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Wertstoffhof: was man dort abgeben kann

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Gestapelte alte Autoreifen in mehreren hohen Türmen
Altreifen nehmen viele Wertstoffhöfe nur gegen Gebühr an
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was ist ein Wertstoffhof?
  2. Was der Wertstoffhof annimmt
  3. Was er meistens nicht annimmt
  4. Was es kostet
  5. Wer abgeben darf und was Sie mitbringen
  6. Ytong, Fliesen und Bauschutt
  7. Wertstoffhof, Sperrmüll oder Schadstoffmobil?
  8. Einen Wertstoffhof in der Nähe finden
  9. Weitergeben statt wegwerfen
  10. Häufige Fragen

Auf den Wertstoffhof bringen Sie alles, was zu groß, zu viel oder zu problematisch für die Tonnen zu Hause ist: Möbel, Elektrogeräte, Altholz, Metall, Grünschnitt, Kartons, oft auch Bauschutt und Schadstoffe. Für Privatleute ist vieles davon kostenlos, manches kostet eine Gebühr nach Menge. Was genau Ihr Hof annimmt, legt die Kommune fest, deshalb lohnt vor der ersten Fahrt ein Blick auf die Seite des örtlichen Abfallbetriebs.

Was ist ein Wertstoffhof?

Wertstoffhöfe heißen je nach Region auch Recyclinghof, Wertstoffzentrum, Bringhof oder Entsorgungszentrum. Gemeint ist immer dasselbe: ein eingezäunter Platz der Stadt oder des Landkreises, auf dem Container und Boxen für einzelne Abfallsorten stehen. Sie fahren vor, laden Ihr Material aus und werfen es selbst in den richtigen Behälter; Mitarbeiter sagen, wohin was gehört, und prüfen, ob etwas gebührenpflichtig ist.

Der Sinn der Sache: Was getrennt ankommt, lässt sich verwerten. Metall wird eingeschmolzen, Altholz zu Spanplatten verarbeitet oder energetisch genutzt, Elektrogeräte werden zerlegt, Grünschnitt wird zu Kompost. Was im Restmüll landet, wird dagegen verbrannt, und die Rohstoffe sind weg.

Die Frage „Restmüll oder Wertstoff?“ lässt sich grob so beantworten: Wertstoff ist alles, was sich stofflich verwerten lässt und für das es eine eigene Sammlung gibt, also Papier, Glas, Verpackungen, Metall, Holz, Elektrogeräte, Bioabfall. In den Restmüll gehört nur, was sich nicht sinnvoll trennen lässt und kein Schadstoff ist, etwa Staubsaugerbeutel, Windeln oder verschmutzte Einwegartikel. Einen Überblick über alle Tonnen gibt Müll richtig trennen.

Was der Wertstoffhof annimmt

Die folgende Übersicht zeigt den Regelfall in Deutschland. Nicht jeder Hof hat jede Sorte, kleine Außenstellen nehmen oft nur Grünschnitt, Papier und Elektrokleingeräte an, die großen Zentren fast alles.

AbfallartBeispieleKosten für Privatleute (Regelfall)
ElektrogeräteKühlschrank, Waschmaschine, Fernseher, Toaster, Handy, Kabelkostenlos
MetallFahrrad, Wäscheständer, Kochtöpfe, Heizkörperkostenlos
Papier und Kartonagengroße Umzugskartons, Zeitungsstapelkostenlos
Altkleider und Schuhetragbare Kleidung, paarweise gebundene Schuhekostenlos
GrünschnittHecken- und Strauchschnitt, Laub, Rasenschnittoft kostenlos bis zu einer Menge, darüber Gebühr
SperrmüllSofa, Matratze, Teppich, Schrankteileje nach Kommune kostenlos oder nach Menge
AltholzMöbelholz, Paletten, Türen ohne Glashäufig nach Menge; imprägniertes Holz getrennt
BauschuttFliesen, Ziegel, Beton, Porenbeton in kleinen Mengenmeist gebührenpflichtig
AltreifenPkw-Reifen mit oder ohne Felgemeist Gebühr je Reifen
SchadstoffeFarben, Lacke, Chemikalien, Leuchtstoffröhrenfür Haushaltsmengen meist kostenlos, nur an Höfen mit Schadstoffannahme
BatterienGerätebatterien, Akkus, Autobatterienkostenlos

Dazu kommen je nach Ort Styropor, Flachglas wie Fensterscheiben, Folien, CDs, Korken, Speiseöl oder Druckerpatronen. Was im Einzelfall wohin gehört, sagt die Annahmeliste Ihres Hofs.

