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Patchwork Decke

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Inhalt10 Abschnitte
  1. Woher Patchwork kommt
  2. Patchwork, Quilt oder bedruckte Decke – der Unterschied
  3. Wofür sich eine Patchwork-Decke eignet
  4. Material: worauf Sie achten sollten
  5. Größen im Überblick
  6. Qualität erkennen
  7. Richtig waschen und pflegen
  8. Selbst nähen: lohnt sich das?
  9. Welche Decke wofür
  10. Häufige Fragen

Eine Patchwork-Decke ist aus vielen kleinen Stoffstücken zusammengenäht, meist Quadraten, Streifen oder Dreiecken in wechselnden Farben und Mustern. Sie dient als Tagesdecke auf dem Bett, als Überwurf auf dem Sofa oder als leichte Zudecke im Sommer. Beim Kauf lohnt vor allem ein Blick darauf, ob es sich um echte Flickenarbeit, einen gesteppten Quilt oder nur um einen Druck im Patchwork-Look handelt – das entscheidet über Gewicht, Haltbarkeit und Preis.

Woher Patchwork kommt

Stoffreste zusammenzusetzen ist eine sehr alte Technik. Sie entstand überall dort, wo Stoff kostbar war und nichts weggeworfen wurde: Abgetragene Kleidung wurde zerschnitten, die guten Stücke wurden neu zusammengenäht. In Europa und später vor allem in Nordamerika entwickelte sich daraus eine eigene Handwerkskunst mit festen Mustern wie „Log Cabin“, „Nine Patch“ oder „Flying Geese“. Viele dieser Muster sind bis heute im Handel und in Nähanleitungen zu finden.

Aus der Notlösung ist längst ein Stil geworden. Patchwork passt zu Landhaus- und Shabby-Chic-Einrichtungen, ruhig gehaltene Varianten in Grau- oder Blautönen aber auch zu modernen Räumen.

Patchwork, Quilt oder bedruckte Decke – der Unterschied

Im Handel laufen drei ganz verschiedene Dinge unter „Patchwork-Decke“:

ArtAufbauEigenschaften
Echte Patchwork-DeckeEinzelne Stoffstücke zusammengenäht, oft mit Rückseite, ohne FüllungLeicht, sichtbare Nähte, jedes Stück ein wenig anders
QuiltPatchwork-Oberseite, Füllung (Vlies aus Baumwolle oder Polyester) und Rückseite, durchgestepptWärmer und schwerer, als Tagesdecke formstabil, Waschen braucht mehr Sorgfalt
Patchwork-DruckEin durchgehender Stoff mit aufgedrucktem Flickenmuster, oft gestepptGünstig und pflegeleicht, aber ohne echte Nähte zwischen den Feldern

Handgenähte Quilts sind aufwendig und entsprechend teuer; einige Hundert Euro sind für ein Einzelstück nicht ungewöhnlich. Industriell gefertigte Tagesdecken im Patchwork-Stil kosten meist zwischen 30 und 100 Euro. Beides hat seine Berechtigung – man sollte nur wissen, was man kauft. Bei sehr günstigen Angeboten lohnt ein Blick auf die Produktfotos: Laufen die Nähte wirklich zwischen den Feldern, oder ist das Muster nur gedruckt?

Patchwork Decke in Handarbeit
Patchwork-Decke in Handarbeit

Wofür sich eine Patchwork-Decke eignet

Die klassische Verwendung ist die Tagesdecke: Sie liegt über dem gemachten Bett, schützt das Bettzeug vor Staub und Tierhaaren und gibt dem Schlafzimmer ein wohnliches Bild. Auf dem Sofa dient eine kleinere Decke als Überwurf und Kuscheldecke für den Fernsehabend. Im Gästezimmer kann ein Quilt im Sommer die Bettdecke ersetzen.

Draußen ist eine normale Patchwork-Decke nur bedingt sinnvoll. Auf feuchter Wiese zieht Baumwolle Nässe, und Grasflecken gehen aus hellen Stoffen schlecht heraus. Für Picknick und Strand gibt es eigene Decken mit wasserabweisender Unterseite; wer die gute Tagesdecke schonen will, nimmt lieber eine solche.

Auch als Liegeplatz für Hund oder Katze ist eine Patchwork-Decke beliebt – sie schützt das Sofa, lässt sich waschen und sieht besser aus als ein altes Handtuch. Krallen können allerdings Fäden aus den Nähten ziehen; robuste, eng gesteppte Decken halten das besser aus.

Ein Hund liegt auf einer Patchwork Decke auf dem Bett
Ein Hund liegt auf einer Patchwork-Decke auf dem Bett

Material: worauf Sie achten sollten

  • Baumwolle ist der Klassiker. Sie ist atmungsaktiv, angenehm auf der Haut und verträgt meist 40 °C. Sie knittert allerdings und kann beim ersten Waschen etwas einlaufen.
  • Baumwolle mit Polyester knittert weniger, trocknet schneller und ist oft günstiger. Für eine Sofadecke, die oft gewaschen wird, ist das ein vernünftiger Kompromiss.
  • Reines Polyester oder Mikrofaser ist sehr pflegeleicht und farbstabil, fühlt sich aber weniger natürlich an und kann im Sommer warm werden.
  • Füllung: Bei Quilts steckt zwischen Ober- und Unterseite ein Vlies. Dünne Füllungen ergeben eine leichte Tagesdecke, dickere eine Zudecke für kühlere Nächte.

Ein Hinweis auf eine Prüfung nach Oeko-Tex Standard 100 bedeutet, dass die Textilien auf eine Liste von Schadstoffen geprüft wurden. Das ist vor allem bei Decken sinnvoll, auf denen Kinder spielen oder auf denen man direkt liegt.

