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Windeln entsorgen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Schlafendes Neugeborenes in weißer Windel auf hellem Laken
Benutzte Wegwerfwindeln gehören in den Restmüll, auch als kompostierbar verkaufte
Inhalt10 Abschnitte
  1. In welche Tonne kommen Windeln?
  2. Warum nicht in Biotonne oder Gelben Sack
  3. Windeln richtig verpacken
  4. Windelsäcke, Windeltonne und Gebührenermäßigung
  5. Stoffwindeln: waschen statt wegwerfen
  6. Unbenutzte Windeln: weitergeben
  7. Unterwegs und auf Reisen
  8. Inkontinenzmaterial von Erwachsenen
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Benutzte Windeln gehören in den Restmüll, gut verschlossen und am besten gesammelt in einem Windeleimer mit Deckel. Das gilt auch für Windeln, die als kompostierbar verkauft werden, und für Inkontinenzmaterial von Erwachsenen. Weil Familien mit Wickelkindern viel Restmüll haben, bieten viele Kommunen Windelsäcke oder eine größere Tonne zu günstigen Bedingungen an.

In welche Tonne kommen Windeln?

Die örtliche Abfallsatzung legt fest, welche Sonderregeln es für Windeln gibt. Der Regelfall in Deutschland sieht so aus:

WasRichtiger Weg
Benutzte WegwerfwindelnRestmüll, verschlossen; wo angeboten, Windelsack oder Windeltonne
„Kompostierbare“ oder „Öko“-Windelnebenfalls Restmüll
Feuchttücher, Wickelunterlagen zum WegwerfenRestmüll, nie in die Toilette
Stoffwindelnwaschen und weiterverwenden
Vlieseinlagen von StoffwindelnRestmüll
Unbenutzte Windelnverschenken oder spenden
Windelverpackung aus FolieGelber Sack oder Gelbe Tonne

Warum Windeln in der grauen Tonne landen und was dort sonst noch hineingehört, erklärt der Beitrag Restmüll.

Warum nicht in Biotonne oder Gelben Sack

Eine Wegwerfwindel besteht aus Zellstoff, einem Saugkörper aus Superabsorber, Kunststofffolien, Vlies und Klebestreifen. Diese Mischung lässt sich weder kompostieren noch als Verpackung sortieren. Dazu kommen Urin und Kot mit Krankheitserregern, die weder in eine Kompostieranlage noch in eine Sortieranlage für Verpackungen gehören.

Auch Windeln, die als biologisch abbaubar beworben werden, sind in der Biotonne fast überall ausgeschlossen. Sie zersetzen sich nicht in der kurzen Rottezeit der Anlagen, und der Inhalt bleibt das Problem. Was stattdessen in die braune Tonne darf, steht unter Biotonne, was in den Gelben Sack gehört, im gleichnamigen Beitrag.

Windeln richtig verpacken

  1. Festen Stuhl in die Toilette. Klopfen oder schütteln Sie festen Stuhl in die Toilette, bevor Sie die Windel zusammenrollen. Das empfehlen auch die Hersteller auf vielen Packungen; es verringert Geruch und Keime im Müll. Die Windel selbst kommt nie in die Toilette.
  2. Zusammenrollen und verschließen. Die Windel mit der Innenseite nach innen rollen und mit den Klebestreifen zukleben.
  3. Im Windeleimer sammeln. Ein Eimer mit dicht schließendem Deckel hält den Geruch im Kinderzimmer in Grenzen.
  4. Regelmäßig leeren. Der Beutel aus dem Windeleimer kommt verschlossen in die Restmülltonne, bei Wärme lieber alle ein bis zwei Tage.
  5. Hände waschen nach jedem Wickeln.

Wenn der Windeleimer trotzdem riecht, liegt es meist an Rückständen im Eimer oder an zu seltener Leerung. Was dagegen hilft, steht unter Windeleimer-Geruch.

Windelsäcke, Windeltonne und Gebührenermäßigung

Ein Kind im Wickelalter verbraucht über die Jahre mehrere Tausend Windeln. Viele Städte und Landkreise tragen dem Rechnung. Je nach Kommune gibt es:

  • Windelsäcke, die kostenlos oder vergünstigt abgegeben und mit dem Restmüll abgeholt werden,
  • eine größere Restmülltonne ohne Aufpreis für einen bestimmten Zeitraum,
  • eine eigene Windeltonne oder Sammelstellen,
  • eine Gebührenermäßigung für Familien mit Kleinkindern oder für Haushalte mit pflegebedürftigen Menschen.

Diese Angebote gelten meist nur auf Antrag und nur bis zu einem bestimmten Alter des Kindes. Fragen Sie beim Entsorger oder im Bürgerbüro nach, am besten schon kurz nach der Geburt. Auch für Menschen mit Inkontinenz gibt es solche Regeln, oft mit ärztlicher Bescheinigung.

