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Kassenbons entsorgen: warum nicht ins Altpapier

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Zerknüllte Kassenbons neben einem kleinen Einkaufswagen
Kassenbons aus Thermopapier gehören in den Restmüll, nicht ins Altpapier
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehört ein Kassenbon?
  2. Warum Thermopapier nicht ins Altpapier darf
  3. Bisphenol A und die Ersatzstoffe
  4. So erkennen Sie Thermopapier
  5. Welche Bons Sie behalten sollten
  6. Datenschutz: Muss ich Kassenbons zerreißen?
  7. Weniger Bons: Ablehnen und digital
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Kassenbons gehören in den Restmüll, nicht ins Altpapier – jedenfalls die üblichen Bons aus Thermopapier, und das sind fast alle. Ihre Beschichtung enthält chemische Farbentwickler, die im Papierrecycling nichts verloren haben. Der Aufwand ist gering: Sammeln Sie die Zettel in einem kleinen Behälter und leeren Sie ihn mit dem übrigen Restmüll.

Wohin gehört ein Kassenbon?

Die meisten Belege, die aus Kassen, Automaten oder Kartenlesegeräten kommen, sind auf Thermopapier gedruckt. Normales Papier ist bei Kassenbons die Ausnahme.

BelegRichtiger Weg
Kassenbon aus ThermopapierRestmüll
Kartenzahlungsbeleg, Parkschein, Fahrkarte aus dem AutomatenRestmüll (fast immer Thermopapier)
Waagen-Etikett, Paketaufkleber mit ThermodruckRestmüll
Rechnung auf normalem DruckerpapierAltpapier, bei persönlichen Daten vorher zerkleinern
Bon für Garantie oder SteuerAufbewahren, Kopie oder Scan anlegen

Wie überall beim Müll gilt: Die örtliche Abfallsatzung entscheidet, und die Abfallberatung oder Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises gibt verbindlich Auskunft. Bei Kassenbons sind sich Umweltbehörden und Entsorger aber weitgehend einig: Thermopapier gehört nicht in die Altpapiertonne, sondern in den Restmüll.

Warum Thermopapier nicht ins Altpapier darf

Thermopapier wird ohne Tinte bedruckt. Die Oberfläche trägt eine Schicht aus einem Farbstoff und einem sogenannten Farbentwickler; wo der Druckkopf Wärme abgibt, reagieren beide und die Schrift wird sichtbar. Diese Chemikalien lösen sich beim Recycling nicht einfach auf. Sie gehen mit in den Faserbrei und finden sich später in Recyclingpapier wieder, auch in Produkten wie Küchenrolle oder Toilettenpapier, die mit Haut und Lebensmitteln in Berührung kommen. Deshalb möchte die Papierindustrie Thermopapier möglichst nicht im Kreislauf haben.

Ein einzelner Bon im Altpapier richtet keinen Schaden an. Es geht um die Masse: In Deutschland werden täglich Millionen Belege gedruckt. Wer sie konsequent in den Restmüll gibt, hält das Altpapier sauberer, ohne selbst etwas zu verlieren – im Restmüll werden die Bons verbrannt und die Wärme genutzt.

Bisphenol A und die Ersatzstoffe

Lange war Bisphenol A (BPA) der übliche Farbentwickler. BPA wirkt im Körper ähnlich wie ein Hormon und gilt als fortpflanzungsgefährdend. Seit Januar 2020 darf Thermopapier in der EU nur noch Spuren davon enthalten. Die Hersteller haben umgestellt, häufig auf Bisphenol S oder andere Verbindungen, zum Teil auch auf Papiere ganz ohne Phenole. Einige dieser Ersatzstoffe werden von Fachleuten ebenfalls kritisch gesehen, weil sie chemisch verwandt sind und noch nicht so gut untersucht wie BPA.

Für den Alltag heißt das: Kein Grund zur Panik beim Einkaufen, aber auch kein Grund, Bons ins Altpapier zu geben. Bisphenole können in geringen Mengen über die Haut aufgenommen werden, vor allem, wenn die Hände feucht oder eingecremt sind. Wer beruflich ständig mit Bons zu tun hat, sollte darauf achten; für Kunden, die ab und zu einen Zettel anfassen, spielt das kaum eine Rolle. Kinder sollten Kassenzettel nicht als Spielzeug oder Malpapier bekommen.

So erkennen Sie Thermopapier

  1. Kratztest. Fahren Sie mit dem Fingernagel oder einer Münze kräftig über die Rückseite oder den weißen Rand. Wird die Stelle grau oder schwarz, ist es Thermopapier.
  2. Wärmetest. Halten Sie den Bon kurz an eine warme Stelle, etwa an eine Tasse mit heißem Tee. Thermopapier verfärbt sich dort dunkel. Bitte kein Feuerzeug verwenden.
  3. Oberfläche ansehen. Thermopapier ist meist glatt und leicht glänzend auf einer Seite, die Schrift sitzt direkt auf der Oberfläche, nicht im Papier.
  4. Im Zweifel Restmüll. Wer sich nicht sicher ist, gibt den Beleg in die Restmülltonne. Das ist nie falsch, nur beim Altpapier ist es unerwünscht.

