Weinflasche ohne Korkenzieher öffnen

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Ohne Korkenzieher bekommen Sie eine Weinflasche am sichersten mit einer langen Schraube und einer Zange auf: Schraube in den Korken drehen, mit der Zange fassen, Korken langsam herausziehen. Geht es nur ums schnelle Einschenken, drücken Sie den Korken mit einem stabilen, stumpfen Gegenstand in die Flasche. Alle Methoden mit Hitze, Schlägen oder Gewalt am Flaschenhals sind riskanter, als die vielen Videos dazu vermuten lassen.
Methode 1: Schraube und Zange
Das ist die Notlösung, die einem Korkenzieher am nächsten kommt.
- Schraube auswählen. Eine Holz- oder Spanplattenschraube mit grobem Gewinde, etwa 4 bis 6 cm lang.
- Eindrehen. Mit einem Schraubendreher mittig in den Korken drehen, bis nur noch 1 bis 2 cm herausstehen. Nicht durchstechen, sonst fallen Krümel in den Wein.
- Herausziehen. Den Schraubenkopf mit einer Zange oder der Klaue eines Hammers fassen und den Korken langsam und gerade herausziehen, dabei leicht hin- und herdrehen.
Die Flasche dabei zwischen die Knie oder fest auf eine rutschfeste Unterlage stellen. Ist der Korken alt und bröselig, zerfällt er vielleicht trotzdem – dann hilft Methode 2.
Methode 2: Korken hineindrücken
Frei nach dem Motto „Wenn er nicht raus will, muss er rein“: Mit dem Stiel eines Kochlöffels, einem Wetzstahl oder einem ähnlich stabilen, stumpfen Gegenstand drücken Sie den Korken mit gleichmäßigem Druck in die Flasche. Der Wein nimmt dadurch keinen Schaden, schließlich hat er bei liegender Lagerung ohnehin Kontakt mit dem Korken.
Drei Nachteile sollten Sie kennen:
- Es spritzt. Im Moment, in dem der Korken nachgibt, schießt oft ein Schwall Wein nach oben. Flasche über die Spüle halten oder ein Tuch um den Hals legen.
- Der Korken versperrt den Hals. Beim Einschenken schwimmt er vor die Öffnung. Mit einem Stäbchen wegschieben oder den Wein in eine Karaffe umfüllen.
- Krümel. Zerbröselt der Korken, gießen Sie den Wein durch ein feines Sieb oder ein sauberes Passiertuch.
Nicht mit einem Kugelschreiber oder Messergriff drücken – die rutschen ab, und die Hand landet auf dem Glasrand.
Methode 3: Schlüssel oder Messer
Ein kräftiger Sicherheitsschlüssel wird schräg in den Korken gestochen, dann dreht und zieht man ihn langsam heraus. Das funktioniert bei festen Naturkorken und Kunststoffkorken ordentlich. Nehmen Sie keinen dünnen Briefkasten- oder Möbelschlüssel und nicht den einzigen Haustürschlüssel, denn Schlüssel können sich dabei verbiegen.
Mit dem Messer ist es gefährlich. Die Variante, ein schmales Messer in den Korken zu stechen und ihn herauszudrehen, geht zwar, führt aber regelmäßig zu Schnitten in die Hand: Die Klinge rutscht ab, oder der Korken gibt plötzlich nach. Wenn überhaupt, dann nur mit einem stabilen, stumpfen Tafelmesser, nie mit einem scharfen Küchen- oder Taschenmesser, und nicht nach dem zweiten Glas. Ein Taschenmesser mit eingebautem Korkenzieher ist natürlich die Ausnahme – da lohnt ein Blick in die Schublade.
Methode 4: Wärme – was das heiße Wasser bewirkt
Häufig empfohlen wird, den Flaschenhals unter heißes Wasser zu halten oder mit einem Feuerzeug zu erwärmen. Die Luft zwischen Wein und Korken dehnt sich aus und schiebt den Korken ein Stück heraus. In der Praxis klappt das nur, wenn wenig Luft im Hals ist und der Korken locker sitzt.
- Heiß, aber nicht kochend, und langsam: Den Hals einige Minuten unter sehr warmes Leitungswasser halten.
- Flasche dabei nie auf eine Person richten.
- Kein offenes Feuer direkt ans Glas und keine kalte Flasche in kochendes Wasser – der Temperatursprung kann das Glas springen lassen.
- Die ganze Flasche im Topf zu erhitzen, verdirbt den Wein und ist die riskanteste Variante. Davon raten wir ab.
Tritt der Korken ein Stück heraus, ziehen Sie ihn mit den Fingern oder einer Zange. Der Wein im Hals ist danach etwas warm, schadet ihm bei kurzer Erwärmung aber kaum.
