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Restmüll: was gehört hinein?

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Drei dunkelgraue Mülltonnen auf einer Rasenfläche
Die Restmülltonne ist meist grau oder schwarz
Inhalt11 Abschnitte
  1. Restmüll, Hausmüll, Restabfall: dasselbe
  2. Wohin gehört was? Restmüll oder nicht
  3. Papier oder Restmüll? Die häufigsten Zweifelsfälle
  4. Plastik oder Restmüll?
  5. Restmüll oder Biomüll?
  6. Restmüll oder Sperrmüll?
  7. Scherben, Asche und Spitzes sicher verpacken
  8. Sonderfälle: Öl, Porenbeton, Farbe
  9. Wenn die Restmülltonne voll ist
  10. Weniger Restmüll: wo sich das lohnt
  11. Häufige Fragen

In den Restmüll gehört alles, was sich nicht verwerten lässt und keine Schadstoffe enthält: Windeln, Hygieneartikel, Staubsaugerbeutel, benutzte Taschentücher und Küchenrolle, Kassenbons, Fotos, Zigarettenkippen, kalte Asche, Kehricht. Verpackungen, Papier, Glas und Bioabfall gehören in ihre eigenen Tonnen, Batterien, Elektrogeräte und Chemikalien in keine Tonne. Restmüll wird in Deutschland in aller Regel verbrannt; was dort landet, ist für das Recycling verloren.

Restmüll, Hausmüll, Restabfall: dasselbe

Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Hausmüll ist im Alltag meist gleichbedeutend mit Restmüll, manche Kommunen sprechen von Restabfall. Gemeint ist immer die graue oder schwarze Tonne, die übrig bleibt, wenn Papier, Verpackungen, Glas und Bioabfall aussortiert sind. Welche Farbe die Tonne bei Ihnen hat und wie oft sie geleert wird, steht im Abfallkalender Ihrer Kommune. Die örtliche Abfallsatzung entscheidet auch über Grenzfälle; hier steht der Regelfall in Deutschland.

Wohin gehört was? Restmüll oder nicht

Gehört in den RestmüllGehört nicht hinein
Windeln, Binden, Tampons, Wattestäbchen, RasierklingenBatterien und Akkus (Sammelbox)
Staubsaugerbeutel, Kehricht, Katzenstreu, HundekotElektrogeräte, Energiesparlampen, Kabel (Elektroschrott)
Benutzte Taschentücher, Küchenrolle, ServiettenFarben mit Lösemitteln, Lacke, Chemikalien (Schadstoffmobil)
Kassenbons, Fotos, Backpapier, beschichtetes Papier, TapetenresteSauberes Papier und Pappe (Altpapier)
Zigarettenkippen, kalte Asche, KerzenresteVerpackungen aus Kunststoff und Metall (Gelber Sack)
Zahnbürsten, Kugelschreiber, Gummihandschuhe, kleines Spielzeug ohne ElektronikFlaschen und Gläser (Altglas)
Porzellan- und Trinkglasscherben in kleinen Mengen, gut verpacktBauschutt, Möbel, große Mengen (Wertstoffhof, Sperrmüll)

Papier oder Restmüll? Die häufigsten Zweifelsfälle

Die meisten Fragen drehen sich um Papier, das nicht mehr sauber oder gar kein richtiges Papier ist.

  • Küchenrolle und Taschentücher: Restmüll. Sie sind nass- und reißfest behandelt und lösen sich im Papierrecycling kaum auf; benutzt sind sie außerdem verschmutzt. Nur mit Lebensmitteln verschmutzte Küchenrolle darf in vielen Kommunen auch in die Biotonne.
  • Kassenbons: Restmüll. Sie bestehen meist aus Thermopapier mit einer Beschichtung, die im Altpapier nicht erwünscht ist. Mehr unter Kassenbons entsorgen.
  • Fotos: Restmüll. Fotopapier ist beschichtet und lässt sich nicht wie normales Papier aufbereiten.
  • Pizzakarton: Sauber oder nur mit ein paar Krümeln ins Altpapier; stark fettige oder mit Käse verklebte Teile reißen Sie ab und geben sie in den Restmüll. Siehe Pizzakarton entsorgen.
  • Bücher: Altpapier, oder besser weitergeben. Feste Einbände aus Kunststoff oder Leder reißen Sie ab, sie gehören in den Restmüll. Siehe Bücher entsorgen.
  • Kontoauszüge: Normales Papier gehört ins Altpapier, aber geschreddert. Auszüge aus älteren Kontoauszugsdruckern sind oft Thermopapier und gehören dann in den Restmüll.

