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Aufblasbare Sitzerhöhung

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Kind auf der Rückbank auf einer aufblasbaren Sitzerhöhung
Kind auf der Rückbank auf einer aufblasbaren Sitzerhöhung
Inhalt9 Abschnitte
  1. Drei Arten, drei Zwecke
  2. Die aufblasbare Autositzerhöhung
  3. Zulassung und Mindestgröße
  4. Richtig aufblasen und anschnallen
  5. Boostersitze für den Tisch
  6. Kissen für Wanne und Toilette
  7. Pflege und Aufbewahrung
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen

Aufblasbare Sitzerhöhungen gibt es für ganz verschiedene Zwecke, und genau darin liegt die Falle: Das eine Kissen ist ein zugelassener Kindersitz fürs Auto, das andere hebt ein Kleinkind am Restauranttisch an, das dritte stützt den Rücken in der Badewanne. Austauschbar sind sie nicht. Für Reisen mit Mietwagen oder Taxi kann eine aufblasbare Autositzerhöhung eine sinnvolle Notlösung sein – vorausgesetzt, sie ist zugelassen und das Kind ist groß genug.

Drei Arten, drei Zwecke

AutositzerhöhungBoostersitz für den StuhlSitz- und Badekissen
ZweckKind im Auto richtig anschnallenKleinkind am Esstisch anhebenKomfort in Wanne, auf Stuhl oder WC
NormECE R44/04 oder UN R129, Zulassungsetikettkeine Kindersitznorm, ggf. EN 16120 für Stuhlsitzekeine Kindersitznorm
BefestigungDreipunktgurt des AutosGurte am StuhlSaugnäpfe oder lose
Im Auto erlaubtJaNeinNein

Die aufblasbare Autositzerhöhung

Das bekannteste Beispiel ist die BubbleBum. Sie besteht aus einem Luftkissen mit Stoffbezug, zwei seitlichen Gurtführungen für den Beckengurt und einem Clip, der den Schultergurt in Position hält. Zusammengerollt passt sie in einen Rucksack. Laut Hersteller ist die Sitzerhöhung so schmal, dass auch drei nebeneinander auf eine Rückbank passen können.

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Wie bei jeder Sitzerhöhung ohne Rückenlehne gilt: Sie hebt das Kind an und führt den Gurt, bietet aber keinen Schutz bei einem Seitenaufprall und keinen Halt für den Kopf, wenn das Kind einschläft. Deshalb ist sie für den täglichen Weg zur Schule oder die lange Urlaubsfahrt im eigenen Auto nicht die richtige Wahl. Ihre Stärke liegt dort, wo sonst gar kein Sitz dabei wäre:

  • Mietwagen im Urlaub, wenn ein Kindersitz nicht zu bekommen oder sehr teuer ist.
  • Taxi und Fahrdienste, auch wenn Sie unterwegs spontan umsteigen.
  • Fahrgemeinschaften, wenn ein zusätzliches Kind mitfährt.
  • Drei Kinder auf der Rückbank, wenn für drei breite Sitze kein Platz ist.

Zulassung und Mindestgröße

Im Auto zählt allein das orangefarbene Zulassungsetikett am Sitz. Ältere aufblasbare Sitzerhöhungen sind nach ECE R44/04 für die Gruppen 2 und 3 (15–36 kg) zugelassen und dürfen weiter benutzt werden. Seit dem 1. September 2024 dürfen in der EU aber nur noch Kindersitze nach UN ECE R129 neu verkauft werden. Nach dieser Norm sind Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne erst für Kinder ab 125 cm Körpergröße bzw. 22 kg vorgesehen.

Achten Sie beim Kauf also auf eine R129-Zulassung, und nutzen Sie auch einen älteren Sitz nach R44 erst für Kinder, die etwa 125 cm groß sind. Ein Kind von vier oder fünf Jahren ist in einer Sitzerhöhung mit Rückenlehne deutlich besser geschützt, auch wenn das alte Etikett schon 15 kg nennt.

Richtig aufblasen und anschnallen

  1. Aufblasen. Über das Ventil mit dem Mund oder einer kleinen Pumpe prall füllen. Viele Modelle haben eine Markierung oder eine Anleitung, wann der Druck stimmt.
  2. Prüfen. Mit der flachen Hand kräftig in die Mitte drücken. Gibt das Kissen stark nach, fehlt Luft.
  3. Hinsetzen lassen. Das Kind sitzt ganz hinten, mit dem Rücken an der Lehne des Autositzes.
  4. Beckengurt einlegen. Auf beiden Seiten unter die Gurtführungen, sodass er tief über den Oberschenkeln liegt.
  5. Schultergurt ausrichten. Den Clip so einstellen, dass der Gurt über der Schultermitte läuft, nicht am Hals.

