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Gelber Sack und Gelbe Tonne: was darf rein, was nicht?

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Viele bunte Kunststoffbecher und Verpackungen auf einem Haufen
In den Gelben Sack gehören Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbund
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehört was? Gelber Sack oder andere Tonne
  2. Warum nur Verpackungen hinein dürfen
  3. Was aus den Verpackungen wird
  4. Richtig vorbereiten: so hilft man der Sortieranlage
  5. Grenzfälle: Geschenkpapier, Kapseln, Tetrapak
  6. Restmüll oder Gelber Sack?
  7. Gelbe Säcke kostenlos bekommen
  8. Abholung und Aufbewahrung
  9. Häufige Fragen

In den Gelben Sack und die Gelbe Tonne gehören Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen: Joghurtbecher, Folien, Konservendosen, Getränkekartons, leere Spraydosen. Andere Gegenstände aus Plastik wie Spielzeug oder Eimer gehören nicht hinein, auch wenn sie aus demselben Material sind. Die Säcke bekommen Sie kostenlos, die Abholtermine stehen im Abfallkalender Ihrer Kommune.

Wohin gehört was? Gelber Sack oder andere Tonne

Gehört in den Gelben SackGehört nicht hinein
Joghurt-, Quark- und Sahnebecher, Deckel getrenntPapier, Kartons, Pizzakartons (in die Papiertonne)
Folien, Plastiktüten, Chipstüten, Käse- und WurstverpackungenGlasflaschen und Konservengläser (in den Glascontainer)
Konservendosen, Getränkedosen ohne Pfand, Alufolie, Alu-SchalenEinwegflaschen und Dosen mit Pfandzeichen (zurück in den Handel)
Getränke- und MilchkartonsSpielzeug, Eimer, Blumentöpfe, Zahnbürsten, Kleiderbügel (keine Verpackungen)
Shampoo-, Spülmittel- und Reinigerflaschen, leerElektrogeräte, Batterien, Akkus
Leere Spraydosen, Kronkorken, SchraubdeckelSpraydosen mit Restinhalt, Farbeimer mit Farbresten (Schadstoff)
Styropor-Verpackungen in haushaltsüblicher MengeWindeln, Hygieneartikel, verschmutzte Einwegteile (in den Restmüll)

Die Tabelle beschreibt den Regelfall. Was bei Ihnen gilt, steht im Abfallkalender, in der Abfall-App oder im Abfall-ABC Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; bei Abweichungen hat das Vorrang.

Warum nur Verpackungen hinein dürfen

Die Gelbe Tonne gehört nicht der Kommune, sondern wird von den sogenannten dualen Systemen organisiert. Wer Verpackungen in Umlauf bringt, bezahlt für deren Entsorgung, und diese Kosten stecken im Preis der Ware. Deshalb nimmt der Gelbe Sack nur das an, wofür bereits bezahlt wurde: Verpackungen. Ein alter Wäschekorb aus Kunststoff ist keine Verpackung, auch wenn er aus demselben Material besteht wie ein Joghurtbecher.

Einige Städte haben statt der Gelben Tonne eine Wertstofftonne, in die zusätzlich Gegenstände aus Kunststoff und Metall dürfen, die keine Verpackung sind, etwa Spielzeug ohne Elektronik, Töpfe oder Kleiderbügel. Ob es sie bei Ihnen gibt, sagt der Abfallkalender. Ohne Wertstofftonne gehören solche Dinge in den Restmüll oder, wenn sie groß sind, zum Wertstoffhof.

Was aus den Verpackungen wird

In der Sortieranlage werden die Verpackungen nach Material getrennt: Weißblech zieht ein Magnet heraus, Aluminium wird über Wirbelstrom abgetrennt, Kunststoffe erkennt eine Infrarotkamera nach Sorte und bläst sie mit Druckluft in eigene Fraktionen. Sortenrein getrennte Kunststoffe wie PE und PP werden zu Granulat verarbeitet, aus dem zum Beispiel Rohre, Eimer oder neue Verpackungen entstehen. Metalle gehen zurück in Schmelzwerke, Getränkekartons zu Papierfabriken, die die Fasern herauslösen. Was sich nicht sortieren lässt, weil es zu klein, zu verschmutzt oder aus zu vielen Schichten verklebt ist, wird verbrannt. Je sauberer getrennt die Verpackungen ankommen, desto mehr davon lässt sich stofflich verwerten. Das ist der eigentliche Grund für die Regeln im nächsten Abschnitt; mit Ordnungsliebe hat es wenig zu tun.

