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Praxistest

Zinksalbe gegen Pickel: was sie kann und was nicht

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Zinksalbe gegen Pickel
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie Pickel entstehen
  2. Was Zinksalbe ist und wie sie wirkt
  3. Kann Zinksalbe die Poren verstopfen?
  4. So tragen Sie Zinksalbe richtig auf
  5. Aus unserem Praxistest: die Zinksalbe „Pure Skin“
  6. Zinksalbe, Teebaumöl oder Zugsalbe?
  7. Zinktabletten und Ernährung
  8. Wann Sie zum Hautarzt sollten
  9. Häufige Fragen

Zinksalbe ist ein altes Hausmittel für die Haut und wird gern gegen Pickel empfohlen. Tatsächlich kann sie einen einzelnen entzündeten Pickel über Nacht etwas austrocknen und beruhigen. Wunder sollte man aber nicht erwarten: Gegen Akne mit vielen Mitessern und Entzündungen ist sie zu schwach, und großflächig aufgetragen kann die fettige Salbe die Poren sogar zusätzlich verstopfen. Wie Sie Zinksalbe sinnvoll einsetzen und wann andere Mittel besser sind, lesen Sie hier.

Junge Frau drückt vor dem Spiegel an einem Pickel
Lieber nicht drücken: Das Ausquetschen verschlimmert Entzündungen oft

Wie Pickel entstehen

Pickel beginnen in den Talgdrüsen, die in die Haarkanäle münden. Wird zu viel Talg gebildet und verhornt der Ausgang der Pore stärker als üblich, entsteht ein Pfropf – der Mitesser. Ist die Pore geschlossen, bildet sich ein weißer Knoten, bei offener Pore färbt sich der Pfropf an der Luft dunkel. Das ist ein Farbstoff, kein Schmutz.

Im Pfropf vermehren sich Bakterien, die ohnehin auf der Haut leben. Der Körper reagiert mit einer Entzündung: Die Stelle wird rot, schwillt an und füllt sich mit Eiter. So wird aus dem Mitesser ein Pickel oder eine Pustel.

Heilt eine tiefe Entzündung ab, können rote Flecken oder Narben zurückbleiben, besonders wenn der Pickel ausgedrückt wurde.

In der Pubertät kurbeln Hormone die Talgproduktion an, deshalb sind Pickel bei Jugendlichen so verbreitet. Aber auch Erwachsene bekommen sie, etwa im Zusammenhang mit dem Zyklus, Stress oder bestimmten Kosmetika.

Jugendliche betrachtet ihre unreine Haut im Spiegel
Pickel in der Pubertät sind nicht selten

Was Zinksalbe ist und wie sie wirkt

Klassische Zinksalbe aus der Apotheke besteht aus etwa 10 Prozent Zinkoxid in einer fettigen Salbengrundlage, meist Wollwachsalkoholsalbe. Zinkpaste enthält deutlich mehr Zinkoxid und ist fester. Zinkoxid ist ein weißes Pulver, das Feuchtigkeit bindet, leicht zusammenziehend (adstringierend) wirkt und die Haut abdeckt. Das kann eine nässende oder entzündete Stelle beruhigen und austrocknen. Eine starke antibakterielle Wirkung, wie sie echte Aknemittel haben, besitzt Zinksalbe nicht.

Nahaufnahme von Haut mit mehreren entzündeten Pickeln
Einzelne entzündete Pickel: Hier kann Zinksalbe punktuell helfen

Kann Zinksalbe die Poren verstopfen?

Ja, das ist möglich. Die fettige Grundlage liegt wie ein Film auf der Haut. Auf einem einzelnen Pickel ist das unproblematisch, großflächig auf fettiger Haut aufgetragen kann sie aber neue Mitesser begünstigen. Für größere Flächen gibt es in der Apotheke zinkhaltige Schüttelmixturen (Lotionen), die antrocknen und weniger fetten. Vorbeugend auf das ganze Gesicht gehört Zinksalbe nicht.