Plastik oder Restmüll?

Hier hilft eine einzige Frage: War es eine Verpackung? Joghurtbecher, Folien, Shampooflaschen und Konservendosen sind Verpackungen und gehören in den Gelben Sack. Eine kaputte Brotdose, ein Plastikeimer, ein Kleiderbügel oder eine Zahnbürste sind keine Verpackungen und gehören in den Restmüll. Ausnahme: Ihre Kommune hat eine Wertstofftonne, die auch solche Gegenstände annimmt. Größere Kunststoffteile wie Gartenstühle oder Wäschekörbe nimmt der Wertstoffhof an, oft kostenlos.

Restmüll oder Biomüll?

Obst, Gemüse, Kaffeesatz und Gartenabfälle gehören in die Biotonne, sofern Sie eine haben. Nicht in die Biotonne, sondern in den Restmüll gehören Katzenstreu, Hundekot, Asche, Staubsaugerbeutel, Windeln und alles mit Plastik. Bei gekochten Speiseresten, Fleisch und Knochen entscheidet die Kommune. Ohne Biotonne und ohne eigenen Kompost ist der Restmüll der richtige Ort für Küchenabfälle.

Restmüll oder Sperrmüll?

Die Grenze ist die Größe: Was in die Restmülltonne passt, ohne dass Sie es zerlegen müssen, ist Restmüll. Möbel, Matratzen und Teppiche gehören zum Sperrmüll, auch wenn man sie theoretisch zersägen könnte. Umgekehrt gehören kleine Dinge nicht in den Sperrmüll; eine Tüte Kleinkram wird bei der Sperrmüllabholung oft stehen gelassen. Dazwischen liegt eine Grauzone: ein Bürostuhl, ein Wäscheständer, ein kleiner Beistelltisch. Solche Teile nimmt die Sperrmüllabfuhr in aller Regel mit, und das ist der bessere Weg, als sie mit Gewalt in die Tonne zu zwängen, die dann nicht mehr richtig geleert werden kann. Einzelne große Teile können Sie auch zum Wertstoffhof bringen.

Scherben, Asche und Spitzes sicher verpacken

Der Restmüll wird von Menschen bewegt, die nicht wissen, was im Sack steckt. Glas- und Porzellanscherben wickeln Sie deshalb in Zeitungspapier oder packen sie in einen kleinen Karton, bevor sie in die Tonne kommen. Rasierklingen, Nadeln und Messer gehören in einen festen Behälter, etwa eine verschraubte Kunststoffdose. Benutzte Spritzen und Kanülen werfen Sie in einem stichfesten, verschlossenen Gefäß weg; wie genau, steht unter Spritzen entsorgen.

Asche aus Kamin oder Grill darf erst in die Tonne, wenn sie vollständig kalt ist. Glut hält sich in Asche oft über einen Tag und länger, und Kunststofftonnen brennen gut. Lassen Sie Asche deshalb in einem Metalleimer mit Deckel mindestens einen bis zwei Tage abkühlen, bevor sie in den Restmüll kommt. Mehr unter Grillasche entsorgen.

Sonderfälle: Öl, Porenbeton, Farbe

  • Speiseöl: Kleine Mengen dürfen in vielen Kommunen in einer verschlossenen Flasche in den Restmüll, größere Mengen zum Wertstoffhof. Nie in den Abfluss. Motoröl gehört nie in den Restmüll, sondern zurück an die Verkaufsstelle oder zur Schadstoffannahme; siehe Altöl entsorgen.
  • Porenbeton (Ytong): Einzelne kleine Reste nehmen manche Kommunen im Restmüll an, größere Mengen gehören zum Wertstoffhof. Porenbeton wird dort oft getrennt vom normalen Bauschutt angenommen.
  • Farbe: Vollständig eingetrocknete Dispersionsfarbe darf meist in den Restmüll; flüssige Reste, Lacke und lösemittelhaltige Farben gehören zum Schadstoffmobil. Siehe Farbe entsorgen.