Größen im Überblick

Die Größe richtet sich nach dem Verwendungszweck:

  • Sofadecke: 130 × 170 cm oder 150 × 200 cm reichen, um sich einzuwickeln.
  • Tagesdecke Einzelbett: etwa 150 × 220 cm oder 170 × 210 cm.
  • Tagesdecke Doppelbett: 220 × 240 cm bis 240 × 260 cm, je nachdem, ob die Decke an den Seiten bis fast zum Boden hängen soll.

Messen Sie vor dem Kauf das Bett einschließlich Matratzenhöhe. Eine Tagesdecke sollte an den Seiten und am Fußende um etwa 30–50 cm überstehen, damit sie das Bettzeug sauber abdeckt.

Qualität erkennen

Bei Patchwork zeigt sich die Qualität an den Nähten. Gute Decken haben gleichmäßige, dichte Stiche, die Stoffkanten sind innen versäubert und die Einzelteile liegen ohne Falten nebeneinander. Bei Quilts sollte die Steppung die Füllung in nicht zu großen Feldern festhalten – sonst verrutscht das Vlies beim Waschen und bildet Klumpen. Eine umlaufende Einfassung (Binding) schützt die Kanten vor dem Ausfransen.

Wer eine Decke im Laden anfassen kann, sollte an einer Naht leicht ziehen: Wenn Lücken zwischen den Stichen aufgehen, wird die Decke nach einigen Wäschen dort aufreißen.

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Wer eine größere Tagesdecke fürs Doppelbett sucht, findet sie oft unter dem Begriff Quilt-Tagesdecke.

Richtig waschen und pflegen

Das Pflegeetikett hat immer Vorrang. Die meisten Patchwork-Decken aus Baumwolle oder Mischgewebe vertragen die Waschmaschine bei 30–40 °C. Diese Punkte schonen Farben und Nähte:

  1. Einzeln waschen. Gerade bei neuen, kräftig gefärbten Decken kann Farbe ausbluten. Die ersten Wäschen daher ohne helle Wäsche.
  2. Trommel nicht überladen. Eine große Tagesdecke braucht Platz, sonst wird sie nicht sauber und die Nähte werden stark belastet. Passt sie nicht locker in die Trommel, lieber in den Waschsalon.
  3. Schonprogramm und wenig Schleudern. Hohe Drehzahlen verziehen Quilts und verdrehen die Füllung.
  4. Flach oder über mehrere Leinen trocknen. Ein nasser Quilt ist schwer; über nur einer Leine zieht er sich in die Länge. Den Trockner nur nutzen, wenn das Etikett es erlaubt.

Kleine Flecken lassen sich oft punktuell mit etwas Gallseife behandeln, bevor die ganze Decke in die Maschine muss. Für Wachs von Kerzen gilt dasselbe Vorgehen wie bei anderen Textilien, siehe Wachsflecken entfernen.

Selbst nähen: lohnt sich das?

Patchwork ist ein beliebtes Einstiegsprojekt an der Nähmaschine, weil man mit geraden Nähten und einfachen Quadraten beginnen kann. Für eine erste Decke braucht es Stoffe (Baumwoll-Webware, vorher waschen, damit sie später nicht unterschiedlich einlaufen), einen Rollschneider mit Schneidematte und Lineal, Stecknadeln und etwas Geduld. Eine Sofadecke aus Quadraten ist an ein paar Wochenenden machbar. Ein vollständiger Quilt mit Füllung und Steppung ist deutlich mehr Arbeit, lässt sich aber mit einer Haushaltsnähmaschine ebenfalls bewältigen.

Wer alte Hemden, Kinderkleidung oder Stoffreste verwerten will, landet damit genau dort, wo Patchwork einmal herkommt.

Welche Decke wofür

Als Tagesdecke fürs Bett ist ein gesteppter Quilt aus Baumwolle die beste Wahl: Er liegt glatt, hält die Form und wirkt wertig. Für das Sofa und für Haustiere reicht eine leichte, pflegeleichte Decke aus Mischgewebe, die ohne Bedenken häufig in die Maschine darf. Wer es an kalten Abenden richtig warm haben will, greift besser zu Wolle oder Fleece – etwa einer Kamelhaardecke, einer Alpakadecke oder einer Decke mit Ärmeln. Mehr Ideen für das Wohnzimmer finden Sie in der Rubrik Wohnen.

Häufige Fragen

Ist eine Patchwork-Decke warm genug als Bettdecke?

Eine einfache Patchwork-Decke ohne Füllung ist eher eine leichte Sommerdecke. Ein Quilt mit Vliesfüllung wärmt mehr und reicht in gut geheizten Räumen oft aus. Für kalte Schlafzimmer ist eine richtige Bettdecke unter der Tagesdecke die bessere Lösung.

Warum hat meine Patchwork-Decke nach dem Waschen Wellen?

Meist sind die einzelnen Stoffe unterschiedlich stark eingelaufen oder die Füllung hat sich verschoben. Das passiert vor allem bei zu heißem Waschen und starkem Schleudern. Flach trocknen und leicht in Form ziehen hilft oft; ganz verschwinden die Wellen bei manchen Decken aber nicht.

Kann ich eine Patchwork-Decke in den Trockner geben?

Nur, wenn das Etikett es ausdrücklich erlaubt. Baumwolle läuft im Trockner zusätzlich ein, und Quilts können sich verziehen. Wenn überhaupt, dann bei niedriger Temperatur und nicht ganz trocken herausnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Patchwork und Quilt?

Patchwork beschreibt das Zusammensetzen von Stoffstücken. Ein Quilt ist eine Decke aus drei Lagen – Oberseite, Füllung, Rückseite –, die miteinander versteppt sind. Die Oberseite eines Quilts ist oft Patchwork, muss es aber nicht sein.