Elektroschrott entsorgen: kostenlos im Handel oder beim Wertstoffhof

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Elektroschrott geben Sie kostenlos am Wertstoffhof ab oder bringen ihn in den Handel zurück: Größere Elektrohändler und große Supermärkte, die selbst Elektrogeräte verkaufen, müssen kleine Altgeräte auch ohne Neukauf annehmen. In den Hausmüll gehört kein Gerät mit Stecker, Batterie oder Akku. Bevor Sie ein Gerät abgeben, löschen Sie Ihre Daten und nehmen herausnehmbare Batterien heraus.
Was als Elektroschrott gilt
Elektroschrott ist alles, was mit Strom aus der Steckdose, aus Batterien, Akkus oder Solarzellen funktioniert: vom Kühlschrank über den Föhn bis zur blinkenden Grußkarte, zu Schuhen mit Leuchtsohle und zum E-Zigaretten-Einweggerät. Zu erkennen ist das an der durchgestrichenen Mülltonne auf dem Gerät, der Verpackung oder in der Anleitung. Sie bedeutet: nicht in den Hausmüll.
Das hat zwei Gründe. Elektrogeräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Gold und seltene Metalle, die sich zurückgewinnen lassen. Und sie enthalten Stoffe, die im Restmüll schaden: Kältemittel in Kühlgeräten, Quecksilber in alten Energiesparlampen und vor allem Lithium-Akkus, die in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen immer wieder Brände auslösen.
Auch einzelne Kabel, Ladegeräte, Netzteile und Fernbedienungen zählen dazu. Wohin mit alten Leitungen, steht unter Kabel entsorgen.
Wohin gehört welches Gerät?
| Gerät | Richtiger Weg |
| Kleingerät bis etwa 25 cm Kantenlänge (Handy, Rasierer, Zahnbürste, Toaster, Wasserkocher) | Handel ohne Kaufpflicht, Wertstoffhof, teils Sammelcontainer der Kommune |
| Größeres Gerät (Staubsauger, Drucker, Mikrowelle) | Wertstoffhof oder Handel beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts |
| Großgerät (Kühlschrank, Waschmaschine, Herd, Geschirrspüler) | Rücknahme bei Lieferung eines Neugeräts, Abholung durch die Kommune oder Wertstoffhof |
| Fernseher und Monitore | Wertstoffhof oder Handel; Bildschirm nicht zerbrechen |
| Lampen (Energiesparlampen, LED, Leuchtstoffröhren) | Sammelboxen im Handel oder Wertstoffhof; Glühbirnen und Halogenlampen dagegen in den Restmüll |
| Batterien und Akkus | vorher herausnehmen, getrennt in die Batteriesammlung |
| Funktionierendes Gerät | verschenken, verkaufen, spenden |
Was bei Leuchtmitteln zu beachten ist, steht unter Energiesparlampen entsorgen.
Kostenlose Rückgabe im Handel
Seit einigen Jahren müssen nicht nur Kommunen, sondern auch Händler Altgeräte zurücknehmen. Das gilt für Geschäfte mit einer größeren Verkaufsfläche für Elektrogeräte, ab etwa 400 Quadratmetern, und seit 2022 auch für große Lebensmittelmärkte ab etwa 800 Quadratmetern Gesamtfläche, die mehrmals im Jahr oder dauerhaft Elektrogeräte anbieten. Discounter mit wechselnden Elektroangeboten fallen also oft darunter.
- Kleine Geräte ohne Kauf: Geräte, bei denen keine Seite länger als etwa 25 cm ist, nehmen diese Händler kostenlos zurück, auch wenn Sie nichts kaufen und das Gerät nicht dort gekauft haben. Die Rücknahme ist auf drei Geräte je Geräteart begrenzt.
- Große Geräte beim Neukauf: Kaufen Sie ein neues Gerät, nimmt der Händler ein altes Gerät derselben Art zurück, das im Wesentlichen dieselbe Aufgabe erfüllt. Beim neuen Kühlschrank also den alten Kühlschrank, nicht den alten Fernseher.
- Online-Händler: Größere Versandhändler (maßgeblich ist bei ihnen die Lager- und Versandfläche für Elektrogeräte) müssen ebenfalls eine Rückgabemöglichkeit anbieten, etwa über Paketversand oder Sammelstellen in Ihrer Nähe. Bei der Lieferung großer Geräte wie Kühlschrank, Waschmaschine oder großer Fernseher müssen sie beim Kauf anbieten, das Altgerät mitzunehmen. Fragen Sie vor der Bestellung nach, wie das abläuft.
Im Laden fragen Sie am besten an der Kasse oder am Kundenservice nach der Sammelbox. Viele Märkte stellen sie im Eingangsbereich auf, oft zusammen mit der Batteriesammlung.
Wertstoffhof und Abholung
Am Wertstoffhof ist die Abgabe für Privatleute kostenlos, egal wie groß das Gerät ist und wo es gekauft wurde. Dort gibt es getrennte Sammelbehälter, etwa für Kühlgeräte, Bildschirme, Lampen, Großgeräte und Kleingeräte. Die Mitarbeiter sagen Ihnen, was wohin kommt. Manche Städte stellen zusätzlich Container für Elektrokleingeräte an Straßen oder Supermärkten auf.
