Alpaka Decke
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Eine Alpaka-Decke ist aus dem Haar des Alpakas gewebt oder gestrickt, einer kleinen Kamelart aus den Anden. Die Faser ist fein, leicht und sehr warm und fühlt sich weicher an als die meisten Schafwollen. Wer eine echte Alpaka-Decke kaufen will, sollte aber aufs Etikett schauen: Viele Angebote enthalten nur einen kleinen Teil Alpaka.
Woher die Wolle kommt
Alpakas stammen aus den Hochebenen der Anden, vor allem aus Peru, Bolivien und Chile. Dort werden sie seit Jahrtausenden als Wolltiere gehalten; inzwischen gibt es auch in Europa zahlreiche Züchter. Sie sind mit Lamas, Guanakos und Vikunjas verwandt und gehören zu den Neuweltkamelen – Höcker haben sie keine.
Man unterscheidet zwei Rassen. Das Huacaya hat ein dichtes, gekräuseltes Vlies und liefert den größten Teil der Wolle. Das Suri trägt lange, glänzende Locken, die herabhängen; seine Faser ist seltener und wird für glänzende Stoffe genutzt. Die Tiere werden in der Regel einmal im Jahr geschoren. Die Wolle gibt es in über 20 Naturtönen von Weiß über Beige und Braun bis Schwarz, darum kommen viele Decken ganz ohne Färbung aus.

Was die Alpakafaser ausmacht
Gegenüber Schafwolle hat Alpaka einige handfeste Unterschiede:
- Wärme bei wenig Gewicht: Viele Alpakafasern haben einen hohlen oder teilweise hohlen Kern. Die eingeschlossene Luft isoliert, eine Alpaka-Decke ist darum bei gleicher Wärme oft leichter als eine aus Schafwolle.
- Weichheit: Die Oberfläche der Faser hat flachere Schuppen als Schafwolle. Das Garn fühlt sich glatt an und kratzt weniger.
- Kaum Lanolin: Alpakawolle enthält fast kein Wollfett. Wer auf Lanolin reagiert, verträgt sie deshalb oft besser. Eine Garantie gegen Hautreizungen ist das nicht – wer sehr empfindlich ist, probiert die Decke erst eine Weile auf der Haut.
- Feuchtigkeit und Geruch: Wie alle Wollen nimmt Alpaka Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen, und nimmt Gerüche wenig an. Meist reicht es, die Decke zu lüften.
Die Bezeichnung „Baby Alpaka“ führt oft in die Irre: Sie meint keine Jungtiere, sondern eine besonders feine Sortierung der Faser, wie sie beim ersten Scheren, aber auch bei erwachsenen Tieren anfällt. „Royal Alpaka“ steht für eine noch feinere Klasse.
Nicht stimmt, was manche Händler versprechen: Alpaka-Decken sind nicht „selbstreinigend“ und nicht völlig fusselfrei. Wie jede weiche Wolle kann Alpaka an Reibestellen Knötchen bilden. Die lassen sich mit einem Fusselrasierer oder Wollkamm entfernen.
Echt oder Mischung: das Etikett lesen
Textilien müssen in der EU mit ihrer Faserzusammensetzung in Prozent gekennzeichnet sein. Eine Decke mit „30 % Alpaka, 70 % Polyacryl“ ist rechtlich eine Alpaka-Mischung, fühlt sich aber anders an und wärmt anders als eine Decke aus 100 % Alpaka. Häufig sind auch Mischungen mit Schafwolle – das ist kein Makel, sie sind oft robuster und günstiger.
Anhaltspunkte für den Kauf:
- Anteil: Für die typischen Eigenschaften sollte Alpaka den größten Teil ausmachen.
- Webart: Gewebte Decken sind formstabiler, gestrickte weicher und dehnbarer.
- Größe: Für das Sofa reichen etwa 130 × 170 cm, zum Zudecken im Bett sollten es mindestens 150 × 200 cm sein.
- Prüfzeichen: Ein Siegel wie OEKO-TEX Standard 100 zeigt, dass das Produkt auf Schadstoffe geprüft wurde. Es gilt nur für das ausgezeichnete Produkt, nicht automatisch für jede Alpaka-Decke. Zum Tierwohl gibt es den Responsible Alpaca Standard, den bisher nur ein Teil der Hersteller nutzt.
Decken mit hohem Alpaka-Anteil kosten meist deutlich über 100 Euro. Sehr günstige Angebote sind fast immer Mischungen mit geringem Alpaka-Anteil.