So tragen Sie Zinksalbe richtig auf

  1. Haut reinigen. Abends mit lauwarmem Wasser und einer milden Reinigung waschen, trocken tupfen.
  2. Punktuell auftragen. Mit einem Wattestäbchen eine dünne Schicht nur auf den Pickel geben, nicht auf die Umgebung.
  3. Über Nacht einwirken lassen. Den Kissenbezug öfter wechseln, die weiße Salbe färbt ab. Tipps zur Wäsche finden Sie im Beitrag über Bettwäsche.
  4. Morgens abwaschen. Reste mit lauwarmem Wasser entfernen.
  5. Nach einigen Tagen Bilanz ziehen. Bessert sich nichts, bringt längeres Weiterschmieren wenig.
Behandschuhte Hand trägt mit einem Wattestäbchen weiße Salbe punktuell auf die Haut auf
Punktuell mit dem Wattestäbchen auftragen

Das gilt auch für Pickel auf Rücken, Brust oder Po: nur die einzelnen Stellen behandeln, nicht die ganze Fläche. Und so schwer es fällt – nicht drücken. Beim Quetschen gelangen Bakterien tiefer in die Haut, die Entzündung wird größer und die Gefahr von Narben steigt.

Aus unserem Praxistest: die Zinksalbe „Pure Skin“

Für diesen Ratgeber haben wir uns eine Zinksalbe aus der Naturkosmetik selbst angesehen: „Pure Skin“ von Lexagirl, einem Hersteller aus Oberursel. Worum es in diesem Abschnitt geht, ist bewusst eng gefasst: Verpackung, Konsistenz, Handhabung und was auf der Dose steht. Ob und wie gut die Salbe gegen Pickel hilft, lässt sich aus einem solchen Test nicht ableiten – dafür ist jede Haut zu verschieden, und dafür bräuchte es Studien, keinen Einzelversuch.

Das ist uns aufgefallen:

  • Verpackung. Die Salbe steckt in einem kleinen weißen Kunststofftiegel mit Schraubdeckel, der Inhalt beträgt 20 g. Laut Symbol ist sie nach dem Öffnen neun Monate haltbar. Auf dem Etikett stehen außerdem „Made in Germany“ und „Cruelty free“.
  • Konsistenz. Anders als die glatte, weiße Zinksalbe aus der Apotheke ist „Pure Skin“ grau-weiß, matt und recht fest. Die Oberfläche im Tiegel wirkt fast wie getrocknete Tonerde, stellenweise mit kleinen Rissen und einzelnen Öltröpfchen.
  • Auftragen. Mit dem Finger aufgenommen, bleibt ein fester, weißer Klecks übrig; drumherum hinterlässt die Salbe einen weißlichen Film auf der Haut. Sie ist also sichtbar – eher etwas für die Nacht als für unterwegs. Punktuell mit einem Wattestäbchen aufgetragen, bleibt auch die Dose sauberer.
  • Anwendung laut Etikett. Eine dünne Schicht auf den Pickel oder die Pickelmale auftragen und über Nacht einwirken lassen – das deckt sich mit dem, was wir oben für Zinksalbe allgemein beschreiben.
  • Inhaltsstoffe laut Hersteller. Neben Zinkoxid unter anderem weiße Tonerde (Kaolin), Jojobaöl, Bienenwachs, Sonnenblumen- und Traubenkernöl, Vitamin E, Extrakte aus schwarzer Johannisbeere, Ballonrebe und Rosmarin sowie ätherische Öle, darunter Zitronen- und Minzöl.

Wer Naturkosmetik bevorzugt, findet hier eine Alternative zur klassischen Apothekenrezeptur. Wer dagegen auf Duftstoffe empfindlich reagiert, fährt mit der schlichten Zinksalbe aus der Apotheke wahrscheinlich besser.

Rückseite der Dose mit Anwendungshinweis, 20 g Inhalt
Der Anwendungshinweis auf dem Etikett

Ätherische Öle wie Zitronen- und Minzöl können empfindliche Haut reizen, Zitrusöle zudem die Lichtempfindlichkeit erhöhen – ein Grund mehr, solche Salben abends aufzutragen. Testen Sie jede neue Salbe zunächst an einer kleinen Stelle.