Stoffwindeln: waschen statt wegwerfen

Stoffwindeln sparen Restmüll, machen aber Wäsche. Die Überhosen und Saugeinlagen werden gewaschen, meist bei 60 °C, wie es der Hersteller angibt. Die dünnen Vlieseinlagen, die den Stuhl auffangen, kommen mit dem Inhalt in die Toilette oder in den Restmüll, je nach Angabe auf der Packung; in der Toilette nur dann, wenn sie ausdrücklich als spülbar gekennzeichnet sind, und selbst dann verstopfen sie ältere Leitungen leicht. Im Zweifel ist die Restmülltonne der sichere Weg. Wie Babywäsche schonend und hygienisch sauber wird, erklärt der Beitrag Babykleidung waschen.

Ob Stoff- oder Wegwerfwindeln insgesamt die bessere Umweltbilanz haben, hängt stark davon ab, wie heiß und wie oft gewaschen und getrocknet wird. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht; wer Stoffwindeln nutzt, tut es am besten aus Überzeugung und mit sparsamem Waschen.

Unbenutzte Windeln: weitergeben

Das Kind ist aus der Größe herausgewachsen, oder es braucht schon keine Windeln mehr: Angebrochene Packungen mit sauberen, unbenutzten Windeln sind kein Müll. Sie werden gern genommen von

  • Tafeln und Sozialkaufhäusern,
  • Frauenhäusern und Einrichtungen für Familien in Not,
  • Kitas und Krippen, die Reserven für Notfälle halten,
  • anderen Eltern über Nachbarschaftsgruppen und Kleinanzeigen.

Rufen Sie bei Einrichtungen vorher kurz an, ob gerade Bedarf besteht. Einzelne, lose Windeln aus einer offenen Packung nehmen manche Einrichtungen aus hygienischen Gründen nicht an; dann ist die Nachbarschaft der bessere Weg.

Unterwegs und auf Reisen

Unterwegs gibt es selten eine passende Tonne direkt neben dem Wickeltisch. Nehmen Sie kleine, dicht schließende Beutel mit, etwa Hundekotbeutel oder spezielle Windelbeutel, und verknoten Sie die gerollte Windel darin. Öffentliche Mülleimer an Raststätten, Bahnhöfen und in Einkaufszentren sind für solche Beutel da. Auf Spielplätzen und in Parks gilt: Die Windel wird nicht neben einen überquellenden Mülleimer gelegt, sondern mitgenommen. Im Auto hält eine kleine Box mit Deckel den Geruch bis zum nächsten Halt fern.

In Ferienwohnungen und Hotels fragen Sie am besten nach, wo die Restmülltonne steht, statt den Badezimmereimer voller Windeln stehen zu lassen. Auf Campingplätzen gibt es meist einen Sammelplatz mit getrennten Behältern, an dem der Restmüll ausgeschildert ist.

Inkontinenzmaterial von Erwachsenen

Für Einlagen, Vorlagen und Windelhosen von Erwachsenen gilt dasselbe wie für Babywindeln: Restmüll, gut verschlossen. Weil in der häuslichen Pflege oft große Mengen anfallen, bieten viele Kommunen auch hier eine größere Tonne, zusätzliche Säcke oder eine Gebührenermäßigung an, meist mit einer ärztlichen Bescheinigung oder einem Nachweis über den Pflegegrad. Pflegedienste und Pflegestützpunkte kennen die örtlichen Regelungen und helfen beim Antrag. Einmalhandschuhe und Unterlagen aus der Pflege kommen ebenfalls in den Restmüll.

Typische Fehler

  • Windeln in die Toilette. Sie verstopfen Rohre und Pumpen, auch einzeln.
  • Offene Windeln in die Tonne. Das lockt Fliegen und Maden an. Wie Sie das vermeiden, steht unter Maden in der Biotonne; dasselbe gilt für die Restmülltonne.
  • Windeln in den Gelben Sack, weil außen Folie ist. Sie werden dort aussortiert und verteuern die Sortierung.

Häufige Fragen

In welche Tonne kommen Windeln?

In die Restmülltonne. Wo die Kommune eigene Windelsäcke oder eine Windeltonne anbietet, kommen sie dort hinein.

Dürfen kompostierbare Windeln in die Biotonne?

In aller Regel nicht. Sie zersetzen sich in den Kompostieranlagen nicht schnell genug, und der Inhalt ist ohnehin ausgeschlossen. Sie gehören in den Restmüll.

Wie entsorge ich unbenutzte Windeln?

Gar nicht, sondern verschenken oder spenden: an Tafeln, Frauenhäuser, Kitas oder andere Eltern. Vorher kurz nachfragen, ob Bedarf besteht.

Bekomme ich als Familie eine größere Mülltonne?

In vielen Kommunen ja, oft auf Antrag und befristet, oder es gibt Windelsäcke. Fragen Sie beim örtlichen Entsorger nach.

Wie verhindere ich, dass der Windeleimer stinkt?

Festen Stuhl vorher in die Toilette geben, Windeln fest zusammenrollen und den Eimer häufig leeren und auswaschen. Mehr steht unter Windeleimer-Geruch.