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Sperrmüll anmelden: was zählt dazu und was kostet es?

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Alte Möbelteile, Bilderrahmen und eine Gitarre auf einem Anhänger
Selbst zum Wertstoffhof gebracht ist Sperrmüll oft günstiger
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was zählt zum Sperrmüll und was nicht?
  2. Sperrmüll anmelden: so läuft es ab
  3. Was kostet die Sperrmüllabholung?
  4. Sperrmüll kostenlos entsorgen: die Alternativen
  5. Elektrogeräte und Renovierungsabfälle
  6. Sperrmüll richtig vorbereiten
  7. Rausstellen, Mitnehmen, Bußgeld
  8. Häufige Fragen

Sperrmüll sind große Gegenstände aus dem Haushalt, die auch zerlegt nicht in die Restmülltonne passen: Möbel, Matratzen, Teppiche, Lattenroste, Kinderwagen, große Spielgeräte. Sie melden die Abholung bei Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis an und stellen den Sperrmüll zum Termin an die Straße, oder Sie bringen ihn selbst zum Wertstoffhof. Ob das etwas kostet, hängt ganz von der Kommune ab.

Was zählt zum Sperrmüll und was nicht?

Gehört zum SperrmüllGehört nicht dazu
Schränke, Regale, Tische, Stühle, Betten, Sofas, SesselElektrogeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher (eigene Abholung oder Elektroschrott)
Matratzen, Lattenroste, BettgestelleBauschutt, Fliesen, Steine, Erde
Teppiche und Teppichböden, zusammengerolltRenovierungsabfälle wie Türen, Fenster, Waschbecken, Badewannen (je nach Kommune)
Kinderwagen, Fahrräder, Gartenmöbel, WäscheständerAutoreifen, Autoteile, Altöl
Koffer, große Spielgeräte, BügelbretterFarben, Lacke, Chemikalien (Schadstoffmobil)
Große Kunststoffteile wie Planschbecken oder WäschekörbeSäcke mit Kleinkram, Kartons, Restmüll, Grünschnitt

Die Tabelle beschreibt den Regelfall. Gerade bei Renovierungsabfällen, Fahrrädern und Elektrogeräten unterscheiden sich die Kommunen: Manche nehmen Elektrogroßgeräte bei derselben Abholung mit, wenn Sie sie bei der Anmeldung angeben, andere schicken ein eigenes Fahrzeug. Maßgeblich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, erklärt im Abfallkalender oder in der Abfall-App.

Sperrmüll anmelden: so läuft es ab

Ob in Hannover, Bremen, im Landkreis Verden oder in einer kleinen Gemeinde: Zuständig ist immer der Abfallbetrieb der Stadt oder des Landkreises, in dem Sie wohnen. Die Abläufe ähneln sich.

  1. Anmelden. Meist online über ein Formular auf der Internetseite des Abfallbetriebs, per Telefon oder über eine Sperrmüllkarte aus dem Abfallkalender. Sie geben Adresse, Art und ungefähre Menge an.
  2. Termin abwarten. Sie bekommen einen Abholtermin, je nach Region und Jahreszeit innerhalb weniger Tage bis einiger Wochen. Im Frühjahr und nach Umzugsphasen dauert es oft länger.
  3. Vorbereiten. Schränke zerlegen, Glasscheiben herausnehmen und Schubladen leeren. Teile, die beim Transport zerbrechen könnten, sollten nicht lose herumliegen.
  4. Rausstellen. In der Regel am Vorabend oder am Morgen des Abholtags, gut sichtbar an den Straßenrand vor dem Grundstück. Gehweg und Einfahrten müssen frei bleiben.
  5. Nicht mehr hinzustellen. Die Müllabfuhr nimmt nur mit, was angemeldet und erlaubt ist. Was dazugestellt wird, bleibt oft stehen und wird dann zum Problem des Anmelders.

Viele Kommunen begrenzen die Menge je Abholung, häufig auf einige Kubikmeter. Wer einen ganzen Haushalt auflöst, braucht oft mehrere Termine, einen Container oder eine Entrümpelungsfirma; Hinweise dazu stehen unter Haushaltsauflösung.