Weil sich die Luft bei Kälte zusammenzieht und bei Hitze ausdehnt, sollten Sie den Druck vor jeder Fahrt kontrollieren – besonders, wenn die Sitzerhöhung über Nacht im kalten Auto lag. Ein Sitz, der langsam Luft verliert, gehört nicht mehr ins Auto.

Boostersitze für den Tisch

Aufblasbare Boostersitze für Stühle sind für Kleinkinder gedacht, die schon sicher allein sitzen können, meist ab etwa sechs Monaten. Sie haben erhöhte Seitenteile und werden mit Gurten an der Sitzfläche und der Lehne des Stuhls festgeschnallt. Das ist praktisch im Restaurant, bei Großeltern oder im Ferienhaus, wenn kein Hochstuhl da ist.

Wichtig ist, dass der Sitz auf einem stabilen Stuhl mit Lehne befestigt wird – nicht auf einem Hocker oder einer Bank – und dass das Kind nicht unbeaufsichtigt darin sitzt. Mehr dazu in unserem Beitrag über Stuhl-Sitzerhöhungen.

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Kissen für Wanne und Toilette

Für Erwachsene gibt es aufblasbare Kissen, die mit Saugnäpfen in der Badewanne halten, manchmal auch mit Wasser befüllbar sind. Sie dienen als Rückenstütze oder Sitzerhöhung beim Baden. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit sind feste Hilfsmittel allerdings meist sicherer, etwa ein klappbarer Duschsitz oder eine feste WC-Sitzerhöhung. Ein Luftkissen kann beim Aufstehen nachgeben oder wegrutschen.

Pflege und Aufbewahrung

  • Reinigen mit einem weichen Tuch und etwas Spülmittel; den Bezug nach Herstellerangabe waschen.
  • Trocken lagern, locker gerollt, nicht in praller Sonne und nicht neben spitzen Gegenständen.
  • Vor dem Urlaub testen: Ein paar Stunden aufgeblasen liegen lassen und prüfen, ob die Luft hält.
  • Nieten und Schlüssel in Hosentaschen können das Material beschädigen. Eine Sitzerhöhung mit sichtbarem Schaden, Flicken oder undichtem Ventil gehört nicht mehr ins Auto.

Unsere Empfehlung

Für Familien, die mit älteren Kindern ab etwa 125 cm verreisen, Taxi fahren oder oft ein zusätzliches Kind mitnehmen, ist eine zugelassene aufblasbare Autositzerhöhung eine sinnvolle Ergänzung. Als einziger Sitz im eigenen Auto taugt sie nicht. Eine Alternative mit ähnlichem Packmaß ist die faltbare mifold-Sitzerhöhung, die wir ausprobiert haben. Einen Überblick über alle Bauarten gibt unser Beitrag zur Sitzerhöhung.

Häufige Fragen

Ist eine aufblasbare Sitzerhöhung im Auto erlaubt?

Ja, wenn sie als Kindersitz zugelassen ist und ein orangefarbenes Etikett nach ECE R44/04 oder UN R129 trägt. Aufblasbare Kissen ohne dieses Etikett, etwa Boostersitze für den Stuhl, sind im Auto nicht erlaubt.

Ab welchem Alter eignet sich eine aufblasbare Autositzerhöhung?

Nach der aktuellen Norm R129 sind Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne ab 125 cm Körpergröße vorgesehen, das entspricht meist einem Alter von sieben bis acht Jahren. Jüngere Kinder sitzen in einem Sitz mit Rückenlehne sicherer.

Wie sicher ist eine aufblasbare Sitzerhöhung?

Sie sorgt dafür, dass der Gurt richtig sitzt, und ist damit viel sicherer als gar kein Sitz. Einen Seitenaufprallschutz hat sie aber nicht. Für regelmäßige Fahrten ist ein Sitz mit Rückenlehne die bessere Wahl.

Kann ich eine aufblasbare Sitzerhöhung im Flugzeug benutzen?

Im Flugzeug werden Kinder mit dem Beckengurt des Flugzeugsitzes gesichert, eine Sitzerhöhung ist dort in der Regel nicht vorgesehen. Im Handgepäck mitnehmen, um sie am Ziel im Mietwagen zu verwenden, geht aber problemlos.