Unterbaufähige Waschmaschine

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Eine unterbaufähige Waschmaschine ist ein Frontlader, dessen Deckplatte sich abnehmen lässt, sodass er unter eine durchgehende Arbeitsplatte passt – in der Küche, im Bad oder im Hauswirtschaftsraum. Mit Deckplatte ist sie eine ganz normale, freistehende Waschmaschine. Entscheidend ist die Höhe ohne Deckel: Sie muss in Ihre Nische passen, und dafür sollten Sie vor dem Kauf genau messen.

Was „unterbaufähig“ genau bedeutet
Eine gewöhnliche Waschmaschine ist rund 85 cm hoch. Ein Teil davon ist die Deckplatte aus Kunststoff oder beschichtetem Blech, die oben auf dem Gehäuse sitzt. Bei einer unterbaufähigen Maschine ist diese Platte abnehmbar. Ohne sie ist das Gerät einige Zentimeter niedriger und passt unter eine Arbeitsplatte.
Die Deckplatte hat allerdings eine Aufgabe: Sie hält Spritzwasser, Staub und Druck von oben vom Inneren der Maschine fern. Deshalb verlangen die Hersteller, dass an ihrer Stelle ein Unterbaublech montiert wird – je nach Hersteller auch Unterbausatz oder Abdeckblech genannt. Manche Maschinen haben es bereits unter der Deckplatte eingebaut, bei anderen muss es als Zubehör dazugekauft werden. Diese Information steht in den technischen Daten oder in der Montageanleitung und sollte vor dem Kauf geklärt sein.
Bewahren Sie die abgenommene Deckplatte auf. Wenn Sie umziehen und die Maschine wieder frei aufstellen möchten, setzen Sie sie einfach wieder auf.
Unterbaufähig, integrierbar, freistehend – die Unterschiede
| Bauart | Front | Einsatz | Besonderheit |
| Freistehend | sichtbar | überall mit Anschluss | Deckplatte fest oder abnehmbar |
| Unterbaufähig | sichtbar | unter der Arbeitsplatte oder freistehend | Deckplatte abnehmbar, Unterbaublech nötig |
| Integrierbar (Einbau) | hinter einer Möbeltür | nur in der Küchenzeile | unsichtbar, aber teurer und kleinere Auswahl |
Wer die Waschmaschine in der Küche optisch verschwinden lassen möchte, braucht eine integrierbare Maschine. Wer nur die Arbeitsfläche durchziehen und die Maschine weiterhin sehen und bedienen will, kommt mit einer unterbaufähigen aus – und hat eine deutlich größere Auswahl.
Toplader lassen sich grundsätzlich nicht unterbauen, weil sie von oben befüllt werden. Für Nischen unter der Arbeitsplatte kommt nur ein Frontlader infrage.
Die richtige Höhe: messen, bevor Sie bestellen
Die Unterbauhöhe liegt bei den meisten Maschinen bei etwa 82 cm, manche benötigen etwas mehr. Die Arbeitsplatten in Küchen sind je nach Alter und Hersteller unterschiedlich hoch; ältere Küchen liegen oft bei 85–86 cm, neuere meist höher. Messen Sie deshalb:
- Nischenhöhe messen. Vom Fußboden bis zur Unterkante der Arbeitsplatte, an mehreren Stellen – Böden sind selten ganz eben.
- Breite und Tiefe prüfen. Die übliche Breite ist 60 cm. Bei der Tiefe kommen zur Gerätetiefe noch Zu- und Ablaufschlauch hinter der Maschine hinzu.
- Herstellerangabe vergleichen. In den Datenblättern steht die Unterbauhöhe oder „Nischenhöhe“. Die Füße lassen sich meist nur um wenige Zentimeter verstellen, das reicht nicht, um eine zu hohe Maschine passend zu machen.
- Luft einplanen. Die Maschine darf die Arbeitsplatte nicht berühren. Beim Schleudern bewegt sie sich, und ein direkter Kontakt überträgt Schwingungen und Geräusche auf die ganze Küchenzeile.
- Türanschlag bedenken. Die Tür muss sich neben Schränken und Sockelleisten vollständig öffnen lassen.
Ist die Nische niedriger als 82 cm, bleibt nur ein ausgewiesen niedriges Gerät oder eine andere Lösung. Das Kürzen der Arbeitsplatte oder Abschleifen von Füßen ist keine gute Idee.
Anschluss in der Küche
In vielen Wohnungen liegt der einzige mögliche Anschluss in der Küche, weil das Bad zu klein ist. Dann teilt sich die Waschmaschine meist den Anschluss mit der Spüle:
- Zulauf: Über ein Geräteventil oder einen Kombi-Eckventil am Kaltwasseranschluss unter der Spüle. Ein Schlauch mit Aquastop schützt bei einem geplatzten Schlauch vor größeren Wasserschäden.
- Ablauf: Über einen Geräteanschluss am Siphon der Spüle. Er sollte einen Rückflussverhinderer haben, damit kein Spülwasser in die Maschine läuft.
- Strom: Eine eigene Schutzkontakt-Steckdose ist sinnvoll; Mehrfachsteckdosen und Verlängerungen sind für Waschmaschinen ungeeignet.
Einen vorhandenen Geräteanschluss zu nutzen, ist Laienarbeit. Neue Wasserleitungen oder zusätzliche Steckdosen gehören dagegen in die Hände eines Installateurs beziehungsweise einer Elektrofachkraft. Mieter sollten bauliche Veränderungen vorher mit dem Vermieter absprechen.
