Schadstoffmobil: welche Abfälle dorthin gehören

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Das Schadstoffmobil ist eine mobile Sammelstelle für gefährliche Abfälle aus dem Haushalt: alte Lacke, Verdünner, Chemikalien, Pflanzenschutzmittel und alles, was giftig, ätzend, brennbar oder umweltschädlich ist. Es hält zu festen Terminen in den Stadtteilen und Gemeinden, und für haushaltsübliche Mengen kostet die Abgabe meist nichts. Wann und wo es in Ihrer Nähe steht, verrät der Abfallkalender Ihrer Kommune.
Was ist das Schadstoffmobil?
Ein Lastwagen mit Fachpersonal, Auffangwannen und getrennten Sammelbehältern, der nach einem festen Fahrplan durch das Gebiet eines Abfallbetriebs fährt. Je nach Region heißt es auch Umweltmobil, Giftmobil, Problemstoffsammlung oder Schadstoffsammlung. Das Personal nimmt Ihre Abfälle entgegen, sortiert sie nach Gefahrengruppen und bringt sie zu Anlagen, in denen sie behandelt oder verbrannt werden.
Der Grund für den Aufwand: Schadstoffe dürfen nicht in den Hausmüll, nicht in den Ausguss und nicht in die Toilette. Im Müllfahrzeug oder in der Sortieranlage können Chemikalien miteinander reagieren oder Brände auslösen, im Abwasser schaden sie Kläranlagen und Gewässern. Viele Wertstoffhöfe haben zusätzlich eine feste Schadstoffannahme mit regelmäßigen Öffnungszeiten, siehe Wertstoffhof.
Was das Schadstoffmobil annimmt
Die Tabelle zeigt, was typischerweise angenommen wird. Die genaue Liste veröffentlicht Ihr Abfallbetrieb; sie kann in Einzelheiten abweichen.
| Gruppe | Beispiele | Hinweis |
| Farben und Lacke | Kunstharzlack, Buntlack, Lasur, Beize, flüssige Dispersionsfarbe mit Resten | ausgetrocknete Dispersionsfarbe gehört meist in den Restmüll |
| Lösemittel | Verdünner, Terpentinersatz, Nitroverdünnung, Pinselreiniger, Spiritus | gut verschlossen und aufrecht transportieren |
| Holzschutz und Kleber | Holzschutzmittel, Imprägnierungen, lösemittelhaltige Kleber, Montageschaum mit Restinhalt | alte Holzschutzmittel können sehr giftige Stoffe enthalten |
| Garten | Pflanzenschutzmittel, Unkrautvernichter, Schneckenkorn, Rattengift | auch verbotene Altbestände werden angenommen |
| Säuren und Laugen | Abflussreiniger, Entkalker in großer Menge, Batteriesäure, Salzsäure | nie zusammenschütten |
| Haushaltschemie | Backofenspray, Chlorreiniger, Fleckenmittel, Fotochemikalien, Laborchemikalien | Reste in der Originalflasche lassen |
| Quecksilber | Fieberthermometer, Barometer | zerbrochene Thermometer dicht verpacken |
| Leuchtmittel | Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren | vielerorts auch am Wertstoffhof und im Handel |
| Spraydosen | Dosen mit Restinhalt, etwa Lack- oder Insektenspray | ganz leere Dosen gehören zu den Verpackungen |
| Öle und Fette | Altöl in kleinen Mengen, ölverschmierte Lappen und Filter | Motoröl nimmt auch der Handel zurück |
| Batterien | Gerätebatterien, Akkus, oft auch Autobatterien | Lithium-Pole abkleben |
Im Zweifel gilt eine einfache Faustregel: Trägt die Verpackung ein Gefahrensymbol, also eine rote Raute mit Flamme, Totenkopf, Ätzwirkung oder dem Symbol für Umweltgefahr, und ist noch Inhalt darin, gehört sie zum Schadstoffmobil.
Was nicht zum Schadstoffmobil gehört
- Elektrogeräte: Wertstoffhof oder Rücknahme im Handel, siehe Elektroschrott entsorgen.
- Ausgetrocknete Dispersionsfarbe (Wandfarbe auf Wasserbasis): meist Restmüll, der leere, saubere Eimer oft in die Verpackungssammlung. Einzelheiten unter Farbe entsorgen.