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Lüften statt waschen
Eine Alpaka-Decke braucht selten eine Wäsche. Hängen Sie sie regelmäßig an die frische Luft, am besten bei trockenem, etwas feuchtem oder frostigem Wetter, aber nicht in die pralle Sonne – das bleicht die Naturfarben aus. Losen Schmutz klopfen oder bürsten Sie vorsichtig aus. Einzelne Flecken tupfen Sie mit lauwarmem Wasser und etwas Wollwaschmittel ab, ohne zu reiben.
Richtig waschen
Vorrang hat immer das Pflegeetikett. Manche Decken sind nur für die Reinigung ausgewiesen. Ist Waschen erlaubt, gehen Sie so vor:
- Waschmittel wählen. Nur Wollwaschmittel ohne Enzyme verwenden. Proteasen in normalen Waschmitteln bauen Eiweiß ab – und Wolle ist Eiweiß. Mehr dazu im Beitrag zum enzymfreien Waschmittel.
- Handwäsche. Die Decke in lauwarmem Wasser (höchstens 30 °C) mit Wollwaschmittel einweichen, sanft durchdrücken, nicht rubbeln oder wringen.
- Maschinenwäsche. Nur im Woll- oder Handwaschprogramm bei 30 °C, mit niedriger Schleuderzahl. Die Maschine sollte nicht mehr als halb gefüllt sein.
- Spülen. Mit Wasser derselben Temperatur spülen. Temperaturwechsel und Reibung lassen Wolle verfilzen.
- Trocknen. Das Wasser in einem Handtuch ausdrücken und die Decke flach liegend trocknen lassen, nicht aufhängen und keinesfalls in den Trockner geben.
Große Decken lassen sich in der Badewanne leichter waschen als im Waschbecken. Wer unsicher ist, gibt eine wertvolle Decke in die Reinigung.
Vor Motten schützen
Kleidermotten legen ihre Eier bevorzugt an Tierhaar, besonders wenn es verschmutzt oder verschwitzt ist. Lagern Sie die Decke im Sommer deshalb frisch gelüftet oder gewaschen in einem dicht schließenden Beutel oder einer Kiste. Zedernholz oder Lavendel können Motten fernhalten, töten aber vorhandene Larven nicht. Schauen Sie gelagerte Decken ab und zu an – kleine Löcher und Gespinste sind ein Alarmzeichen.
Alpaka, Kamelhaar oder Schafwolle?
Welche Wolldecke die richtige ist, hängt davon ab, wofür Sie sie nutzen:
- Alpaka ist leicht, weich und sehr warm, dafür teurer.
- Kamelhaar wärmt ähnlich gut und reguliert Feuchtigkeit, siehe Kamelhaardecke.
- Schafwolle ist robust und günstiger, kratzt aber je nach Qualität mehr.
Wer auf dem Sofa vor allem die Hände frei haben will, greift zur Decke mit Ärmeln; die gibt es meist aus Fleece, selten aus Wolle. Eine bunte Alternative ist die Patchwork-Decke. Mehr rund um Heimtextilien finden Sie in der Rubrik Wohnen.
Häufige Fragen
Kratzt eine Alpaka-Decke?
Meist deutlich weniger als Schafwolle, weil die Faser glatter und oft feiner ist. Wie stark es kratzt, hängt aber von der Feinheit ab: Eine Decke aus grober Alpakafaser kann sich rauer anfühlen als feine Merinowolle.
Ist Alpakawolle für Allergiker geeignet?
Sie enthält kaum Lanolin, auf das manche Menschen reagieren, und wird darum oft gut vertragen. Eine echte Allergie auf Tierhaar ist damit nicht ausgeschlossen. Bei bekannter Allergie vorher eine Probe auf der Haut testen.
Kann man eine Alpaka-Decke in die Waschmaschine geben?
Wenn das Pflegeetikett es erlaubt: im Wollprogramm bei höchstens 30 °C, mit enzymfreiem Wollwaschmittel und wenig Schleudern. Danach flach liegend trocknen, nie im Trockner.
Warum bildet meine Alpaka-Decke Knötchen?
Weiche, feine Fasern lösen sich an Reibestellen leicht und verknoten sich. Das ist bei vielen Wolldecken normal und kein Mangel. Mit einem Fusselrasierer lassen sich die Knötchen vorsichtig entfernen.
Was bedeutet Baby Alpaka?
Eine Qualitätsklasse für besonders feine Faser, keine Wolle von Jungtieren. Baby-Alpaka-Decken sind weicher und teurer als solche aus normaler Alpakafaser.
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