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Altkleider entsorgen: Container, Handel oder Restmüll?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Altkleidercontainer für Kleidung und Schuhe am Straßenrand
Tragbare Kleidung gehört sauber und verpackt in den Altkleidercontainer
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehören Altkleider?
  2. Was sich seit 2025 geändert hat
  3. Seriöse Sammler erkennen
  4. Kleidung richtig vorbereiten
  5. Rücknahme im Handel
  6. Verkaufen, tauschen, umnähen
  7. Wenn es keine Container mehr gibt
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Tragbare Altkleider geben Sie sauber und in einem verschlossenen Beutel in einen Sammelcontainer eines seriösen Sammlers, in eine Kleiderkammer oder ein Sozialkaufhaus. Kaputte, verschmutzte oder nasse Textilien gehören nicht in den Spendencontainer; wohin sie kommen, regelt Ihre Kommune – vielerorts weiterhin in den Restmüll. Die seit 2025 geltende Pflicht zur getrennten Textilsammlung richtet sich an die Kommunen, nicht an den einzelnen Container.

Wohin gehören Altkleider?

Die Regeln sind vor Ort verschieden. Maßgeblich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; Auskunft gibt die Abfallberatung oder die Abfall-App. Der Regelfall in Deutschland:

ZustandRichtiger Weg
Tragbar, sauber, trockenSammelcontainer seriöser Sammler, Kleiderkammer, Sozialkaufhaus, Verkauf, Rücknahme im Handel
Getragen, aber mit kleinen Mängeln (Knopf fehlt, Pilling)Sammelcontainer oder vorher ausbessern
Zerrissen, verschlissen, fleckigje nach Kommune Textilsammlung am Wertstoffhof oder Restmüll
Nass, verschimmelt, mit Öl, Farbe oder Chemikalien verschmutztRestmüll
Schuhe, tragbarpaarweise gebunden in die Kleidersammlung
Kleidung mit Elektronik (Heizjacke, Leuchtschuhe)Akku und Elektronik zum Elektroschrott

Was sich seit 2025 geändert hat

Seit dem 1. Januar 2025 müssen Alttextilien in der EU getrennt vom Restmüll gesammelt werden. In Deutschland sind dafür die öffentlich-rechtlichen Entsorger zuständig, also Städte und Landkreise. Das hat zu einem verbreiteten Missverständnis geführt: Viele meinten, nun gehöre jede Socke mit Loch in den Altkleidercontainer. Das stimmt so nicht. Die Pflicht betrifft das Angebot der Kommune, nicht die Frage, was ein gemeinnütziger Sammler in seinen Containern annehmen muss.

Die meisten Kommunen und Sammler bitten weiterhin darum, nur tragbare Kleidung in die Container zu geben. Kaputte Textilien lassen sich kaum verwerten und verursachen den Sammlern Kosten. Manche Kommunen haben eigene Sammelstellen für nicht tragbare Textilien eingerichtet, etwa auf dem Wertstoffhof; andere verweisen dafür ausdrücklich auf den Restmüll. Die EU hat außerdem beschlossen, dass Hersteller von Kleidung künftig an den Kosten von Sammlung und Verwertung beteiligt werden. Bis das in Deutschland umgesetzt ist, wird es noch dauern. Für Bettwäsche, Handtücher und Stoffreste gibt es einen eigenen Ratgeber: Textilien entsorgen.

Seriöse Sammler erkennen

Nicht jeder Container gehört einer gemeinnützigen Organisation, und nicht jeder steht mit Genehmigung dort. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Name und Anschrift des Betreibers stehen gut lesbar auf dem Container. Fehlen sie, ist Vorsicht angebracht.
  • Das FairWertung-Zeichen zeigt, dass der Sammler sich an Standards des Dachverbands hält und offenlegt, was mit der Kleidung geschieht.
  • Gemeinnützige Träger wie Wohlfahrtsverbände oder Kirchengemeinden sammeln oft über eigene Container oder Kleiderkammern.
  • Zettel-Sammlungen an der Haustür ohne Anschrift und Telefonnummer werfen Sie besser weg.

Wichtig zu wissen: Auch seriöse Sammler verkaufen einen großen Teil der Kleidung an Sortierbetriebe, weil sie selbst nur einen kleinen Teil vor Ort weitergeben können. Mit dem Erlös finanzieren sie ihre Arbeit. Das ist kein Betrug, sondern das übliche Modell. Wer möchte, dass ein Kleidungsstück direkt bei Bedürftigen ankommt, bringt es zu einer Kleiderkammer.

Kleidung richtig vorbereiten

  1. Waschen. Nur saubere Kleidung abgeben. Schmutzige Stücke verderben im Sack die sauberen.
  2. Trocken verpacken. Feuchte Kleidung schimmelt im Container und macht den ganzen Inhalt unbrauchbar. Verwenden Sie einen verschlossenen Beutel, keinen offenen Karton.
  3. Schuhe paarweise zusammenbinden. Einzelne Schuhe sind wertlos. Binden Sie die Schnürsenkel zusammen oder stecken Sie das Paar in eine eigene Tüte.
  4. Taschen leeren. Hosentaschen, Jackentaschen und Innentaschen prüfen.
  5. Nicht neben den Container stellen. Ist er voll, nehmen Sie den Sack wieder mit. Säcke neben dem Container werden nass oder aufgerissen und gelten als illegale Ablagerung.