Worauf Sie beim Kauf außerdem achten sollten
Abgesehen von der Unterbaufähigkeit gelten dieselben Kriterien wie bei jeder anderen Waschmaschine:
- Füllmenge: 6–7 kg reichen für die meisten Haushalte mit zwei bis drei Personen, Familien sind mit 8–9 kg besser bedient.
- Energieeffizienz: Seit 2021 gilt die Skala A bis G. Achten Sie auf den Energieverbrauch pro 100 Waschzyklen im Eco-Programm, der auf dem Label steht.
- Lautstärke: In der offenen Küche fällt der Schleudergang stärker auf als im Keller. Das Label nennt die Geräuschemission in dB beim Schleudern.
- Schleuderdrehzahl: 1.400 Umdrehungen pro Minute sind Standard; wer einen Trockner nutzt, spart mit höherer Drehzahl Trockenzeit.
- Aquastop: In der Küche, wo die Maschine unter Arbeitsplatte und Schränken steht und ein Leck spät bemerkt wird, lohnt sich ein Wasserschutzsystem besonders.
Unterbaufähige Maschinen kosten nicht grundsätzlich mehr als andere. Die meisten Frontlader der gängigen Hersteller sind unterbaufähig, Preisunterschiede ergeben sich wie überall aus Füllmenge, Ausstattung und Effizienz.
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Wenn Ihre Maschine noch kein Unterbaublech hat, finden Sie das passende Teil als Unterbaublech für Waschmaschinen beim Hersteller oder im Zubehörhandel. Achten Sie darauf, dass es ausdrücklich für Ihr Modell passt.
Montage: Schritt für Schritt
- Transportsicherungen entfernen. Die Schrauben auf der Rückseite müssen heraus, sonst beschädigt der erste Schleudergang die Maschine.
- Deckplatte abnehmen. Meist sitzen hinten zwei Schrauben, danach lässt sich die Platte nach hinten abschieben.
- Unterbaublech montieren. Falls nicht bereits vorhanden, nach der Anleitung des Herstellers befestigen.
- Anschließen. Zulauf, Ablauf und Stromkabel verbinden, bevor die Maschine in die Nische geschoben wird – dahinter ist kaum noch Platz.
- Einschieben und ausrichten. Mit einer Wasserwaage über die Füße waagerecht stellen, Kontermuttern festziehen.
- Probelauf. Einen kurzen Waschgang ohne Wäsche starten und auf Dichtigkeit prüfen.
Alternativen zur Nische
Wenn es keine passende Nische gibt, bleiben andere Wege. Im Bad oder Hauswirtschaftsraum lässt sich die Waschmaschine frei aufstellen und mit einem Verbindungsrahmen ein Trockner darauf setzen – wie das sicher geht, erklären wir im Beitrag Waschmaschine und Trockner übereinander stellen. Wer sich beim Beladen weniger bücken möchte, findet Hinweise zur Waschmaschinenerhöhung und zum Waschmaschinenunterschrank. Ein Waschtrockner vereint beide Geräte in einem Gehäuse, trocknet aber meist nur die Hälfte der Waschmenge auf einmal.
Unsere Empfehlung
Für die Küche oder eine Nische im Bad genügt fast immer eine unterbaufähige Waschmaschine – eine integrierbare lohnt sich nur, wenn die Maschine wirklich unsichtbar sein soll. Messen Sie die Nische, prüfen Sie die Unterbauhöhe im Datenblatt und klären Sie, ob das Unterbaublech mitgeliefert wird. Dann ist der Einbau eine Sache von einer Stunde.
Häufige Fragen
Wie hoch ist eine unterbaufähige Waschmaschine?
Mit Deckplatte etwa 85 cm, ohne Deckplatte meist rund 82 cm. Die genaue Angabe steht im Datenblatt des Herstellers. Messen Sie Ihre Nische an mehreren Stellen und planen Sie etwas Luft ein, damit die Maschine die Arbeitsplatte nicht berührt.
Kann ich jede Waschmaschine unter die Arbeitsplatte stellen?
Nur, wenn sie ausdrücklich als unterbaufähig angegeben ist. Andere Maschinen haben eine fest verbaute Deckplatte oder erlauben den Betrieb ohne Abdeckung nicht. Wer die Platte trotzdem abschraubt, riskiert Schäden durch eindringendes Wasser und Streit um die Gewährleistung.
Brauche ich zusätzlich einen Unterbausatz?
Das hängt vom Modell ab. Manche Maschinen haben das Unterbaublech bereits unter der Deckplatte, bei anderen muss es separat gekauft werden. Das steht in den technischen Daten oder der Montageanleitung.
Kann ich eine unterbaufähige Maschine später wieder frei aufstellen?
Ja. Die Deckplatte einfach wieder montieren, und die Maschine ist eine normale freistehende Waschmaschine. Deshalb sollten Sie die Platte beim Einbau nicht wegwerfen.
Was ist der Unterschied zu einer integrierbaren Waschmaschine?
Bei einer unterbaufähigen Maschine bleibt die Gerätefront sichtbar. Eine integrierbare Maschine wird mit einer Möbeltür verkleidet und verschwindet optisch in der Küchenzeile. Sie ist meist teurer, und die Auswahl ist deutlich kleiner.



