Betttruhe

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Eine Betttruhe ist eine niedrige Truhe mit Deckel, die am Fußende des Bettes steht. Sie nimmt Bettwäsche, Decken und Kissen auf und dient zugleich als Bank, auf der man sich beim An- und Ausziehen hinsetzt. Viele Modelle haben einen gepolsterten Deckel und heißen darum auch Bettbank oder Sitztruhe.
Wofür sich eine Betttruhe lohnt
Die Truhe am Fußende löst zwei kleine Alltagsprobleme auf einmal. Zum einen fehlt in vielen Schlafzimmern Platz für Wechselbettwäsche, die Winterdecke oder Gästekissen. Zum anderen landet die Kleidung vom Tag sonst auf dem Stuhl oder dem Bett. Auf der Truhe kann man sich setzen, Socken und Schuhe anziehen und die Tagesdecke abends ablegen.
Weil sich der Deckel nach oben öffnet, braucht die Truhe davor keinen Platz für Schubladen oder Türen. Das ist in schmalen Schlafzimmern ein echter Vorteil gegenüber einer Kommode. Hat das Bett keinen Bettkasten, ersetzt die Truhe ihn gut.
Eine Betttruhe muss nicht im Schlafzimmer bleiben. Im Flur dient sie als Schuhbank mit Platz für Mützen und Schals, im Kinderzimmer als Spielzeugkiste, im Wohnzimmer als zusätzliche Sitzbank mit Stauraum für Decken.
Die richtige Größe
Eine Truhe, die breiter ist als das Bett, wirkt klobig und steht im Weg. Bewährt hat sich:
- Breite: etwas schmaler als das Bett, bei einem 180er-Bett also etwa 120–160 cm. Bei schmalen Betten kann die Truhe ruhig deutlich kürzer sein.
- Höhe: etwa 40–50 cm, also ungefähr Sitzhöhe. Sie sollte nicht höher sein als die Matratzenoberkante, sonst stößt man beim Hinlegen dagegen.
- Tiefe: etwa 35–45 cm. Tiefer wird es zwischen Bett und Wand oder Schrank schnell eng.
Messen Sie vorher den Gang am Fußende. Zwischen Truhe und Schrank oder Wand sollten mindestens 60–70 cm frei bleiben, damit man bequem vorbeigeht und Schranktüren öffnen kann.
Material und Bauarten im Vergleich
Betttruhen gibt es aus Holz, Holzwerkstoff mit Polsterbezug und als faltbare Stoffboxen. Die Unterschiede zeigen sich vor allem bei Stabilität und Pflege.
| Bauart | Vorteile | Nachteile |
| Massivholz | Sehr stabil, langlebig, lässt sich abschleifen und neu ölen | Schwer und teurer, Deckel ohne Polster hart |
| Holzwerkstoff mit Polsterdeckel | Bequem zum Sitzen, große Auswahl an Farben | Spanplatte oder MDF verträgt keine Nässe, Kanten können ausreißen |
| Kunstlederbezug | Leicht abzuwischen, gut für Kinderzimmer und Flur | Kann mit den Jahren rissig werden |
| Stoffbezug | Wohnlich, angenehm warm | Flecken lassen sich schwerer entfernen |
| Faltbare Sitzbox | Günstig, platzsparend zu verstauen | Weniger stabil, Deckel liegt oft nur lose auf |
Einfache faltbare Sitztruhen kosten meist zwischen 30 und 70 Euro, gepolsterte Bettbänke aus Holzwerkstoff meist 80 bis 200 Euro, Massivholz und Echtleder deutlich mehr.
Darauf kommt es beim Kauf an
- Belastbarkeit: Die Herstellerangabe sollte mindestens das Gewicht von zwei Erwachsenen abdecken, wenn die Truhe als Bank genutzt wird. Wichtig ist, dass der Deckel selbst trägt und nicht nur das Gestell.
- Scharniere: Ein Deckelhalter oder eine Deckelbremse hält den Deckel offen und lässt ihn langsam schließen. Ohne das fällt ein schwerer Deckel beim Einräumen auf Kopf oder Finger.
- Innenraum: Ein offener Innenraum eignet sich für Decken und lange Dinge, eine Unterteilung für Kleinteile.
- Belüftung: Textilien sollten nicht in einer luftdichten Kiste liegen. Kleine Luftöffnungen oder eine atmungsaktive Rückwand verhindern muffigen Geruch.
- Füße oder Gleiter: Filzgleiter schützen Parkett und Laminat beim Verschieben.
