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Duschglaswand

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Duschkabine mit Glastür und hellen Natursteinfliesen
Glas macht die Dusche optisch leichter
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wo eine Glaswand sinnvoll ist
  2. Sicherheitsglas: ESG ist Pflicht
  3. Worauf es beim Kauf ankommt
  4. Glas oder Kunststoff?
  5. Montage: was Laien schaffen und was nicht
  6. Kalk und Wasserflecken vorbeugen
  7. Unsere Empfehlung
  8. Häufige Fragen

Eine Duschglaswand ist eine feste Scheibe aus Sicherheitsglas, die Spritzwasser in der Dusche oder an der Badewanne hält. Sie ersetzt den Duschvorhang, lässt das Bad offener wirken und ist leichter sauber zu halten als Kunststoff. Wichtig beim Kauf sind das richtige Glas, die passende Größe und eine Montage, die dicht und stabil ist.

Wo eine Glaswand sinnvoll ist

Glaswände gibt es in drei Grundformen:

  • Walk-in-Wand: eine einzelne, meist feste Scheibe an einer bodengleichen Dusche. Sie kommt ohne Tür aus, braucht aber genug Tiefe, damit das Wasser drinnen bleibt – als Faustregel rund 90 cm Duschfläche oder mehr.
  • Seitenwand: das feste Teil einer Duschkabine, kombiniert mit einer Duschschiebetür, einer Duschfalttür oder einer Pendeltür.
  • Badewannenaufsatz: eine feste oder schwenkbare Scheibe auf dem Wannenrand, oft ein- oder mehrteilig faltbar. Damit wird die Badewanne zur Dusche, ohne dass ein Vorhang am Körper klebt.

Wer keine Glaswand montieren kann oder darf, bleibt beim Vorhang – dann lohnt eine stabile Duschvorhangstange ohne Bohren.

Sicherheitsglas: ESG ist Pflicht

Duschwände bestehen aus Einscheiben-Sicherheitsglas, kurz ESG. Es wird bei der Herstellung erhitzt und schnell abgekühlt, dadurch ist es deutlich belastbarer als normales Fensterglas. Bricht es doch, zerfällt es in viele kleine, meist stumpfe Krümel statt in scharfe Scherben. Achten Sie in der Beschreibung auf die Angabe ESG und idealerweise auf die Norm DIN EN 12150. Billiges Floatglas oder Glas ohne Angabe gehört nicht in die Dusche.

ESG kann in sehr seltenen Fällen auch ohne erkennbaren Anlass springen, etwa durch winzige Einschlüsse im Glas. Wer ganz sichergehen will, fragt nach heißgelagertem ESG (ESG-H), bei dem solche Scheiben schon im Werk aussortiert werden. Eine größere Gefahr im Alltag sind aber Stöße gegen die Glaskante: Die Kanten sind die empfindlichste Stelle einer ESG-Scheibe.

Worauf es beim Kauf ankommt

GlasstärkeBadewannenaufsätze meist 5–6 mm, Duschwände 6–8 mm, große Walk-in-Wände 8–10 mm. Dickeres Glas ist stabiler, aber auch deutlich schwerer.
MaßeBreite und Höhe exakt ausmessen, bei Nischen oben und unten. Wände und Wannenränder sind selten ganz gerade – ein Verstellbereich am Wandprofil gleicht einige Millimeter aus.
AnschlagLinks oder rechts? Viele Modelle sind wendbar, aber nicht alle. Vor dem Kauf prüfen.
RahmenVollrahmen ist günstig und stabil, rahmenlose Glaswände wirken leichter, brauchen aber exakte Montage.
StabilisatorFrei stehende Walk-in-Wände brauchen eine Stange zur Wand oder Decke, sonst schwingt die Scheibe.
BeschichtungEine Abperl- oder Nanobeschichtung lässt Wasser schneller ablaufen. Sie nutzt sich ab und lässt sich mit Versiegelungsmitteln auffrischen.
GlasartKlarglas wirkt offen, satiniertes oder strukturiertes Glas schützt vor Blicken und zeigt weniger Kalk.

Einfache Badewannenaufsätze aus ESG bekommen Sie meist für unter 150 Euro, Walk-in-Wände für die Selbstmontage liegen häufig zwischen 150 und 500 Euro. Maßanfertigungen vom Glaser für Nischen und Dachschrägen kosten ein Vielfaches.

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Glas oder Kunststoff?

Duschwände aus Acrylglas oder Polystyrol sind leichter und günstiger. Dafür verkratzen sie schneller, werden mit den Jahren trüb und vertragen manche Reinigungsmittel schlecht. Kalk setzt sich auf verkratzten Flächen besonders gern fest. Echtglas bleibt jahrelang klar und verträgt übliche Badreiniger. Für eine Mietwohnung, in der man nur ein paar Jahre bleibt, kann Kunststoff trotzdem reichen – für ein Bad, das lange so bleiben soll, ist Glas die bessere Wahl.