Methode 5: Schuh oder Handtuch
Bei dieser Methode wird der Flaschenboden in einen festen Schuh gestellt oder dick in ein Handtuch gewickelt und dann waagerecht mehrmals gegen eine Wand oder einen Baumstamm geschlagen. Die Stöße drücken den Korken langsam aus dem Hals. Es funktioniert gelegentlich, ist aber laut, dauert und hat Tücken: Die Flasche kann brechen, der Wein wird aufgewirbelt, und löst sich der Korken auf einmal, ist der halbe Wein an der Wand. Wenn Sie es versuchen, dann draußen, mit Abstand zu anderen, mit gleichmäßigen, nicht zu harten Stößen und nur so lange, bis Sie den Korken greifen können. Bei Schaumwein unter Druck niemals.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten
Den Flaschenhals nicht abschlagen. Weder mit einem Messerrücken noch an der Tischkante. Das Glas splittert unkontrolliert, Scherben fliegen in Augen und Gesicht, und feine Glassplitter landen im Wein, wo man sie nicht sieht. Einen Wein aus einer so geöffneten Flasche sollten Sie nicht trinken. Das gilt auch, wenn keine Splitter zu erkennen sind. Das Sabrieren von Champagner mit einem echten Champagnersäbel ist eine eigene Technik, funktioniert nur bei Schaumwein unter Druck und gehört nicht zu den Notlösungen für Stillwein.
Ebenso wenig empfehlenswert sind Methoden mit Bohrmaschine oder Luftpumpe. Eine Nadel, mit der Luft in die Flasche gepumpt wird, erzeugt Überdruck im Glas – im Handel gibt es dafür eigene Druckluft-Öffner, die auf die Flasche abgestimmt sind. Improvisiert kann die Flasche platzen.
Welche Methode wofür?
| Methode | Erfolg | Aufwand | Risiko |
| Schraube und Zange | hoch | Werkzeug nötig | gering |
| Korken hineindrücken | hoch | gering | Spritzer, Korken im Hals |
| Schlüssel | mittel | gering | Schlüssel verbiegt, Abrutschen |
| Warmes Wasser | gering bis mittel | einige Minuten | Glasbruch bei zu schnellem Erhitzen |
| Schuh oder Handtuch | gering bis mittel | laut, mühsam | Flaschenbruch, Verschütten |
| Flaschenhals abschlagen | – | – | Splitter im Wein, Verletzungen – nie |
Damit es nicht wieder passiert
Die einfachste Lösung ist ein zweiter Korkenzieher an einem festen Platz – und ein Kellnermesser im Picknickkorb oder Wohnmobil. Es ist klein, hat einen Hebel für wenig Kraftaufwand und oft einen Kapselschneider und Flaschenöffner gleich mit dabei. Wer bei Freunden eingeladen ist und nicht weiß, ob ein Korkenzieher da ist, greift zu einem Wein mit Schraubverschluss. Das ist längst kein Qualitätsmerkmal mehr: Viele gute Weine, gerade Weißweine, werden heute mit Schraubverschluss abgefüllt.
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Und falls beim Öffnen doch Rotwein auf Tischdecke oder Hemd spritzt: Tupfen, nicht reiben, und möglichst schnell mit kaltem Wasser behandeln. Wie Sie Obst- und Weinflecken aus Textilien bekommen, lesen Sie im Beitrag über Obstflecken. Weitere Küchentipps finden Sie in der Rubrik Küche.
Häufige Fragen
Wie öffne ich eine Weinflasche ohne Korkenzieher am einfachsten?
Mit einer langen Schraube und einer Zange. Die Schraube wird in den Korken gedreht, dann ziehen Sie ihn mit der Zange heraus. Ohne Werkzeug drücken Sie den Korken mit einem stabilen, stumpfen Gegenstand in die Flasche.
Funktioniert heißes Wasser zum Öffnen einer Weinflasche?
Manchmal. Die warme Luft im Flaschenhals kann den Korken ein Stück herausdrücken. Das Wasser sollte heiß, aber nicht kochend sein, und die Flasche darf nicht plötzlich stark erhitzt werden, sonst kann das Glas springen.
Schadet es dem Wein, wenn der Korken hineinfällt?
Nein. Der Wein nimmt keinen Geschmack an, solange der Korken nicht zerbröselt. Krümel gießen Sie durch ein feines Sieb oder Tuch ab.
Kann man eine Weinflasche mit dem Schuh öffnen?
Es ist möglich, aber mühsam und riskant, weil die Flasche brechen kann. Wenn Sie es versuchen, dann draußen, mit dickem Schuh oder Handtuch und nur so lange, bis Sie den Korken greifen können.
Ist es gefährlich, den Flaschenhals abzuschlagen?
Ja. Glassplitter können Sie und andere verletzen und unsichtbar in den Wein fallen. Wein aus einer so geöffneten Flasche sollten Sie nicht trinken.
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