Wer vor allem sitzen will, achtet auf eine Polsterauflage von einigen Zentimetern. Eine Sitzbank mit Stauraum aus dem Flur-Sortiment ist oft genauso geeignet.
Betttruhen im Kinderzimmer: auf die Sicherheit achten

Im Kinderzimmer dient die Truhe als Spielzeugkiste und Sitzbank. Dafür muss sie einige Dinge mitbringen, die für Erwachsene nebensächlich sind. Ein schwerer Deckel, der zufällt, kann Finger quetschen oder ein Kind am Kopf treffen, das sich in die Truhe beugt. Kleinere Kinder klettern außerdem gern hinein.
Achten Sie deshalb auf:
- eine Deckelbremse oder ein Scharnier, das den Deckel in jeder Stellung hält und nicht zufallen lässt,
- Luftöffnungen und einen Deckel, der sich von innen leicht aufdrücken lässt,
- keinen Schnappverschluss und kein Schloss,
- abgerundete Kanten und eine stabile Bauweise, die nicht kippt, wenn ein Kind auf die Kante steigt.
Spielzeugtruhen, die ausdrücklich für Kinder verkauft werden, müssen die Spielzeugnorm EN 71 erfüllen, die solche Punkte regelt. Eine gewöhnliche Betttruhe aus dem Schlafzimmer-Sortiment ist dafür nicht unbedingt gebaut. Rüsten Sie gegebenenfalls eine Deckelbremse nach.
Was in die Truhe gehört
Am besten eignen sich Dinge, die man nicht täglich, aber regelmäßig braucht: Wechselbettwäsche, Tagesdecke, Kissen, die Sommer- oder Winterdecke, Gästebettzeug. Legen Sie Bettwäsche nur sauber und ganz trocken hinein. Feuchte Textilien in einer geschlossenen Truhe riechen schnell muffig und können stockig werden.
Wolldecken lagern Sie in einem Beutel, damit Motten keine Chance haben – das gilt besonders für Naturfasern wie Kamelhaar oder Alpaka, siehe Alpaka-Decke. Schwere Dinge wie Bücher gehören nach unten, sonst drücken sie beim Öffnen gegen den Deckel.
Reinigung und Pflege
Die Truhe regelmäßig ausräumen, aussaugen und auslüften. Polsterbezüge aus Stoff saugen Sie mit der Polsterdüse ab; Flecken tupfen Sie mit etwas lauwarmem Wasser und mildem Spülmittel ab und reiben nicht, sonst zieht der Fleck tiefer. Für gründliche Reinigungen hilft ein Polsterreinigungsgerät. Kunstleder wischen Sie feucht ab und trocknen nach. Holz behandeln Sie nach Herstellerangabe mit Möbelpflege oder Öl. Vorrang hat immer die Pflegeanleitung des Herstellers.
Alternativen zur Betttruhe
- Bettkasten oder Schubladen unter dem Bett, wenn das Bett sie hergibt.
- Bettbank ohne Stauraum: rein zum Sitzen, oft filigraner.
- Flache Kommode am Fußende, wenn Platz für Schubladen ist.
- Aufbewahrungsboxen unter dem Bett für seltene Dinge.
Für Gäste lässt sich der Stauraum ebenfalls nutzen: In einer großen Truhe findet ein zusammengelegtes aufblasbares Gästebett Platz. Weitere Ideen für mehr Ordnung finden Sie in der Rubrik Wohnen und für das Kinderzimmer in der Rubrik Familie.
Häufige Fragen
Wie breit sollte eine Betttruhe sein?
Etwas schmaler als das Bett, damit sie nicht übersteht und der Gang frei bleibt. Bei einem 180 cm breiten Bett passen Truhen zwischen etwa 120 und 160 cm gut.
Wie hoch sollte eine Bettbank sein?
Etwa in Sitzhöhe, also 40–50 cm, und nicht höher als die Oberkante der Matratze. So sitzt man bequem und stößt beim Hinlegen nicht mit den Füßen an.
Kann man sich auf jede Betttruhe setzen?
Nur, wenn der Hersteller den Deckel als Sitzfläche ausweist und eine Belastbarkeit nennt. Einfache Truhen mit dünnem Deckel sind reine Aufbewahrung. Faltbare Sitzboxen tragen meist ein bis zwei Personen, geben aber bei Belastung der Kante nach.
Ist eine Betttruhe als Spielzeugkiste geeignet?
Ja, wenn der Deckel eine Bremse hat, nicht zufällt, sich von innen öffnen lässt und keine Verriegelung besitzt. Ideal sind Spielzeugtruhen, die nach der Spielzeugnorm EN 71 gebaut sind.