Was kostet die Sperrmüllabholung?

Das hängt vollständig von der Kommune ab. Drei Modelle sind verbreitet:

  • Ohne Zusatzkosten: Die Abholung ist über die Abfallgebühr bezahlt, oft mit einer festen Zahl an Terminen oder einer Mengengrenze pro Jahr.
  • Pauschale je Abholung: Eine Gebühr pro Termin, unabhängig von der Menge bis zur Obergrenze.
  • Nach Menge: Abrechnung nach Kubikmetern oder Stückzahl.

Hinzu kommt in vielen Städten eine gebührenpflichtige Schnell- oder Expressabholung, wenn es eilt. Die genauen Beträge und Bedingungen stehen auf der Internetseite des Abfallbetriebs oder im Abfallkalender. Verlassen Sie sich nicht auf Zahlen aus anderen Städten, die Spanne ist groß.

Sperrmüll kostenlos entsorgen: die Alternativen

Wer keinen Termin abwarten will oder die Abholung bezahlen müsste, hat mehrere Möglichkeiten.

Selbst zum Wertstoffhof bringen. Die meisten Wertstoffhöfe nehmen Sperrmüll aus Privathaushalten an, oft kostenlos bis zu einer bestimmten Menge, teils gegen Gebühr. Holz, Metall und Polstermöbel werden dort getrennt eingeworfen. Siehe Wertstoffhof.

Verschenken oder verkaufen. Gut erhaltene Möbel finden über Kleinanzeigenportale, Verschenkgruppen oder Nachbarschaftsplattformen schnell einen Abnehmer, wenn der Abholer sie selbst mitnimmt. Sozialkaufhäuser und Möbelbörsen holen gut erhaltene Stücke teils kostenlos ab. Durchgesessene Sofas, fleckige Matratzen und Möbel aus Pressspan, die schon einmal umgezogen sind, will dagegen kaum jemand; hier ist der Sperrmüll ehrlicher.

Beim Neukauf zurückgeben. Manche Möbelhäuser und Matratzenhändler nehmen bei Lieferung das Altmöbel mit, meist gegen Aufpreis. Fragen Sie bei der Bestellung nach.

Einzelne Gegenstände haben eigene Ratgeber: Matratze entsorgen, Sofa entsorgen, Möbel entsorgen und Teppich entsorgen.

Elektrogeräte und Renovierungsabfälle

Elektrogeräte gehören nicht in den normalen Sperrmüll, auch wenn sie groß sind. Kühlschränke enthalten Kältemittel, Fernseher und Bildschirme Schadstoffe, und alle Geräte wertvolle Metalle. Sie werden getrennt erfasst: bei der Anmeldung als Elektrogroßgerät, beim Wertstoffhof oder beim Händler, der beim Neukauf ein gleichartiges Altgerät zurücknimmt. Mehr dazu unter Elektroschrott entsorgen.

Renovierungsabfälle sind kein Sperrmüll, weil sie nicht aus dem Hausrat, sondern aus dem Gebäude stammen. Türen, Fenster, Laminat, Waschbecken, Fliesen und Bauschutt nehmen die meisten Kommunen nur am Wertstoffhof an, oft gegen Gebühr und nach Sorten getrennt. Bei größeren Umbauten ist ein Container die einfachere Lösung.

Sperrmüll richtig vorbereiten

Ein wenig Vorbereitung erspart Ärger am Abholtag.

  • Zerlegen: Große Schränke und Betten nehmen Sie auseinander, soweit das ohne großen Aufwand geht. Schrauben und Beschläge dürfen am Holz bleiben.
  • Glas heraus: Glastüren, Glasböden und Spiegel nehmen Sie aus den Möbeln. Sie zerbrechen beim Verladen, und Spiegel und Flachglas nimmt die Sperrmüllabfuhr vielerorts nicht mit.
  • Leeren: Schubladen und Fächer müssen leer sein. Was darin liegt, wird oft nicht mitgenommen oder verteilt sich auf der Straße.
  • Zusammenstellen: Stellen Sie alles ordentlich zusammen, Kleinteile gebündelt, Teppiche gerollt und verschnürt, Matratzen flach oder angelehnt.
  • Wetter bedenken: Matratzen und Polstermöbel saugen sich bei Regen voll. Stellen Sie sie so spät wie erlaubt hinaus.