Montage: was Laien schaffen und was nicht

Viele Duschwände werden an der Wand mit einem Wandprofil verschraubt. Das bedeutet Bohren in Fliesen, im Nassbereich und häufig nahe an Wasserleitungen. Wer das selbst macht, braucht einen Leitungssucher, einen Fliesenbohrer und Geduld. Die Bohrlöcher müssen anschließend mit Sanitärsilikon abgedichtet werden, damit kein Wasser hinter die Fliesen läuft.

Daneben gibt es Badewannenaufsätze und Seitenwände, die geklebt werden. Das ist in Mietwohnungen attraktiv, erfordert aber besonders saubere Flächen und genaue Beachtung der Aushärtezeit. Große Walk-in-Scheiben wiegen schnell 30 bis 50 kg – dafür braucht es mindestens zwei Personen. Wer unsicher ist, ob die Wand tragfähig ist, oder eine Nische mit schiefen Wänden hat, sollte einen Sanitärbetrieb oder Glaser beauftragen. In Mietwohnungen gilt: Bohrlöcher in Fliesen vorher mit dem Vermieter absprechen.

Unten schließt eine Wasserabweisleiste oder Dichtung die Scheibe zum Boden oder Wannenrand hin ab. Bei bodengleichen Duschen hilft zusätzlich eine Schwallschutzleiste, damit Wasser nicht über den Boden ins Bad läuft. Wie Sie die Silikonfugen rund um die Dusche erneuern, lesen Sie unter Duschabdichtung.

Kalk und Wasserflecken vorbeugen

Die beste Pflege dauert zehn Sekunden: nach jedem Duschen das Glas mit einem Duschabzieher abziehen. Was nicht antrocknet, hinterlässt keinen Kalk. Einmal in der Woche reicht dann ein Badreiniger oder Glasreiniger mit einem weichen Tuch.

Hat sich doch Kalk festgesetzt, hilft ein saurer Badreiniger oder verdünnter Essig. Lassen Sie ihn kurz einwirken und spülen Sie gründlich nach. Achtung bei den Rändern: Säure greift Silikonfugen, Gummidichtungen und eloxierte Aluminiumprofile an, deshalb nicht großzügig über die Profile laufen lassen. Scheuermilch, Stahlwolle und die raue Seite des Schwamms verkratzen die Beschichtung. Und niemals einen chlorhaltigen Reiniger mit einem sauren Mittel mischen oder direkt nacheinander verwenden – es entsteht giftiges Chlorgas.

Unsere Empfehlung

Für eine bodengleiche Dusche mit genügend Platz ist eine Walk-in-Wand aus 8 mm ESG mit Stabilisierungsstange die übliche, langlebige Lösung. Für eine Badewanne, in der auch geduscht wird, genügt ein Wannenaufsatz aus 5 bis 6 mm ESG, gern schwenkbar, damit man bequem hineinkommt. Achten Sie in jedem Fall auf die ESG-Angabe, messen Sie zweimal und planen Sie die Montage ehrlich: Wer nicht sicher in Fliesen bohrt, holt sich Hilfe. Weitere Ideen finden Sie in der Rubrik Badezimmer.

Häufige Fragen

Wie gefährlich ist eine Duschwand aus Glas?

Duschwände bestehen aus Sicherheitsglas, das deutlich stabiler ist als normales Glas und bei einem Bruch in kleine, stumpfe Krümel zerfällt. Verletzungen sind trotzdem nicht ausgeschlossen. Heftige Stöße gegen die Kanten sollten Sie vermeiden, und eine beschädigte Scheibe gehört sofort ausgetauscht.

Duschglaswand mit oder ohne Rahmen?

Rahmenlose Wände wirken offener und sind an den Kanten leichter zu reinigen. Vollgerahmte Wände sind günstiger und verzeihen kleine Maßabweichungen eher. Rahmen aus Kunststoff oder beschichtetem Aluminium sammeln allerdings Kalk in den Ecken.

Welches Reinigungsmittel ist für eine Duschglaswand geeignet?

Für die tägliche Pflege genügt Wasser und ein Abzieher, für die Wochenreinigung ein milder Bad- oder Glasreiniger. Bei Kalk hilft ein saurer Badreiniger oder verdünnter Essig, gründlich nachgespült. Beschichtete Scheiben nur nach Herstellerangabe behandeln, keine Scheuermittel.

Kann ich eine Duschglaswand ohne Bohren montieren?

Für Badewannenaufsätze und kleine Seitenwände gibt es Modelle mit Klebeprofil. Große Walk-in-Wände werden in der Regel verschraubt, weil Klebungen das Gewicht und die Hebelkräfte auf Dauer nicht sicher aufnehmen. Folgen Sie hier genau der Montageanleitung des Herstellers.

Wie dick sollte eine Duschglaswand sein?

Für Badewannenaufsätze sind 5 bis 6 mm üblich, für Duschwände 6 bis 8 mm und für große, frei stehende Walk-in-Wände 8 bis 10 mm. Dünneres Glas bei großer Fläche schwingt spürbar und wirkt instabil.