Richtig vorbereiten: so hilft man der Sortieranlage

Die Verpackungen werden in Sortieranlagen maschinell getrennt, mit Magneten, Luftströmen und Infrarot-Erkennung. Diese Technik funktioniert nur, wenn jedes Teil einzeln ankommt.

  1. Restentleeren, nicht spülen. Was sich mit dem Löffel oder durch Ausschütteln herausholen lässt, gehört raus. Ausspülen ist nicht nötig.
  2. Materialien trennen. Den Aludeckel vom Joghurtbecher ganz abziehen, die Papierbanderole vom Becher lösen, die Folie von der Schale. Bleibt beides verbunden, erkennt die Anlage oft nur eines davon.
  3. Nicht ineinander stapeln. Becher nicht ineinanderstecken, keine Verpackungen in Dosen oder Kartons stopfen.
  4. Lose einwerfen. Verpackungen gehören lose in den Sack oder die Tonne, nicht in einer zugeknoteten Mülltüte.
  5. Säcke zubinden. Der Gelbe Sack selbst wird oben zugeknotet, damit nichts herausweht.

Grenzfälle: Geschenkpapier, Kapseln, Tetrapak

Einige Dinge landen regelmäßig in der falschen Tonne.

  • Geschenkpapier ist Papier und gehört in die Papiertonne, sofern es reines Papier ist. Metallisch glänzendes, beschichtetes oder mit Glitzer versehenes Papier geht in den Restmüll, nicht in den Gelben Sack.
  • Kaffeekapseln aus Aluminium oder Kunststoff sind Verpackungen und dürfen in den Gelben Sack. Mehr dazu unter Kaffeekapseln entsorgen.
  • Getränkekartons bestehen aus Papier, Kunststoff und oft Aluminium und gehören als Verbundverpackung in den Gelben Sack, nicht ins Altpapier. Mehr unter Tetrapak entsorgen.
  • Coffee-to-go-Becher sind beschichtete Papierbecher und damit Verpackungen, ebenfalls Gelber Sack.
  • Spraydosen nur restlos leer; mit Restinhalt gehören sie zum Schadstoffmobil. Siehe Spraydosen entsorgen.
  • Styropor aus Verpackungen darf in haushaltsüblicher Menge in den Gelben Sack. Dämmplatten aus Styropor sind keine Verpackung und gehören zum Wertstoffhof.

Restmüll oder Gelber Sack?

Die Frage lässt sich fast immer mit einer einzigen Prüfung beantworten: War es eine Verpackung? Hat das Teil ein Produkt umhüllt, geschützt oder transportiert, und ist es aus Kunststoff, Metall oder Verbund, gehört es in den Gelben Sack. Ist es selbst der Gegenstand, gehört es in den Restmüll oder eine Wertstofftonne. So ist die Zahnpastatube Verpackung, die Zahnbürste nicht. Die Plastikschale der Tomaten ist Verpackung, der Blumentopf aus dem Gartencenter nach dem Umtopfen nicht (die meisten Kommunen sehen ihn als Restmüll, einige als Verpackung, deshalb lohnt der Blick ins Abfall-ABC). Stark verschmutzte Verpackungen, etwa mit Farbe oder Chemikalien, gehören nicht in den Gelben Sack. Mehr zu diesen Zweifelsfällen unter Restmüll.