- Leere Spraydosen und leere Farbdosen: Verpackungen, also Gelber Sack oder Wertstofftonne.
- Asbest und alte Mineralwolle: eigene Annahmestellen, nur verpackt und nach Vorgabe der Kommune.
- Medikamente: in den meisten Kommunen über den Restmüll, manche Apotheken nehmen freiwillig zurück, siehe Medikamente entsorgen.
- Gasflaschen und Feuerlöscher: zurück an den Händler oder Hersteller, manche Wertstoffhöfe nehmen sie gesondert.
- Munition, Feuerwerkskörper aus unbekannter Quelle, Sprengstoff: Polizei verständigen, nicht transportieren.
- Gewerbliche Abfälle: Betriebe brauchen einen eigenen Entsorger.
Termine und Standorte finden
Das Schadstoffmobil fährt meist nach einem Plan, der für ein Halbjahr oder ein ganzes Jahr gilt. Es hält an jeder Haltestelle nur kurz, oft eine bis zwei Stunden, und kommt je nach Region mehrmals im Jahr oder nur ein- bis zweimal. Die Termine finden Sie:
- im gedruckten Abfallkalender, der jährlich verteilt wird oder beim Abfallbetrieb ausliegt,
- in der Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, oft mit Erinnerungsfunktion,
- auf der Internetseite des Abfallbetriebs, meist unter „Schadstoffe“ oder „Problemabfälle“,
- telefonisch bei der Abfallberatung.
Wer einen Termin verpasst, muss nicht bis zum nächsten warten: Sie dürfen meist jede Haltestelle im Gebiet Ihres Abfallbetriebs nutzen, nicht nur die in Ihrem Ort. Ist ein Wertstoffhof mit fester Schadstoffannahme in der Nähe, ist das oft der bequemere Weg.
So bereiten Sie die Abgabe vor
- Originalbehälter behalten. Das Etikett verrät dem Personal, was darin ist. Nicht in Getränkeflaschen oder Eimer ohne Aufschrift umfüllen.
- Nie zusammenschütten. Auch zwei Reste derselben Sorte nicht; manche Stoffe reagieren heftig miteinander. Warum das auch beim Putzen gilt, erklärt Putzmittel nie mischen.
- Dicht verschließen. Deckel fest aufdrücken, undichte Behälter in eine zweite Tüte oder einen Eimer stellen.
- Unbekanntes kennzeichnen. Behälter ohne Etikett nicht öffnen und nicht daran riechen. Legen Sie einen Zettel dazu, wo Sie sie gefunden haben, etwa „Garage, vermutlich Gartenmittel“.
- Sicher transportieren. Aufrecht in einer Kiste im Kofferraum, nicht im Fahrgastraum, nicht in der Sonne liegen lassen.
- Persönlich übergeben. Warten Sie, bis das Mobil da ist, und geben Sie alles direkt dem Personal.
Stellen Sie Schadstoffe nie vor der Ankunft oder nach der Abfahrt einfach am Haltepunkt ab. Kinder und Tiere können daran geraten, und das Abstellen gilt als unerlaubte Abfallentsorgung, für die ein Bußgeld droht.
Schadstoffe bis zum Termin sicher lagern
Zwischen dem Aufräumen und dem nächsten Termin vergehen oft Wochen. In dieser Zeit sollen die Reste niemandem schaden. Sammeln Sie sie in einer stabilen Kunststoffkiste mit Deckel, die Sie beschriften und an einem kühlen, trockenen Ort aufstellen, außer Reichweite von Kindern und Haustieren: im Keller, in der Garage oder im abschließbaren Schrank, nicht in der Küche und nicht neben Heizung oder Gastherme. Brennbare Lösemittel und Spraydosen gehören nicht in die pralle Sonne oder in die Nähe offener Flammen.
Stellen Sie Säuren und Laugen, also etwa Entkalker und Abflussreiniger, nicht direkt nebeneinander, und legen Sie eine alte Zeitung oder Katzenstreu in die Kiste, damit ein tropfender Deckel nichts anrichtet. Behälter, die schon rosten, sich aufblähen oder deren Etikett sich auflöst, stellen Sie in einen zweiten Behälter. So sind auch Undichtigkeiten auf dem Transport kein Problem.
