneplatten dagegen macht die Walzenmaschine besser.

Worauf es beim Kauf ankommt
Die wichtigste Frage zuerst: Welche Nudeln essen Sie am häufigsten? Bandnudeln und gefüllte Pasta sprechen für die Walzenmaschine, Kurz- und Hohlnudeln für den Extruder. Danach zählen diese Punkte:
- Material der Walzen: Bei Walzenmaschinen sollten die Walzen aus Metall sein, meist verchromter Stahl oder Edelstahl. Kunststoffwalzen verziehen sich eher.
- Formscheiben beim Extruder: Bei Haushaltsgeräten sind sie meist aus Kunststoff. Formscheiben aus Messing oder Bronze sind robuster und geben den Nudeln eine rauere Oberfläche, an der die Soße besser haftet – sie sind aber selten und kosten extra.
- Füllmenge: Extruder verarbeiten je nach Modell etwa 200 bis 500 g Mehl pro Durchgang. Für eine Familie mit vier Personen sollten es mindestens 400 g sein.
- Zubehör: Wie viele Formscheiben oder Schneidaufsätze liegen bei, und lassen sich weitere nachkaufen? Bei Nischengeräten ist Nachschub nach einigen Jahren nicht immer gesichert.
- Zerlegbarkeit: Alles, was mit Teig in Berührung kommt, sollte sich ohne Werkzeug abnehmen lassen. Das entscheidet im Alltag mehr als jede Leistungsangabe.
- Standfestigkeit und Gewicht: Ein schweres Gerät oder eine gute Tischklemme verhindert, dass die Maschine beim Arbeiten wandert.
Die Leistungsaufnahme ist bei Walzenmaschinen gering, meist unter 100 Watt; Extruder brauchen mehr, bleiben aber im Bereich eines Handmixers. Der Stromverbrauch spielt bei einigen Minuten Laufzeit keine Rolle.
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Was elektrische Nudelmaschinen kosten
Einfache Extruder und Walzenmaschinen mit Motor kosten meist zwischen 80 und 250 Euro, Nachrüstmotoren für vorhandene Kurbelmaschinen meist zwischen 50 und 120 Euro. Geräte für die Gastronomie, die kiloweise Teig verarbeiten, spielen in einer anderen Liga und sind für den Haushalt überdimensioniert. Zubehör wie zusätzliche Schneidaufsätze oder Formscheiben kostet je Stück meist einen niedrigen zweistelligen Betrag.
Der Teig: worauf es beim Selbermachen ankommt
Das Grundrezept für Eiernudeln ist einfach: etwa 100 g Mehl je Ei, dazu eine Prise Salz. Weizenmehl Type 405 funktioniert, besser ist italienisches Mehl Tipo 00 oder eine Mischung mit Hartweizengrieß – der gibt Biss und macht den Teig fester. Für Walzenmaschinen den Teig gut zehn Minuten kneten, in Folie gewickelt eine halbe Stunde ruhen lassen und dann portionsweise ausrollen, von der breitesten Stufe schrittweise zur dünnsten.
Farbige Nudeln entstehen, wenn Sie einen Teil der Flüssigkeit ersetzen: mit fein püriertem Spinat, Rote-Bete-Saft oder etwas Tomatenmark. Kräuter müssen sehr fein gehackt sein, sonst reißt die Teigbahn.
Glutenfreie Nudeln sind möglich, aber anspruchsvoller. Ohne Gluten fehlt dem Teig der Zusammenhalt, er bricht beim Ausrollen leicht. Viele Extruder-Hersteller liefern eigene Rezepte dafür. Wer wegen Zöliakie glutenfrei kocht, sollte bedenken, dass sich Mehlstaub in Walzen und Schnecken festsetzt: Eine Maschine, die auch für Weizenteig benutzt wird, muss vorher vollständig gereinigt werden, besser ist ein eigenes Gerät.
Frische Nudeln kochen in reichlich Salzwasser nur zwei bis vier Minuten. Aufheben lassen sie sich kurz im Kühlschrank, für längere Zeit werden sie gut getrocknet oder eingefroren. Zum Trocknen eignet sich ein Nudelständer, auf dem die Bandnudeln locker hängen, ohne zu verkleben.