Gelbe Säcke kostenlos bekommen

Gelbe Säcke kosten nichts. Wo sie ausgegeben werden, legt die Kommune fest; üblich sind das Rathaus oder Bürgerbüro, Ausgabestellen in Supermärkten, Tankstellen oder Schreibwarenläden, der Wertstoffhof und in manchen Orten die Müllabfuhr selbst, die bei der Abholung eine neue Rolle an den letzten Sack hängt. Die Ausgabestellen in Ihrer Nähe nennt die Internetseite Ihres Abfallbetriebs oder die Abfall-App. Säcke im Handel zu kaufen ist nicht nötig; normale gelbe Müllbeutel werden nicht immer mitgenommen.

Abholung und Aufbewahrung

Gelbe Säcke und Tonnen werden meist alle zwei bis vier Wochen abgeholt, die Termine stehen im Abfallkalender. Stellen Sie die Säcke erst am Abend vor der Abholung oder am Morgen an die Straße, damit sie nicht von Tieren aufgerissen oder vom Wind verweht werden. Bei vielen Straßen gibt es einen festen Zeitpunkt, bis zu dem die Säcke bereitstehen müssen.

Wurde Ihr Sack nicht mitgenommen, hat das meist einen von drei Gründen: Er stand zu spät draußen, er war sichtbar falsch befüllt, oder es war kein offizieller Gelber Sack. Hängt ein Aufkleber oder Zettel daran, steht der Grund dort. Sortieren Sie falls nötig nach und stellen Sie den Sack zum nächsten Termin wieder hinaus. Ist die Abholung für Ihre Straße ohne erkennbaren Grund ausgefallen, melden Sie das dem Entsorger, der in Ihrem Gebiet für die Gelbe Tonne zuständig ist; die Kontaktdaten stehen im Abfallkalender oder auf der Internetseite der Kommune. Meist wird die Leerung dann innerhalb weniger Tage nachgeholt.

Zwischen den Terminen stören die Säcke in der Wohnung schnell. Ein Gelber-Sack-Ständer hält den Sack offen, sodass Sie mit einer Hand einwerfen können, und passt in eine Ecke der Küche oder in den Abstellraum. Draußen schützt eine Sackbox mit Deckel vor Krähen und Katzen. Fehlt nur der Platz, hilft es am meisten, Verpackungen flach zu drücken und nicht ineinanderzustecken.

Häufige Fragen

Gehört Geschenkpapier ins Altpapier oder in den Gelben Sack?

In den Gelben Sack nie, denn Geschenkpapier ist keine Kunststoffverpackung. Reines Papier gehört in die Papiertonne. Ist es metallisch beschichtet, glitzert es oder lässt es sich nicht reißen, sondern dehnt sich wie Folie, gehört es in den Restmüll.

Wo bekomme ich Gelbe Säcke in meiner Nähe?

Bei den Ausgabestellen Ihrer Kommune, meist im Rathaus, im Bürgerbüro oder in teilnehmenden Geschäften. Die Liste steht auf der Internetseite des örtlichen Abfallbetriebs oder in der Abfall-App. Das gilt in der Großstadt wie im Landkreis.

Muss ich Joghurtbecher ausspülen?

Nein. Löffelrein genügt. Wichtig ist, den Deckel ganz abzuziehen, weil Aluminium und Kunststoff sonst schlechter sortiert werden.

Was passiert, wenn falsche Dinge im Gelben Sack sind?

Einzelne Fehlwürfe werden in der Sortieranlage aussortiert und verbrannt. Bei deutlich falsch befüllten Säcken oder Tonnen kann die Müllabfuhr die Mitnahme verweigern und einen Hinweis hinterlassen.

Kann ich Gelbe Säcke bestellen?

In manchen Kommunen ja, etwa über ein Online-Formular oder die Abfall-App, dann kommt eine Rolle per Post oder mit der nächsten Abholung. Meist holen Sie die Säcke aber selbst bei einer Ausgabestelle ab. Bezahlen müssen Sie in keinem Fall.

Dürfen Plastikspielzeug und Eimer in die Gelbe Tonne?

Nur wenn Ihre Kommune eine Wertstofftonne hat. In der klassischen Gelben Tonne sind sie falsch, weil sie keine Verpackungen sind; dann gehören sie in den Restmüll oder bei größeren Mengen zum Wertstoffhof. Weitere Tonnen erklärt die Übersicht Müll richtig trennen.