Woran Sie Schadstoffe erkennen
Nicht jedes Haushaltsprodukt mit Chemie im Namen ist ein Schadstoff, und nicht jeder Schadstoff sieht gefährlich aus. Am sichersten ist der Blick auf das Etikett. Produkte mit Gefahrenpotenzial tragen Piktogramme in einer rot umrandeten Raute: eine Flamme für entzündbare Stoffe, eine Hand und eine Oberfläche, die angeätzt werden, für ätzende Stoffe, einen Totenkopf für akut giftige, einen toten Baum mit Fisch für umweltgefährliche. Dazu kommen Signalwörter wie „Achtung“ oder „Gefahr“ und Hinweise zur Entsorgung. Ältere Produkte tragen oft noch die früheren orangefarbenen Quadrate mit schwarzem Symbol; auch sie sind ein klares Zeichen.
Hat ein Behälter solch ein Symbol und noch Inhalt, gehört er zum Schadstoffmobil. Ist er vollständig leer, restentleert und ausgetrocknet, ist er in vielen Kommunen eine normale Verpackung. Was bei Ihnen gilt, steht im Abfall-ABC Ihres Abfallbetriebs.
Wie viel und zu welchen Kosten?
Für Privathaushalte ist die Abgabe haushaltsüblicher Mengen in der Regel kostenlos, weil die Kosten über die Abfallgebühren getragen werden. Was haushaltsüblich ist, legt jede Kommune selbst fest, meist in Form einer Höchstmenge je Anlieferung, gemessen in Kilogramm oder Litern. Einzelne Behälter dürfen oft nicht größer als ein bestimmtes Volumen sein. Wer mehr hat, etwa nach einer Haushaltsauflösung mit vollem Keller, sollte vorher bei der Abfallberatung anrufen; oft wird dann ein eigener Termin am Wertstoffhof vereinbart.
Weniger Schadstoffe im Haus
Den besten Sondermüll gibt es gar nicht erst. Kaufen Sie Farbe, Lack und Chemikalien in der Menge, die Sie für eine Arbeit brauchen, statt „auf Vorrat“. Angebrochene, noch gute Farbe können Sie verschenken, manche Wertstoffhöfe haben dafür ein Tauschregal. Für die meisten Putzarbeiten reichen wenige Mittel, starke Chemie wie Chlor oder Abflussreiniger brauchen Sie nur selten. Und wer den Keller entrümpelt, stellt die Schadstoffe am besten gleich in eine Kiste für den nächsten Termin.
Häufige Fragen
Wann kommt das Schadstoffmobil zu mir?
Das steht im Abfallkalender, in der Abfall-App und auf der Internetseite Ihres Abfallbetriebs. Die Termine gelten für eine bestimmte Haltestelle und Uhrzeit; meist dürfen Sie jede Haltestelle im Gebiet Ihres Abfallbetriebs nutzen.
Kostet die Abgabe beim Schadstoffmobil etwas?
Für haushaltsübliche Mengen aus Privathaushalten in aller Regel nicht. Die Kosten stecken in der Abfallgebühr. Gewerbliche Mengen werden nicht angenommen oder nur gegen Entgelt an eigenen Annahmestellen.
Gehört Wandfarbe zum Schadstoffmobil?
Nur, wenn sie flüssig ist oder Lösemittel enthält. Wasserbasierte Dispersionsfarbe dürfen Sie in den meisten Kommunen eintrocknen lassen und dann in den Restmüll geben. Lacke, Lasuren und lösemittelhaltige Farben gehören immer zum Schadstoffmobil.
Kann ich Schadstoffe auch zum Wertstoffhof bringen?
Ja, wenn Ihr Wertstoffhof eine Schadstoffannahme hat. Das ist bei größeren Höfen häufig der Fall, bei kleinen Außenstellen nicht. Die Annahmeliste Ihres Hofs gibt Auskunft.
Was mache ich mit Behältern, deren Inhalt ich nicht kenne?
Geschlossen lassen, nicht daran riechen, nicht mischen. Transportieren Sie sie aufrecht und übergeben Sie sie dem Personal des Schadstoffmobils mit einem Hinweis, wo Sie sie gefunden haben. Die Fachleute dort ordnen sie zu.