Reinigen und aufbewahren
Die Walzen einer Walzenmaschine gehören nie ins Wasser und nie in die Spülmaschine. Das gilt ausdrücklich auch für Maschinen mit Motor, bei denen zusätzlich Elektrik im Spiel ist. Lassen Sie Teigreste antrocknen, dann bröseln sie heraus: Maschine laufen lassen oder mit einem trockenen Pinsel und einem Holzstäbchen ausbürsten. Messer, Gabeln und andere Metallwerkzeuge beschädigen die Walzen.
Beim Extruder werden Knetbehälter, Schnecke und Formscheiben abgenommen. Die meisten Kunststoffteile dürfen laut Hersteller ins Spülwasser, manche in die Spülmaschine – die Anleitung entscheidet. Teig in den Formscheiben lässt sich am besten entfernen, wenn er angetrocknet ist; manche Hersteller empfehlen, die Scheiben vorher einzufrieren, dann lässt sich der Teig mit dem beiliegenden Reinigungswerkzeug herausdrücken. Das Motorteil wischen Sie nur feucht ab.
Aufbewahren sollten Sie das Gerät trocken und staubgeschützt, Nachrüstmotoren und Aufsätze am besten im Originalkarton. Schwere Maschinen gehören nicht auf das oberste Regalbrett.
Alternativen ohne Motor
Nicht jeder braucht Strom für frische Pasta:
- Die Nudelmaschine mit Handkurbel macht dieselben Nudeln wie die Walzenmaschine mit Motor, kostet aber deutlich weniger. Zu zweit kurbelt es sich bequem.
- Viele Küchenmaschinen haben Nudelaufsätze als Zubehör, von Walzen bis zum Fleischwolf mit Nudelscheiben. Wer eine solche Maschine schon besitzt, spart Platz und Geld.
- Nudelholz und Messer reichen für Bandnudeln völlig. Der Teig muss dafür sehr dünn und gleichmäßig ausgerollt werden – das ist Übungssache.
- Für schwäbische Nudelgerichte ist ein Spätzlehobel das einfachste Werkzeug überhaupt.
Wer nur ab und zu frische Nudeln will, fängt mit einer Handkurbelmaschine an und rüstet später einen Motor nach. Wer oft Kurz- und Hohlnudeln macht und sich das Kneten sparen will, ist mit einem Extruder besser bedient. Mehr Küchenhelfer finden Sie in der Rubrik Küche, etwa den Wellenschneider oder die Kräuterschere für feine Kräuter im Teig.
Häufige Fragen
Welche Nudeln kann man mit einer elektrischen Nudelmaschine machen?
Das hängt von der Bauart ab. Walzenmaschinen machen flache Nudeln wie Lasagneplatten, Tagliatelle und Fettuccine sowie Teigplatten für Ravioli. Extruder formen je nach Formscheibe Spaghetti, Penne, Makkaroni und andere Kurznudeln. Lasagneplatten und gefüllte Pasta gelingen mit Walzen besser, Hohlnudeln nur mit dem Extruder.
Kann ich meine Handkurbel-Nudelmaschine elektrisch machen?
Oft ja. Imperia und Marcato bieten Motoren an, die statt der Kurbel eingesteckt werden. Sie passen aber meist nur zu Maschinen desselben Herstellers und der passenden Baureihe, deshalb vorher die Modellbezeichnung vergleichen.
Darf die Nudelmaschine in die Spülmaschine?
Walzenmaschinen nie, auch nicht die Schneidaufsätze; sie werden nur trocken gereinigt. Bei Extrudern dürfen einzelne Kunststoffteile je nach Hersteller in die Spülmaschine, der Motorblock natürlich nicht.
Warum klebt der Teig im Extruder?
Meist ist zu viel Flüssigkeit im Spiel. Der Teig für einen Extruder muss krümelig bleiben. Halten Sie sich an den Messbecher des Herstellers und wiegen Sie Mehl und Eier genau ab – Eier unterscheiden sich stark in der Größe.
Lohnt sich eine elektrische Nudelmaschine für glutenfreie Nudeln?
Sie kann helfen, weil der schwierige glutenfreie Teig im Extruder nicht ausgerollt werden muss. Bei Zöliakie sollte das Gerät aber nie auch für Weizenteig benutzt werden, denn Reste in Schnecke und Walzen lassen sich kaum vollständig entfernen.
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