In Mehrfamilienhäusern gibt es oft keinen eigenen Platz vor dem Haus. Sprechen Sie sich dann mit der Hausverwaltung ab, wo der Sperrmüll stehen darf, und nutzen Sie Keller oder Flur nur so kurz wie möglich als Zwischenlager: Fluchtwege müssen frei bleiben. Wer ohnehin einen Keller ausräumt, findet unter Keller entrümpeln einen Plan, der die Entsorgung von Anfang an mitdenkt.

Rausstellen, Mitnehmen, Bußgeld

Sperrmüll darf nur zum angemeldeten Termin an die Straße. Wer Möbel ohne Anmeldung auf den Gehweg stellt, begeht eine illegale Abfallablagerung; das kann ein Bußgeld nach sich ziehen, dessen Höhe je nach Bundesland unterschiedlich ist. Das gilt auch für den Zettel „zu verschenken“, wenn das Sofa danach wochenlang im Regen steht.

Dass andere am Abend vor der Abholung Brauchbares mitnehmen, ist verbreitet. Rechtlich ist das eine Grauzone: Mit dem Rausstellen geht der Sperrmüll nach vielen Abfallsatzungen in die Verantwortung der Kommune über, und manche Satzungen verbieten das Durchsuchen ausdrücklich. Wer etwas Bestimmtes weitergeben will, klärt das besser vorher direkt mit dem Interessenten, statt es auf den Stapel zu stellen.

Häufige Fragen

Wohin mit Sperrmüll, wenn ich keinen Termin bekomme?

Zum Wertstoffhof. Mit einem Auto, einem Anhänger oder einem gemieteten Transporter lassen sich einzelne Möbel oft schneller selbst wegbringen, als ein Abholtermin frei wird.

Ist das Restmüll oder Sperrmüll?

Passt der Gegenstand in die Restmülltonne, ohne dass Sie ihn zerlegen müssen, ist es Restmüll. Größeres wie Möbel, Matratzen und Teppiche ist Sperrmüll. Kleinkram in Säcken nimmt die Sperrmüllabfuhr in der Regel nicht mit.

Wie oft darf ich Sperrmüll anmelden?

Das regelt die Kommune. Manche erlauben eine oder mehrere Abholungen pro Jahr ohne Zusatzkosten, andere beliebig viele gegen Gebühr. Die Angaben stehen auf der Internetseite des Abfallbetriebs.

Nimmt die Sperrmüllabfuhr auch Kühlschränke mit?

Nur, wenn Sie das Gerät bei der Anmeldung als Elektrogerät angeben und Ihre Kommune Elektrogroßgeräte auf diesem Weg abholt. Sonst gehört es zum Wertstoffhof oder zurück zum Händler. Siehe auch Kühlschrank entsorgen.

Wie werde ich Sperrmüll kostenlos los?

Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Kommune Abholungen ohne Zusatzkosten anbietet; das ist häufig der Fall. Sonst bringen Sie die Teile selbst zum Wertstoffhof, der Möbel aus Privathaushalten oft bis zu einer bestimmten Menge kostenlos annimmt. Gut erhaltene Stücke lassen sich verschenken, wenn der Abholer selbst transportiert.

Kann ich Sperrmüll zusammen mit den Nachbarn anmelden?

Oft ja, wenn alle unter derselben Adresse wohnen und die Mengengrenze nicht überschritten wird. Manche Kommunen verlangen aber eine Anmeldung je Haushalt. Fragen Sie im Zweifel beim Abfallbetrieb nach, bevor sich vor dem Haus ein Berg sammelt, den die Abfuhr nur zum Teil mitnimmt.

Muss ich Möbel zerlegen?

Das verlangen viele Kommunen, zumindest bei großen Schränken, damit sie ins Fahrzeug passen. Glasscheiben und Spiegel nehmen Sie vorher heraus. Eine Übersicht über alle Sammelwege gibt Müll richtig trennen.