Große Geräte holen viele Kommunen auf Anmeldung ab, manchmal zusammen mit dem Sperrmüll, manchmal an einem eigenen Termin. Stellen Sie Kühlschränke und Waschmaschinen nicht ohne Termin an die Straße. Oft werden sie dann von Metallsammlern ausgeschlachtet, und die Kältemittel entweichen.
So bereiten Sie Geräte vor
- Funktion prüfen. Läuft das Gerät noch, lohnt sich vielleicht das Verschenken oder Verkaufen, siehe unten.
- Daten löschen. Handys, Tablets, Laptops, Computer, Navigationsgeräte, Smart-TVs, Router, Kameras und smarte Lautsprecher speichern persönliche Daten. Sie sind selbst dafür verantwortlich, sie vor der Abgabe zu löschen. Wie das geht, erklären Handy entsorgen und Laptop entsorgen.
- Batterien und Akkus herausnehmen. Alles, was sich ohne Werkzeug oder mit einem einfachen Schraubendreher entnehmen lässt, geben Sie getrennt in die Batteriesammlung. Kleben Sie bei Lithium-Akkus die Pole ab.
- Fest eingebaute Akkus drin lassen. Brechen Sie verklebte Akkus nicht heraus. Das Gerät geht dann komplett zum Elektroschrott, am besten mit dem Hinweis, dass ein Akku darin steckt.
- Lampen herausdrehen. Leuchtmittel aus Leuchten entfernen, sie werden getrennt gesammelt.
- Nichts zerlegen. Bildschirme, Kühlgeräte und Lampen nicht aufbrechen; beim Zerbrechen können Schadstoffe austreten.
Weitergeben statt wegwerfen
Viele Geräte landen im Elektroschrott, obwohl sie noch funktionieren oder nur eine Kleinigkeit fehlt. Ein Wasserkocher mit verkalkter Heizplatte, ein Staubsauger mit gerissenem Schlauch oder eine Stehlampe mit Wackelkontakt lassen sich oft günstig reparieren. Repair-Cafés helfen dabei ehrenamtlich, meist gegen eine Spende. Funktionierende Geräte finden über Kleinanzeigen und Verschenkgruppen fast immer einen Abnehmer, Sozialkaufhäuser nehmen sie oft an, wenn sie sauber und geprüft sind. Ältere Handys und Laptops kaufen Händler und Ankaufportale an, allerdings meist zu niedrigen Preisen.
Typische Fehler
- Kleingeräte im Restmüll. Die elektrische Zahnbürste, der alte Rasierer, die Einweg-E-Zigarette: klein, aber Elektroschrott mit Akku.
- Geräte an den Straßenrand. Ohne Termin gilt das als illegale Ablagerung, und Sammler nehmen die wertvollen Teile heraus.
- Akkus im Gerät vergessen. Herausnehmbare Batterien gehören getrennt in die Sammlung.
- Daten nicht gelöscht. Wer ein Handy oder einen Laptop abgibt, ohne Daten zu löschen, gibt Fotos, Passwörter und Konten aus der Hand.
- Geräte im Gelben Sack. Die Verpackungssammlung ist nur für Verpackungen, nicht für Geräte aus Kunststoff oder Metall.
Häufige Fragen
Wo kann ich Elektroschrott kostenlos entsorgen?
Am Wertstoffhof Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises und bei Händlern mit größerer Elektro-Verkaufsfläche, dazu in großen Supermärkten, die Elektrogeräte verkaufen. Kleine Geräte bis etwa 25 cm nehmen diese Händler auch ohne Kauf zurück.
Wohin mit einer elektrischen Zahnbürste?
Zum Elektroschrott, also in die Sammelbox im Handel oder zum Wertstoffhof. Der Akku ist meist fest eingebaut und bleibt drin. Aufsteckbürsten ohne Elektronik dürfen in den Restmüll.
Muss ich beim Händler etwas kaufen, um ein Altgerät abzugeben?
Für kleine Geräte bis etwa 25 cm Kantenlänge nicht. Für größere Geräte gilt die Rücknahmepflicht nur beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts; ohne Kauf ist der Wertstoffhof der richtige Weg.
Kann ich Elektroschrott in den Sperrmüll geben?
In den meisten Kommunen nicht. Elektrogeräte werden getrennt gesammelt, auch wenn manche Kommunen sie am selben Tag wie den Sperrmüll abholen. Melden Sie große Geräte deshalb ausdrücklich an und stellen Sie sie getrennt bereit.
Bekomme ich Geld für alten Elektroschrott?
Für gewöhnliche Haushaltsgeräte nicht. Funktionierende Handys, Laptops oder Spielkonsolen lassen sich aber verkaufen, und Schrotthändler zahlen teilweise für reine Metallteile. Für die Umwelt ist die Weiternutzung ohnehin besser als jedes Recycling.