Manche Händler drucken auf Papiere, die als „phenolfrei“ oder mit einem Hinweis auf der Rückseite gekennzeichnet sind. Auch diese sind Thermopapier und gehören nach der gängigen Empfehlung ebenfalls in den Restmüll, solange Ihre Kommune nichts anderes sagt.

Welche Bons Sie behalten sollten

Nicht jeder Bon ist sofort Abfall. Für Reklamationen brauchen Sie einen Kaufnachweis; die gesetzliche Gewährleistung beträgt bei neuen Waren zwei Jahre, Herstellergarantien laufen oft länger. Das Problem: Thermopapier verblasst. Wärme, Sonnenlicht, Weichmacher aus Plastikhüllen und Handcreme beschleunigen das; nach einigen Jahren ist manchmal nur noch ein grauer Streifen übrig.

  • Sofort sichern. Fotografieren oder scannen Sie wichtige Belege direkt nach dem Kauf, etwa für Elektrogeräte, Möbel, Fahrräder oder Brillen.
  • Richtig lagern. Originale kühl, dunkel und flach aufbewahren, in einem Papierumschlag statt in einer Klarsichthülle aus Weich-PVC.
  • Nicht laminieren. Die Hitze beim Laminieren färbt Thermopapier schwarz.
  • Für die Steuer gelten eigene Regeln; was Sie wie lange aufbewahren sollten, steht im Beitrag Unterlagen aufbewahren.

Ist die Frist abgelaufen oder das Gerät längst weg, kommt der Bon in den Restmüll.

Datenschutz: Muss ich Kassenbons zerreißen?

Bei normalen Einkaufsbons steht nichts, was Rückschlüsse auf Sie zulässt. Bei Kartenzahlung druckt das Terminal einen Beleg, auf dem die Kartennummer bis auf wenige Stellen unkenntlich gemacht ist. Das reicht in aller Regel. Anders sieht es bei Rechnungen mit Name und Anschrift, bei Apothekenbelegen mit Arzneimitteln oder bei Kontoauszügen aus dem Automaten aus. Diese zerreißen oder schreddern Sie, bevor sie in den Müll gehen. Wie man größere Mengen Papiere mit persönlichen Daten sicher loswird, erklärt der Beitrag Akten entsorgen.

Weniger Bons: Ablehnen und digital

Seit 2020 gilt in Deutschland die Belegausgabepflicht: Händler mit elektronischer Kasse müssen einen Beleg anbieten. Sie als Kunde müssen ihn aber nicht mitnehmen. Sagen Sie einfach, dass Sie keinen Bon brauchen, oder lassen Sie ihn liegen; viele Geschäfte haben dafür eine eigene Sammelbox, die in den Restmüll geleert wird. Der Beleg darf auch elektronisch ausgegeben werden. Einige Ketten bieten digitale Kassenbons in ihrer App an, andere zeigen einen QR-Code, den Sie mit dem Handy abrufen können. Das spart Papier und hat den Vorteil, dass der Beleg nicht verblasst.

Typische Fehler

  • Bons ins Altpapier geben, weil sie „ja aus Papier sind“. Das ist der häufigste Irrtum.
  • Wichtige Belege in der Geldbörse sammeln. Körperwärme und Reibung lassen die Schrift schnell verblassen, und am Ende fehlt der Beleg genau dann, wenn Sie ihn brauchen.
  • Bons verbrennen, etwa im Kamin. Hausmüll darf nicht im Ofen verbrannt werden, und die Beschichtung macht es nicht besser.
  • Thermopapier als Notizzettel für Kinder oder als Unterlage für Lebensmittel verwenden.

Wer ohnehin gerade aufräumt, findet im Beitrag Müll trennen eine Übersicht, was in welche Tonne gehört.

Häufige Fragen

Kommen Kassenbons ins Altpapier oder in den Restmüll?

In den Restmüll. Kassenbons bestehen fast immer aus Thermopapier, dessen Beschichtung das Papierrecycling stört. Nur Belege auf normalem Papier, zum Beispiel eine ausgedruckte Rechnung, gehören ins Altpapier.

Ist in Kassenbons noch Bisphenol A?

Kaum noch. Seit 2020 ist Bisphenol A in Thermopapier in der EU bis auf geringe Spuren verboten. Stattdessen werden andere Farbentwickler verwendet, darunter Bisphenol S, das ebenfalls kritisch diskutiert wird. An der Entsorgung ändert das nichts: Restmüll.

Darf ich Kassenzettel in die Biotonne oder auf den Kompost geben?

Nein. Die Chemikalien der Beschichtung gehören nicht in Kompost oder Gartenerde. Kassenbons kommen in den Restmüll, auch wenn sie noch so klein sind.

Wie lange sollte ich Kassenbons aufheben?

Für Reklamationen mindestens so lange, wie Gewährleistung oder Garantie laufen, bei neuen Waren also mindestens zwei Jahre. Weil Thermopapier verblasst, legen Sie von wichtigen Belegen gleich eine Kopie oder ein Foto an.

Muss ich den Kassenbon an der Kasse mitnehmen?

Nein. Der Händler muss ihn anbieten, Sie müssen ihn nicht annehmen. Lassen Sie ihn an der Kasse zurück oder nutzen Sie, wo angeboten, den digitalen Beleg.