Wie Sie beim Ausmisten entscheiden, was gehen darf, steht unter Kleiderschrank ausmisten.

Rücknahme im Handel

Mehrere Modeketten und Sportartikelhändler stellen in ihren Filialen Sammelboxen für Altkleider auf, oft auch für Kleidung anderer Marken. Bekannt dafür ist etwa H&M; teils gibt es für die Abgabe einen Einkaufsgutschein. Ob das in Ihrer Filiale gerade angeboten wird und zu welchen Bedingungen, ändert sich immer wieder – fragen Sie vor Ort nach. Die abgegebene Kleidung geht in der Regel an Sortierbetriebe, genau wie beim Container. Für Kleidung, die direkt jemandem helfen soll, ist eine Kleiderkammer der bessere Weg.

Verkaufen, tauschen, umnähen

Gut erhaltene Kleidung ist für den Container fast zu schade. Markenjacken, Kinderkleidung, Festkleidung und kaum getragene Stücke lassen sich über Second-Hand-Plattformen, Kleinanzeigen, Flohmärkte oder Kinderkleiderbasare verkaufen. Rechnen Sie ehrlich: Für einfache Basics bekommen Sie wenig, und Fotos, Nachrichten und Versand kosten Zeit. Kleidertauschpartys, die Stadtteilzentren, Bibliotheken oder Vereine veranstalten, sind eine gute Alternative für alles dazwischen.

Was nicht mehr zu tragen ist, kann im Haushalt noch eine Weile arbeiten: Alte Baumwoll-T-Shirts und Handtücher werden zu Putzlappen für Werkstatt, Fahrrad oder Fenster, Jeansstoff taugt für Flicken. Sind die Lappen verbraucht, gehören sie in den Restmüll, mit Öl oder Lösemitteln getränkte Lappen luftdicht verpackt oder nach Vorgabe der Kommune zur Schadstoffannahme.

Wenn es keine Container mehr gibt

In manchen Orten sind Altkleidercontainer in letzter Zeit verschwunden, weil sich das Sammeln wirtschaftlich nicht mehr trägt. Dann bleiben der Wertstoffhof, der Alttextilien in aller Regel annimmt, Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser, die Rücknahme im Handel und der Verkauf über Second-Hand-Plattformen oder Flohmärkte. Einen Überblick über die Anlaufstellen gibt der Ratgeber Wertstoffhof.

Typische Fehler

  • Kaputte oder nasse Kleidung in den Spendencontainer. Sie macht saubere Ware unbrauchbar.
  • Lose Schuhe. Ein einzelner Schuh ist Müll.
  • Säcke neben einen vollen Container stellen.
  • Altkleider in den Gelben Sack. Textilien sind keine Verpackung.

Häufige Fragen

Was hat sich mit der EU-Regel 2025 für mich geändert?

Für Sie als Haushalt wenig. Die Kommunen müssen seit 2025 eine getrennte Sammlung von Alttextilien anbieten. Tragbare Kleidung geben Sie weiterhin in Container oder Kleiderkammern; für kaputte Textilien gilt, was Ihre Kommune festlegt.

Wohin mit unbrauchbaren Altkleidern?

Zerrissene, verschlissene oder fleckige Textilien gehören je nach Kommune in eine eigene Textilsammlung am Wertstoffhof oder in den Restmüll. Nasse, verschimmelte oder mit Chemikalien verschmutzte Kleidung kommt immer in den Restmüll. Saubere, alte Baumwollkleidung taugt außerdem als Putzlappen.

Kann ich Altkleider bei H&M abgeben?

H&M ist eine der Ketten, die in vielen Filialen Sammelboxen aufgestellt haben. Ob das Angebot in Ihrer Filiale gerade besteht und ob es einen Gutschein gibt, erfahren Sie vor Ort.

Darf Unterwäsche in den Altkleidercontainer?

Saubere, tragbare Unterwäsche und Socken nehmen viele Sammler an, sie werden meist zu Putzlappen oder Fasern verarbeitet. Stark getragene oder löchrige Unterwäsche gehört in den Restmüll oder in die kommunale Textilsammlung.

Dürfen Gürtel, Taschen und Mützen in den Altkleidercontainer?

Die meisten Sammler nehmen tragbare Accessoires wie Gürtel, Handtaschen, Mützen, Schals und Handschuhe mit an. Handschuhe und Socken bitte paarweise zusammenstecken. Was ein Sammler genau annimmt, steht meist auf dem Container.

Wie oft werden Altkleidercontainer geleert?

Das legt der Betreiber fest, meist einmal oder mehrmals pro Woche. Ist ein Container dauerhaft überfüllt, können Sie die auf dem Container genannte Telefonnummer anrufen.