Was er meistens nicht annimmt

  • Asbest wie alte Wellplatten oder Blumenkästen aus Eternit: nur an ausgewiesenen Annahmestellen, fest verpackt und nach Anmeldung. Selbst abbauen sollten Sie asbesthaltige Bauteile nicht; mehr dazu unter Asbest entsorgen.
  • Gewerbeabfälle: Handwerker und Firmen müssen meist zu eigenen Annahmestellen oder zahlen andere Tarife.
  • Große Bauschuttmengen aus einer Renovierung: Dafür ist ein Container günstiger und oft vorgeschrieben.
  • Restmüll und Bioabfall aus der Küche: Die gehören in die Tonnen zu Hause.
  • Medikamente, Munition, Feuerwerk, Gasflaschen: Dafür gibt es eigene Wege über Apotheke oder Restmüll, Polizei beziehungsweise Händler.

Was es kostet

Die Kosten des Wertstoffhofs stecken zum großen Teil schon in Ihrer Abfallgebühr. Darum ist alles, was sich gut verwerten lässt oder für das die Hersteller zahlen, für Privatleute kostenlos: Elektrogeräte, Batterien, Metall, Papier, Altkleider. Gebührenpflichtig sind vor allem Sorten, deren Entsorgung teuer ist: Bauschutt, Altreifen, behandeltes Altholz, Dachpappe, Asbest und größere Sperrmüllmengen. Abgerechnet wird nach Gewicht, nach Volumen (etwa je angefangenen Kubikmeter oder je Kofferraum) oder pauschal je Stück.

Die Beträge unterscheiden sich stark zwischen den Kommunen. Die Gebührenliste steht auf der Seite Ihres Abfallbetriebs. Bezahlen können Sie an größeren Höfen meist bar und mit Karte, an kleinen manchmal nur bar.

Wer abgeben darf und was Sie mitbringen

Wertstoffhöfe sind für die Einwohner der jeweiligen Stadt oder des Landkreises da. Wer aus dem Nachbarkreis kommt, wird oft abgewiesen oder zahlt mehr. Manche Höfe verlangen deshalb einen Ausweis, eine Abfall- oder Bürgerkarte oder einen Nachweis über die Abfallgebühr. Angenommen werden fast überall nur haushaltsübliche Mengen; bei größeren Fahrzeugen, Anhängern oder mehreren Fahrten am Tag kann der Hof nachfragen, ob es sich um gewerbliche Abfälle handelt.

So läuft die Fahrt ohne Wartezeit am Container:

  1. Öffnungszeiten prüfen. Viele Höfe haben nicht täglich geöffnet, samstags ist es oft voll. Unter der Woche am Vormittag geht es meist schneller.
  2. Annahmeliste lesen. Nicht jeder Hof nimmt jede Sorte; Bauschutt, Reifen oder Schadstoffe gibt es oft nur an bestimmten Standorten.
  3. Vorsortieren. Holz, Metall, Elektrogeräte und Sperrmüll getrennt einladen, das Letzte zuerst, damit oben liegt, was Sie am ersten Container brauchen.
  4. Zerlegen, wo es geht. Schränke auseinanderschrauben, Glas aus Türen und Rahmen nehmen, Metallbeschläge abschrauben, wenn der Hof Holz und Metall getrennt haben will.
  5. Schadstoffe separat verpacken. Farben und Chemikalien in Originalbehältern, aufrecht und dicht verschlossen in einer Kiste transportieren.
  6. Handschuhe mitnehmen. Sie laden am Hof selbst aus, oft über eine Rampe in hohe Container.

Ytong, Fliesen und Bauschutt

Nach Porenbeton (bekannt unter dem Markennamen Ytong) wird oft gefragt, weil er bei kleinen Umbauten übrig bleibt. Er gehört nicht in den Restmüll. Viele Wertstoffhöfe nehmen ihn in kleinen Mengen an, manche mit dem übrigen Bauschutt, andere getrennt davon, weil er sich schlechter verwerten lässt als Beton und Ziegel. Ähnliches gilt für Gipskarton, der fast überall getrennt vom Bauschutt gesammelt wird. Ob und zu welcher Gebühr Ihr Hof annimmt, steht in der Annahmeliste. Wer einen ganzen Raum entkernt, ist mit einem Container meist besser bedient; Hinweise dazu unter Bauschutt entsorgen.