Zinksalbe, Teebaumöl oder Zugsalbe?

  • Teebaumöl wirkt gegen Bakterien und wird in Aknegels verwendet. Pur aufgetragen reizt es die Haut aber stark und kann Allergien auslösen. Wenn überhaupt, dann nur in fertig verdünnten Produkten.
  • Zugsalbe mit dem Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat ist dunkel, riecht streng und wird bei tiefen, schmerzhaften Entzündungen wie Furunkeln eingesetzt. Für „unterirdische“ Pickel wird sie oft empfohlen; lassen Sie sich in der Apotheke beraten.
  • Wirksame Aknemittel enthalten zum Beispiel Benzoylperoxid, Azelainsäure oder Retinoide. Einige gibt es in der Apotheke, andere verschreibt die Hautarztpraxis.

Für den gelegentlichen Pickel ist Zinksalbe ein günstiger Versuch. Wer ständig mit Pickeln kämpft, ist mit diesen Wirkstoffen besser bedient.

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Zinktabletten und Ernährung

Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement und an der Wundheilung und am Immunsystem beteiligt. Einige Studien deuten darauf hin, dass Zink zum Einnehmen entzündliche Akne etwas lindern kann, die Wirkung ist aber schwächer als die der üblichen Aknemedikamente. Eindeutig hilfreich sind Zinktabletten nur bei einem nachgewiesenen Mangel.

Weiße Tabletten vor einer umgekippten Dose
Zinktabletten nur nach Rücksprache hoch dosieren

Wie viel Zink Erwachsene brauchen, gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung an; der Wert hängt unter anderem davon ab, wie viel Vollkorn und Hülsenfrüchte man isst, weil deren Phytat die Aufnahme bremst. Gute Zinkquellen sind Fleisch, Käse, Eier, Haferflocken, Vollkorn, Kürbiskerne, Nüsse und Linsen. Wer ausgewogen isst, ist meist gut versorgt.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln: Zu viel Zink führt zu Übelkeit und Bauchschmerzen und kann über längere Zeit die Aufnahme von Kupfer stören. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel deshalb niedrige Tagesmengen. Höhere Dosen gehören nur nach ärztlicher Rücksprache und zeitlich begrenzt auf den Speiseplan.

Wann Sie zum Hautarzt sollten

Zinksalbe und Hausmittel sind für einzelne Pickel gedacht. Gehen Sie in die Hautarztpraxis, wenn viele entzündete Pickel auftreten, sich tiefe, schmerzhafte Knoten bilden, Narben oder dunkle Flecken zurückbleiben oder Sie die Haut stark belastet. Akne lässt sich heute gut behandeln, und je früher, desto weniger Narben bleiben. Weitere Ratgeber finden Sie in der Rubrik Pflege, etwa zu trockenen Lippen.

Häufige Fragen

Hilft Zinksalbe über Nacht gegen Pickel?

Bei einem einzelnen entzündeten Pickel kann sie ihn über Nacht etwas austrocknen und die Rötung mildern. Verschwinden lässt sie ihn meist nicht. Mitesser und tiefe Knoten beeinflusst sie kaum.

Hilft Zinksalbe gegen Mitesser?

Eher nicht. Mitesser entstehen durch verhornte, verstopfte Poren. Die fettige Salbe kann das sogar fördern. Gegen Mitesser helfen eher Wirkstoffe wie Salicylsäure, Azelainsäure oder Retinoide.

Wie lange darf ich Zinksalbe anwenden?

Punktuell über einige Tage ist in der Regel unproblematisch. Bessert sich nichts oder wird die Haut gereizt, hören Sie auf. Bei Salben mit Duftstoffen oder ätherischen Ölen auf Unverträglichkeiten achten.

Kann ich Zinksalbe und Zinktabletten kombinieren?

Das eine wirkt auf der Haut, das andere von innen. Zinksalbe punktuell ist unbedenklich; Zinktabletten sollten Sie nicht ohne Grund hoch dosiert einnehmen. Lassen Sie einen vermuteten Mangel lieber ärztlich prüfen.