Wenn die Restmülltonne voll ist

Der Müll passt nicht mehr hinein, die nächste Leerung ist erst in einer Woche. Säcke neben die Tonne zu stellen, ist keine Lösung: Die Müllabfuhr nimmt sie in der Regel nicht mit, und in Mehrfamilienhäusern gibt das Ärger.

  1. Offizielle Restmüllsäcke kaufen. Fast alle Kommunen verkaufen gebührenpflichtige Säcke mit Aufdruck, die neben der Tonne mitgenommen werden. Es gibt sie meist im Bürgerbüro und bei Verkaufsstellen im Handel.
  2. Zum Wertstoffhof bringen. Viele Wertstoffhöfe nehmen Restmüll in kleinen Mengen gegen Gebühr an.
  3. Die Tonne prüfen. Ist sie dauerhaft zu klein, lässt sich eine größere Tonne oder ein kürzerer Leerungsrhythmus beantragen.
  4. Besser trennen. Oft steckt in der Restmülltonne viel, was woanders hingehört: Verpackungen, Pappe, Bioabfall. Wer das aussortiert, braucht meist keine größere Tonne.

Weniger Restmüll: wo sich das lohnt

Die Restmülltonne ist in den meisten Kommunen die teuerste, weil sich ihre Gebühr nach Größe und Leerungsrhythmus richtet. Wer weniger hineinwirft, kann auf Dauer eine kleinere Tonne wählen. Am meisten bringt es, drei Dinge konsequent herauszuhalten: Verpackungen, die in den Gelben Sack gehören, Papier und Kartons, die ins Altpapier gehören, und Küchenabfälle, die in die Biotonne oder auf den Kompost gehören. Danach bleibt oft nur noch ein Bruchteil übrig. Wer Windeln im Haushalt hat, sollte bei der Kommune nachfragen: Manche bieten für Familien mit Kleinkindern oder für Menschen mit Inkontinenz einen Windelsack oder eine Gebührenermäßigung an. Mehr dazu unter Windeln entsorgen.

Häufige Fragen

Wohin mit Restmüll, wenn die Tonne voll ist?

In einen offiziellen Restmüllsack Ihrer Kommune, der neben der Tonne mitgenommen wird, oder zum Wertstoffhof. Normale Müllsäcke neben der Tonne bleiben in der Regel stehen.

Gehören Taschentücher ins Altpapier?

Nein. Benutzte Taschentücher und Küchenrolle gehören in den Restmüll. Sie sind nassfest behandelt und hygienisch bedenklich.

Wird Restmüll recycelt?

Kaum. Restmüll wird überwiegend in Müllheizkraftwerken verbrannt, aus der Wärme wird Strom und Fernwärme gewonnen. Aus der Schlacke werden noch Metalle zurückgewonnen. Was verwertbar wäre, geht dabei verloren.

Was darf auf keinen Fall in den Restmüll?

Batterien und Akkus, Elektrogeräte aller Größen, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren, lösemittelhaltige Farben und Lacke, Chemikalien, Pflanzenschutzmittel, Motoröl und Quecksilberthermometer. Sie gehören zum Wertstoffhof, in den Handel oder zum Schadstoffmobil. Gerade Lithium-Akkus lösen im Müllwagen immer wieder Brände aus.

Dürfen Medikamente in den Restmüll?

In den meisten Kommunen ja, am besten in der Verpackung oder in einer undurchsichtigen Tüte und so, dass Kinder und Tiere nicht herankommen. Nie in die Toilette oder den Ausguss. Einzelheiten stehen unter Medikamente entsorgen.

Dürfen Glasscherben in den Restmüll?

Trinkgläser, Porzellan und Keramik in kleinen Mengen ja, gut in Zeitungspapier oder einen Karton verpackt, damit sich niemand verletzt. Flaschen und Konservengläser gehören ins Altglas. Mehr unter Trinkgläser entsorgen und in der Übersicht Müll richtig trennen.