Wertstoffhof, Sperrmüll oder Schadstoffmobil?

Für große Möbel müssen Sie nicht selbst fahren: Die meisten Kommunen holen Sperrmüll auf Anmeldung ab, teils kostenlos, teils gegen Gebühr. Der Wertstoffhof lohnt sich, wenn Sie schnell Platz brauchen, nur wenige Teile haben oder ohnehin mit dem Auto unterwegs sind. Für Farben, Lacke und Chemikalien gibt es neben der Schadstoffannahme an größeren Höfen das Schadstoffmobil, das zu festen Terminen durch die Stadtteile und Gemeinden fährt.

Elektrokleingeräte und Batterien können Sie zudem im Handel abgeben; wie das geht, steht unter Elektroschrott entsorgen.

Einen Wertstoffhof in der Nähe finden

Wo der nächste Wertstoffhof liegt, finden Sie am zuverlässigsten auf der Seite Ihres Abfallbetriebs: Suchen Sie nach dem Namen Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises und „Abfallwirtschaft“ oder „Wertstoffhof“. Die meisten Betriebe haben außerdem eine Abfall-App mit Standorten, Öffnungszeiten und Annahmelisten. In größeren Städten gibt es oft mehrere Höfe mit unterschiedlichem Angebot, in Landkreisen zusätzlich kleine Sammelstellen in den Gemeinden. Kartendienste zeigen zwar Standorte an, aber nicht immer die aktuellen Öffnungszeiten; im Zweifel gilt die Angabe des Abfallbetriebs.

Weitergeben statt wegwerfen

Manches, was auf dem Wertstoffhof landet, ist noch gut. Einige Höfe haben eine Tauschecke oder arbeiten mit einem Gebrauchtwarenkaufhaus zusammen, das brauchbare Möbel, Fahrräder und Geräte übernimmt. Fragen Sie am Eingang danach, bevor Sie ein intaktes Regal in den Holzcontainer werfen. Kaputte Kleingeräte lassen sich oft im Repair-Café reparieren, und für tragbare Möbel und Hausrat finden sich über Kleinanzeigen und Verschenkgruppen häufig schnell Abnehmer.

Häufige Fragen

Muss ich am Wertstoffhof etwas bezahlen?

Für Elektrogeräte, Batterien, Metall, Papier und Altkleider in der Regel nicht. Bauschutt, Altreifen, behandeltes Holz und größere Mengen Sperrmüll oder Grünschnitt kosten dagegen meist eine Gebühr. Die genaue Liste veröffentlicht Ihr Abfallbetrieb.

Darf ich zu einem Wertstoffhof in einer anderen Stadt fahren?

Meist nicht, oder nur gegen höhere Gebühr. Wertstoffhöfe werden über die Abfallgebühren der eigenen Einwohner finanziert. Manche Kreise haben Absprachen mit Nachbarkreisen; das steht dann auf der Seite des Abfallbetriebs.

Wie viel darf ich auf einmal anliefern?

Haushaltsübliche Mengen, also etwa eine Pkw-Ladung oder ein kleiner Anhänger. Viele Höfe begrenzen die kostenlose Menge je Tag oder je Sorte. Für große Mengen aus einer Entrümpelung oder Renovierung ist ein Container oder die Sperrmüllabholung vorgesehen.

Kann ich Elektrogeräte auch anderswo abgeben?

Ja. Größere Elektrohändler und große Supermärkte mit Elektroangebot nehmen kleine Altgeräte kostenlos zurück, große Geräte in der Regel beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts. Batterien nimmt jedes Geschäft zurück, das Batterien verkauft.

Was mache ich mit Dingen, die nirgends auf der Annahmeliste stehen?

Fragen Sie bei der Abfallberatung Ihrer Kommune nach. Sie ist telefonisch oder per Mail erreichbar und sagt Ihnen, wohin ein Gegenstand gehört, auch bei ungewöhnlichen Fällen wie Feuerlöschern, Gasflaschen oder Chemikalien unbekannter Herkunft.